Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 149 (10.2.1895)
- Date
- 1895-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 149. Freies Blatt. Seite 10. Hastigkeit bewiesen hat: wie ei damit bei ihr im Privatverkehr stehe, kann ma» bei Denen erfragen, die Erfahrring darin hüben. Was aber gar ihre Urbanität und gesellschaftliche Bildung betrifft, so ist sie als negativer Muster längst berühmt." (IV. 497 f y „Wie würdig stehen ihnen gegenüber die Franzosen da mit ihrer redlichen Empirie, eingeständlich bestrebt, nur von der Natur zu lernen und ihren Gang;u erforschen, nicht aber ihre Gesetze vorzuschreiben. Bloß auf dem Wege der Induclion habe» sie ihre so tief gefaßte, wie treffende Eintheilung des Thierreiches gefunden, welche die Deutschen nicht einmal zu schätzen verstehen, sie daher in den Hiutergruud schieben, um ihre eigene Originalität durch sonderbare und schiefe Einfälle, wie die oben erwähnten, an den Tag zu legen,; >vorüber sie sich dann untereinander bewundern — diese scharfsinnigen und gerechten Beurtheiler geistiger Verdienste. Welch ein Glück, unter einer solchen Nation geboren zu sein!" (V. 71.) „Die Deutschen lhäten wobl, sich von der belobten Empirie und ihrer Handarbeit so weit abzumüßigen, alS nöthig ist, Kant'» Metaphysische Lnfaugsgründe der Naturwissenschaft zu'sludiren, um einmal nicht tloß im Laboratorio, sondern auch im Kopfe aufzuräumen. Tie Physik stößt, iu Folge ihrer Stoffes, sehr osk und unvermeidlich an die melaphusischen Probleme an, und da offenbaren denn uuiere Physiker, die nichts als ihre Elektrisitspielzcuge, Bolta'scke Säulen ^Nnd Froschkeulen keiuien, eine io craffe, schusterhaste Unwiffenheit und Rohheit in Sachen der Philosophie (deren Toclores sie heißen) nebst der die Unwiffenheit meistens begleitenden Tummdreistigkcit, vermöge welcher sic l über Probleme,. welche die Philosophen seit Jahrtausenden beschäftigen, wie i Materie, Bewegung, Veränderung in den Tag biucinphilosophiren, wie rohe Bauern — daß sie keine andere Antwort verdiene» als die .lenie: Armer, empirischer Teufel! Du kennst nicht einmal das Dumme. In dir selber, eS ist, ach! a priori fo dumm. V. 127 f.) [ „Was aber.die Deutschen betrifft, co entspricht ihr Urtheil Uber Goethe'« i Farbenlehre den Erwartungen, die man sich zu machen hat von einer Nation, : welche einen geist- und verdienstlosen, Unsinn schmierenden und durchaus hohlen; Philosophaster. wie Hegel, 30 Jahre lang alS den größten, aller Denker und : Weisen präconisiren konnte, und zwar in einem solchen Tmii, daß ganz Europa! davon wiederhallte. Wohl weiß ich, daß äeoipere est juris gentium, d. h., daß! Jeder da» Recht hat, zu urtheilen, wie er'« versteht und wie's ihm beliebt:! dafür aber wird er sich dann auch gefallen laffen, von Nachkommen und zuvor noch von Nachbarn nach seinen Urtheilen beurtheilt zu werden. Den» auch hier gibt eS noch.eine Nemesis." (V. 201 f.) „Indem, wie schon erwähnt, in Deutschland jede Dummheit der Literatur und jede Ungezogenheit im Leben Schaarcn von Nachahmern findet, und keiner wag», aus eigenen Beinen zu stehen, weil eben, wie ich nicht bergen kann, die Urtheilskrafl nicht zu Hause ist, sondern bei den Nachbarn, auf Bifiten. —" (V. 558.) „Bloß der Deutsche macht keine Umstände, sondern geht nach seiner Laune, »ach seiner Kurzsichtigkeil und Unwiffenheit mit der Sprache um, wie eS feiner geistreichen Nationalphysiognomie entspricht." (V. 561) „Tie auS der besagten deutschen Eigeuthümlichkeit entspringende Manie der Sprachverhunzung ist universal: Alles greift zu, die Sprache zu demolite». ohne Gnade und Schonung; ja, wie bei einem Vogelschießcn, sucht Jeder ein Stück abzulöseu, wo und wie er nur kann." (V. 568.) „Die Deutschen hingegen zeichnen sich durch Nachlässigkeit der StylS wie deS Anzüge« vor anderen Nationen auS, «nd beiderlei Schlumperei entspringt aus derselben im Nationalcharakter liegenden Quelle." (V. 575.) „Tie Ficht e'schen und S ch e l l i n g'schen Antecedentieu dieser elendesten aller je gewesenen Philosophastereien wurde» von ihr nachgczogen in den Abgrund des DiscceditS. Dadurch kommt nunmehr die gänzliche philosophische I» competen; der ersten Hälfte de« aus Kant in Deutschland folgenden Jahrhundert« an de» Tag, während man sich, dem AuSlande gegenüber, mit den philosophischen Gaben der Deutschen brüstet, besonder« seitdem ein englischer Schriftsteller die boshafte Ironie gehabt hat, sie ei» Volk von Denkern zu nennen." (V. 593 f.) Briefkasten. 1 A. Z. 166. Besten Dank, wir sind mit Feuilleton« reichlich versorgt. Fr. Sch. Verspätet eingelangt. Vielleicht nächste Woche. D. Erster Theil, wie Sie jetzt sehen dürften, veraltet. Beste» Tank. H. F-, Lemberg. Koinnil nächste Nuininer.t Bitte um Fortseyung; Näheres ' brieflich. De. F., llng. Hradisch. Da« Antiquariat Kubasta & Voigt, Wien, ist ein bekannt antisemitische« Geschäft und der genannte „Adclsalmanach" ein kritiklose« Machwerk zu antlseniitischen Hetzzweckeu. Nnkttndigungen des „Freien Blattes". AG- Inserate werden augenomiuen, soivohl in uu'erer Administration, als auch im Annoncen-Bnreau Itl. Duh*e. "Will Goldman & Salatsch Tailors, I. Graben 20 empfehlen ihr hei der vornehmen Hferrennxlt so hölieht gewordenes Abonneuieut-Sjvtcm für Herrtuhekleidung Dach englischem Muster. Telephon Nr. 6406. flagründung 1860. 'yi Sonrnsc'iem aas allen Strinsorten bester Qualitüt kauft man nur bei M. Sonnenschein bürge'rl. Stadt-Steinmetzmeister und k. k. handelsger. beeid. Schutzmeister Wien, III. Adamsgasse 5. Koeter.'Ifcerechläge gratis und franco. Die schönsten und billigstan Ludwig Kletschka Speeerei-, Farbwaaren, Gemischtu. Eisenwaaren Wien, X. Eugengasse 53. —^4 VII. Jahrgang. Sie Su.in.a.Eii'tät. Monatschrift für Gemeinnützigkeit für Forderim* Öffentlicher Wohlfahrt*- und Wohlthatlakcits-IlejitrebunreB, Farhblatt fflrAriue- und Krankenvre»en. howle fflr (•PhundheUhpfleae, Archiv für die <sc»ammtintere»M‘n des Frauen-, Arbeit«-, Erwerbs- und Verelnftiebens. Redakteur: Anton POIIFer. Oie Ifuniaiiilüt ii da* einzige Fachhlaft OeNterrelclH für Armen* pflege und Wohltbätigkeit und als solches, der verlässlichste Itathgfber für die (*emeiDd<‘V4>r\vaIipng<cn. die verschiedene!! gemeinnützigen Vereine, für Geistliche, Aerzte, Beamte, Lehrer. (Überhaupt für All^, welche aus Beruf oder aus Neigung für die Förderung Öffentlicher Woblfahrtshestrebuogen wirken wollen. ytoutitlich ein tieft von lii Seiten (iroms- (Junrt in vorn eh m nt er.4 nantattuny. Preis vierteljährlich ein Gulden. Bestellungen nehmen entgegen alle Buchhandlungen, als auch die Expedition Kelchenberg, Stefans»tra*se 12. Probe-Nummern auf Verlangen unentgeltlich und franco. L. WEYL, l k. 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