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Freies Blatt · 1894-10-07 · 131 (7.10.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
131 (7.10.1894)
Date
1894-10-07
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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I I :?citc 1". Freies „Das ist etwas Anderes," erwiderte er, „das ist ei» guter Einfall. Ich will Dir keine bestimmten Vorschriften mitgcben; ich bin überzeugt, daß Du das Nichtige treffen wirst." „Du wirst mit mir zufrieden sein," sagte die Frau, und'dabei blieb cS. Bald ward es im ganzen Srte bekannt, daß der Meierhofpächter den Proceß cndgiltig verloren, und sowohl in wie außerhalb der „Gasse" börte man von nichts Anderem reden. Die Glossen aber, welche über die Entscheidung gemacht wurden, klangen sehr verschieden. Im StadtwirthShaus schimpfte man auf die Juden, diese Betrüger, welche in der ganzen Welt alles Geld an sich reißen und Bürger und Bauer arm machen. Daß der Jud' den Proceß gewonnen hat, meinte der Eine, beweist noch nicht, daß sein Vater kein Betrüger gewesen, der itohn hat viel Geld und niit Geld richtet man Alles. Ejn alter Häusler, der den verstorbenen Nathan Kohn sehr genau gekannt hatte, bemerkte hierauf, der alte Kohn sei ein ehrlicher Mann gewesen, und der Emanuel Kohn sei es auch, und wer es anders sage, sei ein Verleumder; auch kann man nicht annehmen, daß sich die Gerichte so mir nichts dir nichts bestechen lasten. „DaS Hab ich nicht gesagt," rief jetzt der Erste/ da ihn diese Bemerkung i» die Enge,getrieben, „das Hab ich nicht gesagt; von den «Berichten Hab ich gar 'Nicht gesprochen. Hat Jemand gehört, daß ich von dem Gericht etwas gesagt Hab"? Ich Hab' nichts gesagt, als das, 'waS ohnehin Jedermann weiß, daß die Juden Betrüger sind." „Die findet man bei uns Christen auch," sagte der Häusler. Blatt. Nr. 131. In dieser Weise wurde daS Gespräch weitcrgeführt. In der „Gaste" war die gerichtliche Entscheidung! mit doppelter Freude begrüßt worden; fürS Erste war die Rechts^affenheit des verstorbenen Nathan Kohn allgemein bekannt, und Niemand hat ihm zugemuthet, daß er sich eines Betruges schuldig gemacht ^ätte; zweitens aber freute man sich, weil diese Entscheidung eines so langwierigen ProcesteS den Beweis lieferte, daß ein Jude, bloß darum,! weil er Jude ist, nicht zu fürchten braucht, in Handel und Wandel lfm sein Recht verkürzt zu werden. (Fortsetzung folgt.) ,§iteratur^ Neunzehn Jahrhunderte Christen- und J^ldenthum. Herausgegebc» von B. A. Raabc-Johnsdorf. Der Zweck der vorliegenden Broschüre 'Namen aller wahren und gesitteten Christ bceitung jener verderbenbringenden Seuche heben. Obwohl die erste bedeutende Auflage c > diese Schrift in ihrem rcducirten Umfange historisch Jntcrestantes und Ueberraschendes Juden alter und neuer Zeit, daß sic gewiß worben und da, wo Worte zu schwach sind die Bosheit antisemitischer Willkür benützt v ist es, lauten Protest im! n gegen die weitere AuSljes Antisemitismus zu crn f i S c i r t wurde, enthält doch noch immer so viel von Schandthaten gegen von jedem Gebildeten erals blanke Waffe gegen lüerdcn wird. Nillründigungen des „Freien Glattes". Inserate werden angenommen, sowohl in um'erer Administration, als auch im Annonce» Bureau Ml Duke». 'JG~ Korben erschienen: Collection „I-reien Wittes". Bant» II. Mifliilismlis, Pietismus, ^utifmitismus am Ende des XIX. Jahrhunderts. Von 45rnft Victor Lcnkcr. Drei» sür jeden Band der Collection: für Oesterreich Ungarn ö. M. st. 1.—, für das gesaminte Ausland ‘i Mark. Band I der Collection: Ceran-graniten: Pie Juden iyib der Antlseinitisinu- — Israel unter den Nationen -— ist beinake ganz vergriffen. - ehtograph! c&SX’ff... Brief-, Facturen-Ordner und Biblioharptes. -:rur I'rciscouiante, hektographirte Abdrücke gratis und franco. Joseph Lewitus, Wien, I Franzensring 20. AU Uryucll. '24Tcnatfc6rift für Vol'kkurröe drrau-geged'en vxn Dr. Friedrich H. Krank. bei su) £ri«iinalbcrid)te übet Litten. Bräuche. Ltruchc. 'iiarkicl, Belkemediciu u. s. w. ser verschiedensten - -:qr in . c ii. A'ijrtrn, Lkruchc, -.Vatfcicl, Belkemediriu u. f. w. ser verschiedensten 2r-eir. "-.dr achtzig Bolk'orschcr arbeiten an dieser Keilschrift mir. z —t Vczugprcis gan;,astrig 5 Htoncn. Tvorscr^ r>o»t <5. Kramer irr Kamburg. Lose, Reqten, Pfandbriefejix. s. w. I _ I am allerbilligsten kaufest und am allertbeuerstcu verkaufen will, derwefide sich vertrauensvoll an das gefertigte Bankujid WechslergeschUft, wo dieselben genau, wie in den Zeitungdn uotirt, berechnet werden. 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