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Freies Blatt · 1893-03-26 · 51 (26.3.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
51 (26.3.1893)
Date
1893-03-26
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Seite 1". Nr. 51. Freies Blatt. Cftmarf Nt-J Cfir uidit verschlrcßen. Um« „rein national erziehender Tkialigkeik" ist allem Anscheine nach ker Briefwechsel mit Giimnasiasten und der Ans tausch von Trahtgrnßeit mil straminen Löweiibrän-Trinkcrn. ehrenfesten und wohllionortgen Jünglingen zu verstellen . <'.,lntiicmitiidir Struerüfltiftif.I Man schreibt uns ans Hiklzing: Tas Trgan kür Wahrheit und Eorrnviionsansrottiing in der Linke» Bahngafie siebt sich in der Rümmer vom leinen Sonntag bemüssigt, eine von Tr. Set die in der lebten Plenatverkammlniiq de-; soitschritllichcit Bereiues im XIII. Bezirke gelutlteite Rede als ..Be>ürwortnng von -Steuer Erccniioncn kestzimagelu". Tic aniiseiuilische Schneckenpost denotbiglc volle vierzehn Tage, um den tJ3,vj von Bogltcntber's Casino, wo dtese Betiatitmlnng stattiand. bi-; in die Ltnke Bahngasse ziirückznlegen. ein Weg. den selbst der „berüchtigte Reizes" in kaum einer Stunde zu machen vermag. Tder sollte die Schristlettnitg Bergan,'s vielleicht auf das schlechte Gedächmiß der Theilnehmer an dieser B>-r>am»tlung speetiliren? .Es bat käst den Ait'chein. Tenn auch diesmal verfährt das „Deutsche Bolk;b!att" entsprechend dem Wesen seines jebigen Inspirators: „Biel Mund, wenig .-ieltilliiiffe!' Ter magistratische Bezirksamtsleiter Tr. seltsam von Hteving wtistte an jenem Abendees war der t>. Mär;, das Märchen von der Stener'chraube, welches die, Antisemiten in ker lebten Landtags<esston in alle 'Welt hin,tnsvo-atm!>-it, durch unansechtb tre siakisijiche Taten .zu widerlegen. Esse i nicht wabr. eonstatirte Herr Tr. Seltsam, daß die von der C*ro6coniinnnc Wien gebanddabte Stenereintreibung die Bewohner der ehemaligen Bororte derart iuiittrt habe, daß sic keinen ganzen Rock mehr am Leibe hätten. In s Galizier b,-tragen' die Sletierrückstände *10 Percentj in Eislettbanien durch i 'chltitiltch 12 Be-.eent. in den alten Wiener Vororten 2 Pcreent TaS fei j gewiß rfn ,>eichen wtrtVchastlichcii Wohlergehens, lind als Tr. Tugen dbak! erüarte, die-e.Zt'se.n be-.rei-ett mir die Ver-elitedenhett in der Art der Steller -etntreibttitg, da crbod sich Tr. Seidler zu etuer 'chnetdigen Replik. Gewiß l -pra.lie eitte wich- Statistik lür Wohlstand, denn luenit maw in Galizien die I Stene.lt noch v strenge eiilpitretbcn versuchte, aus weniger als .'>0 oder, l l"■ chereent würde man die Rncksiäigde doch Nicht zu redneireu vermögen. „Bon : tiwe.en Behörden aber eine st--che Larven verlangen. daß sich auch bei uns die ■ Sttaerrnctstände auf «'->» Percent erl'rk-en. ist ein-ach lächerlich: die Steuern lverdett doäi in et kt er Litue vargekäui. gen. um gezahlt zu werden." lind darin wütet» die Herten ..dte Be-üruorttmg der Steuer Ereeniionen". Es ist doch was Säiönes um die Ratreiät eines glattbigen Geminhes. t-'>laubcn müssen die Le-e: des .. Tentkchl-It Belksblaites" allceditigs -ehr viel. l„Mit vereinter >raft "i_ Im XVI. Bezirke besteht ein Bereit! „M i t re re tut er .tra-t", der es sich zur. Ausgabe gemacht hat, alle iorlichriltsiebcn Elemente zu vereinigen und den deitructiven und zerselzenden Elementen im j k.Be:trkc „mit vercinier Kiaffeinen Tamm entgegenznstellen. Diesem Bereine, , n e.äetn zalilteiche, den bcfteit bürgerlichen .trei-cn angebörige Bewohner Sttn!!i•:■■■; nnarl.ist all.tl der Bezirkd.t::e--'chttß und Schttlimachermcister Herr a-'va.d Pavenka. ein all-etts beliebter Mann, b-igetreten^und baVauch eine All-;-.bl-ßste!l.- i:n Bereiite ..Beit vereinter .'ira't" angenotttmeit. Tie Anti l -'. 11:::, II. tv" ti ., -.1: H.-riit Pauenka;n den Ilwigett zählen zu dürfen. n-a-.c.!--ar:'tp-". «•pt-.üü.-t. und naa ben.t1-.^ tut -.Rüster machten sie ein,-it Bersiilli, Hör-.:- I-,t 1 ■nfa;ä;:,tteilt und ihn >'0 m t--.aitla-sen. ans dem Ul-otalni Br: rn e a: Ter I mit, get siliäte Agitator in Herttäls und Cttiifitita, Ir Ba111 st 1. 'üblte it -'--nder,- den Berti' in siär. Panettka tunt 2ltt11 ■ 1:tit:ü 1 nnv;-.t bt-rrbf,- :t; in .--.v l.m ■ -n E.-v.-i-reiit, der auch itiehrere atttlsemiti-'che Retalul-.i anwobttten, machte man. „mit vereinter.-traft" alld An 1 strenanngen. He. ru Panettka von d-m Bereine „Mtr, vereinter .-irasi^ ab-! zubting-u. Als dies'in dte-er Eottsercu: nicht gelang, griff man zu einem Radie.itmitte!! In dem aunfemiki'chen B-zirkebiättchen von Tttak'ttig erschien ' eine von Panettka unte--chriebeno Erklärung, in welcher derselbe sagte, daß -er ,licht Proponent -des Bereiues ..Mit vereinter .-tra-t" gewesen fei, daß er dem Bereine nicht ang.-börc nttd auch nicht angeboren wolle.' Ticke Erklärung litachie im Bezirke nicht mtt h.-i den Mitgliedern des Bereiues „Mit vereinter .-tr-a't" großes A.ff---!e». '--virman ..laubte. daß dieselbe eine wahre . w'd echte kei In Wirklichk-it aber -ch e'nr es mit die er Erklärung eine ganz : merf-tartige B-lt.rnetittfi zu haben. Herr Adolf Swododa niimlick, der Tb mann de« rolttt-Lett Bei.'üies „Mir vereinter .-trmr", erhielt -am H. d M nach st eb en d e o S ch t e len: Eller Wei l geboren! Aut Ihre -'chrtstl-.! e Autsördertmg, mitztttheile», ob ich die Erklärung int „'Belke! et. tl" rem 2" Ielvnar l >!'.'! iliuel'ä'rieben habe, erkläre ich, tim der Wahrheit die Ehre zu geben, daß ich diese Erklärung nicht unter' schrieben habe, was mir wohl auch die Redaclion des geitaimten Blattes bestätigen muß. Auch Kille ich zur .sienulniß zu uehmen, daß ich mich in Hinkunft von allen politischen Angelegenheiten sernhallen will. Mit der vor züglichstcn Hochachtung zcichite ich ergebenst Eduard Panciika. Angesichts dieser zweiten Erktäruiig wäre eS wirklich interessant, zu er- - fahren, wie denn eigentliä, die erste Erklärung des Herrn Pauenka in daS antisemitische Blättchen gekoitimeti ist. Sollten die aiiliiemitil'chen Bezirksmatadore etwa „mit vereinter Ärast" und in purer Bergcßlichkeit cigenmächtrg den Rainen Panenka's inner die fingirle Erklärung gekeßt haben'?. TaS wäre ja eine ganz nette Fälschimg. (Bewußte UitwahrhrikI Tie Passaucr „Tottau-Zeituttg" wirft dem Abgeordneten Rickerk vor, daß er immer die Juden verherrliche und die Ehristen schamlos schmälie. ES ist dies eine bewußte Unwahrheit. In keiner Rede Rickert's, der allerdings einen anlisemilischku Angriff nicht vornbergehen läßt, ohne die Herren Aiitisemilen gebührend zu züchtigen, findet sich eine Auslassung gegen daS Ebrisienthnin. Wohl aber bekäinpfen antisemitische Lrganc, wic^die „Deutsch socialen Blälter"und die „Westphälische Reform" fast in jeder Nninmer zn Ehren Tuhring's die „palästinenffschc Religion". Briefkasten. - 2 H, Rnüolssplaß 10. Besten Tank. Wird besorgt werden. P. 2 . Wicöcit Ti« Herstellung einer Bcrbindnnq zwii'äten dem Ritck trittc des Tr. Smolka und der Bernfniig des Irciherrn v. Ehlnmecky zum Präsidenten des AbgeordnctenKaiiscS einer- und der Geiieralversanimlting des Bereiues zur Abwehr de« Antisemilisinns andererseits vcrrälh echt antisemitische Logik. Ter „mehr als fünf Spallen lange Aerger des von der Zwelllcr Gemeind,-Vertretung gekeniizeichncten Individminis" ist nbrigeitS nur ein fünft sicher. Er simuliet, tim die — „Kargheit der Rergler" zn vermindern. I», »irkMS- Eirvcrstandcn, aber Borsicht angezeigt. G. T., Ried: Ebenhoch paßt eben in die Gesellschaft von Psenner, Latilllka, Schneider und Lueger. G.. Wschkrau.. Ten Beitritt belreffettd: Ja! Bon der bewußten Angelegenheit wolle» wir vorläufig keine Roti; nehme», ersuchen jedoch für den Iall, als sich etwas BeiondercS ereignen sollte, uns hievon Dütlheilung zu machen. Oeffentlichc Bittc.l Ich Lndesgcäerrigrer riclike Ijtcmit an die lierefiriicheii Teser diese? Blattes die Birre, inicli au? memer .llorlilage zu ücfrticii und nur zu einer Bescliätrirtung in meinem S-rlurrlic als Tatclteriiäclter oder al? T*irnrr zu utrljtitrti. Ich dm a« Iafirr alt, ledig, des Xcfctts und Z>c1irridrn? in drsrlieidrnriii .Matze linndig. vielen Xesern des „ävrcieii Biacres" )uird meine Lage »ich! tmürnannt fein; ich bin ent -Opfer icnrr Aorlairrfornt, wrlchr man dir „rlinftiirtie“ nriiur. 5fu? inrtnrr ncmiätDijniicnibc L’ärtbrrij tu ^mcrinarli natu ich n.-.cli IDirn, um mir Ijtcc entt itttittrn faljiglicitcii rtirt'prrchrudr Stellung zu üerfrtjaffen. Unijtücliiulicrlunfc war dies dar den Nrichsratliswaljtni der Fall, und »irmr Uiiltriiuriiltz wurde m feiiiuatjiieliiler iPrifc atioijcünirrr. Man . marljrc mich zu rincni Tlrinnigslirrausgrdrr. örffen X-iatt .drr damaiigrn Laudidakur drs I?r»izrn Xirchkriistriii in Urrnal? ztiiu.Hirgr bcrljciirn und gieicliznrig den cliristilchrn L-rwrrdrrreidrndrn MirnS ifirr Xagr verdrft'rni faiur. Orr Oriiiz wurde glürlilich grwäljlk, de» Orwrevetreiuetiben irbodi wring ijrltoitcii, ielt aber ttam um mrmr ganze liade, tun etwa ir,oo ff-, ein Betrag, drr bri uirmr» Dcrljaltnifftn zur Begründung riiirr anständigrii Bristrii; K.nrr au?rrichril Iiönnrn. Durch Srialirniig gewirztgr, waenc ich Iiirmir Irdremanii, den Xochnngrii solchrr Vollisbegluchrr, wir diciringrn warru, druru ich znin Opfrr i ür1, zu kolgru. und wirbrrliolc dir Blkkr an fiochlirrzigr .Mrufchcii um eine eijrtteiie Arbeit. Ich ftljc >rrzl Klar tut, balz nur Orluitfeiuofirjlirit ans'mir rinnt Lrirutigslirrausgrbrr machni liountr. Dazu war n»b bin ich nicht brfafiiglz ich fiabr aber ötc frftr Urbrrzrugung, bafz ich »i meinem Drwrrbr ober auf rinent Dirncrpostrn irgrnbwrichrr llatrgorir, iiiogr ich nun zu Borrngängrn, als Austräger und brrglnchrn brr- Ivrnbrr wreben, die mir grftrlllr Aukgabr zur Lufrirbnilirlt niemer i-onncr erfüllen luiirbr.' Jliiton JDancIi XVI., Bruiibftrliigafir .f)r. li, £ljür .llr. 4. Britrillscrttäriiiigcn Zum „i-frcin zur Abwehr des Antisciliiki-öiilus" werden eiitgklicngnioiniiicn im Sekretariate des Äcrcines, ' Wien, I., Pariscrgasse -t. AbönneinentsanuielLungcn aus das „ifrrit Blakl" nimmt Die Admiuiklratioii, Wien, I-, Scilerftätte 10, jederzeit entgegen. Ebendaselbst werden auch einzelne Rnmmcrn abgegeben. Peobciinminern zur weiteren Bcrdreitung des „greicu Blattes" werden GesiullungSgenosseu auf Äerlangen bereitwilligst zur Beifügung gestellt. Herausgeber und verautwonlicher Redakteur: Ernst Victor Zenker. — Druck von Lh. Reißer & M. Werthner, Wien.

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