Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- III (1894)
- Issue
- 96 (4.2.1894)
- Date
- 1894-02-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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AboiiiltniciitSprcis.;>iit C e ft f r r c i d» Ungarn: ly.ittuävrig mit itoftiufeiibnnfl. ... fl. L.5<». Halbiährig fl. l.s.’i, EUcrtcljährig - fl. —.7... ,>ür dao flcffl m in tc H11 * Ia »b: t^amjdbrifl. ... .fl. a.—. .Halbjährig . . . .fl. 1. :*'• Einzelne dtnunnern ü kr. Unfrankirle Briefe werden nicht anflenommen ' liiedaetioii und VlDiuiiriftraiioii: (Di\sau zur Abwehr des Aiitisc'initismus. r -kilerstäitc I". -- «vitfcvalc uhiKu mit l" kr. iur die luamaLflc üniliuu* •.'uMiimiviUc^ilc vereinet, steil er Rn. (5rschcittl an jCDClll 2ülIIIIllf)C. t.>- rr. -.liiMiatim,: tuMi JnKViitcn in ■ ' . miicr-.'i-icU'i: im'.’liiiiom't'itiuircau ■)M. J'iilo?, 1. 'ii-olliälc s. Nuinmer!)(!. Wien, 4. /clinuir 181)4. III. Jahrgang. Eine Abwehr Action. Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus hat über die .^nitintiöc feiner erprobten Führer eine jener Aetioncn unter »oininc», welche ungleich den lärmenden AgitalionScffcetc» der Gegner mit dein Vkaßstabe der Intensität zu messen sind, welche ans einer fortgeschrittenen Vertiefung in die letzten Ziele der Abwehrbewegnng entsprungen, mit der einer solchen Erkcnnlniß entsprechende» Würde inS Werk gesetzt und in ihren folgen über de» Beifall oder das Mißfallen der TagcSstiniinung weit hinaus gehen. Die ethische Sumpfatmosphäre sowie die wirihschafliche» Depressionen, welche als Folge der unseligen antisemitische» Verhetzung auf allen Kreise» und blassen nnsercr Gesellschaft, nicht bloß auf den Juden, wie ein unerträglicher Alp lasten, wurden in einer an.die Regierung gerichteten Resolution mit kräftige», aber wahrheitsgetreuen Pinselstrichen gezeichnet, und die Regierung erklärte sich bereit, diese Darstellung von den verheerenden Folgen deS. Antisemitismus cinri» gründlichen Studium unterziehe» zu wollen. Man muß sich dessen bewußt fein; daß, wenn Gcnllenien sich bereit erklären, unbestrittene und unbestreitbare Thatsachen gewissenhaft studiren zu wollen, eine solche Zusicherung als corrce.lc Form eines Versprechens - gründlicher Rcmedur erscheint. Evrrcelheit ist der gcschwo/cne Gegner der anliscniitische» Eorruption. Eorreclheit und sonst nichts verlangten diese Zierde» österreichischen Freisinnes, welche den Wunsch der Abwchrfrenndc den Minister» überbrachte», und Eorreclheit läßt sich den Antworte», welche sic den Freunden unserer Bewegung aus den Ministerpalais znrückbriiigcn, nicht absprechcn. Für den Ehef des östcireichischen Eabineltes existiren Juden nur im Sinne einer Glaubensgenossen^ schaft, einer Religionsgemeinschaft, und als solche Dürfen sie des gesetzlichen Schutzes von Seite'der Regierung sicher sein. Einen andere» Gesichtspunkt den Mitbürgern mosaischer Eonsession gegenüber, also etwa den der Racc, kennt 'der Herr Ministerpräsident nicht, und eine bloße, wenn auch ablehnende Rennung dieses Standpunktes hätte ihm offenbar schon eine Jncorreclheit geschienen. Das Selbstverständliche ist noch nicht das Ucberflüssige. Die einfache Erklärung des Herr» Ministerpräsidenten, daß sich die Regierung den Juden gegenüber streng auf de» Standpnnkt der Staatsgrundgesetze strllen werde, ist so manchen trüben Erfahrungln des letzte» Deecnniuins gegenüber immerhin ein trostreicher Fortschritt. Wahrung der SlaatSgrundgesetzt, gleichmäßige Handhabung der Gesetze ist cö, was wir einzig für die Juden fordern, denn damit, ist in der Thal Alles gegeben. Die Herren Minister haben u»S daö bündig versprochen. Darin liegt ein erfreulicher Erfolg der Action für die Abwehr bewegung. * s; . Am 21. Jüniicr fand rin Hause des. Freiherr» Friedrich von /eilenbcrgcr. eine außcrvrdenlliche Vollversantinlung des Vorstandes des Vereines zur A bw ehr d es A n l i se in i t iS »> uS / stall, welcher außer dein Hausherrn Baron / e i t e n b e,r.g c r die 1 beide» Ehrenpräsidenten des Vereines, Hofraih Professor R o t h naget und Graf Rudolf H ol>os, die Ehrcnmitglieher: ReichsrathSabgcvrdneter Peter Freiherr v, Pirquet, HerrenhauSmiiglied Vince»; Ritter v. M i l l e r zu Ai chh o l;, Hcrrenhauör»itglied RieolauS Dumba, Hcrrcnhausmilglied /udtvig ^obmepr, Reichsrathsabgeordncler Eduard Ritter v. GuiewoS'z Dlex>',w und Earl Ritter v. DAschbaur, ferner die Vorstands, niilgliedcri Arthur Gundacear Freiherr v. .Suttner, General Eduardde Mingazzi di Modigliano, die Reichsralhsabgcordnclen Professor Dr. Eduard Sueß, Dr. Ferdinand Kronawetler, Earl W.rabetz, die Geineinderällw Dr. Earl Z i i» in e r in a » n, FrantS D j ö r u p, Veopold «e i l e r, ferner Herr Vudwig Helsci, sowie die Schriflstcller Vincen; E))iaväcci, Balduin Grolle r und Ernst Victor Z c n k e r beiwohutcn. Ihre Abwesenheit entschuldigt Hallen die Hcrrenhausmilglicder Dr. Moriz Ritter v. Eigner und Alois ^Freiherr v. Ezcdik, die Reichs ‘ rachsabgevrdncten Dr. Guido Freiherr v. Soiumaruga, Hofrath Professor Will). Ex »er, ferner 5e. Er>.ellc»z FM'/. Moriz Freiherr von E b n e r E s ch e n b a ch, Bartholomaus :1i. v. E a r n e r i, Ferdinand v. Laar, Dr. Moriz Weiilof »iid Dr. Earl Ritter A'. ,>iißl i n g, sowie der seither seinen Veiöen erlegene Professor Wilhelm Friedrich Warhanck. Ehrenpräsident Baron- Veitenbe.rger machte die. An wesenden mit dem außerordentlichen Zweele, dieser Versamm lung betannl. Angesichts des stäilgefniidenen liei'greifcnden Wandels in den iiincrpolitischen VohtMsissrn sowohl als im Hinblick, alif die bis zur Siedehitze gestregeneiHiliseinitischen Umtriebe halle ' er de» Moment für mck§tniiien, daß der Verein an die Regierung heranlrele und sie um die Unterstützung seiner Ziel/ und Lire billigen e»suche: In Uebercwüininiuiig. mit dem engeren Vürstande des Vereines lege er deshala. eine in diesem Sinne gehaltene Resolution zur Ailnahnie vor/u»d beantrage, dieselbe im Depnia lionswegc der Regierung zu /überreichen. Diese Resolution laule)/ — L er hohen 'leegicrimg sind jene Bestrebungen beianut. >en:>l,e daraus gerichtet sstid, die Vcidenschastcn der Bcvölternng gegenliniere Mitbürger jüdischer Eonfcision zu enislainine». Diese der Gerechtigkeit hohnsprechenden Agitationen inche». in, Widern sprnch mit der durch das Ztaatsgrundgesep gewährteisteten t^icichbeu vor dein Gcsev, unsere jüdischen Mitbürger in ilne» *''i.diu'n zu schmälern. Sie verletzen dieselben durch nmvahre und niedrige Be schnldignngen wie durch önentliche Herabivürdignng ihres Glaubens