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Freies Blatt · 1895-03-10 · 153 (10.3.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
153 (10.3.1895)
Date
1895-03-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Xrucf der Hand eilt Schwur und wurde gehalten, während B. noch heule Hebräer beim Verkauf einer halben Elle Band zehnmal schwören, daß sie ein Stilck Geld dabei zusetzen. Lügen und Trügen wurde bei den allen Denlschen ehrlos belrachlel. „8- Gebot: Du sollst den Feierlag heiligen." Beiden allen Deutschen waren die Feiertage gleichzeitig Festlage, an denen, wie oben, nur brave Männer Iheilnehmen dursten, also ein besonderes Gebot »nnölhig. ■1. Gebot: Tu sollst deinen Vater und deine Müller ehren." .Ist eigenllich Naturgesetz und bei den allen Denlschen, die ihre Ahnen hochverehrten, selbstverständlich. „5. Gebot i Tn sollst nicht tobten." War bei den allen Denlschen ’ als Kriege,voll ausgeschlossen, tnenchlingS tobten aber »»ehrenhasl und wurde ntil dem Tode bestraft. „0. Gebot: Tu sollst nicht.ehebrechen." Nun, in dieser Beziehung konnten die alten Denlschen allen Bölkern für alle Zeilen als Bor dild dienen, wie die« auch mehrsach von römischen Schriftstellern der damaligen -(eit heworgehoben wurde. Wie hoch stand nicht die Frau bei den allen Deut /dien; aber sie verdiente eS auch; denn auch sie war Heldin, erzog ihre Kinder -u solchen unk lehrte ihnen Sitte und Tugend'. Vergleiche man hiegegen die Urau bei den Juden im Alten Testament nnd die in demselben geschilderten SittlichkeitSverbrechen. „7. Gebot: Du sollst nicht stehlen." Ein hintetlistiger „g wurde bei den alten Tenlschen gebangt. ,.8. Gebot: Tu sollst nicht salich -irugviß reden wider deinen 'Nächsten." Siehe Gebot 2, gleich l'tifleit und Trüge».!>. und 10. Gebot entledige» sich durch daS Borbergesagte von selbst. Xer Gottesdienst wurde bei unseren Borsahren ii» Wache, in geheiligten Hainen nnter! dem Laubdache alter knorriger Eichen abgehalten. In stehender Stellung, Blut stolz zum Himmel erhoben, brachten sie ihrem Gone ihre Beredet,»g -ar, wobei die Priester, in tveiße Gewänder gekleidet, den Spserdienst versahen. Aach dem Gottesdienste sand ein Festmahl, Kampst'pirle, Trinkgelage, Gesang .. er alten Barden und sonstige Volk«6>lustign»ge» stall. Wie nun ans all dem Vorherigen ersichtlich, ist r^, meinte der Vortragende, der zehn Gebote halber nicht absolut nöthig, daß wir nnsere christliche Neligion gerade ans die Geschichte ,c> IndenthuinS im Allen Testament begründe,,, und waS die Hinweise i.ii die Geburt und das Erscheinen unseres Heilandes Jesn Ibrisli betrisst, so sind solche auch in der Edda enthalten; denn leielbe läßi u. A. an einer Stelle Wodan sagen-, Ter aber nach mir loinnten -.ird, ist größer alS ich, doch wage ich nicht, ihn zu „eimeit Auch läßt sich die . ophezeiie Gölterdämmertlng leicht hierails ztirnlksühren. — Wie schon bei ,.,etu srühereu Anlässe bemerkt wnrde, ist von allen anliseniilischcn Specialitälen ,e „deutsch-liberale" am meisten ergötzlich. 2ius antisenntischen Blättern. Jüdische Namen.) Man schreibt tttiS: Tie „Unvers äl ich teil Deut, ben Worte" brachten jüngst solgende Notiz: „Hagen, 'Wolsgang. ES ist wirklich zu ktimm; der polnisch» Jude stellt Indennatnen wie: Hirsch, Wolf, Leeb, Var ,Veert u. dergl. mit der altgerinanischen Koseform .Wols- (Verkürzung ans Polftiarl, Wolsker, Wolsgang rc.) aus eine Stufe. Sie haben Recht. Wenn ein Deutscher den Namen Wols führt, so hat er jhn von seinen germanischen Vor- -ähren ererbt — 'wenn aber ein polnischer Jude oder sonst ein in deutsche ranke eingewanderter Semite einen derartigen klingendest Namen sührt, so staininl er aus der Zeit, ’ wo die Inden von staalSwegen gezwiingen wurden, >>ch stall ihrer hebräisch klingenden Manschelnainen, womit sie allerlei Schwindel trieben,, deutsch, sranzösisch, slavisch, kurz .euroväitch klingende' Namen bei zulegen. Tie» geschah zumeist im XVII. und XVIII. Jahrhundert. Wenn also ein Jude Hirsch oder Wols heißt, so hat die» mit der gerinanischen Koseform nichts zu thun, sondern ist ein aus'« Geralhewohl dem Thierreich eittlehnter und angenominener Name." Es ist den Bierbank-Gelehrlen der „Unversälschten Tenlschen Worte" nicht zuzumuthen, daß sie da« anloritative Werk Zunz' „lieber die jüdischen Namen" oder daS „Onoutitotir-uin s.-ioiuiu' Fürst'S kennen -ollten. Doch von Lottten, welche über Rainen Eihnmologie schreiben, hat man daS Recht zn sordern, daß sie wenigstens Einsicht in ein ..Onomnstiautti biktlioni»" genommen haben sollen. Dies scheint aber bei den gelehrten Thebauern der „Unversälschten Deutschen Worte", nicht der Fall zu sein. Zn ihrer Be- '.ebrung diene, daß im Alten Testamente solgende Thiernainen zur Bezeichnung von Menschen Vorkommen: GanS, Habicht, Rebhuhn, Rabe, Taube, Vogel, Vögelchen, Wespe, Biene, Honigzelle, Wiesel, TachS, Gazelle, Jnnggazelle, Hindin, Mutterschaf, Kaninchen, Gemft, Maulwurf, Iungstier, Esel, Waldesel, Elephant, Wolf, Springhase, Delphin, Schlange und Heuschrecke. Bemerkens, werth ist, daß der Wols daS einzige Raubthier ist, tvelche» in der Bibel tiamengebend ersc/ieinl. Die Fülle von Thiernainen, welche nnter den Juden außerdem vorkominen, ist Jedermann, vielleicht auch den Gelehrten der „Unversälschten Tenlschen Worte" einleuchtend. Die Juden sind eben ein Culturvolk z>ar exoelleoge und amalgamirten sich mit den Völkern, unter denen sie lebten. Jedermann weiß, wie viele Nanien griechischen Ursprung« schon in der Mischna Vorkommen und die großer Lehrer in Israel waren. Alle Monumente der Römerzeit zeigen, daß die Juden vielsach römische Namen und römische Litte angenommen hatte». So haben sich auch die Juden in Detttschland einst , dem allgemeinen Lulturzustande dem Name» nach amalgamirt, bi« sie erst -durch Blatt. Seite 7. die gräßlichen Verfolgungen und gänzlichen Ansschließungri/ seit den .tlreuz zügen wieder davon znrückgedräitgt wurd,->t. So batten tik Inten neben ihren Sl>nagogalnanien in großer Zahl dent'che 'Name» ieil ältestxr Zeit, alio nicht ' erst im X \ 11. nnd X\ III. Jahrhundert. Es gab z V den Si)itagogalnan-,en Jehuda; der Träger diese« Nantens wollte einen teutlchen Namen annehmeir und wählte daiür da« alte Symbol diese« Stamme«, den Löwen. Er nannte' sich daher Löw. Daran« machte man im niekerdenlichen Tialecte Leb, Leib -- Dieser Name verblieb auch die ganze 'pälere Z.-j,, bi« zu der iieiteiteii, wo man iti der neuen Eulturperiode Lni»,' Loui» oder Ludwig daraus inachte.- Ta» Zwiichenglied ist jetzt verbannt und an da« alte Iehnda da« neue Ludwig dicht hinangernckl. In ähnlicher Weift modertiisirteil ilal>etii>che lind ipanische Inden ihre Namen, indeln sie z. B. deren Sinn übersctzien nnd au« Joiua Salvador, an« Juda Leon, ans Salomo Pacifiro re. muchirn. Tie Gelehrten der „Unversälschten Deutschen Worte" mögen sich übrigen« trösten, tollten.selbst die Juden de» Nanirn „Bär" den Germanen-entlehnt haben.- 'Bestünde noch tie primitive Sitte, daß die Kinder nach der Mutter benamiet wülden, so hießen Schönerer'« Kinder insgesammt — kokn. Ix. I!. 'Was man fielt Juden Alles z»»i Vorwiirsc macht.t T:e „Deutsche Zeitung" läßt sich nnter dem Titel: „Tie Juten allezeit votan" solgende schauderhafle Geschichte schreiben: „In den .Saazer 'Nachrichten' vom -li. Hör »n»g iiiidet sich solgender Bericht: .An« Anlaß de« Ablebens de« Erzheizog« Albrecht verausralleie die hiesige, israelitische EnlliiSgemeincr' heule Vormittag», »in!> Uhr im isiaelititchen Tempel nnd die hiesige Slaliitzerlrelung gemein - schastlich mit dem Herrn Stadldechaiiieu l'. Hanl i»n M Uhr Voiiniuag« in der Tecanatkirche'einen seierlichen Traneigolftsdienst n. s. iv. Auch von den hiesigen Schiilansialteii wurden Feierlichkeiten veranstalt,'l. So sand um ' It Uhr Früh im i'raeliiüchen Tempel,inr die ijraeliiit'chen Schüler tiiid um ' »!> Uhr in der Teeanalkirche stir die christlichen Schulerde« SlaalSgttmna.siuin« ein Tratleigoltesdienst.stali tt. i. f. Atzo die .Saazer Nachrichten können nicht uinhin, der Siadiverlretnng die.Inden vorzuziehei. Es ist die» eine Taltlosigleil. die eigentlich an Unverschämtheit grenzt: e« ist jedensall« ei» Bewsi» de« weitgehenden Emslnsse« der Juden in Saaz, daß die .Saazer 'Nachrichten e« ivagen können, ihren Leftrn so eiivaS zu bieten. Solch ein Vorgehen muß gebraiidmarll werden. Wenn sich die hiesige deutsche Bevölkerung die« so ruhig bieten lsißl, >'o ist die«.eben iranrig." Es ichreit wirtlich zu,nsHiminel üm Rache, >va« diese Inden Alle« treiben' Und da soll ben lämiuchensiommeil Chi ist Ger - i iitanen nicht der Gednldsade» reißen. i «„Freiheit, die ich meine."> Tie „Ge r e ch l ig k e 11". da» Drgai, der! christliche» ttg-stl, antiseinirijchen» Arbeilericha't. braeiue—nenlid) da« Programm | dieftr unter dem Schutze-' linb der Leitung der Geistlichkeit siebe, den Aib.ile,. | E« cheißl da tm Artikel 14 : „Wir »erlanget; die Aushebung" de« Zriliin.z« stempel«, welcher die Enlivicklnng einer ehrlichen nnd volkstbünilichrn Peest'e 'krichivert, die Freigebung derEolportage, Preßfreiheit im wahren Sinne des 'Wortes und daher auch 'gesetzlichen Schutz g egeil d ie Veräff enllich un g gefälschter Berichte, gegen Angriffe ans Religion nnd Sittlichkeit, Familie und. persönliche Ehre: endlich strenge Maßregel» gegen jede wie immer geartete Eorrnption." Ta« ist die Freiheit, wie sie die. Anliseinilen meine»: für sich unbedingte Pießsreiheit, jnr Jenen aber da« Eriniinal, der, um die Worte eine« demichen Üenlruininaniie» au« isingster Zeit anzuwenden, „össentlich oder vor Mehreren durch Truck oder Bild da« Taiejn Gotte«, die Unslerblichleit der meiischliche» Seele, den religiösen, sill lichen Charakter der Ehe oder der Familie angreist oder leugnet".- Ta« Charakteristische dieser Leute ist noch, daß sie nur. die christliche Religion ge schützt wissen wollen, ivährend aus die jüdische Jeder schin-psc» di'u-len soll. Gottlob sind die Männer der „Gerechiigleit" »och nichtau, Ruder, sie brächten tin« zuverlässig die höchst gerechten Herenprocesse, Anlodas.-s nnd Krtcergerichte wieder mir. - (V „Rcichshcrilld".« Tie'Berliner Luft bal de,ii Bcarburger Kinde Büekel's, dem „Reichsherold", nicht zngeiagl: es kührl/ in der temstt»» ReichShanplstadl nur ein jüminerliche« Taftin und verichied ati, I. d. :>>,. (Vom großen üllo.k Sollten gewisseanliseiliililche Seribenlen wirklich Recht habe» und Bismarck ein „Iudeustäniinling" lein> Gewisse gcnazie Kenitt niste tndiicher Gebräuche, verbllnden mit ostentativer Antiftmiterei, sprechen dasür „Freideutschland" erzählte neulich solgenden „hnb'chön Scherz", den Fürst BiSmarck beim Empiaiig einer Tepuialioit an« Anhalts machte. Während der. Tafel reichte der Fürst seiner graue» Ulmer Togge ^,Rebekka" Verschiedene«, wa» da» Thier schweiswedelnd annahm, nur gegen WildichweinSkops zeigte e« sich gänzlich abgeneigt, worauf der Fürst lachend benierkte: „Es ist doch eigen thümlich, daß auch die Hulide ihre, ich will nicht sagen religiösen, aber doch rilueUen Bedenke» in der Auiwahl ihres Futters haben." Wenn es wahr ist, wie sein von dem großen Otto. („Unversälscht jüdisch." I Ter Direktor der höhere» Töchterschule in Cottb >t«, Dr. Ad. R o t h b ü ch e r, ein altbewährter protestantischer Schul manii, veiöstentlichte kürzlich ei» Buch, „Sohar, Talmud nnd Antisemiten",' welche« den Groll der R°ce»hever im hohen Grade erregt hat. Ei» „Au« der Jndenschule" Uberschriebener Leitartikel des - Tre«de»er Aittisemilenblallex-, „Deutsche Wacht" begann mit solgenden Woiten: „Ein Dr. Atoll

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