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Freies Blatt · 1895-01-27 · 147 (27.1.1895) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
IV (1895)
Issue
147 (27.1.1895)
Date
1895-01-27
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Freies Blatt. Nr. 147. „Anstellung" jemals gegen seinen Willen ansgehoben werden könne. Auch hatte er ja al» Besitzer von Serien, die den zehnten Theil deS gesaminten ActienrapilalS darstellen, unt.r alle» Berhälluiffen die gewichtigste Stimme in allen Angelegenheiten der Gesellschaft. Gr durfte daher darauf rechnen, dag er äußersten Falles selbst gegen den Willen des ÄnssidstSraiheS den Fortbestand seines Direclottum» sich weide sichern können. Ter Privaikläger erhielt aber neben dieser Anstellung und seinem Gehalte noch AM.00 Mark, und zwar in Form ron litt Serien, die nach der unbestriitenen Annahme aller Betheiligten eine gute Tividende abwerfen mußten. Endlich wurde aber auch seinem Wochenblatte durch die Aetiengesellscha't und deren Eapilal;u einem Umfange und einer Bedeutung, die zugleich seinem Namen zugute kam, verholsen, wie sie von ihm bisher und mir eigenen Mitteln zu erreichen nicht möglich gewesen war. Tie Erlangung aller dieser Boribeite war aber nur denkbar, wenn die Aeliengesellschast zustande kam. Tag die Gewinnung von Actionären zum mindesten erschivert worden wäre, wenn man ibnen offen mitgerheilt hätte, welche Ans wgiidungen ihnen im Fmeresie des Privatklägers angesonnen werden sollten, liegt auf der Hand. Lediglich diese Erwägungen können, nach der Ansicht des Gerichts, den Privatkläger bestimmt haben, den lltm'aitg der ihm gewährten Vergütung ihnen gegenüber zu verschleiern. Und wenn es hiesür noch eines Beweises bedürfte, so ergibt er sich aus der Zusammenstellung folgender Thatsachen: Fm Gesellschaftsvertrage wird der stipulirte.stautpreiS von 25 000 Mark »,cht genannt. Fm Gegentbeil, die «osten werden hier nur mit 5000 Mark bejmert. Zur Bernieidung einer Generatversainmlung wird der Kaiisprei« dann water ans tüi tXtO Mark berabgesetzt. Ter Privatktäger zeichnet osfieiell 100 Serien unter Perschweignng desien, daß ihm der Betrag dafür später aus den Mitteln der Ge>ellschakt znrückgewährt werden soll. In den Zeichnungsscheinen wird alS erster, und hanptiächtichster Zweck der Actiengeiellschaft die Herausgabe einer Tägeszeiiuiig genannt. Seinen Beröffenttichungen gibt der Privatktäger eine Worttafsitiig, die nur zu leicht zu dem Frrlhum führen kann, als ob die geplante Tageszeitung im eigenen Berloge--der Partei und wie für jeden mit der Sachbewandtniß Pertrauten bienach zu unterstellen war, im eigenen Lertage der ins Leben zu tutenden Actiengestll'chatt erscheine» würde, die ja eine „Zeitnngsgesellschaft" sein sollte. Diese Annahme findet in der Worlfassung de» Statut» eine weitere Bestätigung. Sie wird aber zu einer völlig zweifelSsreieu durch die Art und Weise, wie auf der neu erscheinenden Tageszeitung — im Gegensatz zum früheren Wochenblatte — der Verleger des Blattes bezeichnet wird. Niemand der Aetionäre, der den internen Vorgängen der Gründung fern gestanden fjatte, konnte hienach etwas Anderes annehmen. als daß die Tageszeitung „Deutsche Wacht" Eigenthum der gleichnainigen Aetiengesellschast geworden sei, »nd daß die Gesellschaft für dieses Eigeuthitms- und Verlagsrecht irgend welche weitere Auswendungeii nicht zu mache» habe. Und doch waren derartige Aafivendnngen zwischen den Gtündern und mit dem Privatkläger bereits beschlofien, und zwar in einem Umfange, der den zehnten Theil des gesammlen Aclieneapitals verschlingen sollte. Und sie wurden nur beschwiegen und verschlejen, »m möglichst zahlreiche Aetionäre für daS neue Unternehmen zu gewinnen. Ein derartige», dem Eigennutze dienendtS Verhalten des Privatklägers verdient eine Kritik, die nur in der Form, nicht in der Sache von derjenigen, die der Angeklagte in seinen Artikeln geübt hat, abweicht. Ter Angeklagte konnte daher insoweit nicht bestraft werden, weil er nicht erweislich wahre Thatsachen de Häupter und verbreitet hatte, die den Privatkläger verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet sind. Sondern er war nnr strafbar in Ansehung dieses Punkte», weil er derartige Thatsachen, wen» schon sie erweislich wahr sind, in einer Form gebracht hat, die erkennen läßt, daß er nur in Beleidigungsabsicht und zu dem Zwecke thätig geworden ist, den Privat ktäger an seiner Ehre zit kränken.... So ein Zimmerwann aber nimmt den Mund voll, um gegen „unlauteren Wettbewerb" zu donnern, wie er sich ja auch verlogenerweise auf den Racen-Antisemiten hinanSspielt, trotz seiner gerichtSbekannten langjährigen Beziehungen zur verstorbenen Frau Marr, einer Enkelin de» Tesianer EantorS Heymann David Kornick. (Dir „Librr Parole" unter Curattl.) Tie französische Regierung hat dem Blatte de« antisemitische» SensationSmacher» E. Trumont, der „Libre Parole", von amtSwegen einen provisorischen Administrator bestellt. Diese Thatsache stimmt schlecht zu Trumont'S Betheuerunge», daS Blatt sei „im besten Gedeihen und in den Händen Aller". NnKündigungen des „Freien Blattes". Inserate weiden angenouimen, sowohl in unserer Administration, alS auch im Antionceti-Bureau M. Duke». "Mg Ludwig Kletschka Specerei-, Farbwaaren, Gemischtu. Eisenwaaren Wien, X. Eugengasse 53. Ventilatoren Exhaustoren - Selbstthätige. staubo. zugfrei fnnctiouiiende ■ Pat. „Columbus“ - ZimmerTeutilatoren, Yentilations-Oberllchtfenster und Ventilations-Jalousien. Giesserei- und SclimiedeTentilatoren, Fabrik»- und Troekeustubenveutilatoren, UrubenTentitatoren, bchraubenveutilatoreii und Patent ('ompound-Luftpropellrr, l.uftbefeiH-htungs-, I.uftentstaubiiagrsu. Yentilatiousanlagen empfehlen uud lietcin in vor/.iiglb-hster und eiprobtester Constructiou und A iisfühi img Tailors, I. 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