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Freies Blatt · 1893-10-29 · 82 (29.10.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
82 (29.10.1893)
Date
1893-10-29
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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reite l- 1M a 11. .¥ r c i c ~ ITr. 82. feiten gehedielt weiden, und nuf die übenvnndeneit Feinde, von denen;nmal Haman für ewige feiten als In begri ff bösartiger und ingrimmiger Jndenseindsdiast sestgehalten wird: man jedit; man sdnnanst; aber man be'dienkt einander andi, jeder nach seinen Mitteln, so daß eigentlich bas Ganze eine gewisse xHclmlidifcit mit de» Satunnilicn im alten Rom gewinnt. vMire Maskenzüge, ihre Tanzbelnstigttitgen wurden am T age des Ahasveros Festes abgehalteit: ihre Theater vorstetlnngen, ein köstlichster Schmaus für sie, die von össentlichen Beeansialinngen solcher 2lrt ohne allen Zweifel anogeschlossen waren, denn XV XY Sdntht, der ein eigenes viapitcl„Jvranffnrtcr gilben llebcrmnth" hat, erzählt darin als besonders sträflich, ein Jude habe sonder sein Abzeichen eine öffentliche Tanzbelnstignng besucht, sei aber erkannt und gebührend bestraft worden, Haben sie an Purim gegeben. Tie Stoffe dieser Tranten find rein national. Tie Form ist regellos, ..ohne Aelns noch S zenas". Fortlaufend find die Reden: kaum eiir- Ansatz zu lebendigerer Führung des Tialogs. Ihre Freude daran in aber, laut Wagenfeil, „sehr all und das Schau iviel -überhaupt schuldet: ihnen, wenn ich mich - nicht sehr täusche, den Ursprung. Tas.Buch Job nämlidi, welches Moses versagt, und also allen Schriften der Heiden an Alter vorangehen soll, bietet den voll ständigsten Anblick eines Stückes-. Gehandelt wurde natürlidi in erster Weihe die Geschichte von Hainau und Ahasveros: da aber in nun .ganz intercssank, wie frei ne mit dem Stoffe umsprangen. Sie lassen Mhrdodmi selber eine heftige Steigung für Hadassa Esther empfinden, ei» Motiv, das offenbar, wenn inan's durchdenkt, de» >leim einer Tragödie enthält Hier, wo Alles possenhaft bleiben »tunte, wo nur ftir diesen einen Tag der gute» Vaune Stoff zum Vadt'cn gesammelt werden sollte, wurde es nid» ernsthaft ansgesührt. Später, offenbar in der Zeit, wo die Ansgesperrten sich schon an ihr Gefüngniß wohnt, die Abgeschlossenen vor jedem Gedanken an eine Berinischnng mit den Böllern zurückschraken, die ihnen immer feindlich begegnet, unter denen sie lebten, ohne das Mindeste mit ihnen gemein zu haben, später entstand wohl die legende, die Jüdin Esther sei niemals des Heiden Ahasveros Weib geworden. Eine Sueeuha, ein böser Weift, der Weibesgestalt gewaiut, fdjlicf zn Rächt im >iönigsschloffe von Sufa und empfing die Liebkosungen Mhasveros'; Hadassa aber war bei ihrem geliebten Ohm und gehörte ihm allein an. Bon Tavid und Goliat wurde agirt und wie der Philister ttberwttuden ward. Bornehmlich aber, »eben dem Ahasveros Spiele, als dem für diesen Tag seiner ganzen Ratnr nad) geeignetsten Stoffe, wurde die Geschichte von der Berkansung Josefs dramatisirt. Sie liegt in so vielen und nicht allein juden-dentschen Fassungen vor, daß'Tr. A. von Weilen sie zu in Gegenstände einer höchst danlenswerthen Abhandlung wählen konnte, und der Inhalt der legende enthält denn auch des Rührenden und Wirksamen genug.' Eine Tragödie in der Familie, so hebt da» Ganze an; wundersamer Glückswechsel im Abwie int Anssteigen vollzielst sich darin; eine Tugend wird<geprüft imd besteht in der harten Bersnchung mit Selicha, dem Weibe des Potiphar; was mit Unheil und Bndxrbc,, gedroht, das gedeiht endlich zum schönsten S'egen; einem schwerizeprüsten Pater wird der beste Sohn gebessert und, befreit von der lhörichren lleberhebnng des Mnttersöhnd)e»s, die ihm die Feindschaft der Geschwister erworben, wiedergegeben, die Familie unter ganz veränderten Umständen vereinigt. Böses mit Gutem vergolten und am Sdilusse die Aussicht in eine hödtst bedeutsame und folgenreidte Zukunft eröffnet. iizont>-bu»g fm,».) Zm geraumen Braiijtumj! Bon vielen Seiten auitjtroröcrt, das „Freie Ml'crtt" # nttdi dein nejdmitlidicu geweeblidie Berkeiire zngänglich zn inachen, üccfrrcu wir uns initznthtilcn, daß wir ab Rovtttibcr geschäftliche und Ankündigungen in unter Blau aitfiiclmictt werden. Bei den, lltnstande, als das „Freie iJlatt“ bereits eilte nainliaste Anklage erreicht und in de» weitesten Kreisen sowohl der Residenz, als and, der Provinz lringang gefnnSe» Hat, wird die Benützung des InferatentHeile« nuferer Zeitschrift nicht ohne (rrfolg sein. Indem wir nun das I'. Pnblientn zn eittetit Probeversnch höflichsl einladen, gestalten wir nns, Sie ausmerksain zn madien, daß wir principiell Keine Agenten beOiästigcn, was für die Inserenten den grasten vortheil hat, daß sie die nicht nnbedeitiende Provision ersparen. Außerdem erlauben wir uns zn bemerken, daß wir bei der Ausnahme von Inserate» mit der strengsten Vigorosttat vorgelien werden. 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