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Freies Blatt · 1894-06-24 · 116 (24.6.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
116 (24.6.1894)
Date
1894-06-24
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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II«. 116. Seite S. F r ei es Blatt. deutung, der nur Menschen kennt, die Frau eines jlrbeilerS so sorgsam bedangen. aber auch so ernst und kurz abfertigt wie jede Gräfin. Dieser Umstand wird ihm tu gewissen «reisen oft verübelt, woraus fi<^ Professor Guffenbauer aber wenig macht. Guffenbauer hat vielleicht noch nie darnach gefragt, ob Femaiid Fudc oder Christ ist, und es ist daher ganz unbegreiflich und unaualincirbar, wie man ihm zumutben kann.Mr könn^ einer io häßlichen und alberne» Bewegung wie dem Antisemitismus seine Systipathie schenken. <Ginc „Hiobspost". > Tie gelammte antisemitische! und reaktionäre Presse tiabm die Meldung, daß das ungariiche Mag 11 atelnbauS am LI. d. M. das T i vileheg ei'ey in der Generaldebatte mit eiiser Mehrheit von vier Ttiiumeii genehmigt hat. als ..Hiobspost" auf und schim^ffe über Ungarn, dessen >6eiet>aebtii!g sich nicht von Geistern wie Fstoczp. und Pefbovay beeinflusscii läßt. I Ostücutsche Fuibarkcr.^l Fn den „Unverfglschien Teutscheu Sorten" laßt stch Frankbert K., ein Futharker (Schriibers, am 16 Brachl mvnai - öu,ii vernebinen: ..B.-en» auch an Stelle des germanischen LieiitgotteS der alttestamentari'che Vorläufer Christi getreten ist — iveiin auch der deutsche; Baldur oder Fi-> zum biblischen Johannes geworden: die FohrnneSfeuer und die '.'jchter am Cbristbaiime sind doch nichts Anderes alS die einstige» Sonn* i christliche» Gewände. Sohl gaben sich die Heiden- | e, den .beidenmäßigeii' Brauch, der alten Götter : delli Belke aus dem Sinn;u bringen, doch vergeblich — und so; übrig, alS fern >o Kocbverehrten deul'chen Lichtgotte, , geliebten Sohn des Cdristengoncs, Christus selbst, j — dem Mächiige» ein Mächtiger " Ein Mann mit „verjubelet" j Si1ni!l'winde hier den Aeewativ lepen und sagen: dem MächtigenZeinen Mad»w>».i CiN anderer Futbarker, Fr;. Fo>. Prohaska, gibt folgende Prachtl le:stui ';u:n Besten: ..Civüebe.und Goldwährung, daS sind zwei Tinge, die kein Mensib. de: ,s mtt dem Belke und der Gesellschaft aufrichtig meint, grlkheißeu kann T:e lirchlich «„auflösbare Cbe bildet die Giundlage >ür die heutige Ge- ''«llßta't lind 'ü: den datau' gegründeten Staat. Tie Eivilehe ist die Borst,ne > zw.- wdialisti'chen .s.c:eu Cbe' — man geht auseinander^ io oft c» Einei» be!!:>bt. - :r>- das liebe Viel! TaS fanaiiiche Eintreten der Fuden Uiid ihrer! So.duil.-e 'ur die neue Baluta und die obligatori'chc' Civilehe muß jeden . Volks': eiitld scheu ro» vornebkreiii mißtraui'ch machen. Bo»i Ostkis, sei es | Mit Asten oder Halb-Asieit , Rußland und Ungarin, ist dem deutschen Bolle | tisch im eiir.tS i^utes zuiheil geworden." Für iene bochi^'ürdigen Herren, denen j die Biel T 'iniiiou der Civilehe behage» 'ollte, erlauben'wir uns zu bemerken, >,e trL'.i ton do.ä! ge'alligst bedenken, was Fr;. Bo'. Prohaska mit den Sorten br;nvilt: ..BviN O sten ist dfin dcitt'chen Bolke »och nie ciivas Gutes zutheil geivo.de>:" Ter Futbarker wäre auch viel deutlicher gewesen, doch er mußte »ich Zwang .zuldun. Fm Brte'k.isten des Blattes ist zu le>tn: „Heil! Senn unS nur d : Siaatsannalt 'utbarkeu ließe, wie wir wollten!* Ilebcrgangc, Hcjntnugcn und Schläugclungen.» In einer Polemik Mit d iu T-uIschen Bolksblatt" crheiten oas „Balerlaud" -eine Leser duich 'olaeiide Probe 'eines guten Humors: Niemals Kl es UNS eingefalleu. ngeud eiiiem Meii'che» den „-jusall" vorzuwerfen, der ihn.hier oder dort geboren ireiid rn'7 Ful'euei »n d -belebrei - in 'iisermanien alle zu gebe , delli Belke au blieb d> r.utt-j Anderes i d-'UI bie is-obne Allvater«. gegenub a vi stelle» — dem M gewiß, und sicher ohne Betrug erfahren kann, welche gezogen werden. Heran«- gegeben von einem gutdenkeuden Priester, damit sich der nothleidende Mensch damit helfen'kann. Gedruckt in diesem Jahr." Aus der zweiten Seite finden wir folgende Gebrauchpauweisung, die wir I mit der Orthographie de« Urtextes wiedergeben: „Dieses Äebeth" — heißt es — I „muß!> Tage vor der bestehenden Ziehung verrichtet werden. Den drsten Tag j beichtet und kommunizieret man, wie auch den letzten Tag.! Alsdann bethe all« l Abend um 9 Uhr ansangend; zuerst das Johannes-Evangelium, hernach 9 Bater-! unser, 9 Avcmaria, und 9 Glauben, nach diesem allzeit das »achsolgende Gebeth i^dazu bey einem geweihten ».Wachslicht. Wan» dieses alles perrichtet ist, so lege! dich nieder, dann wird dir ohne geringster Furcht oder Scljröcken ein Knäblei» erscheinen, nnd dir die 5 Nro. auf einem Zettel briiigen, deSwegcn, soll | man immer mit einer Kreide versehen sev», nnd die Nummern geschwind aus l schreiben." Nun folgt das eigentliche „Gebeth", welche« unter Anrufung alles i dessen, was einem gläubigen Katholike»*heilig sei» muß, Mine» „guten Geist! Emanuel" beschwört, „daß er komme und im Traum jene Nummern, so diese ' Ziehung heranSkomnien sollen, sogleich voraus anzeigen möchte". Es ist jainmer- > schade, daß sich der „gutdenkende Priester" nicht nennt, damit man den j Mann kennen lerne, der das christliche Volk >» dieser „religiös-sittlichen" Weise ' erzieht. Sollte er nicht fi» Mitarbeiter de« „Sendboten des heiligen Loses" : sein, der ja seinen Abonnente» gleichfalls durch überirdische Hilfe vermittelte i Heilung von Krankheiten, Befreiung vom Militärdienst. Erleuchtung i» der | Brautwabl, Erlangung einer paffenden Rolle u. s. w. in Aussicht stellt, und deffen Herausgeber sich auch sonst als Meister im Mißbra ichc von katholische» l Gebeten, die er dann durch die Schuljugend cclportircn lässt, erwiese» hat. (Wik sparsam!» Für die durch den Hagelschlag schwer betroffene» Wiener, a»'o in erster Linie für die Bewohner jener Bezirke, zu betten 'Auserkorenen die Tioskuren Liechtenstein und Schneider gehöre», spendete das? Bankkau» S. M. v. Roihschild 1000 st. Dazu macht das „Deutsche Bolksblatt" die ebenso alberne wie freche Beinerknng: „Wie sparsam!" Wie viel hätte den» Prinz Alois Liechtenstein gespendet, wenn z. B. die Leopoldstadt und der Salzgries von einer Feuersbrunst heimgesucht worden wären? Schon „aus Princip" hätte er wohl, keinen Heller hergegeben, auch wenn sich unter den Abbrändlern Verwandte seiner Gemahlin befunden hätten. So duminc Btnierkungei, wie das Vergani'fche Organ macht das „Vaterland" keinesivegs es spart vielipehr mit dein Raume und nimiiit an den Svcnderlisten Streichungen vor. Ans dem ihm zugeikiideten Ausweise über die für den Bau chner Kirche aus dein Semmering gezeichneten Spenden beseiligie es die BSorte: Nathrniel Rothschild liNX» fl." — natürlich nur aus raun lichen Rücksichten. iGkgkit Las Sleinwctidkr'schc ZnkunftSdlalt.) Die Villacher „Deutsch c v,">den i'-n tr bab,-» auä Herr» Bergani niclit in den Vordergrund gestellt, m »ir : iii,.uigliP w-.sfc» und istiier alle Tage beobachten, daß er kies selbst zu be'orge:: p'i,-,': Er ist lein Nnaluck, in Galizien geboren y» iein, Millionen von Men-chen >«:? »nt Recht stol; darauf. Nicht der „Zufall" her Geburt in Galtzie», 'enderu -'n-- aanze Reibe von 'vnkerbaren Zufällen ist eS^ welche nicht nur die „S.t -'NeteO-cheii Sinletb.atter" veranlaßt baden, von einer eigenen „Vergani- -Rkoral" zu >pr>.b, u. Sr »cliretben großinüilng die Schuld daran, daß Herr V-rg.in, sie!> ’dn-it beinahe.ui all-n Parieilagern herilingrdiruekt bat, den Sternen oder dem Zu'alle :: S.n» in » io naeb der Reibe volni'ch-iiational: deutsch liberal. .!> u.'.'.l.nal, Sä'viie: : national, dann wieder aNti Schönerer-national, Piistli.tiund deu:-P »aneiial äiristliet, >oeial raeen-ai ti>'emiii>ch war in den merk:-. :..d-.,sten N>-.'.-.,la:t,d-f. 'Häutungen und S.t : ingelni stiid, -c ist das dost' auüallrg Tieie eigentbüinliche, i,>in-i ui» -iu'aiUgkeiten ist es, welche man beliebter Kürze halbe :.iif.ii lialwiialer 2,-it; in 'este Foimeln gebrastit hat. -Senn wir uns derselben 'ü.i tiuia. bedieneu, 's geschieht es nur der Raum- und Zkiter'parniß halber, dl. a .Sir.ke.b.attern" nistet inan manchmal Brauchdc res. 'Nicht jedes Blatt , \ ernst. ideenreich, >o mo>alii'ch und ko ioii'eauent in der Abi tr'..- . .. äd'.-u-t'ulde» fein", als das „Deutsche BolkSljlatt". l'stli gnlScittciiLcr Prikiltr.i Fm XVII. Bezirke britchtcn die Schulkinder r, - -.iilildiii.iches Truckerzengniß beim, feffen Veriaffef, Er- Allgemeine Zeitung" schreibt: „Ta die ganze Sel keineswegs um die Gründung eines unparteiischen »ationalei sondern um ein solches, welches Alles gnt;lii>eißen »»d zu weiß, daß es sich Tagblattes handelt, verfechten hat, was Tr. Steiiiweiider tdut und will, io wird die Zahl der.Opchrwilligenüber den weit hinausreichen im großen illanzen seine» Abnehmerkreis auf die nächsten Anhänger Steiiiibeiider'S beschränken Kreis der per-viilichen Freunde unsere; Abgeordneten nicht und die .Teut'che Presse' wird daher voraussichtlich auch ii.n.i-i;».v in-» ::: r.ulit ermit'eln konnte u'.icher Machwerke blickt eiien . dt::■ •'it-: Stich irägr folgendet Titel: -b.:h, wie man im naimlile Er>che!nun.l eines ..uten iö-istes. ans denen p0 'Nummern gen, die. nur denkbar uiierbörie Verkettung zuerst aus.Schönerertnüffcn." Es ist nicht die ganze Welt, sondern nur eine von die'er Sache Kcnntniß hat. Bekannter ist cs ichou, deulichc Zunge klingt, daß, wenn vvi> der „Presse" gesproche^ wird, von ihrem und nicht von seinem Abnehmerkreis die Rede >ei» tann. iJnngczcchischc AntiscmiirrciZ Man schreibt »nsous' will, wein die antisemitischen Allüren der Teutiche» Bohine ts zugute kommen, der kan» sich nicht besser unterrichten als durch ein lKenändniß, das jüngst der „Tschechischen Wehr" (C'eska Strazi enischlüpstc. Fi» schrieb lüugft dieies tschechische Anliseinitenblait: „Tie »erst indnißvolle Regung des Lneger'fche» lind Liechteilstkin'schen AntiscniitiSmus wä Hst. Wir erfahre», daß iiii Norden Böhmens ein Strebe» sich gcl mir schon oft auf. das S Ninpatbischeste begrüßt Antisemitismus kann uns einmal ein treuer kleine Gruppe, die utcnigstciis soweit die Prag: Wer iviffen werden gegen den dentschen EapilaliSmus. Tie Antisemiten, obivohl sie gute Deutsche sind, so ivie wir gute Tschechen sind und sein woll »>, stehen u»S doch »abe und nehmen sich bei jeder Gelegenheit nntereS Volkes in! Tie diesjährige Session des Abgeordnetenhanses konnte Federmann davon oder -- wenn man au' die - amt gar nicht ermitteln Traume durch eine ganz T"m iibriger.-' ''emtliichen Runenalphabet eri »ach. dem '.'olliich--:: 'Sun-che kas Fremdwort „schreiben T:es r reuest« Erruna-.u'cha't von Schönerer'« volklichei inommene Won soll in Zukunft ersetzen. Erziehung. verständnißvolle Antisemitismus kan» uns solchen deutschei Schichten nähern, die für die Gerechtigkeit mehr Verständniß besitze». Leider ist in Prag davon noch keine Rede." Um za illustriren. wie man tichechisch-anlisemitischerseit» die Begriffe von Gerechtigkeit und Cooperation mit den Teutichen' aufsaßt, folgt sofort eine höchst abfällige Kritik über die Versammlung dir christlich-socialen Arbeiter, die hier neulich stattfand, und' „statt im echt demokratischen Sinne Liechienstein's (sic!) zu beralhen, sich anmaßte, die jungt chechii'chc Politik zu kritisiren"! Der Rubrik „Geschäftswoche und commercielle Bleichte" der ..Ceska Strai" entnehmen wir folgende intereffante Notiz übe: die Vermögensverhältniffe Rothschild'«: „Roihschild hatte im Fahre 1875 ei» Vermögen von 50tX) Millionen Franc«. Tie Jahreszinsen dieser Summe könnten 580.0iX> Leute ernähren. (Ta würde es iniereffant sein zu erfahren, wo nit sich ein Anti- Barone Albert und end macht, das t. Ter Wiener Bundesgeno sse überzeuge». Der

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