Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 48 (5.3.1893)
- Date
- 1893-03-05
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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?cite 8 Nr. 48. i ■Jtnu'cintU'ii corrigirin iitlinn Die 5(ra;:ad)t'n. und das obgeiiaimte Wodi.n blau bringt >o>z ar "bäs -'i miflftittf Ausland,', in Die römische Bankaffaire 'hiDen ',u ivnlfd'trn. Weder die Judensdiast, noch irgend ein Jude hätte mit derselben das (üeringsle;u fit affen, aber Sie „tn'ltii'ifleir Fragmente" iefjeit in die lln ivinenbeii des t-nblicum?. auf uv lebe# sie es abgeielien fi-ibf n, »nbeiireiiztes i:erlraueu und idnfiNn gan; imgenirt: „Die christlichen Dreipnnkie Brüder * sind ifiren iiiDi'.tien Miibiüdern wieder einmal gründlich aufgrftnen, und das ilalieniiche Bolk wird die Zeche befahlen muffe» " Wurde man an fiigni er .fiiiten. ’O iviire Die 2terbliditeit unter den Antisemiten sehr grast. Vilir nicht christlich. Die „lliiveräälsditen Dc„lsd>en Worte" .'iiiileu den Berliner „Burfcheufdiaillidieu Blatter»'' den offenen Brief eines gewinen Iaeckel au den Professor Jr. C sthoss in Hidelberg nad), weldier Den Aiitiiemitismns in Der 2mDeuien'd'aft als ein GiA br,eidniet batte; ivaliren aber ibien levigen Stanfpuuft in einer AiimerkiNig, - welche dem „christliche» Aiiti>emitismns" Die Lanctio» versagt, trau Der aus Pohrlitz berrührenden 2d'wie>'igkeiien Den aus der Racentbcorie brrubenden Aiiti'kinitismus für allein- 'eligiiiad'euD ansiebt und littt den Worten ’d ließt: „fiine 'dfeiorm der rrid)»^ deutsche» Bur'd'eiischa't im 2Mine Siüdrv'? B .wäre gewiß geradeso anti .burscheiischanlich wie die beutige Berjudiing Die Burschenschaften des ReidicS innsseii in Diibring sd'em Geiste aittt'eintn’d)_icfcrtmrr werde»." Irin ft hieß es: ...-bviütidi aermaniidi", ict«t: „nur uidiPchristlich. foiiDent b:ost germanisch". l’iit der Zeit werde» die „Unvei'alschieu" vielleicht ebenso wie >et>t das Ehristcntbii!» •tuefi das i'tennanentbnm ansgeben. V-,i i,-:ad-K-tat! I Lninpatliieknildgebung. > In Brünn wurde-im vorigen Pconale ei» ndi'dirr Fabrikant eiinordet. Da» „Teutid'c .Pottsblatt" drückt den Bcoideru 'eine Lmiivaibie an». zwar »idit diteet, den» das könnte der Staatsinwali kr»»,», nebnien. webt aber dadurch, dast 'es fid, über^Brllnner Hilden, denen Drobbiiefe ein g-'idies Zchick-at änkünbigen, überaus tilsiig madit. Wie , nennt inan ein 'clches Borgebene Antiieimtifd) iMlidchenbiinülcr. Die Angabe des Wiener l'üaciiblaiies, dast Mädchenbandle,', denen die Polizei inJägerudorf auf SieSvnr geloinmeii ist, Hilden .:» 'eilen, ist eine Teudenzlüge. Eine Berichtigung des Bürgermeisters Dr. Hir>>h : .oiistatirt. dast a>r Dn-iev Aüairc fei» vniDe beibeiliflt fei. Das i'ügenblatt. niemals! um eine An»r'iud,t_i'. liigen, macht nun .'eilten feiern weis, dast ein iu Preuste» "befinDlidiei' isfefdijitcfvennD D#r Pc.idd enliändler ein Jude fei Bekanntlich batte { es seinerzeit auch den Svion Hendäigern zu einem Juden gemadit, ebeii'o l . Den ,"vre:inD des Veriu .'(»ob, Den auti'rmitpcbcn Adrocateu enst Haida).! 'Ein D)i Cdltll f cbl f r.! .Ins Dar in st a D I schreibt man uns: Dem einen; u.rillen ,,'li ei di» b e r o 1D" ist wieder etwas pcimrt. Da er wobt nie wiffentlidi lügt, »'o nriinen wir anuebmen, er sei belogen worden. Schadet nichts, wenn , üdi nur gegen die Juden Eavital ans den fügen schlagen lästt. Fand da kürz-! lich liie-r bei einer Reibe wo» Gc'diä'ten eine Revision der '"ewichte statt' j ■j.'iti winden bei DieVm Anlaß mit Stra'm.iuDattu bedacht, weil Die ^emiditc indil stimmte». Bs> einer— natürlich jüdiidicu —.Firma, H Bodenheim er, •eilten Die Dineienien bis — sage und 'd,reibe — ad)t P-und betrage», llnev I'öU, aber audi —' umi'abr! Denn nach verläßlichen, von Jbiem Corre>po»de»ten l eingezogeneit ErknnDigiiiige» betrug Die bödiste 'estge/iellte Dinere»; bei Bodcnbeimer I" t'namm. 'I1 eitel » Berichterstatter bat sonach einen kleinen Jrrthum begangen: denn da nach ADam "Riest Pfund 4nO" <stramm ergeben, bat er stch offenbar nur im das .Hundertfache '.'errechnet. Aber noch Ems darf nicht rerukwiegen werden: Die '.stichbeberd, bat Hiirn Bodenbeinier aiisdrückiich de. stcheiiiigt, dast.eine betliigerisdir2'.'tbstdit ran feiner Leite nidit staltgesniiDen habe. RiematiD wird i'.i ed tn, dast der „Reichsberold " den Dbatbestand riditig stelle» und überdies die noch nidit nambast gemachten l?il> Firmen iwobt lauter indischei ^i.i.titraglidi bekannt geben weide. Herr Böckel ist ein Ebrenmann, fein Blatt gebart zu dem Besten, was auf ionrnalisti'chem Gebiets eristirt: darum iriid wob: die nächste Rnnimer die Bertd'tigiing bringe», sonst könnte er ja in de» Beidadn tennnen, ein ganz gewöbnlicher Ebrab'dnieiDer;» fein. 'stikciSlv.' 'Wie baben 'd'o» wikderbolt Über die rarortstisd'en Anfälle von :'l »li'emitismlis beiiditet. von denen das jonrnaiistische .tind dDs Zuden ,ig„az 'luranda zeitwiina .u'al!e,i wird. Nenlidi schiencn sich Die „(srenzboten" m wenig erbolt z» bab.u, indem ne den •A»ti>emiie„. wie beridnet, einige 'a.Rii'gsvolle ^nsttritte verset.-ien. antilemiiischei, fager fand mau dafür •'.bei eiii't Berständiiist, 'eingie vic^mebr Die „ Londerweisbeit", Den „Macht l'aste.ien" und Die „Ldinlmeistereien" Der .stsfrenzboten" barfdi ab. 'Auf Die Blatt. gcüne» Heslc blieb Da» nicht öl>»e Eindruck, und zur Bekräsiignug ihre» flehende» zuiroo i'irtsr rirgu» stellen sie sich wieder breitspurig auf den Raceiistaudpnnkt. „tsleradezii nnglaublid>", rufen sie „ist die sturzsichtigkeit, mit der heute noch erklärt wird: Entweder ist Jemand ein Jude, dann ist er es eben: oder er ist Ebrist geworden, dann ist er eben Ebrist. Tie Taufe ändert bod) die Rare nicht." Es zeuge von Berbleiidnng oder Heud-elei, wenn mau gegen de» ÄntisemitismnS fei, als.ob hie ganze antifeinitifd)e Bewegung lediglich der Ausflust schlechter und gemeiner feideiisdiaften wäre. In ihren lohte» AuSlaffnnge» gegen den Aiitisemitismus hatte» sich die „Grenzbote»" dahin geäußert, dast jene Jude», die »»» einmal im fände feie», nicht abgestoste» werden dürfen, sondern vielmehr. von der deutsche» Ratio» absorbirt werden müßten. Tiefe seien be»tfd>e Staatsbürger, zum Theil sogar vortreffliche deutsche Staatsbürger geworden und müstten als solche mit allen Rechten anerkannt werden. Heute verwahren sich die „Grenzboten" feierlidi gegen die „Uiiversd>ämtheit" der „jüdischen" Zeitniigen, die sidi.anmaßten, im Rainen des deutsdie» BolkeS zu sprechen, fid> in alle djrifilirfjcn Angelegenheiten inischten. Die sie nicht» angingen und von denen sie nichts verstünden, ihre besondere» Jntereffen für die Teutschlands ansgäben und Jeden zu sdimähen wagte», der diese Gemeinsamkeit nicht anerkennt. Rid>iS fördere so sehr den Antisemitismus als diese Unverschämtheit, und die Deutschen würden sie sidi wohl nicht mehr lange gefalle» lasten. „TaS schon oft Ansgesprodieue »mst so lange wiederholt iverden, bis es Dir Blut und Saft dringt," Heist! es schließlich mit nicht »lißznverstehender Beziehung aus unsere Bewegung. „Erreid>e» unsere Gegner mit diesem Mittel, daß nur zu Biele Wirklich meinen, es fei ihre Menschen, und Bürgerpflicht, gegen ihr eigener R.dit und Wohl zu arbeite», weil and) so große Patrioten, wie die Herren Richter »iid Bird>ow, dieser Ansicht sind, >'o wird es and, wohl der Ausdauer gelingen, znm Bewnßtsei» z» bringe», daß es Selbstverrath ist, dem Feinde die Mittel znm »kriege zu liefern. Wer durchaus indisch werden will, dem muß man ja seinen Willen laffen. Aber frage sidi nur Jeder und beantworte stich ansriditig die Frage, ob er das will." — Daß die „Grenzboten" die Tugend der Ltandhafiigkeit, weld>e vor Allem eine Zier des dentichen Mannes ist, besitzen, werden sie wohl selbst nicht glauben: aber sie sind darin dem Übrigen antiseniitiiichin iüeliditer gleidi Andere» Waffer predigen, selbst 'Wein trinleii! Tie Dngeud und das. Teutschthum im Mund, »idit aber im Herze»! Bnefkrlstr'kl. R. £lOfarinliitferftrape: Sie beklage» sich, vo» einem antisemitische» ^ocialreformer beschwindelt worden;n fein; warm» kaufen Sie bei Antisemiten r » Fräulein L. R., ^berdöbliug: Unsere» Informationen zufolge ist Herr Paul Leegner, Lbman» des Jungaeselleneliibs, ein Man» von entschiede» fortschrittlicher Gesinnung, u»d sind die von Ihne» erwälmteu Ausstrenungeii »idits Anderes äks gehässige Erfindungen. I»., sirems: Es scheint sich wirklidi so zu verchalten, wie Sie vermutheu. Auch die Albernheit, welche sich darin kundgibt, daß ein Erwachsener es dem Rector der Wiener Universität veriibelt, den Anid'lag jener »»reife» Stylübnng am sdiwarzen Brett nicht gestattet zu babe», grenzt schon an Irrsinn. Der Düsseldorfer Stadtvertretniig wird diese Ziistiminniigsknndgebnng »id,tS weniger als erwüiifd)! fein. Im klebrigen rufen wir auch Ihne» zu: Vivat k>'<,»c>po! 3ur gefälligen öenchlung! Tcr erfte Zahrstanq des „Freien Blattes" ist durch iiiiser Burcail flcffcn Einscndiiilst des hcrabgescutcil Preises von ö. W. st.,I.— oder 2 ftroiicii statt ö. W. fl. 2.50 oder «roimt) jh beziehen. ' ■ Wir erlauben uns darauf anfinerksalii zu inachc», daß wir bei llcbcrstndunsi von Aboiineniclitsbetriigen zwar Postmarkcn, nicht aber Stempel an bieldcSstälf annehlnen können. Ferner er suchen wir dringend, sowohl bei Ahonnclnents-Anineldungen als Neclanlationen Llame «nd Adresse (besonders Ort nnd Post leserlich zu schreiben, da wir sonst bei bestem Willen nicht in der Lfage sind, eine Berantwortniilz für nichtbestelltc Ercinvlare zn nbrrnehmcn. Die Administration. Britritlserklärnnizen znm „Bereiu zur Abwehr des AntisclnitiffiniiS" werden elltgegenstnioinincil im Lccretariatc des Bereincs, Wien. I., Parisergasse 4. - Abonneurenlsanmctdungen auf das „Freie Blatt" nimmt die Rdmiitistratioii, Wien, I., Seilerftätte 10, jederzeit fentgege«. Ebendaselbst werden auch einzelne Nummern abgegeben, Probennmmeeu zur weiteren Berbreituug des „Freien Blattes" werden (tzesinnungSgenosseu auf Berlangen bereitwilligst zur Berfugung gestellt. HsrauSgebcr und verantwortlicher Redacteur: Erlist Victor Zenker. — Truck von LH. Reißer & M. Werthner, Wien. I