Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 101 (11.3.1894)
- Date
- 1894-03-11
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Seite 11. Nr. 101. Freies Blatt. ■ * - ko»»»k>nd. Zu dieser Zeit wäre,, alle Ottfccti in Voubou Scphardim aus Spanien, Portugal und Italien, selbst heute gibt es noch.viele Vc»te itjicr, die unter sich nnr Spanisch reden, gerade so, wie eS Askcnaiziin gibt, welche untereinander nur Deutsch reden, Kommen Die mit nfir, ich will Ihnen etwas zeigen, das Ihnen gesaUe» wird." Er führte sie in einen anderen größeren, berasten Hof: da sah man steinerne Stiegen, mysteriöse Thorwege, gepflasterte Passagen, ein klostersihnliches HauS, einen offenen Raum oder vierecligen Play mit (Gebäuden auf/allen Seiten, deren Fenster in den Hof ginge». „Hier sieht'ö gar nicht englisch ans," sagte Franziska. „Ich habe AehnlicheS nnr in einem spanischen Kloster gesehen. Mil Balkons, einigen Hellen.Borhänge» iiiit schwarzhaarige» Frauen in den offene» Fenstern und vielleicht einem geschnitzten Wapvenschilde an der Mauer würde eS prächtig einen Theil einer spanische» Straße bilden können. Ei» sonderbarer Platz im Herzen Londons." „Sie sehen die Erinnerung an die Halbinsel. W'as haben wir gestern besprochen? Spanien drückt sein Siegel aus Alles, was ihm angehhrt — Bolk, Gebäude, Alles. WaS Sie hier sehen, ist daS eentrale Institut unseres Volkes,, der Sephardim — des spanischen Zweiges unseres Volkes. Hier ist unsere Synagoge, hier sind unsere Schulrn, Armenhäuser und alle anderen Dinge, hier ist auch die Residenz unseres Rabbi. Sie können öfter hieher loniinen und an Spanien denken, wo Ihre Vorfahren lebten." Sie kehrten in den ersten Hof zurück. Als sie an der Snnagoge vorübergingen, lief ein Mädchen von beiläufig fünfzehn Jahren über den Hof. Sie trug keinen Hut, aber eine VyiUlc dichte», schwarze» Haares siel in bocken ym ihre» wohlgebildeten >iops: sie halte die Gestalt einer zwanzigjährigen Engländerin; mir ihren großen, glänzenden, schwarzen Angen blickte sie auf die im Hofe stehende Gruppe: ihre Haut war dunkel gefärbt; sie war wunderlich und malerisch gekleidet. mit einem graublaue» Rock und einem hochrothen offenen Jäckchen. Tie Farbe schien buchstäblich das Auge zn banne». Das Mädchen verschwand unter einem Thorwege, ihr Bild in Franziskas Seelel znrücklafsend — ein bedeutungsvolles Bild. „Eine spanische Jüdin", sagte Emanuel. „Eine Orientalin. Sie wählt instinetiv die Farben, welche ihre Urgroßmutter getragen haben mag, den Triumph des Königs David zn feiern." , (('yortfefHnij folgt.) Literat u r. 2dnifte:t des Vereine' „AntNäriing" -.ge. l: Tie Entwicklung Der i"cuurbc frcilieit in Oesterreich von Robert Tritt. Wien ldl'l Vertag de»- PxreineS „Änsktärniig" Wir können die veelnre dieser änSgezeidnteteii Vro'chüre gerade vom Standpunkte der Abwehridee mir drsngcndtt enipseblen. Ter Verkast'ez, den auch da» „Freie Liali" zn 'einen steistigüen Miiaibeilern zäbtt. erbringt in kurzer sastlicher und streng histori'cher Weite den Beweis, da» die lLiittnblnitg der Äe werbefreibeit in Oesterreich leittesweg» da» überhastete Welk einer einzelnen Partei oder der Wnnich und da» Interesse eine» vorübergehenden Momentes gewesen sei, sondern dar Prokuet einer ans Iahrlninderte znrückreichenden Eulwickelliug de» Eeiverbeivese»» selbst, und „das; die iin Jahre >.<>!> erlassene Gewerbeordniing im Wesentlichen mir mehr eine gekepliche Bestätigung der Ikaisächlicheti Verhältnisse - tvai". l Ter Preis , der Broschüre beträgt 5 ^Ir. i lO Heller) i» Vliesmarken. Iti'christen welle nian richten an den Verein „Aus ktärnng" zu Händen de» Sbmatttte» Herrn E. V. Jenler, Wien, I, .'trüget stratze 17.) . Josef v. Toblhoss: liknnstpstrgc und Vaiidalisntns. Ein Eullnrb.ild. Wien I8kX. Truck und Verlag von Adolf Holzhauien. Ter Verfasser wendet sich in dieser Vro'chsire gegen den VaudaliSmiiS, der von den Antiiemilen gegen ein alte» .giinsttverl in Salzburg ins Wer! ge'evt wird, linieren Vrevu ist daS Wesiittliche de» Herganges U ütUtkUimt, und durste darnm die vorliegeiide Schrift ' mit ’ ihrer geistvollen TarneUnnq geivis; itiniv mehr ihr Intel esse erregen. Scstcrrcichischcs Rcchtc-lexilou. VrallischeS Handwörterbuch de» önentlichen und privaten Rechte» der im Reichsialbe vertretenen .üöni'greiche und Z'äiider. Heransgegeben lind redigirt von Tr Friedrich TuicheneS, Tn Wenzel Ritter v. V>'l»ly, Adveeaten in Prag, und Earl B are 11a. vandesanSichnbrath in Prag, uiitet Mitwirkung zahlreicher Fachkräfte. 'Prag >>!'!. Verlag von Höser' »nd Alom-ek.2. Heft. I»r. iildä I. A Tembo, Arzt am Alexander AraiikeiibaliS in St. Petersburg, Das Schächtenim Vergleich mit anderen Schlachtinetboden. Vom Standpunkte der Hninanstät und der Hygiene beleuchtet, Leipzig, Slavische Bttchhatidlung. H. RoSkoichn», 1~'‘.'t S. Sch>veinburg Eibe»schil>: l.v Urrv >!,-> ,-IirvIir-n» vk Iv Ilviv des ,Inis> des dnellessos d Vuliielw. l'aris Kxtrait ä>- l.i .lü-vue des Kindes Juives'— T<*rti<‘ XXVII. lRU>. iHnltünöiiuuiiu'n de Inserate werden angeuontinen, sowohl in utn'erer I d in i s „Freien Vlattes".- nittrali o n, als auch'im '.'imioncen Burvau 111. Dir Ir es. -1--- . . Milslkiilstrilinciltc imb Snitcn vielfach brämiirt, cmpnidlt unter voll'tändiqer (^«ranlie. feinfrer Qualität «nd Au^iübrunz;u dilltpsten Preisen die Mrisilürrstrurneritenrrnü Sciiterr-Ibcibeiü i Josef Oicbcnl)iii!cr in Hchonbach Jlr. g."2 bei Dger <Bol,men". ächnlyeigen (ohne Bogen, liefere von fl. 2 7s», -°>, 4, 5 bis fl. ft* (Ordirfter-(Toitcert-Iliolinrn von fl. 10. 12, 1:>, 20 bt» fl loo. 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