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Freies Blatt · 1893-02-26 · 47 (26.2.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
47 (26.2.1893)
Date
1893-02-26
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47. freies Blatt. Leite k» O'U'icC für STcjlcneid) fein. Xic Ausführungen üci&cr Abgeordnete» ernteten ftiirmifdien Beifall. Provisioucn christlich focinlrr Brrti>iös»»climiiirc.) M der Vcitiing der gciiofien)d)attlid)en .«innfencmTe der Weniijd)tiinmren Verschleißer kan, eine Sfrifc -,»1» Vlnolund), die auf das Beil,allen imeier antisemitischer 'Agitatoren, welche die Stiipe» der Ehriltlich Socialen am 'Jicnbnn sind, ein bemerlenöwertbes Xtreislicht wirst. In der leple» Stbiiiig deö Aussdjusses der .straiitencasse wurden der Cb man» Heinrid, 'XL1 i lb nnd dessen Stellvertreter oofcf o lim ans l^rnnd der ivider ihr l^ebahre» erhobenen Beschuldigungen' seitens der Mitglieder der Krankeneasse;»> Berantwortnng gezogen Die Anssdjüne 'Anton Bnrbaiim, Florian stt jeder Und Ferdinand Ressel sor derte» Redpuischast darüber, ans tueldje Weise die beide» genannten Annctiomire sid, das tJiedjt anmaße» loiinte.t, drei tlied,innige» über gelieferte Drndsorten, ans de» Betrag von 2~1 fl. lautend, eigen mächtig „,» snnsiinddreißig «^nlden zu erl,öl,e», weld,en Betrag iic beiden Veitcr der tiaffe für frd) verwendeten. ('«egen dieses ineorrcete «^ebahren müsse Protest eingelegt werden, da dnrdt dasselbe das mit großen Opfern von der fortschrittlichen 0«enoste»sd,astsvorstebnng ge gründete b»ma»iläre onftitut gcidjäöigt werde. 'Ans die Berantwortnng deö L bmanneS, daß sie den i» sttede stel)enden Betrag als Provision bctMdjtctcn, gab der B»d>dr»der, von dem die betressenden Trnrf sotten geliefert worden waren, die Erklärung ab. daß er über Anstrag des Cbmnnnco nnd seines Stellvertreters die ' üicd,innigen um fünf nnddreißig ('«nlben tjöljer angesetzt habe; eine vierte üied,innig wurde gleichsalls um vier ("nlbcn höher gestellt, nachträglich jebod) über Bet langen der Auftraggeber' wieder reetisieirt. Bon der a»lisemilisd>en '.sttehrheil deö Ausschusses versnd>te es ntir ein Mitglied, die an gegriffenen Bertranensmänner in Schutz zu nebtnen. 'R'ad, einer sehr stürmischen Debatte erklärte der Cbmann, die st. im Vnnfc der niid)ften biernndzwanzig Stunden znrtidznerstatten, damit and, der polizeilidj einaeleitete» ll»tersnd>nng jede Handbabe entzogen werde. Sie drei oberwäblilen Cpponenken erllärten jedod,, das; sie den Borgang »id,t dulden tonnen nnd ans diesem Grunde and, ihre Demission geben müssen. Daranshin legten and, die übrigen Ausschüsse chte Mandate znrüd, woraus Wild und Il,tn gleichfalls refignirten, Die Bet sammlniig bej'djloß jedod,, im Interesse der weiteten Ibätigteit der tiaffe vrovisorifd, die Ausschüsse nod, in ibren Fnnelioneit;n belassen, und bestellte Herrn Wenzel Reimer bis;uiu ^eitpnntte der voll togenen 'Jientonl,len ',mt, Veitcr der tiaffe. (Suriöcöcmmifl dtö Iosrpllilliöllllls.) Die Steurer „Indensrage", ein dem Diihring-EnltnS bnldigendeö Blälld,en, hat zur Belämpsnng der Ehriftlich Socialen der Wahrheit die tihre gegeben und den Josephinismus, wie er eö perdient, gewürdigt. Wir haben die Ans sührnnge» jenes seltsamen AntisemitenorganeS, die ohne Reserve in jedem sreisiitnigen Blatte abgedrndt werden konnte», wiedergegeben. Mit Bezug daraus erhalten wir nun folgende .^nidnift: Die „Inden frage", tucldjc die itnftcrblidjcn Berdienste Kaiser IosesS II. hervorhob und diejenigen geißelte, weld,e den Josephinismus ans verwerslidjeilt «iigennntz betümpsen, Hütte and, als Beispiel für den (fyrcd)tigfeitd finit des edlen Herrschers Folgendes anstihren tonnen: Bald »ad, der tiinverleibnitg Galiziens in Cesterreid, ließ ein Magnat ans einer seiner Besitzungen einen ihm mißliebigen Inden einsperren. Da resolvirte Kaiser Joses glorreid,en Angedenkenö: Bar >ii]ior pari potfstati.'m non Intimi, orgo Jinlaotts c-arceribfls «iemittatnr. (Tic Alltistiilitc» und Die Kstiistgrschichlt.) Ans Salzbnrg wird nnS nnterm 22. d. M. beruhtet: Mit der >{nnftgcfd,id,tc stehen die Salzburger Antisemiten ans sehr gespanntem Fuße, denn sie haben aus ihr Programt» gesetzt: „Das Vinzer Thor »tnß fallen!" Als BesähignngS' nad>weis für ihre Wahlrandidaten galt bisher nur der Haß gegen die. Dampslramwat, Gesellschaft, gegen welche in perfidester Weise snste malisch intriguirt wurde. Dieses Borgeben war jedod, ungefährlid,, denn and, die Feinde, benutzten viel das bequeme »nd rasche Draus portmittel. R'enerdingS richtet ftd) aber die Wnth der „Urgermanen" (deren hier mehrere tfd)ed,tfdje 'Kamen tragen, and, einige jüdischer Abkuust sind, weld,e durch ihr Anslreten bemäntelt werdet« soll gegen das fast 300 Jahre alte Thor, ein Banwert, das unter -Erzbischof MarcnS Sittienö von der Bürgersdjast erridjtet wurde und ein Wahrzeichen der Stadt geworden ist. „Aufräumen mit dem alten Gerümpel, es steht im Wege" — hört man sagen. Zwar hat zur Zeit deö großer Wagenverkehrs (vor der Gründung der Bahnlinie») Riemand daran, gedadst, eö wegztireißen; jetzt, da diese Straße verödet ist, gilt das D ent malals Hitiderniß eines „Bertehres". welcher — nicht mehr criftirt. Die Agitatoren für die Wahlen reiben sich die Hände, daß sie die „liberalen", welche vor drei Jahren für die Erhaltung, deö Dhoreö mit Erfolg eingesprnngen waten, dnrd, Hochdruck ans die Wähler ihr guantitativeS llebergewicht suhlen lassen können. Drop der damaligen Proteste' der t t. Eeinraleommiisio»;nr EVsorschung und Erhaltung der Dentmale, der lüesellid,ast für Salzburger '.'andestnnde und des Iechnisd,en Elnbs, wurde rorgesiern mit adstzelm gegen zehn Stimme» das Dodesnrtbeil überdas still träumende Xeulmal von!»0«> Jahren ansgSsprod,e». Adjtzeh» gegen zehn — was fiimmert diese adjtzehn über Alles erhabenen Bater der Stadt die sinnst gesdsichteV Sie wolle» leine .„interessante Stadt", sie wolle» and, keinen F,e>nden;nzng nnd haben dod, nid,tu Anderes, denn Salzburg ist eine „Saisonstadt". Die gläubigen Spießbürger jubelten von der ("ateric zn diese»! Beschlüsse Eine nener(id,e Art io» seitens des Herr» Eonservators für Bauwerke, des Architekten Staatsgewerbeidjiil Pro fessors B. Berger, dann, der obgenanuten Bereine tind der l k. Eentral eömmissio» ist zu erwarten. Das dfcfitUnt ist bei der geringen Bildung der Mehrzahl der Wähler zu ermtben," »nb ich glaube, die Färbung des uengewühlten - <i«emeindetathes wird wieder ..um einige Alianeen jiibenfeiltblidjer fein. Hier tommen jet't ans jeden Israeliten mindestens siinszig Antisentiten, wie bei der Fnd>shepe dreißig tlieiter ans ei» F-iid,slein. Eilte noble Siamvsweise zeid,net die „Indensrester" an der Saltad, nidjt anS. I>.. (Otcbrnilöllinrtt. Der antisemitische Senbent T e S dorp f wurde, wie ans Veipzig beridstet wird, wegen eines von der. „Anti' fentitifdten E orrespondenz" verösseiitlidsten Sdpnähartikels gegen d^n Pfarrer lfl trüb »er z» zwei Monaten »nd adst Sage» ('«efiingnif; vernrtheilt. Der Sdsttiäharlikel wird in dem gerichtlichen Uri heile als widorlid, und gemein und als eine S d, tut b e djaratteriiirf. Die Säsreibweise, meldje der von den Antisemiten and, als Wanderredner verwendete Tesdorpf enltivirt, ist aber keineswegs eine originelle: sie nntersd)eidet fid, in nidstS von der anderer anti semitisd,er Seribeiiten Das gesammte Sd>ristnnwesen, weld,es von den sttaeenhetzern anögelst, die im Berdädstigen n»d .Berleninden ihre tvesentlidiste Ausgabe crMidctt und nor sd>aniloje,t fügen nicht znrüd sdjrede», ersd,einl nun geridstlid, gebrandmarttlTic Alllilrillileu moOHiiircil. Der in Prag heranSgegebenen „MontägS Aevne" znsolge fd)cincu die Antisemiten in niid,fter Zeit eine 'Auslösung des Abgeordnetenhauses zu erwarten, »wenigstens mad,en sie sd,on für diesen Fall mobil. In der näd,sten Wahleampagne soll, and, eine ezed,isd,e Antisemitenpartei in die Arena-drs Siampses ein - treten. AnS diesem Anlasse weilten vor Kurzem zwei nutifemititdie stteidiSrathSabgeordnete ttid,t nur jn Prag, sondern and, in Siolin, um, mit den focalhänptlingen der Ankisenitten - eingehende Beratlmngen zu pflegen und die eittspred,enden Drdres zu ertheilen. «.Alls dc» Btrlllicr ^z-lrctllligskörpkril. rer stteichskanzler «General O'raf E a p r i v i sah sich vorige Wod,e geleaenilid, der Beralhnng ' deö Etats im drnksd,en 'sttatid,Stage wieder veranlaßt, jenen det»agogisd,eit Umttieben entgegenzntreten, tvelche halb-TTuTcrdem '.'inrtten des AntisöniitiSmuS, bald unter dc>» des AgrarierthnnlDDidslbreit mad>en und die größten Gefahren in sich jd,ließe», indem sie die gegen den Staat und die (^'efcllfd)ift gerichtete» Elemente . überwuchern lasten Den Hintermänner» dieser KebcrblidKi» Agitationen rief der Manjler die Warnung zu: „Es werden Ovifter gern seit, von -Lene» mait nicht wissen wird, wie man sie bannen soll, und diejenigen, weld,e die Sdjlensen der Agitation geöffnet haben, -werde» nidjt wisse», wie sie dieselben wieder id,ließen sollen." Den Sivoli Antisemiten, in deren '.Kamen «sstas Mirbach die Ertlärung abgab, ,»' wäre» selbst von der jepigen Heftigkeit der agrarisdjen Bewegung i'tberrasdst wordcn^-septe der Fl'ihrer der.Freisinnigen. :)iicfcrt, hart zu,- 'Wen will (''raj Mirbad,,' rief Üiiitert ans, „glauben i»ad>e», daß Sie von der Bewegung überrascht ward n seien. Wer anders hat die antise,»itisd>e Agitation des .Bauern-, bitndes' wadigernfen, als- Sie von der sttedjlenf Der ronservaiive Abgeordnete v. Plöp^ ist ja Borsitzeilder des .Ba»ernbn»des', der im vorigen Jahre lOll.liOl» Mark ansgegebeii hat, um die agrarische Agitation in das airtifeiuitiicUe Fahrwasser zu führen ... Das Zeichen, unter dem Sic uns iitarsdjiren Uiffcn_j»olten, ist Antifeinilisinus nttb Agrarierthniii, mutte dnteregenljerriduift, verbunden mit ‘.'icib Me» die jüdischen Mitbürger, die fleißiger' und sparsamer leben nnd dämm vorwärts tomiiien. Hoffe» wir, daß daö deutsche Bolk, wie es sd,on einmal ein Mönard, that, Ihnen ei» »tra' zürnst. Wir fürchten den AntiseinitisitiliS nidjt, wie Sie glauben. E'nlsdjlösse sich der Neid,s» kanzler zu einer wahrhaft voltöthnmlidjen Politik, dann mag dev'An stnrm der Agrarier und Antisemiten koinmen, dann wird der stteichis kanzler feststehen und das Dentj'dje stfeidj." —- Im p v c ti jj i i d,j_n Abgeordnetenhanse versndjte Stöder am.lK. d. M. wieder eine Indent,etze hervorzumse», indem et>bic Erklärntig der 21<> Rabbiner unter Beriisnng ans Eder in Münster als wertlsios hinstellte. Eder, denen Interpretationöknnst iir XnltmTbbingett fid, ans Fäli'djnngen des bc riid)tigten B r i i» a » » stützt, halte behauptet, „Aknin" bedeutete 'Kidjt jnden sdiledjtweg, nnd eö tväre den Inden und, der talmndische» fehre

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