Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 47 (26.2.1893)
- Date
- 1893-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit* 8. Freies Statt. Nr. 47. fpiiibt, in Nti'auf zilrückzuführeii, das; ritterliche Antisemiten die Verbündeten einer in den wohwer diente» Ruhestand versetzten Eourtisane ivarcn, alS diese in ihrem und der Bliiidesgenoffe» Interesse mit einem Erprcssimgsversuch eine kleine „Locialresorm" eingeleiiet hatte, die allerdings kläglich scheiterte. Tie (»elchichtc von der Art, wie die srauzösi'che Fabne erobert wnrde, ist eine alberne Erfindung, welche man nur dem jeder Bildung baren Mob als Wahrbe't vorietze» dar'. Tort, wo sic erzählt wird, ist sie an richtiger Ttclle, „ud.rS ivare eine Geschmacklongkei,. üe erst des Eingehenden widerlegen zu wollen.^ Fürst Bispiarck bezeichnete in einem an die Familie Bleich röder gerichteten Beileidstelegraiiim den Berblichciren alS seinen Freunds Wenn heute der eine oder der aiikerc Anki'emilenführcr, die in ko widerlicher Weile dem Alt Reichskanzler gegenüber Speichelleckerei betreiben, seinen Geist — >it vi-niu v. i i.o auslianchcn wllle, dann würden seine Hinterbliebenen 'sicherlich einer selchen Ebre nicht lheilhaftig werden. ,Nicht vholograpbirl.I Tie „Unverfälschten Teuischen Worte" ichreibe» , Tas „Tenl'che Bolksblait" schrieb kürzlich, daß alle die bestochene» 'ranzosischcn Tevulirleu. noch als Ehrsniilänner hernmlau'en würden, wenn als Beweis nicht die pbolographirie Lbeckline vorliegen würde. Ta die trifte der Tummen, die Bergani von einzelnen auti>cmiliichen Abgeordneten erhallen 'oll, damit er deren Reden in seinem Blaue abdrnckl, bis heute »och nicht pholo ararbirl wurde, lanu Bergani Jeden ganz kühn einen Lügner ichimpsen, der ihm vorwii'l, daß er sich nir den Abdruck antistmili'chrr Reden in seinem Blaue bezahlen läßt iTcr antiscmilischk Ncvolvcr.I Tas von der Linken Bahngasse an-s 'ein klmve'en treibende Amnenülenblatl drolne neulich dem Wcin'chänkcr Anton .Baumann, der dieses Blau in 'einem Locale nicht an'legen läßt, Ntmit, daß e-s il'ii bei der Wahl, wen» er sich wieder um eine „EhrensteUe" beivcrbcu i.-Ure. bclämv'en werde. Run sucht es den „Linden" Wrrlb von der Rothe» lburnlnraße zu einem AoonneMent zu vriüen und bedient sic!> zu diesem Zwecke 'eines Revolvers, nämlich 'eine, „Anlworlen" auf singirte All'ragen. Es sind ut onc Er'abrnngen, rvelche der „Tchornaliü" aus Tolee der „Teul'chen Brene" aus purer I-reuiid'cha'l anbot. illnvcraniwortlich ' TaS Troppauer Apliseuiile'ublätkche», für welches in uiiveraniwoillicher Weist ein juugcr Mensch, dem ei» journalifti'ckser Forl l iidnngseurs 'ehr noibthale, als „Beranuvorllicher" bestellt wurde, erwikeil aus uiistre tem'elbcn geividmeten Beinerkungen: Gau; abgesehen davon, daß dessen Re u stärker hätte nach obiger T-uelle durch »nverzeihlichc Unachtsamkeit de» Tod einer Wöchnerin herbeigesührt, der er nnmiltelbar nach Bornahine einer Leichenseclion Geburtshilfe geleistet, obwohl er sei» Ehrenwort gegeben, an einer Leichenscctio» nicht theilgenoinmen. zu haben. Wie wenig indeß der Fall für antisemitische Zwecke geeignet jst, nnd wie er nur durch vollständige Entstellung der Borgänge dazu verivendct werden konnte, erhellt ans folgender authentischer und aoteilmäßiger Tarstel Iu»g des Falles: „In einer Berhandlung, welcher der Assistenzarzt Tr. Schaffer anwohnle, winde nach genauer Unter sttchnng der Sachverhalt dahin richtig gestellt, das; dem Renstätler untcriil 17, Jänner d. I. vom Geheünrath v. Winckel u. A. bestätigt wurde, daß derselbe am 6. Jänner keine Wöchnerin, sonder» eine Kreißende untersncht hat, daß er weder an dem Tage der Untersuchung noch vorher eine Sectio» gemacht hat, nnd das; die Uiitersuchuilg der streißende» nach vorheriger TeSinsection unter der Aussicht des. diensthabende» Arztes und nach de» strengeu Borschriftc», die vor und in de» Äebärssäle» angebracht sind, auSgesührt wurde. Inzwischen war der Artikel iu der Nr. 15 des .Bayerische» Balerland' vom 1!'. Jänner erschienen. Ta zu diesem erhebliches Gewicht daraus gelegt wurde, daß Rcustätter dein gegebenen Ehrenworte entgegen sich mit Leiche» beschäfligl habe, bescheinigte Tr. Faltin dem Reustätlcr uitlcrm Ist. Jänner, daß er vor der Uebcrnahme der Geburt kein Ehrenwort abgegeben hat, und daß itnn ei» solches nicht abverlaugt ivurde. Ungefähr vierzehn Tage nach der Seetion stellte Gcheimraih v. Winckel den Sachverhalt in einer Borlesuug richtig und bezeichnete den ganzen Vorfall als ein Unglück AuS Anlaß der Beiösientlichung in den Zeitungen wurde seilcns der Slaalsanwaltjchasl eine klnlersuchung gegen Rcuställcr cingcleitct, kaS Verfahren jedoch bereits unterm bi. Februar 18!»:!, iurbe'oudere ans Grund gulachtlicher Aeußernng de» Geheim raibs v. 'Winckel mit der Begründung cingestelll, das; sich ei» cansaler Zusammenhang zwischen dem Verhalten de-s Reuställer nnd dem Tode der Wöchnerin nicht uachweistn läßt. Tie auch in andere, ilisbeiondeLe antisemitische Zeitungen gelangte gegeutheilige Tarstcllung des Tachpcrhaltcs des .Bayerischen Vaterland' stellt sich daher in ihren wesentlichen Thellen als eine leiidenjiöse Entstellung des Vorfalles dar." Man darf wohl annehmen, das; die antisemitische» Blätter sich beeilen werden, diese Richligstellung zur Kenntnis; ihrer Leser zu bringen. Vlicfkastcii. „ Eckri'tleiler" nicht in „Rrstrveo'steicrs Eigen'chakl" von jüdischen Reie.rveo'sieicren, aeiprölbcu; gebe ans der Tbal'ache. daß es keine „k. u. k. anlisemilischeu Re 'klveo'sieiere der Teulick'en Wehr" gebe, doch nicht hervor, daß es auch leine lükiichcn Reserveoi'fieiere gebe. Für'die Unterscheidung, ob etwas in der „Reserve e'sieiers Elgenichasl" geschehen ist oder nicht, für die Snbtilikäten dieser amt 'eniilis.ben Zwei Tseien-Theorie dürfte auch die Heeresverwaltung nicht empsäug I, ch 'ein An der Veramworklickikeil für euic Tyorheil oder Unanständigkeit wird wenig dadurch geändert, daß der Tchuldtragcnde zu seiner Enlkchnldignng stammell: Ich habe es im Anfrage meiner Brolgeber nnd nicht alS Reserveofneier gelhan. 'Wie Gor; anrisemillsch wiirSc.' z'knn hat auch der scinelzeil vom „e eurscheu Bviksblall" als Herd der tienerstaitdenen aiilistmili'chen Be iregul g in Göiz genaiiiilc Lestverein di k-niii»' für - ticke Ebre in Form einer -!!'Berichligung gedankt, iiitem er schreibt: „ES ist nicht wabr, daß bei Gelegenheit des im .»iabinett*. di leituni' von der Görzcr Jugend veranstaltete» Balles ei» Semit sick> die Freihei^erlaubte, mehrere Eililadungen ubelbauvl und i,isbe>'ondere an Personen zu seiidei,, welche ob ihrer nationalen und voliiischen Tendenzen im .i>:,>>j»ei!i, nrrtii gerne gesthen ne,den. und daß einige Karten .'elbir Personen, der Temimonde bekaineli: es ist nicht :ral:r, daß aus diesem Grunde e.l'ogtcnti die Ansscheidung desselben ans der TiiK'tion des .»-alänsite» verlangt wurde: und endlich jst nicht wabr, 'aß in Folge 'eine: WiekeriraKl. einige Mitglieder des Vorstandes ans dem Vereine traten — Tie Tireet'on des .>ia>-il!«-tt» di lellura'. >e>örz, am II. Fer:,.ar!>!'!!.".Tas „Tenl'che Volksblait" hält aber trotz der Erllürnligen der I ii.ni'n-ikii“ und des _<ibiuttt.> >li'Isttlirn" 'eine Behauptung von eöedeni „r e! l ko ili m eu au 're chl". Lommelikar übe>stü'ng: das spricht Bande! I.’i-mii t<• itr•• ■im,.—! '..it'ojii üraiidicii Iuödll Ehciilcnlippc»? Mil Bezug ans die «Iller di,Titel im „Freien Blaue" gebrachte Ronz wird uns ans München ge 'du,eben.-' In der ge'ammie.i ami'cn-.iii'che» Preise ist der Fall Reiistäiler in uueiböitcr Weikezur Förderung 'der aniponiili'chen Hebe ailsgebenlel worden. L. G.. HcumarU Eines der Kennzeichen der Allliiemilcnprcsie ist »viel lichcr oder aus Böswilligkeit geheuchelter Mangel au Personen, und Sach kennlniß. Es ist daher nicht z» verwundern, wenn ein Urtentoue, welcher auf den 'Ranien Pta! hört/in der „Tstdeulsdieu Ru»d>d>au" den Reichsralbs abgcordnetcn Tr Io'ef stopp als „Patron der Pferdebahn" hinstellk. Tr. L.. Mistel in Mädrril. Tic Expcdilion danlt für den Tpecialenrsns in Geographie^ und wird Ihnen dafür einen solchen im Umgang iiiii Men'chen gebest. G. L., Bochllia. Tie fragen, ob der bäuerliche Abgeordnele Poloezek wegen seiner Auslassnngen gegen die jüdische» Landslente ebenso vom Polen Club werde zur Rechenschaft gezogen werden wie der Abgeordnete Tr. Bilk „wegen seiner Benierkung über die vom Piinzeu Lie cht-onste i u bei'olgte Taktik". 2'öir glauben, der Polenelnb werde in diesem Falle die Freiheit der Meiiinngsällßerulig nicht schmälern wollen und keinen Widerruf voranlan'lM. Ja, Bauer, das ist >vas Anderes. > Zur gefälligen Seachluny!?cr crstc ^alirsiüiist dt» „^rcicii Blakttd"'ist durch nufer Burcan qcsitii Einscudiliiq des licrnbncfciMtii Prciscs non ö. W. fl. I. oder 2 Sironen statt ö. B. st. 2..')«» oder >iroiirii);» beziclitli. Wir erlauben uihj darauf mifuterffaiit;u iimmni, dast wir bei llcbcrfcitbuiin non Abonnriilcittdbtträsirn zwar Postmarktn, nicht aber Stempel an bitldcostatt annthnikn können, tvemer er suchen wir dringend, sowohl bei Aboiiiieinents-Anmeldlinste» als iNcclniitntionen!lame nnd Adresse (besonder-ö Crt iniö Post le > erlich zu schreiben, da wir sonst bei bestem Willen nicht in der 2age sind, eine Peeaittworttiniz für nichtbestellte breiuplare zu iibernehinen. Die Administration. Beileitlserklärnngen znin „Perein zur Abwehr des Aittiseinikidiiins" werden enklietzengniomnien im 3ccrctnrintc des Pereines, Wie», I., Parisergaste 4. Adonnrmrutoantnrlduugen auf das „Frciv Blatt" »iiuiiit Sic ASmiiiistrallo», Wic», l., Lcilkrstätte tt>, jederzeit cittgcge». Gbeildasclbst wtrdkii auch riuzkluc Nummcru abgegcbcu. 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