Mannheim
Compact Memory

Freies Blatt · 1894-01-07 · 92 (7.1.1894) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
92 (7.1.1894)
Date
1894-01-07
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4886575-5439163-5441483--1037-4887521
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Freies Blatt. Nr. 92. Seite 11. aus, was ihre Tochter auch glaube» soll. Eine spanische Maurin! Du siehst also, das; uns unsere Base wahrscheinlich nicht anerkennen wird." „Wo ist das Geld?' „Ich weiß cS nicht. Meine Erkundigungen haben mich wenig über die Trennung hinauSgebracht. Als diese erfolgte, entzog Isabclla Elveda die Bcrwaltung ihres BcrinögcnS dein bisherigen Verwalter, welcher einer von den Unseligen war, und übergab dicsdbc einem Christen, um ihre Lossagung zu markircn." „Ist sic also eine Christin geworden?" fragte Mr. Bcrnard schnell. „Nicht, daß ich'S wußte. Die Erbschaft war, als sic ans die Tochter überging, in französischen Renten der verschiedensten Art und in englischen Consols angelegt — sicher und klug angelegt. Das weiß ich, da ich mit dem früheren Verwalter sprach, der jetzt ein alter Mann ist. Wo cs jetzt ist, weiß ich nicht." „Dieses große Vermöge», Bruder." Er hielt ein und wartete/Er liebte es» den Bruder die Lätze vollende» zu lassen. „Ich weiß, was du sagen willst, cS gehört der Familie. Wahr ist'S, haß diese Frau ihren Glauben aufgcgcbcn hat, aber sic wird doch sicher nicht ein so ungeheures Vermögen ans der Familie fommc» lasten. 'Sic kann nicht. Und cS ist unsere Pflicht, zu bedenken, das; die Bcrwaltung dieses Vermögens in de» Händen einer Frau ist, und daß sie versucht sein mag, damit zu spielen — denke nur, eine unwissende Ftau, die mit, einem solchen Besitze spielt; denke an die Schmarotzer und Räuber, welche sich um sie schaarcn würde», sobald sic zu spielen begänne. Denke der faulen Sachen, die sicunternehmen müßte, um deren Wohlfahrt zu fördern! 3fcin, cS ist schrecklich, wenn man denkt, waS Alles geschehen könnte." Mr. Bcrnard nickte gedankenvoll. - „Weißt du, wie viel cS ist? Vierzig Millionen Francs waren cS, als die Frau ihr Erbe antrat, mehr als anderthalb Millionen »ach englischem Gelbe; sechzig tausend Pfund jährlich, mehr als hundcrlfünfzig Pfnnd täglich, sechs Pfund stündlich l DaS ist ein Vermögen! Großer Gott! Und Alles in den Händen einer Frau, die nur ei» Kind hat — ein Mädchen! Das Mädchen heiratet vielleicht nie — sie scheint eine 'Närrin zu sein, denn sie sagt, sie wird nie heiraten '— oder sic wird kinderlos bleibe», oder sterbe» — dann — Bruder — waS wird danA aus dem ganzen Gelbe? Dan» habe ich änch »och in Paris gehört, daß ihr Agent, ei» Franzose niid Christ.— man wispert sich so zu — spcSnlirt und — verloren hat." „WaS können wir da Ihun?" \ „ Sie/ hat ihr Volk verleugne', sie sollte für unStobt. fein; aber sie ist ja kein Man». Wir müssen sic eben als eine der Unseligen, betrachten, und sic ist ja in der That noch immer unsere Base. Vielleicht weiß sic gar nicht, daß sie Vettern hat, sicherlich unterhielt ihr Vater keine Verbindung mit unserem Zweige. In diesem Falle sollten wir sic vielleicht verständigen, daß sic eine große Zahl von Vettern besitzt. Vielleicht wünscht .sic nicht, ihre Verwandtschaft zu cultivirc», daS ist ihre Sache. Wir werden uns ihr sicher nichFauf' drängen, obwohl sic keinen Grund hat, sich unscr zu schämen. Das?. Man mag Alles abstreifcn — Religion, Freunde und Geld — aber seine Familie kann man nicht abstreifcn, die bleibt Einem. Man gehört -seiner Familie an, man ist mit seiner Familie eng verknüpft, man kann sich von ihr nicht loSmachtn — in keiner Weise. Die Brüder und die Vettern bleiben." „So ist's." ■ „Und sic hüben ein Recht, Beistand und Rath anzubictcn; der Andere braucht ihn nicht anzunehmcn, aber anbieten darf man ihn doch!" „Dann sollten-wir —" „Waö du sagen willst, Bruder,"ist genau meine Meinung auch. Wir sollten sic besuche». Laß uns darüber Nachdenken. Ich habe von Clara erfahren, daß Madame Elvcda, unsere Base, die einstige Isabclla Albu, eine stolze und würdevolle Dame ist. Darum müssen wir sehr sorgsam zu Werke gehen. Es wird nicht gehe», daß tvir ihr öffentlich ins Gesicht sagen, daß sie vorgibt, zu sein, waS sie nicht ist, und daß sic ist, waö sic vorgibt, nicht zu sein. Wir müsse» sehr achtsam sein." „Weiß Clara davon?" Mr. Angela lachte sanft. „Wird ein weiser Mann einer Frau ein Geheimnis; anvcrtrauen? Rein — nein. Clgra wird uns nützlich sein.' Sic macht sich dem Mädchen unentbehrlich, aber sie weiß nicht warum. 1 (A»r>sce»»g tolgi.) üoclicit ist erschienen: Die Jiidril iillii der Antiskiiiilisiiiils. Afvnek imfev den Tlcttioimt. Bon Rnatvle Xmiy-Bcaulicn vom französischen Institut. Ins Deutsche übertragen oo» E ei r t v> o »t 'A i »t c o « t i. Separat Abdruck aus dem „,>rtie» Blau", Crga» zur Abwehr des AulisemilismuS. - Aukaristrre Uebersevun». Wien l«9». ' Verlag deS „Freien Blattes". * Dieses hochinteressante werk ist durch unsere Administration, sowie durch alle Buchhandlungen zum Preise von s fl. ö. w. portofrei zu beziehen. V. Siebenbrunngasse 13 —fc, TELEP.HOM 4468. □ Gustav -Mäxdl WIEN . V. Siebenbrunngasse 13. - BUCHBINDEREI Einbanddecke» - Erzeugung:. PRACHTBÄNDE Einrichtungen von Bibliotheken in grwQuscliton Weiae. BUCHHÄNDLER-ARBEITEN Liebltaber-Bände in allen Variationen etc. e:c. SPDXTALITÄT: Farbendruck- (Iris-) o. Halbfranzbände. V. Siebenbrunngasse 13. u cv, Ä U X. oit Hr — _ -2 ° oO 5 o 1 f i a Die mit der Unterzeichneten Fachschule in Verbindung stehende KundenschuhmacNef*ei .• empfiehlt sieh fiat Anfertigung aller SpecialitSten in rationeller Fußbekleidung. "L~ für deformirte und' empfindliche Füsse, für Plattli IgoOll LLXl LI füsse, Schweissfüsse und Krüppelfüsse jeder Art. Jagdstiefel micl Sports<• li 11 lie. REPARATUREN. 5—1 Robert Kiiöfel’s Schuhmacher-Lehranstalt, Wien, YI/i Mafialiilferstrasse Xr. 05.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.