Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 140 (9.12.1894)
- Date
- 1894-12-09
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. .freies Blatt. Vor seiner Abreise beschloß er,;u Littrow zu gehen. Von dem so freundlichen Anerbieten deS ProfefförS hatte er bisher noch keinen Gebrauch gemacht; alle ihm aufstof rüden Schwierigkeiten hatte er bisher durch eigene Bemühung und eigenes Nachdenken zu überwinden gesucht. Mit der sogenannten „lheorischen" Astronomie war er fertig; nun wollte er auch die .Topographie' deS Himmels kennen lernen> hie verschiedenen Planeten, namentlich hatte er den Wunsche den Mond durch das Fernrohr zu sehen. Ties konnte er nur auf der Sternwarte. Auch die Einrichtung einer Sternwarte mit ihren mannigfachen Apparaten kennen zu lernen hatte für ihn einen großen Reiz. Also machte er sich auf den Weg Schüchtern trat er. bei Littrow ein und sehr kleinlaut sagte er: .Herr Tirector werden sich meiner wahrscheinlich nicht mehr erinnern." „Ein Wunder wäre es nicht," sagte Littrow, .Sie haben lange gezögert." MoseS wollte eine Entschuldigung Vorbringen, aber Ltttrtjw fuhr fort: „Ihr langes Ausbleiben ist entweder ein schlimmes oder einsehr gutes Zeichen. Entweder Sfc haben sich von den ersten Schwierigkeiten abschrecken lasten, oder Sie haben die Schwierigkeiten überwunden, okine meine Hilfe nöthig zu haben." Moses sagte: „Herr Tirector werden mich gewiß für sehr undankbar halten, da ich eine solche Gel'gcnheit mir Rath zu erholen, bisher gänzlich versäumt habe; auch wäre es von mir eine ihörichte Prahlerei, wenn ich behaupten wollte, daß mir beim Studium der .Wunder des Himmels" keine Schwierigkeiten aufgestoßen. Vielleicht ist es aber eine genügende Entschuldigung, wenn ich den Ehrgeiz hatte, die Hindernisse, die sich mir häufig genug in den Weg stellten, durch eigene Bemühung zu beseitigen."! .Sie haben sich den Weg hiedurch ■ allerdings nicht abgekürzt," sagte Littrow, .aber diese Gesinnung ist lobenSwerth, und was die geistige Förderung betrifft, so ist kein Zweifel, daß man dasjenige, waS man durch eigene Bemühung erringt, in - weit höherem Grade als geistigen Besitz festhält, als was man der Hilfe eines Anderen verdankt." j .Ich bin glücklich," sagte Moses, „meine eigene Ansicht'von einer solchen Autorität bestätigt zu finden." „Nun," fragte Littrow, „und was führt Sie heute zu mir?" „Vor Allem," sagte Moses, „ein Gefühl der Dankbarkeit und dann — eine Bitte und — noch eine Bitte." „Eines nach dem Änderen," sagte Littrowi. „Womit kann ich Ihnen förderlich sein?" MoseS zog auS der Brüsttasche seines RöckeS ein Heft hervor, und indem er eS dem Profestor überreichte, sagte er: „Vielleicht wären Herr Tireekor so gütig, einen Blick in dieses! Heft zu werfen; es enthält die Früchte meines bisherigen Studiums.!" - „Wie?" sagte Littrow lächelnd, „so kurze Zeit und schon Autor?" „Ich bitte, Herr Tirector," sagte Moses, lich biti weit entfernt; von dem Tüpkel, aus diesen Blättern etwas gÜeistet zu haben, was; für Jemand Anderen einen Werth hätte, als für mich; eS ist die ■ Arbeit eines Dilettanten, der aber mit Ernst bei! der Sache ist." „Gut," sagte Littrow, „Sie haben aber 'noch etwas auf dem \ Herzen!" , irzubringen wagen, ein Urtheil gei .und es wird gut Vielleicht schon >ie Hand zum Ab- (Forlsetzung folgt.) „Dieses," sagte Moses, „werde ich erst dann v bis sich Herr Tirector über diese Aufschreibuneje: bildet haben." „Ich will das Heft lesen," sagte Littrow, sein, wenn Sie mich recht bald wieder besuchen morgen." Mit diesen Worten reichte er dem Studenten -schied. Dieser empfahl sich und ging. Literatur. Antisemitismus und Zionismus. Sine z»itgemäße Betcach uug von Tr. Heinrich Sachse. Berlin NW., Perlag pou Hugo Schildberzer, Brucken Allee 20. Preis 25 Pfennig. Die vorliegende Broschüre gibt sich. die überflüssig^ Mühe, die jüdischen und »ichljüdischen Gegner des „Zionismus" bekehren diesen beweist, daß sie die wahren Ziele dieser Bewegung n i Herr Sachse aber da als neu erzählt, habe» wir Alle« schon Sachse bestätigt nur, waS wir immer gesagt, daß der versch: obene Zionismus den Antisemiten die besten Waffen in. die Hand liefert, indem Nr. 110. wollen, indem sie cht kenne» WaS »nS längst gewußt. Herr er eine „Judenfrage" -zugibt, von einem Nationaljndenthui» faselt u. s. w. Blo' e Geschmacklosigkeiten wollen wir dabei de» Zionisten nachiehen und es ihnen . B. verzeihen, wenn sie von der hebräischen Sprache als Sachse auch den PterodaknfluS oder handeln. Eine solche Lächerlichkeit ist wenigstens harmlos. Zeitungs-Katalog der Annoncen Expedition M- Dukes, Perlag von M. DukeS. Tie renoinmirte Annoticen-PermitllnngSfirma M. T lkeS veröffentlicht ge legemlich ihres zwanzigjährigen Jubiläums diese» reichhalli >en Katalog, der auch für weitere Kreise als Nachschlagewerk Jnlereffe haben dü> sie. OksterrrichischeS NechtSlexikon Praktisches Handwörter >uch des öffentlichen und privaten Rechtes der im ReichSrathe yertret nett Königreiche und „lebendiger" reden, li useretwegen soll Herr den PlesiosauruS all lebendige Thiere bea. v. ri. Wien, I., Wollzeile ü. Länden Herausgegeben und redigirt von Tr. riedrich Duschen es, Tr. Wenzel Ritter v. Bülsky, Advocaten in Prägt und Earl Bar ella, LandeSauSschußrath in Prag, unter Mitwirkung zahle l"!>l. Perlag von Höfer &. .Hloiu'ef. 20 Lieserung lieber Zwangsgedaukeu. Portrag des Herrn Profeffor T am 16. November 1601 in Gugl zum Besten dejr arme minder. Hanurith'sche Buchdruckerei in Salzlurg. Alt-Wien, Monatsschrift für Wiener Art und Sprache. S t i e b ö ck. Wien, November 1^91. Welt". Verleger und Herausgeber I. >., Herrengaffe 3. Tirnböck'S Briefkasten. G. L., II I. Tie Richtigkeit Ihrer Permuthung, daß liche". welcber nach einem Inserate deS „Deutschen Poltshl von 1500 bis 2000 Gulden zu „hohen Pereenten" aufne! Leopold Scherzer identisch ist, können wir ebensowenig be Tie Peröffeutlichung Ihrer „Glosse»" müffe» wir aus pr ablehnen , P. I., Brünn. Ter Verfasser will nicht genannt seüi icher Fachkräfte. Prag :. Schöps, gehalteil Suppenanstalt für liedigirt von Leopold Mit der P.'ilage: „Tie elegante Buchhandlung, Wie», »er „tatboüsche Geist altes" ein Darlehen lsmen ivill, mit Herrn tätigen als bestreite», ßgeseylicheu Gründe» NnKündigungrn des „Freien Rlattes". Inserate werden aiigeiiciiime», soivohl in uuierer Adminiktration, als auch im Annoncen Bureau Ul. Duke» Goldman & Salatsch Tailors, I. 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