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Freies Blatt · 1892-12-25 · 38 (25.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
38 (25.12.1892)
Date
1892-12-25
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 m -yrmgiriBScr Freies Blatt. Nr. »8. zeichen meid«! würden, »vären wir von ihren Stilübunge» verschont »»d tarob „ gewiß sehr erfreut. Ba-atn gegen die Juden.» An» Prag >>1neidt uia» unS: Seil Xurzem klickeiiit hier eine radicale Wochenschrift„R eo d vi S l o st", zn deinen Eharakleri sirnng die kurze Bemerkung diene» nüize, daß tieies Blatt das Leiborgan des Herrn Baiaty ist Xc5n Wi^nder, irciin schon in der zlveileu Nnmmer dieses frei sinnigen >?- Preßerzeugniffes gegen die Anden zu Felde gezogen wird. Nachdem eingangs eines Artikels, der de» AnliiemitiSmus im Wiener Parlamente und in Bobinenbehandelt, die Wiener Antifeniite» über den grünen tilee gelobt worden, stellt sich der Berfaffer auf den S!andpunkr, daß er für feine Person keinen AniüemniSmus treib», und anerkennt mir wohlwollender Herablaffnng, daß anch unler den Arier», io mancher ,schlechte Xerl" stecke. Nun kommt aber die logische Nutzanwendung. „iDfait wendet rin," sahn der Lrtikelschreiber fort, „alle Anden in Böhmen seien so schlecht, wie sic von den grnndsätzlick>en Antisemiken gcdiilbcrr werden. Al>'o gut! Sind Alle so, dann sind >r>ir gegen Alle." Tas libeialc Mäntelchen, dar der Verfasser unrgebängt, macht dieses Bekeuntniß nur »m so vciwersticker. Natürlich bekommen-die znin Deutschthum sich bekennende» Anden Böhmens noch einen ivecielle» Hieb; sie werden „Heuchler" und „Amphibie»" genannt, die das tschechische Volk anSbeuten nnd den so gewonnene» Neichrlknm benüven, um deutsche Schulen zn bauen. Wie es scheint, würde das' Ba^aln'sch» ^rgan den Juden eher verzeihen, wen» sie Räuberbanden organisiren nmrden, als daß sie — liorril-ile iliet» — für tenlsch« Schulen Cpfer bringen. •ÜOtrot, xrnpp uni) Stkinlen. > Ein Parükk Boulevardblatt verösienllichte einen Briek, welchen die Firma Loewe im Fahre 1886 an den dainaligen iranzöfi'ckien Xriegsminister »«eneral ^8 o n l a n g e r ri.tnete und in dem sie ein CnVrt auf Lieferung^xon Maschinen zur Eewchrfabricaiio» machte. Tie ani, iemili-eben Blätter in Teulichland und Oesterreich suchen aus diesem Briefe für ihre Hevzweeke Capital zu schlagen. Shne hier aus eine Erörterung der Grenze», welche Patriotismus der gc''chäsllichen Fieiheit der Wasfenfabrikcn ziehe» sollte, - »aber einzngebcn, sei blos consialirt, daß Friedrich Xrupp im Fahre I8»!8 lein Jahr nach dem Luxemburger Handel, zwei Fahre vor dem denlsch-französiickien Xliege» an Napoleon I I. geschrieben, ihin eine Saninilung von Aeukmungen der in seinen Werkstätten auSgeführtcu Tbjecte übersendet und ipeei-'ll ans die Gnßsiahlkanone», die eg» au'eriigt, aufnrerksam gemacht bät. Auch die Firma Stciülen in Mülhanie», deren Anhabcp „Arier" find, trat in Beziehungen zu Frankreich, dem sie nach der Stettiner „Sslsee-Zeitung" Cvivebrc mi> sonstiges Xriegsmaterial I»eierte. Wenn also eine Veriündigunz gegen das p.mioliicke Empfinden porlfigl, io haben stch dieselbe nicht nur die Firm» Loewe. wildern auch die Firinen Xriipp nnd Steinlen zu ^Schulden kommen lauen (fine Entdeckung der J@rtn-,6ottn".) Tie durch den Anden Kurauda gegründeten nnd berühmt gewordenen „Grenzboten" haben schon wieder eine Entdeckung gemacht und dabei auch wieder einmal ihr eigenes antisemitisches Herz emdeckt. Tic „Grcnzboten" cifer» über das überflüssige Bernrengen sran höfischer Worte mit der dkulichen Spracht, und besonders gegen daS vordringliche Anbringru iranzösischer Firmenschilder in der GeschästSwelt. TaS ist nun allerdings keine Rcnigkeil. sondern eine längst bekaiiute Unart deutscher Geschäfts lenke, ivelche sich nicht nur in Frankinn am Main, wie die „Grenzboten" meintii, sondern in allen größeren deutschen Siädten vom Sund und Belt bis zur Adria findet. Tie Entdeckung der „Grenzboten" besteht darin, daß die Anden diese Sprachverderbniß verschuldei:. Al>'o die Juden! Bermulhlich ivaren es auch die Anden, welche im X VII .eahrbundert jene berühmte Sprach inengerei verni'achten, und Anden, welche das Französische zur Sprache der Tivlomatie und damit zur Sprache der feine» Kreise erhoben Wir werden uns nicht im «'ieringsten ivuiidern, wenn in der »iichstcn Nummer der „Grenzboten" die Eiildeckiing gemocht wäre, daß Richelieu und der lioi Soleil — Juden ivaren. Er wäre dies nach der antisemitischen Logik nur eine ganz plausible Set liißsolgerung ans den eben gegebenen Prämissen. Was wird Fürst Meschtschrrskij jetzt sagen?) Ter vom Fülsten Mcscht '.h-wskij redigirte „Gra'chdanin" schrieb anläßlich de» ProcesseS Ahlwaedt: „Natürlich wird Ablwardt sreigkiproche» werden nnd direct aus'dein Gc- '.iiigniß in den Reichstag gehe», um don seinen Abgeordnelcusitz einzniiehmeu. Wa» werden die Jüdcheu jetzt sagen?" Was wird Fürst Meichijcherskij jetzt sagen? Aller Wah'.icheinlichkeit nach ungefähr dasselbe »vic neulich das Präger oifielöie Krenzerblätlche». , Briefkasten. '■ M. ft. in Trcblsch. Ahr Abouirenikut ist aus ein Iveiteres Fahr gut geschrieben. I. M. T."i» Hnsiathil. Ein solches Perzeichniß besteht laut Millheilung des Sccretarials nicht. Zur gefälligen Srachtung! Mit dicscr Nuinmcr schließt — natürlich unbeschadet der aus Weiteres eiitrichteten Abonnemcntzahlungcn — der erste Jahr- Hann des „Freren Klatte»". ' Wir lade» daher alle Jene, deren Abonnement mit Ül. Deccm der 18!>2 zn Ende geht, höflichst ein, dasselbe recht zeitig zu ernrnern, damit keine Unterbrechung in der Zusendung erfolgt. Alle Gesinnungsgenossen, alle Jene, denen es um den Lieg unserer Abwehrbcstrebnugen ernst ist, bitten wir, für die möglichste Verbreitung unseres Blattes im ncutu Jahre mit 'allen Kräften zu sorgen. Ter überaus niedrige Preis deö „Freien Slattes": ganzjährig . . ö. W. st. 2.5)0 oder f» Kronen — Heller halbjährig . . „ „ „ 1.25) „ 2 „ 5)0 „ vierteljährig . „ „ ,,—.65) ., l „ NO „ ermöglicht cs anch minder Bemittelten, nufer Blatt z» halten und zu lesen nnd sich so in die ansgedehntrste Kenntnis; alles dessen, was int freundlichen und feindliche» 2ager vorgeht, zn sehen. Wer aber dennoch nicht in der 1?agc ist, das ..Areie Blcrtt U selbst zu abonniere», verlange es doch in allen Gast nnd Kaffeehäusern! Anch stellen wir Gesinnungsgenosse» aus Brrlaugcu jederzeit bereitwilligst Probenummeru zur weiteren Verbreitung dcS „Freien Slaltes" gratis und jranro zur Berfügnng. Man abounirt auf daS „Freie Slatt" jederzeit in der Admi nistration: Wien, I., Teilrrstättc 1<L * Wir bitten dringend, bei Aboilnemciitsbeftellntt^kn sowie bei Zuschriften jeder Art Paine und Adresse (Crt, P o st amt) möglichst leserlich zn schreiben, da wir nur so eine Bcrant wortnng für die Ersüllung der Wünsche und Ansprüche unserer I'. 1'. .Herren Abonnenten übernehmen können. Stempel können wir bei lltbcrsendnng von Abonnemci» betrügen nicht au Gcldesstatt anuchmcn. Alle Zuschriften bitten wir zn richten an die Adresse: „Freies Blatt" Hrgcrrr zuv Blnvehr des Flntilenritiixnru;.. wir«, I., Srilerstätte 10.?cr erste Jahrgang des „Freien Platte»" ist, soweit der Borrath reicht, durch unsere Administration um den hcrabgeseyle» Preis von ö. W. fl. 1.— oder 2 Kronen zu beziehen. Beitrittserklärungen znm „Berein zur Abwehr des Antisemitismus" werden eutgegengenonnueu im Sccretariate des Bereincs, Wien. I., Parisergaffe 4. Abonnrmrntsaninrtdungcn auf das „Freie Blatt" nimmt die Administration, Wien, r., Zeilerstätte 10, jederzeit entgegen. Ebendaselbst werden anch einzelne Nummern abgegeben. Prodcnnmmcrn znr weiteren Lerbreitnng des „Freien Blattes" werden Gesinnungsgenossen ans Bcrlangen bereitwilligst zur Bersügnng gestellt. * Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Ernst Bictor^enker. — Druck von Ch. Reißer & M. Werthner, Wien. ...

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