Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 38 (25.12.1892)
- Date
- 1892-12-25
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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ttr. 3K. , _|__ Fr ei es ci> ritte Mühe fei, zu kämpfen und die 'Jlntifemiten bekehre» wolle», ten» diese Individuen wollen ja nicht bekehrt fein, tiefem schein „rgnineiit halte ich das gewiß stichhältige Arq»»ie.»t^ entgegen, das; eo ,>äp hier in erster Viuic dar»in handelt, diejenigen, die »och nicht •v,01l dem antifemitischen Gifte berülirt find, vor dieser Berülirnng zu innen. Wenn;i» Hans in helle» Ftainiue» steht, so richten die Vöfd) mSmiev den Wasserstrahl gegen die Rachbarhäiil'er, um diese vor den, ' Uiiglücte;» bewahren. b>n>>ir-nti snl! - . ^Ndcillicht (lltf Malta. Aus Malta wird gemeldet, das; dmt i„ Folge einer aufreizenden antisemitischen Broschüre grosse Ausregnng Irrlicht. Da daS pebe» und Gigeiiimtiu der Zudeu bedroht erscheint, uchieie die israelitische Gemeinde eine Petition an die Regierung, in welcher sie uin Lchup ansucht. T^er Gouverneur Po» Malta ergrisi nnisast'ende Porsichtsuiastregeln, Militär patronillirt nun in den von .luden bewohnte» Gassen. , " ' 2\us antifcmitifchen l\uvinen unk Z?orfammlutigen-. ir. Tie Heue gegen die jüdischen Gcschiistslcutc.s 'drin; Alois piechie» I!. i ii irtzle am leuteii Tonufag die in der Bollshalle des Rarhliauies begonnene Hrl>e gegen die jüdiichen (^eschästslenle in Hernals fovt Ter Bürgerin»,! jfhvee n»d vernnglüctle pandlagseaiicidäl Rauscher ionE-der Eooperaloe palichta leisielen ihn, Ais, sie uz. Rach Lchlnst der von vielen Frauen besuchten Bei'ammluiig äußerte, wie unS berichlel wild, eine Frau ans den, Handwerler -lande: „peider sind die Zeilen so schlecht, das; ich überlranpl nur ivenig lan'eii - lau». Ter Prinz tömile mir nur dann vorichreiben, bei ivein ich. tanieu iell, »',»» er wir dazu kos Geld geben würde. Tie paar (dulden, die. ich mir selbst eure,bei, mnst. iveisi ich auch selbst am »üplichsten;n verivenden." Wir finde» ,'je'es Urlbeil einer schlichlen Handwerterssran über das jüngste Treiben des tui»;n, und seiner i^eliilfeii sehr zizlrrifend. < Schneider s NefäUigkeit für Alilwardl. r Mechaniker Schneider behanpwie n einer Beriaininlung, welche die Antisemiten in -Li», mering abliielren, er * iei m Berlin zugegen gewesen, als ein höherer prensiiicher T'sidwr dem ..Rerlvr .nier Teiuschen" das Malerinl zu dessen Broschüre über die ..Fndensliinen" gebrach, halle, und erklärle dieics Malerial für „echl". Tieie l^eräUigteil Tchneider'S für seinen Berliner üanieraden sri'chl die Erinnerniig an die Toig 'all a»i. inil welcher Tchneider "anläßlich des ProccsseS der Mödlinger Tänih waarensabril daran' bedacht war, seinen Zwecken eni'vrechriide Zeuge» ans' Miinche» zu verschreibe». * |>. >i reifer'Ji'ntimtnlvereill.i TcrAnberer schönerer s, Tr Hans Liingl, ccleist, als Tbinann des slreinser RalioiialvereiiieS eine J*11 Prodlannrlion, in »•IJiee eillärl wird: Ter Eewerbsman» solle durch den iüdiichc» Welibeweib unl, neiler geschädigl werden, und es empfehle sich, „jede >R'ichänsr>erbi»dnng .!,, „Wen zu „leiten". Fede GeschäflSverbindnng? Tr. Tlingl hal lrichl reden, Aaiizl'i nnrd ohnedies von Znden gemieden: der feiste Advoeat mag das :enl>r verschmerzen,^ aber so mancher spindeldürre Tchuner und Lchneider lann n,s die indische .ünndschasl »ichl verzichle». Fn vielen .'tici'-n, in jbe„e„ das: nur bei Christen" wohl gefällt,, wird das: „Berkanstl nur an d'-iisten" leinen Aiillang nnden. Zu»! eouservaiiven Parteitage in Bcrliu.l Tie „Rorddenriche Ali . meine Zeirnng" veröffentlicht an der Tpitze des Blalles die Znichris: Theilnehmers an dem conservalive» Parteitage, de» de,selb, pl'endo cott'er- " >n"' nrnnl. Er lheill mit, dast am Parteitage Antisemiten theilnahme», die nicht » itichl zur Partei gehören, sondern sie bisher beläinpffen: dast, als Herr Blninenlhal gegen den Anlisemitisnuis sprach. Vrnle im Taale sagten, me.„ sehe, daß der Adel nicht roni Fndenihnm lasse, und es mürbe nicht eher "\r -werden, bevor alle Barone aus bet, Parlamenten herausgeworseil wären. Briesichreiber bemerkt, diele neuen Eonservativen in Wasserstiefeln seien v:t intoleranter als die Locialdeinokraten/ welche bislang — nicht ihrem -baden — Herrn v. Poll mar in ihren Reihen dulden. Ter Tchreiber des "r:ekcS. der sich I». unterzeichnet, lagt auch, liier beginne eine .'iriir, fitr welche -» glücklicher Ansgang bislang nicht ab;,,sehr» sei: nur all;» lange habe die ii'ervalive Partei mit „»klaren christlich-soeialen Begliicknngstbevrien und mit er,, Antisemitismus als amiisante», Tport geliebängelt. Tie t^rnndbcsivdr, - tr derzeit dieser „Tetnagogie in gutem Tinne" znjubel», ivürde» erst;nr Einsicht tommen, mein, zur „Reform des E>we,bSlebens" die a t l g e nt e i»e T hei l.n ng d -W ,! n e n werde. Hkrabgkstjiuiute Hossitttttgcit.l Fl, einer Aniiieinitenversamiillniig zu Berlin machte neulich Tr, Förster beinertenslverthe Mittheilniigen über das --alialtei, ei,,jiliier Mitglieder der conservalive» Partei gegenüber den For denvigen-der 2Iinise»,ileii. Ter Redner tadelte znn.ächst den Prinzeir Hand!sri und einen anderen Abgeordnete», dessen Rainen er nicht angab, weil c-ide Herren ans ergangene Ansfordsrnngen eS kurzer Hand abgelehnt hatten, ihren Wühlern gegenüber, sich über ihre Ttellniig zum Ankisemitisinns;>, »ißerit. Todann theilte er den Brief eines anderen „hochangeiehenen und Blatt. f-i-iir v. einstnstreichen" couiervativen Vevei, „ii,, - der?,e Einiadnv» Besinn b.-e A n, i'eüiilei,versau, mtiing da ln» beantworte,, dast er die ,-tnnin,- i.e , »i der antisemitische» Bestrebltiige» inliegend eine, tlv-ci'e nv'eistnven als eine Beleidigung ,i„d bie ganze anti'elniiiiche Bewegung ale schmachvolle!,^trebd- 'schaden .^» Aörper des deniichen Beiles betrachte:- Ten Rainen des ksiies ichreibers zir.nennen, iveigerle sich Tr. 7\.u ftei-" Er liusi'ie an rid-'e Mi, ilieilnngen die Benierliing, daß nach solchen Ersah,„„gen und een levteii. Er llärungen des Reichslanzlers der r'sutiieiniiisinns seine - durch die Beschlsive des eouservaiiven Parteitages geschibellle» Heiinniigen wieder be^ente.nd herab stiininen. müsse. - E» einer zweiten Berliner Atitiseniitenver'atzinilnng ,'agie Paclenbach: Ter conieryative Parteitag iei gensisser,„asten eine Ehren'eier inr, Ablivardt geweseti, und man dürie sich nicht allzn'ehr a»' die Pente verlasse», die damals „Hoch Ahlwardt!" pzeien Mutlivolles A,lnftrCtClT. > Ter Ttiuinvli, den die-liberale Pentei tiiugst in Magdeburg aus.den, Wahlkampse davongetragen, last, die-Antisemiten nicht ruhen, sie wollen auch ans Magdeburg ihr P>-rtraue»saltest haben, e„nd wäre dasselbe auch von einen, ans allen Himmelsgegenden zuiaiiiinengelroinmelw» issiündel ausgestellt, wie es zu,„eist die Mei nirnvpe antisemitischer Meetings bildet. Ter T ent sche Rrlorniverein v^eranstältete leänbin eine Benamnilung, bei welcher ei» Wanderredner an? Berlin das gerichtliche, Ber'ahren gegen Alil ivardt in der abfälligste» Weise benrtheilte »nd schließlich die Abiendung einer oiiene Begeisterung sürTen Ei Reclor «nt-ieiucsii Benheidiger ansdrüttendei, Tevesche beantragte. Te, Antrag ivnrde .mit Fnbel angenoninien, und k-nnn zehn An wesende ivagie'n es, gegen denselben stimmen. Trovden, bestieg nnti der „»,' die Abwehr. hochverdiente Herr Arciiivar Tr. Winter die Tribüne, „ni den Bersan>»iel,--n den ,rall Ahlwardt'in anderer Beleitchlimg zu zeige» und das i^>esi>hr,iche. llnvotiioiii'che und llnnationale dgp antiieiiiitischeu Hebe Ila.r;nlege». Tie M nge, tvelche kurz vorher »och den, Al'l'vardt Enltiis zngejnbeÜ batte, hone lautlos und andächtig de», Redner zu und feln-nfie ibin, als er geendet hatte, reichen Beisall. Es ist-dies ,,-öhl ei» deutlicher Beweis/wie vrccär die Ersolge der Aiitisemiien itberbaup,'wären, ivenn ilrre Zuhörer, soweit sie nicht get»i!ge„-i>- Blob sind, i» die Page-verielc, wären, auch des anderen i'RanneS Rede zu hören Andererseits laiji, man das Beiwiel des Muthes, weiches Herr Tr. Winter i» -nsagdebnrg gegeben bat, nicht hoch, genug hängen, ,„» ihm ainch bei „ns trov aller iranrigen Ersahrnngei, vielteich, do-h einige Rachahninng lTentscher Batterttbtttid., Ans eine», Bane,»tage zn Ttargard hielt vor wenige» Tage» ei» Herr v Tie st, Wanderredner des Tentsche» Baiiernb, indes, .-ine iiiui'eemi,ml,e Hevrede. T ie Fiiden, speciell raste, und Bä in tye r jfe r, ivnrden als Tirieingen hinezestell,/denen der Ruin des denisiche» Bauers;n z»sechreibe» 'ei. Tie Bauer» wären, sagte Tiest^ seä>e,»al si'o silnver besteuert wie die „Böi>'enlö„ige". Tnrch tote)-, rügen ivird das pandvsll i» Teutichland betbört »nd ausgelievl, und die Annvieglgr erfreuen siä> „och der Uiiterstüvnng uiilerschsedtiecher pandrälhe. ' ' ■ ' '■ f antijVmitifdyn blättern. ' Beloliiile Cvierwilligkeit., Ter Pie»»er'set,e „Fonds;»»I christlichen Tagblatt" wurde danl der Tv'envilligleit des Prinzen Alois picelitenstei» mit .->0,1. ufnnelnt „nd erreichte die Höbe von 24>.Yft. 21 lr, Pieiiner ernsies sich b-i'iie erkenntlich und. brachte in 'einer letzten-Rninmer das Portrat des Piinze» Ans ästhetische,b-t'tründen iviird-- die Rat», ein ivenia eorrigirt, und die.'Ra'e des Prinzen'erschein, als eine ganz',lori»ale, ' Lchönerer «-"Nt,-:, Bergaui.l schönerer, der neulich in einer Bersirmn, limg sisiner Isielrene» Abichen gegen Brigant" und Berachtnttg iür das. als Lchandrevtil bezeichnete „Böltsblatt"'- äns'pbechei, liest, mach: in der iiiiigste» Rninmer der „Nnver'a l>chte» dru tschien Worr'e" in der Form csiner AnNvort „aus mrhrerr Anfrage»" kolgende Enilisillnug.: „T irier inelirmots "ab gestraste lind wegen Eciicnrs vernrtheilte derzeitige .AiiiHemitist ihat'ächlich Bertreler und Bertra.iiensinan» beim T.eiN'che,, Boiksblan und, ist detsi-we wohl deshalb besonders grich'äi't, weil er Esiid aii'znlreibenin der Page ivar: wen» nur dis Hälfte, von den Esi-rüchie» sich beivährheitel, die über Kic'es Fndividiinui im llmlanse .sii>d, dann gehört das'.lbe thal-ächlsih zn den hcst bekannten Beinch.'ii! des pandesgerichnes "" «Tie verjlldeicn 2I1vliabeie., Ans .'trents wird lins geichireden: Tas hidsigr. im Tolde T.1 onerer'-:- stehende Aiitiieninenblatt schrieb niiläng't": „Tonnabend" ist eigentlich der richtige Ansdrnct für Tanisiaq. Ttr Bezeichnnng Tamstaip sil dir Abkürzung von Tabbathstag und 'ollte desbälb von Tennliiei, und"Llnisten ganz gemieden werden. „Will die „pan dzeimng" und ihresgleichen Alles meiden, ivas iemirisich ist > Wir sind's zn'rieke», denn in erster pilsie. sind alle »liigre Alphäbeie nnziveiselhasl iemii>scheu Urivrnligs, ja selbst die Runen, zn ivelchen die Urgermanen am liebsten grei'en möchte», und nicht arischer, sondern semitischer Provenienz, Wenn "also die Anliieiniien dioe verlndelen Tch'ri'l '1 'Rachleäglich wurde indessen belännk, das; es Freiherr-o. Minnigerode ivar, der diesen Brief geschrieben baue. ", t , t