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Freies Blatt · 1893-08-20 · 72 (20.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
72 (20.8.1893)
Date
1893-08-20
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Lkilliyk511111 Jrriru Blatt, (J)rpn zur Aliiucljt' des Antilriititisiniis. jJSte«, I. £>eU‘cvftättc 10. Die Jndeu und der Antisemitismus. f r u c l « n!t c r d e n H;i 1t0 n f n. .flnrttofc -icroD-'S.tcaitficn »Din ivnn;i)ü!rtKn' omiitut. ■ln: iriuitc Ucl’-:r»cvuiu;. 11. (il)vificn nuoiicitetit, ich ki auf halbem Anv»t»»nm einet' jener mein' oder outlidicn Briefschreiber schrieb mir: iHnbcvfvkitc' liabcu mir ‘■i'öi'tk fitijeu lieblichen. . ein ntiitbev wohlwolknden iielec „eine Psychologie der Hude 1 gegeben;n haben, in ganz schön, um uno jedoch den gilben tcnuin;n lehren, in die Schilderung seiner Ebaralterkbler nichl hinreichend^ Etwgm Em wäre gnl zn prüfe»,, ob em ein ein bestimmtem eVnie und er durch sei» Geinemwese» ab, dann allerdings bedr geistigen Borzüge n>id feiner Anderem wäre »olhivendig jüdischem Genie, einen jttdislben Geist gibt, ob nämlich in Schrift lhnin, Wifknschafi, Politik der Jude durch ein nationalem »'enie oder einen nalionalen, in i^rnnde von jenen aRntit'iieu, niner welchen er lebt, verschiedene» («eilt abweichl. Möchten Sie nnm doch die 'Ralle Israelo nnier den zeitgenössischen Pölkern zeigen, eo in dies eine »ich! zu »nigebende Hrage." Mein Briefschreiber bät e :>eechl: den», beiibt der Habe wirtlich inen besondere» nationalen OH’ifi, weichr und feine sittlichen Tendenzen von nnm .'in der bestnuinende Einflnf, welche» v\»iael unter den modernen Pölkern anmnbt, diefelbe» mit Ent nativnalifirnng. Besint hingegen der H»de weder nationalem Genie »och nationalen Geift, was soll dann die angebliche „Berjndttng" der zeitgenössischen Gekllsäaft beinett? age - - warm» eo nicht eingefteln»? festeren vorgelegt. Sie ift eine der Heikelsten - und Berwickellsten. Will Einer ^sie. nicht nach feinem »'esallett oder feinen Pvrnrtheilen entscheiden, so dünkt sie mir nur ans eine Preise lösbar: man'ne'hmc die Schriftsteller, Rünnler, »'elebrten, Plülofophen und Politiker jüdischer Abstammung vor und feite, ob eo etwas ilincn "'emeinfamec gibt, was sie von den Schriftsteller», Gelehrte» t nd .'iünstlern demselben randem und derselben Heit unterscheidet. Ein '.Rettgieriger auf allen .Nttttsigebielett und bei meiner Gewvbnbel, fünf oder sechs graste rileratnrgebiete mir'als weltbürgerlicher! Dilettant des um nicht zu sagen diesem Geistemspiete, Habe immer für, was man die ver nennen könnte, grafte Porliebe gehabt: der grafte Reiz der- Studie» über ans- .Rniiftgefchichte. Mein Ztndienergebnift Hch habe inir diese^ Er seit sünszchir fahren dem zu dnrchschiveiseit, habe ich Weiteren mit dieser 'Arbeit, die Zeit vertriebe».' Heb gleichende Bölkerpsychologn em liegt darin für mich wartige Politik wie über in Betreff dem Znde» will ich ohne Pedanterie jmb wissenschaftliche Ansprüche zu geben .'ersuchen. Zelt werde mich vorzugsweise ans die .Künstler und Se:>riftsteller beschränken, und was Politik¬ oder Polkmwirthschaft »nd Berfailm, die Geldfrage, sparen. Erster Punkt: Hat di eigen ist'? Und, besitzt er Genie? Welche sind seit ifcrtieter? — Will mau Israel ein ebenso scharf a die hochwichtige »Trage unfern' Heit dem »ibelaiigt, für erne andere Studie ans r Jude ei» naliottalem Genie, dam ihin ein solchem, worin bestellt diesem jüdische e Hanptzüge und welche seine Haupt auf die Anfänge znrückgehen, so besitzt imgepräglem Genie,' wie dam römische oder dam griechische. Ten leichtfertigen Berlänerern dem Semiten zntn Trot-- ,ift Israel einzig unter den '.RAttionen 'gewesen. Em in lein .'iutu’t voll, em ift ein Sebervolt gewesen: seine Vivve» find wie jene dem Tobnem Ainom' von der glübenden >iol)le dem Eberttb m gekngf worden und baden für profane Tinge kitte Worte mehr gebäht. " Tie-Bibel legt von kittet» nationalem 'Genie Zeug»'» ab. T ie Poesie der »'ettesim in gleichwertbig mit der Poesie Hvmer'm: Zesoiam in ebenso nrsprünglich wie Pindar. Wenn dam strenge hebräische »'eitle dein hellenische» nachnebf, in erbebt em sich darntn nicht. nttnder hoch, aber em zweigt weniger Aet'te ans und beützt eine unendlich geringere Bcannigfaltigkeit und' Attzabl von Abnnfnngen. Tam bebräische »ü'ttje ist ans einen Bloek, jenen .kable» »vetien' vergleichbar, die in der Wünenferne anfragen. H» dieser Hinsicht gibt em nichts Abweichenderem von seinen fernen '.'Ihnen, den Bein Israel, als der moderne, io schmiegsame und bebende Jude. ■ •.Run haben wir hier gerade den »tödertten H»den, dam Huden tltni» »ttierer Tage, int Auge, dam ans dein Ghetto und der Talmud Thora bervvrgegangen, nicht dam antike Hebräeribnt», de» wildschenen röwen Hnda'm, den weder dam betbörende räch ein der Götter Griechenlandm noch dam Schwert dem Bötnerm zu zähmen vertttochl. ' Gibt em beute, »ach zweitanfend Haine» Hernrettuttg und bet der fortwährenden ge>ienseitigen Berührung der Eivilifationen ttnd Naeett, noch ei» jüdischem »'enie? .Hu em vorbattden, .io »tttst em tw den Tchriftstellern, den .'innftlern israelitischer Abkunft,,!» den anmgezeichnetett '.'.'iätttter» jedergrl bervortrete», welche Haeob der modernen Welt gegeben bat. Betrachte» wir dieselben eine Weile mit dem Auge' dem '.Ratnrforscherm, welche.:' die' Vebewesennach- Elaffeu ordnet ttnd nberichreibt: Väsn sich unter diesen Huden eine geistige Familie, eine Tveeiem. eine Abart bernelle», weiche sich von den übrigen zeitgenössischen Tttven nnterscheidetr Tel>e» wir, welche die Merkmale zn sein scheinen, die chre Eintbeilnng i» eine besondere Elask gestatten. Tbuebtu in diese Tludie verbältnis; »täftig .leicht, denn an Borwurfen-mangelt em »ttm nicht. Gar wenige Generationen zählt man, seit auf dam von HranP , reich gegebene Tignal die düneren tt'ltettotnatter» »nd verriegelten , Tbvre drr Hudengasfe gefallen 'ind, ttnd bereits bat sich eine : grost.- Anzahl von Huden Nr Hrantreich, . Tentfchland,. Tenerreich, s England, Hlalien, tRnfzland ttichl damit begnügt-, sich in den -Strafen | unterer Stabte wohnhaft zn machen, sondern bat die Vehrtanzeltt \ unserer Universitäten, die Buhnen ttnierer Theater uniT sogar* die : :Rebnerbiihne in unkreti poltlischen Beriamt»lnttgen beuiegen. Tiefer , nnerwartete- Anfschü'ttttg einer so laäge niebergebaltette» Naee bat sich mit einer solchen Schuelligkei.t vollzogen, das: HRanäte eine Art > politischer Wiedergeburt vor sich zn selten glattbten, wie beten i Europa mehrere im’-raufe dem. MX. Hahrbnudert begrtift hat. i Biele dieser Hüttgftfreigelasseneü haben frischweg ihre .'iräfte 'an . »ttserett,.Ritnstett, »»seren. Wisknschasten verfnebtr Böget, deren bläfig mau öffnet, nehmen einen so raschen Ausflugs „tan iah fie : v»n Zweig zn Zweig flattern auf allen Aefte» dem t'o dicht, i belaubten Banntem ttnserer modernen Enltnr, als wäre keiner! ihrem Hing zn hoch. Ties für sich in schon eine Tbatfache von Be dentnng.'Wie will man ttnm nachher glättbett mache», der H»de tauge : nichts für. nufere Eivslifation, ein Naeeverbättgittf mache ans dem , Semiten eine» Orientalen, welcher in unserer abendländische» i Enltnr zur tRottc einem einfachen Zuschanerm vernrtheilt wäre? Lkäntn befreit, bat der H»de in'dieser Eivilifation gleich ohne weiters seinen Platz eingenommen, einen nach der Meinung Bieter unter ttnm all;» anmgiebigen Plan. Merkwürdig in, das: dieser j angebliche Orientale für gewöhnlich im -Teeident viel mehr Er-

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