Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 142 (23.12.1894)
- Date
- 1894-12-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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r'lf-ir- Mrgan zur 2lbn?cbr d hitifcmitifimi (vrid)ciut. an jedem 2üiiiumic. Nummer 142. ttlieu, 23. Dcfcmber 1894. III. Jahrgang. Abonnrmfttt+'gefemgisifT*: Hur (Dertr rrrid>*llu $artt t Aunijü^e.g 5 Krönen Ist. 2 V)). hjIbjtV.'ri4 5 Kronen (tl. (.>>;: — tut bn «jftittuiiitf A » ’.i:»?s A.rnuurri.r •» JHiit t. Einzelne nummern b fr. — Inserate werden mit 20 tzeller (10 fr.) für die uicrnul grfp.iltcnr nonp»ircilK'UMlt b.ifi'nef. Kleiner 2lnjetvjer lu-!v.»rr 4 Keller 2 ft . Aufnahme von Inseraten in unierer Admjniftration sowie im Annoncenburrau Kl Dufc». 7. Mollzrilc rt. ' Nedartion und Administration de» ..Freien t?latt*»,a*; Ul cn. J SeilerAalte |o. Wir ersuche» jene I'. r. Abounente», deren Adonnemeut ivnde Teeemder dieses Zadees fällwird, um cficiiiünlicliftc Ivriieucriiiin LcS Abonucmeuis, damit in der Zusendung des „freien Blattes" keine Unterbrechung rintritt. Tie Administration. 4 Weh' dir, daß du ein Hnliek bist! „Als Enkelkinder wurdet Ihr geboren, Als kranker Ahnen fluchbelad'ne Arbeit Soll €uor 23Iut das weite flachse Id färben, Auf dem die Schlacht schon überlang verloren!" „Aus Enkelkinder» sollen Almen werden, Urväter frei sich ringender Geschlechter, Die unentwegt den Sieg zu krönen wissen!" Alir deucht, daß wir zu höherem erkoren, Als an der!?äter Siechthum zu verderben, Um altersschwach und hoffnungslos zu sterben; — weit schöner klang der Wiegengruß der Horen: .V1*. ■<Sr wird so das alte Testament zerrinen, ' So flieht die dunkle Schaar der Iionswächter. Und leuchtend berrl'cht „Gerechtigkeit" aut Grdeu. Und Ulf (Oral 'honos. DclljnaHren. Die Nacht der Weihe, wie der sinnige Deutsche bezeichnend die Nacht genannt, in welcher die Menschheit durch die Geburt eines Erlösers die Weihe einer höheren sittlichen Vollendung erhielt, rückt heran, und unser Volk, daS man ja ohne großen Mißbrauch der poetischen Freiheit, mit politischen Kindern ver gleichen darf, hofft sehnsüchtiger denn je, vor den Ehristbaum geführt zu werden, der mit seinem Lichte die Geschenke bestrahlt, welche daS liebe Christkindl niedergejegt hat. ArmeS Volk! Wie beneidet dich der ernüchterte Verstand des politisch Erwachsenen um deine naive Kinderphantasie, welche sich von Weihrauchduft unh Globin gefangen nehmen und dich dann den matten Lchimmer wächserner Kerzen dem Strahlenglanze des Tages vorziehen läßt. Ach, daß wir, während ihr politischen Kinder jubelt, nichts als die Nacht sehen können, welcher nur allzusehr der Weihe fehlt. DE" Die ffkutige Dummer i | Greift nicht so hastig n-ach den verlockenden Süßigkeiten, die man euch hingehängt hat. sie schmecken dem Kindermunde, aber sie verderben den Mage», und werft den Tand hin, womit man_ euch beschenken will. Das Spielzeug sieht ja glänzend und glitzernd auS, aber die rolhe Farbe, mit dir eö geschickte Hände angestrichen haben, ist — Gift, und ihr werdet an den Geschenken sterben. Sie folgen nicht. Sie sind Kinder. Glaubt man vielleicht, wir sprechen bloß bildlich? O nein, wir meinen's buchstäblich. Wir sind nicht aufgelegt, mit den Politischen Kindern zu scherzen, welche sich, um Licht zu sehen, erst in die pechfiiisteve Nacht führen lassen, die mau mit ein paar Kirchenlichtern mühselig beleuchtet. Wo wir Hinblicken, sehen wir, wie Ormuzd seinen Fuß auf Ahrimans Nacken setzt. Mil Flitter sechzehn Seiten stark. "W ' (