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Freies Blatt · 1894-04-01 · 104 (1.4.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
104 (1.4.1894)
Date
1894-04-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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/ Nr. 104. Freies 3? I a 11. reite .11. »Die Frauen unterdrückt? Wolle» Sie Sanftmutt, scheu, dann gehen Sie zu den Männern. Schauen Sic, Franziska. Ich habe dczs Buch Ihrer Mutter gesehen, Clara hat cs mir geliehen. Ich habe nur eine» Theil davon gelesen, den Theil, welche» ich kenne, de» Theil, welcher diese Schichten betrifft." »Nun, es ist Alles wahr, nicht?" „Ich glaube. Aber sehen Sie, sic hat einen großen 'Irrthum bc- " gangen.“ - „Welchen denn?" . . ' „Sie hat den Mann ausgelassen." . „DaS Buch handelte aber' von der Stellung der Frau und nicht des Mannes." , „So ist es. Sic hat das nicht begriffen. Männer und Frauen müssen zusammen behandelt werden, nicht einzeln. Sind die Frauen schlecht gezahlt, so sind es die Männer auch. Die Frauen kommen am schlechtesten dabei weg, weil sie eben die Frauen sind, das ist natürlich. Aber Sie müssen den Mann ebenso nz.Bctracht ziehen. Cs heiße nicht: die Lage der armen Frauen, sondern: ■ die der armen / Männer und Frauen." „Doch arbeiten die Männer gctrei/nt von de» Frauen." „Häufig. Aber ihre! Arbeit ist immer ein Theil jener Arbeit, welche die Männer ebenfalls 'verrichten. Sie müssen den Handel nehmen, wie er ist. Es gibt Wcrtführer in dieser Gasse, welche Ihnen sage» werden, daß die Löhne noch niedriger und niedriger werden müsse», wenn die Arbeit überhaupt fortgesetzt werden soll. Wie kann niedrigen Löhnen-gesteuert werden?" „Ich weiß es nicht, gewiß nicht. Ich dachte —" , .Ihre Mutter weiß darüber gar nichts, Franziska. Bcrzcihen Sie mir, daß ich so spreche. Aber sie weiß es nicht/ wenn sic von den Frauen spricht, als» ob diese von den Männern abgesondert wären, WaS mich bctrisst, so bcdaure ich immer mehr die Männer, den»' sic bedürfen so vieler Dinge, deren wir cnirathcn können." „Nein," sagte Franziska, bestimmt. „Tie tFrau ist dem Manne gleich." i » „Ist sic'S?" Nellti lachte spöttisch/ „Was würde der Batcr sagen, wenn ich aufstünde und ihm.sagte, daß'ich seinesgleichen bin? Was würde uiiscr Alter sagen, wenn er so etwlas hörte? WaS würden sic in der Sunagogc sagen, wenn eine Frau auf der Gallcric ausstünde und der Gemeinde sagte, daß eine Frau ebenso hoch steht als der" Ma»)>. Franziska, Sic sind eine zweite Lilith Was? Sie wissen nicht einmal etwas von Litilh? Ich dachte,-die ganze' Wett kenne diese Ge schichte. Bei »ns ist cs eine Erzählung für die Kinder. Lilith war das erste erschaffene Weib ' Sic war vor EvcHschassen und fccnt Adam zur Frau gegeben worden. Als sie aber - sah, daß sie ihrem Braune' Gehorsam leisten müsse, empörte sie sich. Sic empörte sich wider-das Gesetz So wurde sie aus dem Paradiese vertrieben und wurde ein böser Geist. -Dann wurde Eva erschaffen, und sie begriff, daß sic ge horchen müsie, und sic gehorchte andiT' ist und alle ihre Töchter dis auf de» heutige» Tag. Aber Lilith haßte sie und hätte sie gerne m-- »ichtct, wenn sie gekonnt Hütte. Und seither hat sie immer versucht, EvaS .Hinber, sobald sie geboren sind,, zu vernichten. Wir halten sie fern dmch eine schwarze Holzkohlcnlinic, die wir rings um das Ziminer ziehen. Böse Geiler können diese-Linie nicht überschreiten. Das ist die Geschichte von Lilith. Lassen Sic sich'diese zur Warnung dict§rn." j^onsepimg folgt.) JL Nnkündigittigrn des „Freien Blattes". Inserate werden angenomme», sowohl i» unserer Administration, als auch im Aniionee» Bnreau IM. Zluhro. Nahezu vergriffe»! Die Alben nnb brr liilifriiiitisHiiis. Jlrcret' unter den IHcrfionen. SPon Bitafulc Xmiy-Bcaulicu vom, französischen Institut. Ins Deutsche übertragen von E <-» v l' r» e> »r "Fk i »r c c n t i. Eeparal Addnnk aus de», „freien Blatt", Organ;ar Abwellt des «nliseniiliomnS. Autorisiere lledeeseyung. Nie» >8!>g. Berlag deS „Freien Blattes". Diese» hochinteressante werk ist. dur.B unsere Administration solvie durch alle Luchhandlltngei, zu beziehen. 4-1 * /Os cmr‘n:r--bnefe -c zssamsm* rnmm Durch das Bureau des „Vereines n»r Abwehr des Antisemitismus", l. Parisergasse 4, sowie dn-rch unsere Adiniuistration, I. Seilerslätle 10, sind folgende Flugschriften gratis und franco;u beziehen: 1. Bericht der zweiten Generalversammkung des Bereutes zur Abwehr des AnliseuiiiisinuS; i\ StcnograpKisches Protokoll der ain 1 .*t. Ccto-- ber ISi»-» vom Bercine jiir Abwehr des Aulisemitiönius veranstalteten Protest Bcrsainmlung; 3. „Die rechtliche Stellung der Juden in cheücrreich" von I>r. Gustav Heinrich Fall. Wien 18‘J2. i'crlng des Bereutes zur Abwehr des Antisemitismus: 4. Bericht der dritte» Generalversammlung des Bereines zur Abwehr des Antisemitismus 1893, und 5. „Die Entwicklung der C-ewcrbelreikeit in chesterreich" voa Robert Drill. n-i Um Weiterverbreitung bicler Schriften unter Uichtgeliniinngsgenollen wird gebeten! ^Binsikiiistrumciltt und Saiten vielfach pramiirt. ^mpfichlt^lintcr vollständiger Garantie. seinster.Lualiral und Ausführung zu ViUrgsttn Preisen die MnsiKirrstrurneuteuuuö Scrrteu-Äcibrik 8^ Jusef Siebenhiiner l» Fichönvach .Or. 372 vc> Lgcr (Döhmeli). Schulseigrnl(obnet Bogen) lieferevon fl. 2:50. 3, 4, 5 bis fl. M Grchester-Loneert-Violinenl von fl. 10. 12,, 15», 20 dis st 100. Zither« von st. u, 7, 10, >2, 15 bis st. 100. Jllustrirle PreiSconranle gratis und franco. — Bedienung prompt und reell. UnzähUge Anerkennungsschreiben stehen mir zur Le»te.

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