Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 64 (25.6.1893)
- Date
- 1893-06-25
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. «1. Freies 5? I a 11. Seite 7. einmal da» alle l'itb vo» Mi „Frucht und:l'id)iliDi|c", die natürlich a» dem ganzen ll«<|liirf schuld sei. Es sei nnS »ur gestaiicl, liier aus eine andere, am selbe» läge in Sluniurcrsdors abgehalicrre Bauctnve'.rainiulnng hirrzurvcisen, die den Wrmit> sür den Di jedermann der Landwirtlre iu ga»; andere», dem Herr» (Meßinnnn viel uiihcr stehenden Elcmeuie» suchic. Ferrc Slarrnnersdotser dauern elllarieu die Fidcie or» misse sür Fanstschläge ins Bauernarulitz. ivarulcu die Bauer» sich nicht veisiilireu zu lasse» von Lcuieri wie Lueger und Licchlensteirr, die ihnen nicht helfen könnlen, und bezeichnclcn als de» -trebsschaden sür die Bauern des 'Marchkelde»-jene Fwischenhäirdlcr des Wiener Marlies,, die in der Nacht den Bauern, eine Erricht nur Hl kr. abnehmcn, sie. Früh um kr. ivciler zu verlausen. Wir fragen nun Herrn Geßrnann, ob er, als er in Groß Elizeisdors die Fude»,alS die eiirzigen Feinde des Bauetnsianecs binsiellle, ^nv nid» über die Conseisio» und dis Parlcizngchvrigkeir lener Zwirchenlräncier nachgedacht hat, die cs durchaus nicht unter einen, Prosilären von -üri Pereent ilicur tönnk» L Diach drin Er »ne der Geßniaun'schc» Vliivfiihrimi^! beiuvjite V'nei;ei die heitere Pi, ec des Programme« und zeigte sich dabei nüeder als nnnber irosrener Meister der Telbstironir Ta aus dein Podium, wo er suche, Inrb der Tribun von Margarellren ait, sonst die Mnsilaiilen ichre Weisen spielen, so werde ein Wiener Wilürrgsberichlerstauer wohl über die Berianrinlnng unter' der» Titel: „T ie BradeI mir si la»len von Groß E nzer sdo rf" beriärten „Tbal'.rchlich sind rvrr auch'Mnsikanlen," riet Lueger, und wer» die Figur jener l-vliinüche» Musik,»»,'» betarrn! ist, die von Tors zu Bors ziehend, auf ihren schrillen Blechiustiniuenlen irnrner ivicder dierclben allen, nur sür das robesle'C l)i' be i edmeten, aber in die «''liedcr gehenden WeisenWnleu, der wird Lueger s Bergleich bochlrchst bezeichnend finde» ES sind immer dieselben Irrer und dori ansgesdrngpplen rrnd mit den ergcnrhirnilichen Tonichnörleln dez- „^churnarschi" versel>eneu „rliicleln", rvilche die Anlisernilr» spielen und »»» seit Fahr und Tag zur» Besten geben; aber in der Aeguisirion »ein» Prograininpunlie sind sie äußer st-n»gliidlich, io gefiel sich Vitfnei' in Eli oft Enzersdvrs darirr, den belannle», und nur durch äußere Umstände vereilellen WohUlräligleirsarl des Baron Dialhanicl Dioihrdrild al» eine „semitsiche Bosheit" gegei, einen hohen Anrainer hi,rznstellen Es ist ja sehr begreiflich, daß die durch »i>bi seniiliichen Einslnß bewirlie Bereilelnng de» semilischen Bosheil eines Mrllrorierrgescheriles den Aiiliienirlen jelir gelegen ist, solche werllliätige Diädrslcnlicbe n-äre ganz geeignet, das Boll über die Berechtigung des AiiiiserniiiSninS aufzuklären, Aber, jedestsitlls muß eine solch r -Irriik wohlibäiiger Adle sür edelurüihige Men'chensrennde äußerst ezrnuniernd wirke». Erreger achul aber gar nicht, »ui wie viel nachträglicher sein „christliches" Wirte» dem Bolle ist als jene semiiische Bosheil. Ter Anliserniten Ansfing nach Groß Eirzerstorf fand seineil Abschluß damit, daß'die div^» en gehalleucn und angehörlen Dieden mit reichen Mengen Bieres und Weines begossen ivnrden. — Mit Bezug ans die Groß Enzersdorfer Bersarnrnlnng erhallen wir noch folgende .-Znichri'l: Tr, Earl Lveger hat, als er in Enzersdors gegen die Fuden loszog, den Ausspruch geilran: „'Wir sind die Herren!" Weiß der Advoeat Lueger nicht, daß un'ere Wnmfjjcicljc leine „Herren" lennen »nd alle Staatsbürger gleich bereärligl eilläreu. (serviß weiß er cs, aber er will die Fuden ärgern und das Publicum, zu welchem er spricht, nach Art gewisser Bblkssänger dnrch Schuieidreleien captivirc», ,Tcm ungebilteten Manne bcrciiei es rmgeheures Betragen, sobald man ihm sagt, er fei der „Herr", Andere siebe» nnler ihm, namentlich wenn er anniuunk, daß diese Anderen, deneu er sonst vielleicht »in des lieben Erwerbes willen schön thnn »ruß, sich darüber aukl,alten rverpen, liefe genaue -iennlniß der edlen , Bolksrecle" und die Leiänigkeii. mit welcher er bald den einen, bald den anderen Siantpnnkt vertriit, sicher» ihm seine rednerischen Erfolge bei jenen -treisen der Bevölternng, deren Horizont ein sehr begrenzter ist und die in all ihrem Thun »nd Lassen sich von engherzigen Bor- »t'iheileu >md ichirödern EgoiSmnS leiten laue». «Aus dcin Ttkakringcr Bollsvcrcin.) An, 20, d. M. dielt der „>Tiiakri»ger Bolksverein" im Gasthanse „zur Bretze" eine Bersanuiilung ab, in welcher einem antisemitischen Bezirlsausschußcandidatc» her Borwnrs gemacht wurde, er habe alS Armcnrath am Christi HimnielfahriStage die Absihiebnng einer telogirten Familie veranlaßt. Tr. Lueger, der die Sociaidcrnokraien als Hand langer der „Fndenliberale»" hinstcllie, ivnrde vo» einem anwesenden Socialiste» der Lüge geziehen. Bei der Heimkehr a»S dieser Bersaininlimg widerfuhr dem Aniiscniiiensührcr ein Unfall. Bald nachdem er einen Einspäiuicr bestiege» halte, wurde daS Pferd scheu, Lueger ward aus dem Wage» geschlendert, und dessen» rückwärtiges Nad ging ihr» über de» rcchiei, J*uß. Fu Folge dessen erlitt er am Lchienbein und an der Wade B.nclschnngen leichter Natur.? (Schöncrcr cunkin Bcrgani.> Am 18 d, M. fand zu ,'trems im t'iasi, Hofe „zum goldenen -treuz" die angetündigle Wanderversammlung des Wiener „Teutschcn BolkSvereiucS" stau, der auch „deiusch nationale" Stndenrcn Verbindungen'anwohnten. Georg schönerer sprach, richtiger schiinpsie mehrere Slunden laug über die Preff-, Fenc liberalen Leitungen, welche er; in früheren Tage» mit Telcgraruuieu und Briefe», die zur Anpreisung seiner Thäligkeit tut Tienstc des Liberalismus besiiminl waren, überhäuft hatte, sind heule Herrn schönerer gründlich verhaßt. Zie haben ihn nicht zu schäheu verstanden. Aber auch den clcricalen Blättern gegenüber bewahrte er noch die aus seiner er;-- liberalen Aera datireude Antipathie. TaS Geschimpfe über liberale »nd clericale Heilungen geschah jedoch diesmal nur Mr Bollständigkcit halber, Fm Grunde ge nonunen rvär es lediglrckr ans B e rga n i-und das von '.Fudenbanleu" panschalrrte „Tentsche Bollsblatt" abgesehen. 'Was da schönerer vorbrachle, erinuerie an die 'Worte Heinrich Heiue'sr Jedes Won war ein -, .. . tops und lein leerer, Fn dein Falle Tärörrerer Bergaus. zeigt eS sich wieder deutlich, daß der Er Liberale Lchöuersr, welcher sich - einmal ans einem ebensaUS in xreinS abgehallenen der^ji liberaleii Paricilägc mit gewohnter Bescheidenheit eine» „Borlämpscr der Freiheit" genannt harte, die gesarnnue Presse, die anti jüdische nicht ausr genoinmcn, knebeln und die Freiheit .nur jenen Blättchen gewahrt wisse» »röchle, welche er r'outeniri und deren verilnchie Lchuldigleit e-s ist, unter alle» Um? ständen, ob-ichö», ob Äiegerz, sein Lob zu singen. jlBtllld drr LlNUrwirlilk.) ÄLie anS Berlin berichlel wird,..Hai der nach dein Nülli Tchrvnr der Eonservaliven i» der Tivoli Brauerei gebildete „Bund der Landrvirihe", welcher bei den Wähler, eine fieberhafte agitatorische' Thaiig? leit riitiuiitrll hat, eind Betslätlnirg ersahre». Ter allere „Tentsche Bauer»- blind" peirfiloß nämlich, sich ansznlüserr und rein Berrnögers an den „Bund der Landwirlbe" abznjiilrrcri, Fn der dieser» Berchlnsse vorlMgegangene» Tedatte rnnsirrn die Leiter des »cnen Bundes gegen den^Borwnrs, zrr wenig anlisemilisch zu sein, verrheidigt werden. Eine cigenihnrnlnlre Tlellnng nehme» die Leiter der drnlschen Toeialdenrolralen ein, Sic sind mit dem hervorragende» national? liberalen Abgeordneten Tr, Hainrnacher inioserne gleicher Mcinnng, al» auch sic in dein Anrin-niiiisnrnS nrir die, „Borsrnchl der Toeialdernolratie" erblicke», Macht »irr, sagen-idic soeialdeniokratischen Führer, die Bauer» antisemlknch, lenkt ter-en Ansrner Isarnleit ans , jirdiiche Anellenier", und wir rverdc» schon, dafür ivrgcn, drrß sie die „Ausbenler" auch a,rs den Reihen der Funker und Mnrker heranssinde» sollen, Fhr säet, wir aber rverdeü ernten, iGiiic Wälilcrvrrsaniiiiliing in Trmpclbiirst.l Ei.r^ inieressauier Wahl karnps hat sich um das Dien Stettiner wiandat zum deutsche» Reichsrag abgespielt, da nichl rveniger al» drei Anliienrilen gegen einander eandidirien, nämlich Herr Slöcter als Christlich-Socialer, ein Herr v, Herlsberg al« Mitglied de« Bandes der Landrvirihe und Ahlrvardt Fn den Beriarnrnlungen/ in denen die rsegrrer einander' dnrchans nicht schonten, rvurden hübsche Tinge zu Tage gesörderf. Besonders »rerIwnrdig gestallele sich eine Bersamnilnng, die am Bor abcndc der 'Wahl ir> Ternpelbnrg abgehalten wurde, und üben welche dcnlsche . Blauer wie folgt berichlen: Tag« vorher war dort Ahlrvardt mit 'Musik vor» Bahnhof abgeholt und in einer stark besuchten Bersainnilung mit großem Beifall ansgezeichncl rvorden. Seine Anhänger erschienen auch zahlreich in der.christlich iociate» Bersanunlung, Herr überwintcr (der einstige Wiener Geschäfts jocinliß und jclrige Berliner Gcschäslsanliscinil) begann seine Rede mit der Erkläriing, er könnt nicht, wie Herr "Ahlrvardt, billigere Schnapspreise sten Liter zu '.T> Pjennige») in Aussicht stellen, die Christlich Sociale» seien auch außer slande, die Wähler nrit Freibier und Freicigarren;» bewrrlhe». Seine Partei ichrneichle nicht »ach oben, aber gewiß auch nicht nach nute» den niedrigen Fustinetrui der llnwssscnde'n. Fm Lause seiner Rede berührte auch Here Ober rvinder die Stellung des Herrn Hor'predigerS Ttörker zur Ha»dwerkcrsragd7 Diichisdesloweuigcr fand sich Fernand, der unter den, stnrruiichen Beifall der A» Hänger 'Ahlrvardt's brchaüpicte, HsLr Hberwinder habe-die Handwerkersrage nicht erbrieil und nicht enirnal seine'Meinung geäußert über den landwittlischasikichen Eonirunvcrcin in Dien Stettin, Diach der Dlbsertignng des Jnterpellanken fragte - »ran sich in den Dieihen der Christlich-Socialen, wer wohl der Wortjührcr der Anhänger Ahlrvardt's gervcsen. Tie Antwort gab der Landrvirth -truck, der. sichtlich enirüstet, an de» FnterpeUanieri die Frage richteier „Sind S.ie im Be' sibc der bürgerlichen Ehrenrechte, da Sie utehrsach bestraft mitibeii V" Herr sirucl bat die BersEinelteir, die Thatiache, daß ei» solcher Biann nnler Beifall sich ' als Berireter der Teiupclburger 'Wähler geberbet habe, durch ein Hoch aus Stöcker vergesse» zrl?r»acheu. Und nun erfuhr mau aiut)' — o, Fronir des Schicksals! -7daß der erwähulc streitbare Worisübrer des Herrn Ahlrvardt iu Ternpelbnrg ei» Fudc ist und Fclir Abraham heißt- — Tic Hilfe.von Inden, die ans ihrem inorali'iheu-"Jiiieau riehen, vcrschstiähcu weder die Stöcker, noch die 'Ahlrvard:. 2\us antisemitischen blättern. c Historisch Heraldisches Es ist incrtwürdig, was Alles in Gottes Welt die allerhöchste Nirgligde der Anliiernilen zu erregen imstande ist, Taß eine ''ogeiiannie „politische Partei" die Balmaregulirung bekämpste, daran ist^zrini - mindesten nichts 'Absonderliches,' aber daß sie nun, da die Borlage gegen ihre», Willen dnrchgcdrnngcn, ihr Müthchen an den in Folrp' der Balntaregnlirnng ncugeprägtc»'.Münzeri rtnslässc, ist doch mehr al» komisch. Es ist ganz rrn'agbar, mir wie wenig Wi|> und viel Behagen die Hcve von alle» Seilen gegen die armen unschrrldigen DRünzc» veranstaltet wird, Tie „christliclren' Antrseiniten habe» die überraschende Entdeckung gemacht, taß.von der österreichischen .strone — wahrscheinlich ans Betreiben der „Fnden" — das -irenz brnwegeSeaniolirt worden , sei Taß diese- -irerrz in Wirklsilrkeit durch eine große Perle gekrönt ist, welche aus der Prägung der Münze über Pein winzige» Arenzche» dominirt, genirt »alürlich die großen Heraldiker nicht, Tas Ergötzlichste leisten auf diesem Gebiete