Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 47 (26.2.1893)
- Date
- 1893-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 47. Freies 53 I a t f. Seite 7. miitfi?, in hohe», Maße lobte. fci,( lute Vaboudvic sich uuehiidtc; nicht allein, daß sie arbeiten, sondern daß sie, dant ihren bescheidenen l'ebenSgewohnheite», für „weniger" als die englischen 'Arbeiter arbeiten und daher die '»'efetcmi unterbieten, lütte f rnetlfieining deS l'owthet schen Antrages ini -Liiine des eontinentalen AntiseniitiSninS, wie sie bereits einige Blättchen versucht habe», ist nach de», eben Mitgelheitten also sehr aussichtslos. , (Tic ^tldknvci-svlgttug in kfrllßlittld.l Wie wir bereits in Min;e initgetheilt, steht de» russischen .»»den eine neue Ttängfaltrung in nächster Aussicht. Ter Ende »lätinet d. »» an' die t^onvernenre er gangene Erlaß de^ MininerS des »Innet n, liegt »ns nun im Wort laute vor. Das Schriftstück besagt: „Am .'! April lB»> sul> Ar :itt beauftragte daS 'Viiiiifteiitim, des »liuteiii die Herren t^onverneure, bis ans weitere Verordnung inr Ansiveisen ' derjenigen finden einznhalten, die, ohne die da',» erforderlichen Wohnrechte yt besipeu, in ihren >>'o»verneme»ts ansässig wären. Am 21. »luni 1>82 sul. Ar. Htät! nnul'e diese Beiordnung beltätiat, wobei den t^ouvernenren ansgetragen wurde, Maßregeln \u tiefte», paß i» Zntnnst die Borfchristen betreffs des Wohnrechtes der »Inden 'außerhalb deS Ranons, genau befolgt werden, »Indent ich den ^eitpnntt für gekommen erachte, besagte tltnnd schreiben meiner Aorgünger ans',»heben.' bitte ich Eure Ereettenz, ol,ue eine allgemeine Eouktole der Wohnrechte dcr guj)C11 vor',unel»nen, dafür -l>rge ',» träger, daß solche »Ittbeit, die daS Wohnrecht außerhalb des ItauonS nicht 'besitzen, in die l^ouvernementS zurück übersied,ein,. die ibnen als Wohnort zngewiefen sind. Um eine atlmälige Bottstrecknng dieser Botschrisk zn ermöglichen und zur Bermeidnng des Anins der auSznweiseiiden (Inden wollen Sie sofort den in »Ihrem tfionvernenient . nnrechtmüßig wohnenden »Inden von ihrer Answeisnng Mittheilnng' machen,- und ivölten Sie Zedent einen Termin von nicht weniger als vier Monaten bestimmen, nach denen Abläns sie daS «Amveriienieut -,» verlassen, haben. Tic eben erwähnte viermonatliche sfr in tann nach -'hreiu Dafürhalten verlängert werden, jedoch nicht länger.als bisznm I Aovember d. ff. Solchen »Inden aber, die ein (Geschäft betreiben, .Immobilien besitzen, einer bestimmten Beschäftigung ngchgehe», mit einer zahlreichen familie belastet sind ,-e. nur unter der Bedingung, daß zum Beginne des Winters die Auswanderung beendet ist, und daß ,n »Ihrem (Gouvernement nur solche »luden wohnen bleiben, denen das ('Vfet? es gestaltet. Tiefe Maßregel hat selbstverständlich keinen Be-,ng ans solche finde», die vor Ablauf der ihnen beivilligten frift sich Toen,»ente verschafft haben werden, die ihnen, gemäß dem (A-setze, das Wohnrecht außerhalb des Aa»onS gewähren. Wollen Sie mir über die von .Ihnen in dieser Sache ergriffenen Maßregeln» genauen Bericht .'Utatten mit Angabe dir Zahl der ausznweiseuden »Inden nnd der ihnen bewilligten Termine.Tie Zahl der »Inden, welche in folge dieses Erlasses nach Ablauf einer vier- bis achtmonatlichen ,seift nach dem AnsiedlnugSranoü getrieben werden sollen, schützt man auf mehr als;>O.OOü, in E»r- »nd Aevland allein auf 'ungefähr;">,)!>0. Ta 'luten in diesem Aa»o» der Ansenlhalt nur in den Städten und Marktflecken geltattet ilt, die, jetzt schon von den inafsenhaft zusammen gedrängten (Inden vollgepfropft stnd. so bedeutet diese neuste im <s'c wände der Humanität anstretende Maßregel der russischen Regierung Glicht bloß eine neue Trangsal für die (Inden, sondern, auch eine 'lohende sanitäre Gefahr, für Rußland, ja für ganz Europa antisemitischen Oereinen und Oer sannnlungen. <„Tir Hausherren gegen üsti SMirgcrmciitcr."i llmcr dieser llebench,,', .'ringen seit mehreren Wochen di/ Tagesbtäller Berichte über stürmische Bet ainmlnttgen, in denen Hausbesitzer über ein angeblich brüskes Benelmien des Bürgermeisters gegenüber einer Teputalien, die sie an denselben env'eader haben, Beschwerde führen. Wie sich »»»mehr heranssieM, Hai man es mir einer von »lüeinitifcher Seite anläßlich der bevorstehenden Äemeinderaihswahlen ge vomiciiei, (Intrigue;» thnn, zu ivelcher sich die fogenennuen Hansherrenvereine ergahen. Antisemitische Wählei'sängerei — das ist deS Pudels .gern. ' (»leder Zoll eine Lüge.» Aus einer Rede, die chestmann im „Botts ei'Mn";u f üitshauS hielt, reprodueiren wir nach einem Berichte de« Anti nnitenorganS folgenden Baffu«: „Redner bespricht sodann die Borgänge in ingarn, >vo die (><KJ.CIOt► »Inden gegenüber 14,<K)O000 Christen bereits io »ehe -stärkt sind, daß sie das Ministerinin Szapnrt) stürmen lonnien und mniniebr ie Eiustthrnug der obligalorische» Eivilehe, der Reeeption und Matrilenver' laallichmig anstrebe». Eharakieristifch sei hiebei, daß genau;nr selben Zeit, als -e ungarischen Inden ihre Macht zeigten, auch die »Indenliberalen in Sester -ich sich regten und dem Ministerimn Taaüe mit dem Sturze drohten. Es ü die-s ei» Beweis der jüdischen Solidarität, und nur dein energischen Bor gehe» der antiseinitischeii Partei ist es;n verdanken, daß sie bei »ns statt der Berwirklichnng ihrer Ideale, statt der erhossle» Minister-Portefeuilles eine , griiichliche Schlappe erhielten." Alle dte'e.Angafen inic grniresti'sch. Min, sterimn Szapni» wurdenicht durch die ,,»de» 'gestutzt,' k-„ „InVi-iibei.tiei," I in Sesterreich.strtbmi nicht danach, das. Mimnerium Taa!>e zu stürz,», noch; weniger sachten sie Btinine, Bortesenitles. zu eihastchen, und am atletn-enigsten wäre» cs die Antisemiten, welche ihnen eine Schlappe beig.bracht Habens Be, s wichtigen staatlichen fragen lominen d,e Vev-r-ten gar. nicht in, Betracht, nnd ihr l«e>ch„iipte tann-teine nie immer g,-titele Be-andernng. in l-,m Perl,ittnisse; ernster fa»toten z«' einander hetbeifubreit. t>iCilIC ganz gkiviihiitiche» '»'»»lpeil.i An de>^>Zien.-> Uiiioristläl eon siititirte sich dieser Sage ein neuer „ve-e nnd Redever e in dcnw'chei Hochschütrr" ntner »ent .litte» e r in au i a", der an Sieltedes ans gelösten „Waidhosener Perbankes'' trete» -nnd. den Sainnietvnntt der deutsch ’ national ,»>ii>einilischeir Slndenten'ä a'i Hilden >ott. ,»» den potilüchen „Schwefeln", welche die „Entiurträger" der Znkini't Kirne», belannte man üch nnbedingt zmn unbedingtesten „ Schönererthiiin" „ad tchleuderte ty» Bannslrahl gegen jene | „iiiil'cni'etieit tstemeiite", Cie sieh angcblieh an die Sindenteii-chast Heia» , dränge», ein Anesatt, der durch die fii'iictieuime „ Sleiuwender!" nnZweidentig i rtläutert wurde. Schließtich hielt einer der iugendtiche» Poiitiler etile Pipgraniin ' rede, in ivelcher er als Hanptaii'gabe des 'Berettns ltriNIeltte, daß er dte . deaiich nationalen Stntenleü ror dem Schiil'ale bewahre, „ganz getvobn piche l'ninven" zn werken Ta-:- Bestreben die-er bossiiniigsvotten .»ngend! scheint eben stets luteti dem „Außergewöhnlichen" z» geben. Wir gralnttre» den Eltern iAgrarischer Bnild.i »In der Metropole des. Tenliet'en bleiches eonstiinirte j sich am!s d. M ein agrarischer Bund, an dessen Spitze Herr v .Plötz steht. Tie Beriammliing sand in der Tivoli Brauerei »alt, itiid die Theilnebmer an derselben w-treti »ist dnrchgeheüds Tivoli Antiieutii.-n : anch Ehren S lütter Halle sich eingefiinden. Ter agrarisch aiilisemilische Agitator Rnpptechi ver sicherte, daß „alle dentichen 'Männer germanischer Abstammiing" hinler den Agrariern stehen, gegen dieselben ledoch ,.die Anderen, die f-reisinnige», das beißt die »Inden"! Ein fieiherr v Thüngen aits Banern erlläite es snr die _Ha>ipla»sgabe Tenlichlands. dafür zn sorgen, daß die tzandwiiihichast „nicht in die,Hände der Itzigs nnd Eobns" falle. (In dcpielben Tonart 'prachen auch, andere Redner. .Herr v. Thüngen befindet sich übrigens in großem »Irrtlmm, ivenn er wii ktich meint, daß-die- Erist-ri; Tem.schl.mds davon abbänge, daß die TbüngenS Entndbesitzer für alle Eivigkeil bleibe» 'ollen Sb Tbilligen oder »lizig — ist für, Tenischtand höchst gleichgilng. Tie Thnngens haben allerdings daran ein lebhasies »Imerelse, daß ihr Besitz nicht in andere Hände übergehe. Es wäre daher schr begrrislich^ wen» sie durch ralionelle Wirlh'chasl und ein sprcchende Zlebensweiie.diesem »Imeresse Reä>,»r„g lragen würden. Tlbüeu sie das »ich,, >'o wäre ihneü »ich! zn hel'en: das vieichi,»r»'e gegen »Inden möchie iliiien ihren Besitz »ich! sicherstell,». i«ciel>r den falE eine Aiisnahmsmaßregel würde den »liideir in Tenl'eliland deti Erwerb „»b>'ive>^icher (»liier vrrichließe». dann löniile die Vandivinhschatt all.-idings „nicht in die Hände der »Ivigs nnd Eohns" fallen, aber die' Thüngriis bäuen nichts davon, wenn-ihr Stai»i»g>n z B in die Hände der PrrtifiligS oder,- wie das schon einmal der fall war) der Würzburger Univerntät lätiir »Itzig oder Prensing. Eohn od>-r Würzburger Uiiiverniät - 'wäre da»» für sie böchn gleichgiliig. ' — itzllltisenttlische-SvorfSllien.s »l'.i einem Eilige,'endet der „-.lieite» T--»t ,'ch,-i, Zeiiiing" tu veipZ'g ivird ilne» aitt.i'etmti'dien '»'eiern die ci'»i'emid;e i’Jiit ibeiüliig gemacht, daß iiliiiiizebr anäi im „ S ä ch' i!,1i e » bi-a d' aliter b» » d " Brstrebungen. beivortret,»-, ,dik am' eiz»-» Aiis'chliig des indi'ch-,7 Ele. meines rö» der Mitgliedichat! abziele». ,|„i» großen Bedauern d,s Einsenders stellt, eiiist,veile» diesen Bestrebungen noch dasr»rm-d.ze''ei> der Allgemeine» Rad'-rbrer Union im Wege. das. den „iiiieinalionaleir^ Elutralier det Union .g'walrrt ivisseii 'ivill. »litt offieieUen Blii-deslied beißt es: , Als Mensch gilt uns ein »leder gleich. Weß Standes er auch iß. Er inöge arm fein oder reich. Sb »Inde oder Ehriß' ' - Tie „Schmach des (sabrbniiderls" vcmerlt.dazii: „Tetti '»lundgeirve ein,-, plivaien Bereinigung tauen sich ändern. Tie »ii»1,fi‘rt'.'ii Antliemiien ,v.j* dem Stal)Irak brauchen darum'nicht zu verzagen. Wenn es ibnen vottend.a gelingen sollte, auch die einstnßreittleii Bereiiiigiliigei, der Bi'iesmarte>i!a>nmler und de, .'taiiiitcheiizüechter für ilire. »Ideale zn gewi»»en, so bat der iSetinülie -.Hiiti seinitisinns eine große lutiui’t vor fi.i' " I?lu5 antisemitischen Olättern. Bltichrödtk »»d das „Bolksblatl".l Anläßlich des Ablebens des Berlii'.e,' B.mariiers (»erlon Bleich,»der sagt das „Bollsblail" in einem feiner würdigen Zeitlich: „Bleichtöder ivar. außer 'einer Tbälißlelt an der. Börf« und iemer Eigenschäfl einer der größleu E-piialisn» Enropas, auch diträ, seinen Mezveids, proeeß, der bckannllich niedergeschlagen ipurde, b.tannt." ,serner erzabn c«. daß ein jüdischer Soldat zu einem von Bleichtöder im .'»litte ls>"!»r die Eroberung der erstett französischrn falme festgesetzten Preise "dadurch gelomme» wäre, daß er sich ijtit dem sranzüsischeii fabneiitläger, ebentziUs einem »mden,, „verglichen" hätte, Ter „Rieiiirchsproeeß", von dem das „Poltsblan" hier