Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 161 (5.5.1895)
- Date
- 1895-05-05
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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.freies Blatt. Seite 8. Nr. 101 ^euiner Blätter» initgetbnlt in. Es 'ollen, io hieß cs in jener Minhcilnng, a» dri ifo. a^c ker llronio Filiale in der Taubenstraße die übeiübeuszroße» Büslen Wlsten-äiatisgrößeii angebracht werden, und zwar diejenige» von.stop er» iknS, . t l -.. -Hnmholbt, Helinboltz und Siemens. Ju dieser Zniainnien- ':r-u einen .neuner der Wisienist-baflsgc'chichie koniitst-b l'krührl, ha' man eck-t? W'sieii'cha'lsriefen, .noverniktiS »nd nevicr. neben drei echien W l -' st :z-'el' a?tszwergcu, die ihren Ru' houpt-ächlich der Judenreclanie perflt.T Humboktl und Hetmboltz, dic-'e renckiten der Winenichast — höre ut d u f ’.itM eii Veififrage» — ragen he denn nicht über alle anderen Natur- Tbnrmisböhe hinaus > Ja, ne ragen einvor, aber wen» du genauer bin-stk-lieber Le-str, dann ertennsi tu, daß die>'e 'ckiembaren Ricien nicht auf 'drei! cirer-u sz-änen stebcii, 'viidern auf einem riesigen hölzernen Rerlaine- .?-stll, da? ren den Hebräern erriänel ist. Tie-'es Gesielt ist 'stäon lehr nwn'ch aen erden und'wird cs iinmer mebr werden, je mehr stä> tcr Temfche gewöhnt, stlkststäd'g di? Tinge zu beirackiien und ohne die Brille, die ihm die Hebräer .■>!!'2£'-?m dabei, Liebt man sieb die Berdienste des Herrn A. v. Humboldt um d e Wi-'-'.-t-.-ckott genauer an. io sindel man, daß rie'elbcu lediglich in etwas Bsianrengeogiarbie und dlleiiebenhreibnng bestehen. Wer aber die tzcbönsge-'chickil,- -?? .nainnlerderrn, d-'r in Berlin stetsim Hail'e ron Biendel s >'»hn gewohnt dar da.rB'erda :. dem kann nicht enigebe», daß'Humboldt die Hebräer äußeret deutlich rattsnisirr ha": Was Herrn Heunboktz auberiist'i, so har es ja von lest-. 'kieetanie mr die>en Herrn niäri 3-fehlt. Er wurde als Entdecker eines Ge>e:>--s reu :--r Erhärtung der Xra't gefeiert, eines E>c'ei-es, das, wie Engen ab! ring t.e-'end na«bgewie>e» hat, einzig und allein dem deutschen Pbnstler 'sirbtt! B. --ez in Heilbronn gehört.. . Tos Tentistkie Bclksrechl" macht -irrem unverfäUcht.-n?»,den — Reelame nud empfiehlt in der .'ar-.Nl---. ..-Nt ü.'l. Ävr-.t die „Teui'.h.-N Erraä'brie'e" von Broken»,-- Toniet ' ' 2.!!t? 'v\ .-'ie.stame bei Becke! e> Al-Iwo-.si cben'0 auf Unwistst-n . : r .::-r-,-!'nbt.:: -ein wie beim Raeena»li>em::'e»'B d rganie bevkerec tomue 'a'ür daß einmal im „T e,r:'ckien BoliSblatt" Bro'e'sor s scharf genug geahndet werden könne. Während die Herren Gutachter trotz ,drer Lachkenutniß durchwegs nochmals vor Abgabe ihres Gutachtens dem Schächiact beigewohnt, habe Angeklagter cs nicht einmal für nöthig erachtet, über die achten sich zu nnterrichteu. In Anbetracht dieser Lachlage bitte er. von einer Gcldstiafe abzusehen, auf eine Freiheitsstrafe und PublicalionSbefugniß n, ■ keimen Ter Bertheidiger, Nechisauwalt Tr. Mousang, plaidirte für si-rci- : iprcchuilg, eventuell für eine mäßige Geldstrafe, Rach lnrzer Replik und Ttiplii der Herren Anwälte zog sich der Gerichtshof zu längerer Berathnng zur,ick. Tas Unheil lautetet Bellagter wird zu 1 (XI Mark Geldstrafe, eventuell - 10 Tagen Haft verurtheilt und dem Privalkägcr die PiiblicalionSbesugniß! dem „Bollsboten" und im „Tcutschcn Reichsanzcigcr" zugcbilligt. Ter <«?.- ricknsho' fei der Ansicht geweie», daß die ausgcjprochenc Beleidigung die denlbar ichwerfte fei, welche Männern von Ehre gemacht werde» könne, da der Borwitrf der Bestechnng nur allzu deutlich daraus hervorlcuchle. Trotzdem Hab, der Angeklagte auch nicht cinmal den Bcrfuch geiuackit, diese schwere Beichuldignng zu beweiien oder auch nur ein Moment zur Stütze seiner Behauptung anzufuhrcn. Beleidigt ''eien nicht nur fäiumlliche Gutachter, sonder» a»ä> der BrivoiktSger, denen begiiiuiaiion nicht bestritte» werden lönne. Der Geriänshos -ei der Ansicht, daß der Borwurf in jeder Hinsicht alS unbegrüildet »>,? als imerweisbar sich ergebe» habe. Tie Geichäslsgebahrung in der Redaction?c» „Bolksboten", wie der. Angeklagte sie gcichilden, lönne nicht alS strasmildmud, iondern nur als strafvcr'chärfcnd ins Gewicht fallen. Tic bodenlose tzc^chl-- 'eriigkeir, welche sich darin tundgcbe, daß Angeklagter, ohne seine angebliibe T-nclle zu leiincn, gegen Männer, deren Ruf unaulastbar, deren wissenschastliche Bedculnug unbemilicu sei, Anwürfe io ichwerwiegender Ralur geschlendert habe, ton ne nicht 'ckiarf genug ge brandtnar kt werden, tzcdiglick die Rücksicht an' das jugendliche Alter des Angeklagte», der auch erst enmal vorbestraft sei, habe den Gcrichtsboi dazu bestiinint, von einer Freiheitsstrafe Abstand Zlr nehmen. Immerhin mußte aus eine einpfindliche Geldstrafe in der angegebenen Höhe erkannt werden. '-ee.-.n?g-?'N!che:: wu-.de, als ,-b -- eni christlich--'ocialer Bu-eben' :v.v.?. Böcke, aber iiz.'i ein stuSirrer Many, und anm . E: R-.--- werde» sie »:-d die Ancrei'nng liierari'cher .->ur -chächifrage. Bian berichtet uns ans H e i k e I b e r g vom r!!> Av'il: .:? M.l.i -Hinsi.b: intercst'anier Broeeß kam beure vor dem hiesigen zur Berdandlting. Angetlagi war .er Redaclttir des anli-emit! 'a..Bad:-che» Bcrtsbsrerr". Ad.--!» Lchnerger, stläger der Redacienr i-ch-:t jere' ^r.,H Ht.d.sb --j„,c r zu Berlin. Gegenstand ein in'Nr. S'3 aes „Badi-ben Bollsboten" tztfchicnener n '. k er unter der Ueber-ckn-': „Znr Lckiäckit-rage" über die von T H Ht.deel--,::!.-r im An'trage des Berliner „Eoinit-s zur Abwehr a»ki-- k •; Angri--?"!- .gesteh>-:i '.''niack'teit-'aminlttng über das jitdiich-riluelle La.-,.-: 'n - Lck»rch:e:- sin ans'v/ach und siest-ri-e als ein .'ckiainlcs zniaulN- Mackur erb" und eine ,L>chmach für t:e Wsifeil'cha't' be V 1 ’ - T .r Vi::;-::.bdauricte, den beltcüendeu Ailltet »ich! -elbst v "'aftk. . :?• „>-a-.!etgeno'st'chen'- Zeiiniig, :re>ä>e er aber trotz ivieder- ■' " B '. n-.chiueun-n loiti-:e, enluoinnie:. :n haben. Ten ineriminirten L i -d der Redaetton ohne sein Bortvinen angestigt. Bon der ^-i!:aä-t,:--a:!.ii:>-.!::g bar-- er keine .neiiittnisi best-sien. und ilmi daher jede Bel T". H::c'sh.-::ner »erfig,legen. Ter Borsitzende constaiiri. daß die --N'.rchre! -amm.ung -ich bei den A len d.-iinde:. und daß Liiä'vroben ergeben 'aß kl:L- Gutachten das Läaettten als keine Tbieianälerei. niete Istals d-e . -sie und dumanste Lch,ack!U»brbote erklären. Es gelangte ' ' Herrn Brrfeffor Tr. H U b h e. dis in dte>t»i?" d-r n-n- und ---n-'-laasn.l -r dasleuige Her.-u TverregierungsratbeS- 7 -nar.sl-nbt znr B-rlest-n?,. Ter Berlreker es chrtvaltlägers. Reck-ls- ' Tr. " ü r st, 'iibne 'aus. daß die Beleidigung sich tigeullich gegen die 7 --..laetnlr. d-- I.-rrorragenksten Earndil-tten, ,u-r-g-?-'ai»tiii richte, ra deu- .ienhich ii!--,-.-.l.'tliier Fsrm d.-r Bvrwnif gemach: werde, daß sie bei t b:>-ik sichnichn durch -achliche, nn-'''en-'cha''iliche Gründe haben .-- ' ■'!-:: r-K Mlll-tt und Motive im' Lviele waren. 7- .. »-. ''-l.l. lnuste eltt. strenge Bestra'ttitg criohzeu. Er Ivolle T -7 -'-en INW'-rtd und llnw-t-k der Lchääittneibode proroeireu; es stu-nn-llich,- Auloriralen sich zu «»uusten der'elben ausgewrochei: - e- — A v: nd. . eie -".uude der Gegi-.er wolle ec nicht disenlircu. Es -ei -.- --. last ueb-dli n ulgen »terrenglen ,?ezneru das Gros lediglich 'eiiiem - --ni-tll :- ', 7 dieste Gen.g-al-til Ausdruck verleihe. Lei cs schon verivcr'- - . : ..n »>L:-:-tt.-ktt-chd» Gtünken Andere in ihrem religiöfe» Enivstiide» zu -st.ch-s Borgeben kc-ch in-.-istl-'ch nicht angreifbar. Lira'bar d" B.-leid lgnug, . ic gegen -den Brivatlläg-.- und gegen die Gutachter - - t:- w-»:-. ' Ein-? E'klärung des Lchlachibo'?,u'veclors Friede 71 :?i ..nt der .i,ttt-'-?iiiiii'chen Brest'-? aiisgeichlachiet, das . - 7tt----d-,lcki werben. Tte Eni'ckntldigliiigsgrltnde, die der An- '-ange'-t l .ic-, er'chwenen -st-lutzag-, da die tzeichtierligkeit im: ts '-' Mann. -. r?:-..?.',, «sntachke» angeblich nichts weiß und doch feinem . r- ' r Form d:e-etbrN als „ergonnerl" bezeichnet, nicht L-einllctan. J n A cl) t n n d W er n n. Ilomau aus Polens ilorjcit (Curl Griot. (3. ^PUfcUUlt.]. Tes Abends war dann die Tchloßherriil zugegen,' und das ganze Hesindd diltflc den Erzählungen des Rriegers lauschen vorn fernen Zchlachlfeldc und von den Thatcn ihres erlauchte» ^andcShcrrii. FroSwitha Harle es gestallci, daß die Ticncrschaft zuhöre und ihr 'Thcil habe au der Bewunderung für den geliebten Fürste». Bei ihr zu Haufe, bei ihrem geliebten Baker war cö stcls so Sitte gewesen, daß die .Herrschaft mit dein Gesinde freundlich verkehrte, und darum fand sie cS auch hier in Polen, wo das gemeine Bolk bei» niederen Bich gleichgestellt war, nicht für unstatthaft, cinmal, zniual in Abwesenheit des Lchloßherrn'mit dem Gesinde zu verkehren. „Fa, im Ungarlande, da ging'S erst hoch her, und da hatten wir schweren Stand, denn die Ungarn sind von altcrsher ein kriegeriich Bolk gewesen, und-wäre nicht unser Herzog und sein Schlachtengluck, so wäre es wolsi nicht so leicht gewesen, sic zu bezwingen. Zum ti'luck aber herrschte auch Uneinigkeit unter ihnen, und darum gelang :S unterem Herzog, Ungarns Krone wieder dem vertriebenen Bcla zu gewinnen. Und so war's auch in Böhmen gewesen, wir hatten ifit'd) da überall gesiegt: der Herzog aber schloß Frieden mit den Böhmen, freilich einen für uns vorthcilhaftcn Frieden, der noch dazu durch die -Heirat von BoleSlav's Schwester Swatiölawa mir dem Böhmcnhcrzog WratiSlaw besiegelt wurde. Jetzt führt ihn sein Sicgcszug noch nach Preußen, da will er sich für die übcrmüthigcn Streifereien rächen, die der aufrührerische Nachbar während seiner Abwesknhcit in feinem Vaiifct unternommen, den will er nun züchtigen und sich ihn aufs Neue unterwerfen. So Gott will, gedenkt der Herzog bald wieder in sei-.l Reich hcimzukchrcn und sein siegreiches Heer mit wenig Verlust' heimznbrzngen, die Tapferen werden sich dann wohl eine Weile von den Strapazen des kurzen, .aber erfolgreichen Krieges erholen." „Und da kommt denn auch wohl bald unser Herr wieder heim," warf hier Eusebius ein, „und Ihr edle Frau werdet daim des unfreiwilligen Witwenstandes wieder ledig sein und Euch, mit dem langvermißten Gatten freuen." ~ . „Ja, ja," nickte Froswitha zerstreut, „Ihr habt Recht, Eusebius, doch es ist spät, die dkachl rückt vor — komm', Gcrtrudc, wir wollen' schlafen gehen." /