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Freies Blatt · 1893-01-22 · 42 (22.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
42 (22.1.1893)
Date
1893-01-22
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Freies Blatt. Nr. 42. 2lus anlisenntischen Blättern. . ( ^älfrliunntn i Zm dieSwöchentlichen P sen » e r'scheu Blättchen finde» sich •,»>ei besonders cvafff Fälschungen. Tic Biirgtheakerdirection wird angerempelt, uvil >ür die ..Faust" Ausfühmngen die stelle vom gutem Magen der Kirche, 'der »»gerechtes Gut verdaue» kan», nicht gestrichen wurde, dagegen die darauf folgenden Worte, wonach Lud und König dicS auch treffen, weggelaffen wnrdcn. Als l^rund dicker Weglassung wird mit echt antisemilischer Frechheit die „Furäil, vor der Majestät des Ludeilthums" angegeben, obwohl es doch keinem Zweifel unlerliegr, daß hier nicht der „Iud", sondern der „König" den Censuruijt in Beivegnng gesetzt hat. Tie zweite Fälschung betrifft, tc» Artikel der ..Kölnischen Leitung" über die „Alliance israt'Iite“, aus dein das Psenner'sche Btällchen obneiveiters eine bedeutsame Enuueialio» der „Roiddeutscheu All. gemeine» Zeitung" macht, welche alle antiseinitischen .Verdächtigungen bestätige. Wir bade» in der vorige» Rümmer die Tendenz, ivelche dem in Rede stehenden Asttkel des großen rbciniicheii Blattes zugrunde liegt, beleuchtet, und unsere Leser und darüber im Klaren, daß der biedere Tiroleu Bsenner seinem gläubigen Bill'lieum eine niederträchtige tÄitsteUung de» Sachverhaltes ansli'chen läßt. < Tic Wiener Aiilisemilen in «teurer Beleuchtung.! Tie antisemitische «teurer ,.L »de»'rage" ist velannllich auf die Lueger, Bcrgani und Eonsorten ^blecht zu spreche» und >'agt ihnen bittere Wahrheiten. Sie inacht sich in ihrer l>yleu Rnmnier über de» Wiener Gemeiiiderathsstrike l,ustig. Tic Beranstaller! desselben, äußert ne, baden sich der Hoffnung hingegeben, daß ihr Benchuren -uis alle Bewohner von Boren einen großen Einfluß üben niriffe: sic haben sich; »der ^errechnet! Tie Welt hübe von diesem Strile nicht einmal Rolf; ge- . nomiuen, ive.krenk die strikende» Gemeinderäthe von ihre» liberalen College» .ras.'.el.ichi worden seien. Boi» „Tcutichen Bolksblait" erzählt die „Lutenj '..ige'. daß cs beule von aUen anständige» Leinen mit Ekel zulückgewieieu! v.eide und, daß eine Ber'.heidigiitig in deiusetben »lehr schade als irgend ein , ES seien, beloul schließlich das «teurer B.an, die aUerzuriiNgebliebennen El-'meine, die hinter den 2Borlfst!>rer>i des Wiener AiitiseinilisniuS stehen Wir daven diest". >rllegialei! Würdigung der Wiener Ainiscuiile» nicht« hin;-.,, tti'stge». > Amtliche Foederuug See Raecubene. > Bei Gelegenheit der Reichstags .! >ihl Alilwaidi's louiile mal!' sich Gewißheit über die llnnriebe von königlich! :-renß,schen Beamten zu Gunsten des Antisemitismus' leicht veiichaffeu Tein Berbatten solcher Aiilisperioneu e»l>p rechen ailch ciiilge Ainisblancr mit dein . iieußitchen Atter an der «tim. So brachte des osfieiellc Lonrnal „Brenz -| l a »er Zei l u^l-g-u nd Kreisblalt" neulich irach de» Bekanntmachungen des s Land.aibes und zweier Amtsvorsteber einen „Lin Soeiaiisleilstaat" überichriebenen > Artilel, denen Inhalt aber nicht ettvä, wie es den Anschein halte, der Be laiiw'ung der Soeialisteu galt, sondern ausschließlich der Besörderung der Lndenhetze.! i-:- ivulden die Erlebnisse eines Mannes geschildert, dem alle möglichen Laster an! gedichtet u>urde.n, »nd ihm ein Raine beigclegt, de» nur Rachkoiiimeii au« dein Briesterge'chlechle des Allen Testaments zu eragen vstegeu. „Wir schonen auch d>e Lndeniveiber nicht' — sagte Schönerer bei seinem deulwürdigen »ächllichcu Besuche im Redaelionsbiireau des „Reue» Wiener Tagblaites", und die „Brenzl,uier Zciuiug" handelte danach, indem .sie in ihrem Artikel auch Frau und rechter.lenes Luden iämmerliche Rollen spielen ließ. > General «aussiee.! Ter Militärgouverneur von Baris, General Saussier, | sieht den Anli'einiten nicht zu Gesichte. Halte er doch auch die Bläue des ihnen j si'inpalln'che» Abenteurers Boulanger durchkreuzt. Tas hiesige Anlifeiuileiiblall uiachl ihn nun mit Nachsicht der Eireumeisio» Zinn Luden, ivie es ja alle ihm nißliebigen Beriönlichkeiien als Rachtommen Abrahams ausgibt. Wie uns aber au' eine.Anfrage aus Baris initgctheilt wird, ist die arische Adstaulmung des Generals Sau'sier eine mircrfäl’diti’ und steht derselbe zu Tr»>no»l, dcffcn .'lbntiezreii in deutschen'Ludeiigeineindeu das ehrsame «chächtcrgeiverbc aus nble:!, in feinem vcrwautlicha'lticheu Berhällniffe. > ■tontiqiii* «»mmsr« i:rlo.» Gin Rcdaetcnr der Zeitung „Petit Mar eittäis" balle kürzlich eiu Lutervieiv mit Loüdcl, bei welche!» Anlaffe der '.anzesiiche Staatsmann auf die Frage des Lourilaliste», welckse Zwecke er für!>° T ruinoiil's balle, sagte: „Ter will einfach Geld verdienen; sein Lournal >» .■:ii«- ,"„i„,,.'l.'üilo, und was Sie vielleicht befremde» wird: ein Tbet! 'einer Retaeieur.' sind — L!raeliten! Aber das ist ja kein vereinzelter Lall. enn auch der .Gaülois', der »eine ähnliche Eampagne führt, wird voi> Luden, Artbur •.Weiter, geleitet!" Uns lönncn die Worte Loubct's nicht überraschen, da ja, wie wir bereits früher gemeldet, Drumont selbst, der Zu Haber dieser Iioutiguv eoiniuoreiirlo — „Zudenstämmling" ist. (Der Wucher iu Rußland ) Eines der jndenfeiudlichste» rilssischcii Blä Iler die „Rowoje Wrenija", ließ sich in einem schwachen Augenblicke dazu herbei, der Wahrheit die Ehre zu geben, »nd brachte eine Zuschrift, i» welcher sich folgende sehr beinerkenSwerthe Geständniffe sinden: „Die Bertreibung der Jude» ans den Dörfer» und Ortschaften ivird mit vieler Strenge und Härle auSgeführt. Zn uttserem Torfe ist nicht ein einziger Zude geduldet worden, früher zählte» wir deren etwa fünfzig. Tie Bauern sind über dieses Wegziehe» kaitt» glücklich. Tie hebräischen Juden sind uii« durch Jude» ersetzt worden, die zur russischen Kirche gehören, d. h. durch Ehriste»; sie gleiche» einander. Tie Bauer» sind in die Hände christlicher Wucherer gefallen, welche sie schiudeu und mit einer Härle rilinire», welche die Jude» nie gekannt haben. Unsere Bauern brauchen oft dringend Geld, und die neuen Wucherer leihen nur zu 100 bis ISO Percent jährlich. Manchmal verlangen die Wucherer sogar eine Garantie, und ein fingirter Kailscdntraot über das Land, oder da« HauS des Entleihers ivird dem Gläubiger übergeben. Ta der Bauer nicht dazu könuilt, das Lapital zurückzuzahlc» oder die Zinsen zu entrichte», wird der fingirle Kauf zu einem wirklichen, und der Wucherer sieht sich für fast nichts als Grund cigenlhümcr. Tiefer Parasit nnseres Landstriches läßt wohl unsere ehemaligen indischen Wucherer iveil hinter sich, freilich könne» >vir uns gewissermaßen als Trost sagen, daß unsere jetzige» Wucherer von rllssischer Rare n»S christlicher Religion sind." Literatur. Bei unserer Redaelion sind folgende Schriflen eiugelaujeu: Tr. Ludwig ZaeobvwSki. Ter Lndeu Aulheil an Berbrecheu. Rach auttlichen T-nelleu dargestellt. Berlin. Tourt und Berlag von Mo» Homchlägei. Bot-sdaiuerstraße IlS:r L. «iugcr. I.ii guo-li'in -lniro. J’nri~. hii|.|'iiii,'i'ic A.I.'Is.Ii,' liYilV, .'! .In b'.-nr»!••!>:>. t- Tr. 5. Mühsam. Es gibt nur einen Gott und nur eine Meuschheil. Weibreri zur Eiinveihling der Sisuagoge in Graz, des ersten israelilischeu Golle'c-bau>cs in der Sleierinall, am IS. Sevlember IR>2. «''ra; lR!2. Briefkasten. ü. P;, >tuck. iiumI., Cbconnnijc!>. „Das Ivahre Balerland" dauleur acceplirt. doch »lüffeii wir Sie um Gxd,gp bitten, bis sich ivieder eine passende Gelegenheit findet. j Herrn 51. H . . . . llll. Ter Betresscude steht liniere» Lnsorinaliouen nach, den politischen Parleiuttge» seru, ist aber gewiß nicht Anliieinil. Derselbe ist Mitglied des Hausherrenvereines in dein-von ihm bewohnten Bezirk. Beste» Gruß. Zur gefäUigrn Keachtung!?cr crstc ^ahrgmig dce „freien Blattes" ist durch tuiici Bureau qesten Eiuscudiiuis dee lieraßsteseyte» Preises von ö. fl. 1. oder 2 «roitcii (statt ö. W. st. 2.5,0 oder 5, hironen) beziehen. Wir erlauben uns daraus ansnierksaul zu »lachen, daß mit bei llebersenduiift von Abounenientsbeträlzen zwar Postiuarken, nicht aber Stempel an Oieldesstatt annehmen können, ferner er suchen wir dringend, sowohl bei Aboilneluelits-Auineldunizeil als Reelaiuationen Ilame und Adresse (besonders Ort »nd Post leserlich zu schreiben, da wir sonst bei bestem Willen nicht in der Vnfic sind, eine Berantwortung siir nichtbestelli l5re»iplare zu übernehuieu. Die Administration. Beilrittserklärungen zniu „Bereiu zur Abwehr des Autisetuitisinus" werden euigegengeuoinnien im Leeretariate des Bereinee Wien, I., Parisergäsie 4. > Abonnrmrnteanmrlfeungirn auf das „Freie Blatt" uiuimt die Adiiiiuistratlou, Wie», I., Seilerstätte IN, jederzeit eutgege». Gbeudaselb weideil auch einzelne Rumvieeu abgegeben. Peobeuuuimeru zur weitere» Berbeeituug des „Freien Blattes" werdeu Genuuuugsgeuoneu auf Berlaugeu bereitwilligst zur Bersüguug gestell! Herausgeber und verantwonlicher Redacteur: Ernst Bi clor Zenker. — Diiuck von Eh. Reißer & M. Werthiler, Wien.

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