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Freies Blatt · 1894-12-16 · 141 (16.12.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
141 (16.12.1894)
Date
1894-12-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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♦ AbounementS-rriS. Für Oesterreich-Ungarn: Ganzjährig.6 Kronen (fl. 9.60) Halbiührig.3 Kronen (fl. 1.60) Organ zur Abwehr des Antisemitismus. Für dagelammte Su«Iand: Ganzjährig ..6 Mart H-lbi-hrig .r Mark so Pf. Erscheint an jedem Sonntage. Einzelne Nummern 6 kr. Unsrankirte Briefe werden nicht angenommen Redaction und Administration: r. Scilerftätte 1». ^nferatt retten mit 20 Hrller 'ln kr ) filc dir vier, mal gelvallene Sianvareilleteii» berechnet. Kleiner Anzeiger da» Wort I Heller (2 kr.). Aninabme van Inseraten in unserer «dministratian sowie im Annoncenburea» M. Drn ke«, I. Wallzeile f. Nummer 141. Wien, 16. Derember 1894. III. Jahrgang. Die Kriminalität der ^uden. Bon besonderem Interesse für die Beleuchtung gewisser antisemitischer „Fundamentalsätze" sind die in deui jüngst erschienenen zehnten Bande der' deutschen „Criminalstatistik für das Jahr 1801" nieder-- gelegten Beobachtungen über den factischcn Antheil der deutschen Juden am Verbrechen während eines ganzen Jahrzehntes. Aus den angeführten Thatsachcn geht hervor, daß nicht nur die relative, sondern auch die absolute Criminalität der Juden seit 1881 nicht unbeträchtlich zurückgegangen ist, während die Zahl der Verbrechen überhaupt zugenommen hat. Während im Jahre 1882 schon jeder 04. Verbrecher Jude war, war es im Jahre 1891 erst jeder 112. Noch günstiger stellt sich das Verhältniß für die Juden, wenn man — wie dies die amtliche Statistik (B. Il, p. 34 ff.) selcht thut — das Vergehen der Verletzung der Wehrpflicht «ausscheidet, weil dieses Vergehen meist nur als eine Folge mangelhafter Listen auf dem Papiere erscheint, ohne in Wirklichkeit begangen worden zu sein. Nach dieser Veränderung erscheint der Antheil der Juden am Verbrechen in folgenden Zahlen auSgedrückt: Es wurden begangen aus 100.000 Ltrafmuildige verbrechen und Bcraeben kommen sonach überhaupt von luden iftcrljauttt äudcu IM Jahre 1882 ... . 315.819 3212 998 844 1883 . . . . . 314.096 301)8 986 909 1884 . . . . . 328 492 , 3085 1023 799 1885 . . . . . . 325.122 2879 1005 740 1886 . . . . 333.420 3009 1022 767 1887 . . . . . 336.189 2997 . 1023 . 762 1888 . . . . . 329 244 3018 992 764 1889 . . . . . 349.961 3142 1043 t 792 1890 . . . . . 362.163 3160 1065 794 . 1891 . . 3194 1073 791) Während also bei der christlichen Bevölkerung sowohl die Zahl der Verbrechen (um 18 Percent) als der pcrcentuelle Antheil (um 7'/, Percent) gestiegen ist, ist die Summe der Verbrechen bei den Juden um ein halbes Percent, der perccntuelle Antheil aber ganz erheblich, nämlich um 5'/^ Pcrcent gefallen. WaS nun speciell die Verhältniffe des JahrcS 1891 betrifft, so stellensich diese für die Juden sehr günstig: Ter Bolkszahl nach kamen auf 1 Juden 8? Christen, während aus 1 jüdischen 109 christliche Verbrecher kamen. Die amtliche Statistik zählt 93 einzelne DelictSürten auf; von diesen weisen 38 ein relatives Uebcrgewicht der Juden auf, und zwar kommen bei Verletzung der Wehrpflicht ..aus 1 Zuwiderhandlung betreff« jugendlicher Arbeiter rc. . „ 1 Zuwiderhandlung betreff« EoncessionSpfiichi und Sicherheit«vorrichtungen rc. .. » 1 MUnzvergehen. » 1 Meineid . . . r. „ 1 fahrläffigem falschen Eid . .. 1 Verleitung zum Meineid rc. . « 1 Vergehen gegen die Religion . J -kuppele!...’• ,, * Aergerniß durch unzüchtige Haiidlungen, Verbreitung unzüchtiger Schriften . . _. .- » J anderen Vergehe» wider die Sittlichkeit. j Zweikampf - - . ■. J Abtreibung. , Au«setzung. 1 fahrlässiger Körperverletzung . ..» J widerrechUicher Freiheit«entziehu»g 1 Juden 45 Ehristen 12' 48 71) 71 82 31 25 84 41» 64 ÜO 21) 47 35 73 26 Erpressung...auf I Juden 84 Sfiviiicii gewerb«- und gewohnhcitSmästiger Hehlerei . . . , „ 1 „ l l Hehlerei in wieberholteni Ruckfalle.i „ 1 „ :>l Betrug. „1 „ 48 Betrug in wiederholtem Rückfalle „1 „ 76 Untreue und, Pflichtwidrigkciten de« Vorstände« einer Actiengeselllchafi, Vergehen gegen da« Bankgefetz :c. „ 1 52 „ Verfälschung von RahrungSinitlcln.I „ 77 „ Fälschung öffentlicher oder zum Beweise van Rechten dienender Urkunden. 1 „ 56 Unterdrückung von Urkuiiden.. . 1 „ 85 betrügerischem Bankerott ....'..1 9 ‘ „ einfachem Bankerott.„I „ 5 anderen Verbrechen und Vergehen in Hezug aus ConcurSverfahreu._..„ I „ ,20 „ Vergehen in Bezug auf Klück-fpiele und Lotterie . . „ 1 . 85 Beseitigung von VerinögenSstücken bei drohender Zwangsvollstreckung.. . „ 1 „ 72 „ Verletzung fremder Geheiinnine, Vergehen gegen tz 107 und 108 de« Unsallverstcherungsgejeyc« :c. . . . . „ 1 , „ l1’ Wucher .. 1 „ 8 Vergehen in Bezug ans das geistige Eigenlhuin . . . „ 1 6 . „ . fahrläisiger Inbrandsetzung . .... 1 1 „ 72 „ wiflenllicher Verletzung von Absperruugsinaßregeln bei Viehseuchen .1 >, -1 v Herstellung und Feilballnng gesiindheitSschadlicher RaprungS- und GebrauchSinitlel „1 ,. >8 -‘•‘n activer Bestechung.„1 ,, . anderen kleineu Vergehen.... 1 „ 51» „ Dem gegenüber sind bei' 5>5> Delictsartcn die Ehristcn in einer Ilcbcrzahl vertreten, die die Betheiligung der Juden an den anderen in wesentlich inilderem Lichte erblicken läßt. Während z. B. die Juden an Mün; vergehen relativ stark bcthelligt sind, koaimeu bei Münz verbrcchen auf 1 Juden 125> Christen; während die Inden zu den Verletzungen der Eidcspflicht im Allgemeinen ein stärkeres Kontingent stellen, lhuii dies die Ehristen - bezüglich der falschen 'Anschuldigung (110 Christen auf 1 Juden), .dazu kommt noch die höchst intcressanie ^hatsachc, daß, während im Jahre 1882 die Zahl der van Juden geleisteten Meineide noch 40 betrug, sie im Jahre 1801 bereits ans eilf zusammcngeschmolzcn war, während die Durchschnittszahl für das Tecenniuui 19 bdtrug, so zwar, daß eine eminente Befferung zu verzeichnen ist. Fünf Umstände aber beleuchten am besten die thatsächliche sittliche . Uebxrlegenhcit der Juden über die Ehristen: die dusfallend geringe Betheiligung der Juden an den schweren Siltlichkcilsverbrcchcn. wie ' Bigamie, Blutschande (auf 1 Juden 403 Ehristen), widernatürliche Unzucht (auf 1 Juden 445» Christen) u. s. >v.; zweitens die fast vollständige Reinheit von all den schwersten Verbrechen des Menschen, gegen den Menschen, die aus Gewalttyätigkeir entspringen uizd die Scheu der Juden vor dem Blute des Nächsten beweisen, und endlich die geringe Betheiligung an schweren Eigcnthuinsdclictcn, wie Dieb-, stahl, Raub u. s. w., wodurch der durch die Mchrbethciligung der Juden am Betrug und ähnlichen uiehr listigen als gewaltlhätigen Eigenthumsverbrcchcn hervorgebrachte Schaden wcttgcmacht wird. Es kamen in Teutschland im Jahre 1801 unter den Verurthciltcn wegesi einfachen Diebstahl«.ans 1 Juden 262 .Christen einfachen Diebstahls im wiederholten Rücksalle . . „ 1 „ 301 „ schweren Diebstahls.„1 „ 482 „ schwere» Diebstahl« im wiederholten Rückfalle . . „ 1 „ 311' „ Unterschlagung . ... „ 1 „ 1<>6 „ Jagd- und Fischereivergehen.„1 „ 3451) Verletzung fremden Gebrauchs- oder Zurückbehaltungsrechtes ..1 „ 142 „ Sachbeschädigung.„1 „ 336 „

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