Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- II (1893)
- Issue
- 39 (1.1.1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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V’ Seite 8. Freies Blatt. Nr. 39. war Eie erjiiMte ferner, daß das Auswärtige Amt in Berlin die gegen Pa asch gesielllen Erraiauträge zurückgezogen hätte. Jer „R e i cksa nzeiger" aber erklärt diese Meldung für vollständig an-? der Z'nfl gegriffen. ,Sr>rr ist der größere Betriiger?, Tie „Xcutfet)fociate 11 Blätter" schreiben unter der Lpitzmarke: „Gin lalemroller Hoffnverkäufer" : „Gin Berliner Kleiderjude steigert den Preis dev von ihm seilgehaltenen Unaussprechlichen da durch, düß er in die Tasche jeden Paares ein Gcldiäichchen practicirt, deren er eine hinreichende Menge aff limerstanden hat. Ter Käufer fühlt den Gegenstand bei der Besichtigung des Kleidungsstückes und zahlt in der Hoffnung, einen guten Fang zn.tbnn, ohne Bedrnken den geforderten lohen Preis." Ter amt'emitiidien Echandpresse scheinen alle moralischen Begriffe zn fehlen. Ln der Ettckn, einen Luden als Betrüger hinznstellen, merkt sie nicht einmal, daß sie ihre Gesinnungsgenoffen als weit größere Betrüger erklärt. Nur mir der antisemitischen Gthik, welche bekanntlich die Uebervortheilung eines Jude» aivoltttionswürdig findet, ist es vereinbar, auf einen solchen „guten Fang" zu hoffen, Redliche Käufer machen, wenn sie bei Besichtigung eines Kleidungsstücke: einen Gegenstand fühlen,.dem Berkänfer darauf aufmerksam. tGefchäftSantifemilismuS u»d Grüudrrlodn.z „Gs ist intmerbin intereffant, einen Blick in die Werkstatt der Äntüemiten zu iverfen, um sie bei der Ausübung ihre-:- .Idealismus' zn beobachten; an Charaktergröße leisten jedenfalls dre be'sischen Antvemiten ganz Bedeutendes" — so schreibt nnS ein Corre'ponkent ans Heven, indem er nnS die nach'otgenden Artenstücke übersendet, welche für sich leibst, beziehungsweise für den Hauptführer in Hcffe»7 Tr. Böckel sprechen. Ln Nr. 56ö des ..Reichsherold" warLu lesen: „Herrn Tückhardt, Butter städter Hö'e! Eie haben in Altenmittlau erklärt, daß ich Lhnen für jede Trtsgrupve, die Eie gründen, 2>> Mark geboten habe. Lch erkläre dies hiemit öffentlich für eine Unwahrheit. -Ferner mache' ich l iruut öffentlich bekannt daß Eie mir am 27 April 1*92 auf dem 2'Jrflf von E ff he in, zum Bahnhof in die Hand ank Gkrenwort verbrochen haben, dat'nr zu foige», daß der Bauernverein Reßdetf sich als Ortsgruppe dem Mitteldeutschen Bauernverein anschließe. Eie t’i'äiii'ene» sich zügle lch tebba't über Herrn Z'andrath v. Trven und versprachen wieder auf Ehrenwort, daß Eie von da ab für den Mitteldeutschen Bauernverein wirken ivürden. Ta Eie heute öffentlich gegen uns agttiren, so erkläre „ich Eie biemit ffir einen Mewehen, der sein Gkrenwort gebrochen hat tind überlaffe jedem ehrliche» Menschen zu benrtheilen, ivas er von Lhnen zu Kalten bat. Tr. Böckel, Mitglted des Reichstages." Ln Nr. HU des „'Diain n n d K inzigboten" erläßt in Be ng hieraut Herr A. W. Tückhardt folgende Gtklarnna: „I. Lch halte meine in Altenmittlau gemachte Mittheilung, wonach Herr Tr. Böckel mir für jede von mir zu grinsende Trtsgrnppe de» Mittel dvru'chen BanernverAttes 2tt Mark zu zahlen geboten hat, nach wie vor tu ihrer ganten Wucht als wahr aufrecht mit dem Bemerken, daß ich ein wiche« Ansinnen alsein in politischen Tingen uniakibere» Geschäft von vorueherein zurück znwei'en mich gedrungen fühlte. 2. Tie weitere da'elbst aufgestellte Behauptung, daß ich dem Herrn Tr. Bocket „in die Hand auf Gbrenwort versprochen habe", den Bauernverein Roßdorf als Ortsgruppe dem Mitteldeutschen Bauernverein zuziislibren, sowie für den Mitteldeutschen Bauernverein fernerhin zu wirken, lind da io ches nicht geschehen, mich meines Ghrenwortbrnches schuldig gemacht habe, erkläre ich biemit öffentlich als eine gemeine 2üge und eine nieder^! trächtige Berleumd nirg ineiner Person durch Herrn Tr. Böckel. Gs muß traurig ntn eine Eache und die ne vertretende Persönlichkeit bestellt sein, welche in der Eeffenttichkeit dem Gegner gegeitüber zu inaßlosein Hohn und, wenn der nicht verfängt, zu füge und boshafter Berleumduitg greift. Bntterstädter. Höfe, am I7> Teeember I>>!'2. A 22. T ückhardt, "Privatier" 22er hat mm von Beiden gelogen — Pardon! — die Wahrheit gesagt? —'; Andererseits fehlt auch da« berühmte „Gummi-Inserat" in dem unverfälscht arischen Blatte durchaus nicht. H. T. in Alttilschrin. Senden Eie gefälligst das Schriftstück. Aus Neutnschein bisher nichts eingelansen. M. W. in Trikft, Palazzo Salcm. Herzlichen Tank für den Brief und Prosit Nettjahr. Hoffentlich hat unsere Weihnachlsntttnmer Ihre Erwartungen erfüllt Zur gefälligen Beachtung! Mit illiscrcr heutigen Anmmcr beginnt das „Fircic Blatt" Briefkasten. Eilbciisicchcr, Bcalrirgaffe. Haben Eje leine Angst, der Bersaffer de» Gedichtes „Bt.br recht" in unserer Weihitachtsnnmmer ist kein Vandstnann Alt 2'aba'S ttird nicht einmal einer Ali Paschas. Gr heißt überhaupt Uli Schanz, wetaus der Lhiie.n wohl wenigstens dem Renömmöe nach bekannte Eehkastentenfol einen At: machte. M —N. Tbur». Ganz richtig, das antisemitische „Wij.>"blatt „Figaro", welches in der Bertiitgtiinpfting der liberalen Presse Gtkleckliches leistet, entlhsti ,u ''eiw'in Lnttratentbeile Aneinp'ehlui.g, n mehrerer liberaler 22iener Blätter. tciitcu »weiten Jahrgang. Wir laden daher alle Jene, deren Abonnement mit 31. Dcccinbcr 1<S!I2 z» Ende ging, höflichst ein, dasselbe rechtzeitig zn criienern, damit keine llnterbrechnng in der Zusendung erfolge. Alle (Gesinnungsgenosse», alle Jene, denen es nm den Lieg unserer Abmchrbcstrebnngt» ernst ist, bitten wir, siir die möglichste Bcrbrcitung unseres Blattes im neuen Zähre mit alten Kräften zu sorgen. Ter überaus niedrige Preis des ^.Freien Älattes": ganzjährig . . ö. W. fl. 2.50-oder 5 Mrotitit — Heller halbjährig . . „ „ „ 1.25 „ 2 „ 50 „ vierteljährig . „ „ „ -.05 „ 1 „ 30 „ ermöglicht cs auch minder Bemittelten, unser Blatt zn halten nnd zn lesen und sich so in die ausgedehnteste Kcnntuiß alles dessen, was im freundlichen und fcuidlichcn ^ager vorgcht, zn sehen. Wer aber dennoch nicht in der ^'agc ist, das ^.Aveie WtccLt" selbst zu abonnieren, verlange es doch in allen (0ast¬ und >r a f s c c h ä »s e r n! Auch stellen wir (Oesinnnngsgcnosseh ans Berlangcn jederzeit bereitwilligst Probenummern zur weiteren Bcrbrcitling des „Freien Stalles" gratis und franco zur Bcrfiignug. Man abonnitt auf das „Freie Älatt" jederzeit in der Administration: Wien, I.. Tcilerstättc 10. Wir bitte» dringend, bei Abonncuitntsbcstkllnngcn sowie bei Zuschriften jeder Art Aamc und Adresse (Crt, P o st amt) möglichst leserlich zn schreiben, da wir nur so eine Berantworlnng siir die Erfüllung der Wünsche und Ansprüche unserer I'. T. Herren Aboniltiiten iiberuchmen köiincn. Stempel können wir bei Ilcbcrscndnug von Abonnement betrögen nicht an Oicldcsstatt annchmcn. Alle Zuschristcn bitten wir zn richten an die Adresse: JJ Freies Blatt (( <S)vi}ciu 31t v Bbrvetzrr öes Jlntifemittomuc. Wien. I., Seilerställe 10. Ter erste Zahrgang des „Freien Blattes" ist, soweit der Borralh reicht, durch nnscrc Administration um den hcrabgcschtrii Preis von ö. W. fl. l.—oder 2 Kronen zu beziehen. Beitrittserklärungen zum „Bcrcin zur Abwehr des Aiitisemitismus" werden entgcgciigcnouimen im Lccretariatc des Bereincs. Wien, I., Pariscrgassc 4. Abonnement»«,,,nrtdunAen auf das „Freie Blatt" nimmt dir Administration, Wien, t^ Scilcrstättc 10, jederzeit entgegen. Ebeudafelbst werden auch einzelne Nummern abgegeben. Probenummern zur weiteren Berbrritung des „Freien Blattes" werden GesinnungSgenosseu aus Berlangen bereitwilligst zur Brrsugnug gestellt. Herausgeber und verantivortlicher Redacteur: Ernst Bietor Zenker. — Druck von Ch. Reißer & M. Werthner, Wien.