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Freies Blatt · 1892-12-25 · 38 (25.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
38 (25.12.1892)
Date
1892-12-25
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seif* 4. Freies Blatt. Nr. 38. 'iH'tiidie Gteiäiberechiigung der semitischen Teulschen mit Den gecmaiiiii-beii f rut'ificn verlange,), ■ Abgeordneter V ieber hielt tu <^och ini Bolksverein für das katholische Tentschland eine Rede gegen den Antisemitismus, Tie >ka»rpNv?Ue ihrer (Gegner führte er ans, fei Haß, nicht Ehristenliebe, Gegen die antisemitische Bolksverhelzung kämpft auch das „Ci o n > e r vaiive Wochenblatt" des Abgeordneten v, Helldorff, eui Der »euene» 'A’»mnter wendet es fich gegen de» Racen-Antisemitismus. Es weiü auf hervorragende Leistungen getaufter Juden für die christliche ,'iirche'und das deutsche Bolksihnni hin und erinnert an Ttahl, hebt aber auch hervor, daß viele bilden, die stch dein deutschen Balte . aiischlosse», aber den (''lattbeu ihrer Bäter beibehielten, durch ehrbaren Lebenswandel, strenge Redlichkeit, tüchtigen Bnrgernnn sowie Patrio tismns und Mitarbeit an den Enltnranfgaben der'Ration allen An ivrüchen gerecht werden und die Anklagen, welch: der Raren Anti' seiuitisnins gegen das gelammte TuiSenthuin erhebt, für ihren Th.-il widerlegen Tas .Eonlervative Wochenblatt" bestreitet auch den den?,nden als solchen gemachten Borwurf der Teig heit und erklärt, „daß der Raeen Antisemitismus mit feiner Praris.. nur Tchatten zusammen; ihänfen und alle anderen Behauptungen iticiier,Mieten, während er stch am deutschesten geberde, gerade eine der edelsten deutschen Tugenden, die Wahrheitsliebe, verwüstet", Tie rohe Hevv Hepv Praris, die ueuerdiugs in. Berlin auch gegen Xi »der geübt werde, fe.i-eine schände für-den deutschen anteu, im ~d) r i ft 1; di, - » ur o vnehtit und ei »es rechten deutschen u u iv ü i d i g?cr Llrilc Der niititfitiitiidietr('icmciniKriitl)f. Tie strikenden ,-r:i>e:uin'chen (''enteinderätlie veranstalteten aut l!> d, M in Hernals ine Bei ianinilung, in meidtqsie gegen die „jndenliberale" Mehrheit des Geineinderatbes s und gegen den Bürgernleister in nnanständigez Weile .loszogen, den, Wnnfdte nach einer Intervention ^der Regierung Ausdrud gaben und stch ichlteßlidt in einer olntton zur ,vovtiet5um] des viriles anffordern ließen. T te Herren waren, wie verlautete, schon stlikeinnde. t'cheiuen aber int letzten Angenblide sich eines Anderen besonnen tu haben. u e g e r drohte für den Tall. als die Bestiinmung des kd'enieiiidestatnts, -- betteffend die analt'ietrie Majorität, geändert iverden sollte, mit einem Mittel, das er nodt in Reserve habe. Bange .midien gilt n'cht' , Btrtilk zur HchlIIIg Der ('iciUCrÜC. Tn einer zahlreich besuchte» Bersailiiiiliing des Bereutes zur.Hebung der bewerbe, welcher and, die "'eineinderäthe Ritter v. (''oldldtnudt, Baurath Ttiaßn»,, Trauenberger, Tjornv. Vang und Gsrorner buwohnten, gab ('semeinderath Kranen berget' in Acharsen Worten der Entrüstung über das verhexende Trechen der - autiiemitiidteh Traetion Ausdrud, Es fei traurig, d,rß , Lk.'Viieger. der früher zur liberalen ,rahne geschworen hatte, und nur deshalb von derselben abgefallen, weil er int Schoße derselben leine ehrgeizigen Zwecke nidtt rasch genug erfüllt lah, in ltnerhörter Weile Bürgergegen Bürger aufheye, und noch trauriger, daß fich loldte Borgänge uiigestort unter den Augen eines Regiernngsveltreters al"'p!eleii, der die Bsttdtt halte, in Wahrung des Gesetzes gegen solche Anshetzunge» energifd> ctn^i'dti eiteit. (''emeiiiberath ('»fr o r it c v utad) re -darauf aufmerksam,, wie uuberedtfgt es lei, wenn die antisemitlsäten f'euleitideläille über einen Teirorislitus seitensder fortschrittlichen Bartei klagen, rer Terrorismus iei im l^egentheile bei den Anti liberalen zu Haule .'hin habe ein elastischer z-ienge, der ehemalige antiliberale 'RmeinDeraih Arnbart, runZiveg erttart, daß er irin Mandat nur. in ‘,zeige des im Büegeiglub berrldtenden- Terrorismus uiedergelegt habe >lm Bürgerelnb ieien T e d l i-c z k a, -essen rüder Ton allein schon beleidigend wirke, reg orig und Hawranek die maßgebenden Elemente, treldte den ganzen Elnb terwrinren und Riemandes Meinung auftomtiten lassen. Radtdent, noch ntehrere Redner-get'prociten, -wurde mit einem dr-.i.naltgen Hodt ans die Berfanung die Berfammlnng g> 'dllossen, 's - ('VcDrutrcDc jiir Moriz Wültnilgun. Am 17, o.^ M. Abend lauf lni großen Ta.v der Handels lind B'elverbekammer im Bölien g, l ande ei»,' Plenarversammlung der Cefteireidtijd)-ofraelitiidten Union tiatt, für wddte ein Bortrag des nugariidteu Reidtstagsabgeordnelen in,d B.o'enms ai der Budap-ster Universität, Tr Armin Reu iiia nn. über Moriz W-ahrutaun n.id seine otfentlidte Wirtfamkeit an g.-iündigt war. Tas große Unteresse, iveldtes diesem (''egenstande ent g-mgebradit wnido, bo-eninentirte st dt .in der überaus, »egen Bethei b jling eines hieltst distingnirten Bnblienms an dieser Beitammlnng r .-, große Test>'aal war. bis auf den letzten Platz gefüllt, T ie Brüder des Beistoibetten, Hetr Alerander WahrniaiNi ans Budapest und Med, Tr, Tigmund Wöhrmann tu Wien, wohnten der ,)eier bei. ferner hatten ftd) Reichsratltsabgeordueter Tr, dironawe11er, mehrere Gemeinderäthe und Bertreter der ifraclitifdjcit Eultnsgemeinde in Budapest ein gefunden. Rad) Begrüßung der ert'dtienene» Gäste durdt. den BereinS Brästdeiiteii Tr, ('i r tt nfeld ergriff Professor Tr. R e u nt a n n, mit lebhaftem Beifall elnpfangeu, das Wort zu seinem Bortrage, in weldtem er die Bedentnng des verstorbenen Abgeordneten Moriz Wahr man» ans politischem <>lebiete sowie and, als Prästdent der israelitisdte» Eultusgeineinde in Budapest eingehend erörterte. Er sagte n.-Ä.: „Wahrmann war ein.Patriot im eminentesten Ltnne deS Wortes, sein Wirken für die stnanzielle Eonsolidirilug Ungarns tvird stets itiit goldenen Lettern ig der (''oid)tdtte Ungarns verzeichnet sein, Weld>e geadttete Stellung er im Vande eingenommen hat, geht daraus hervor, daß daS nngarifdte Parlament ihm anläßlidt feines Htiiidteidens die höchsten Ehren zntheil werden ließ, Tie Tpilzen der Legislative, alle Parlamentsmitglieder, andt seine politifdjm (ilegner sowie eine unab st-hbare 9Rensd)e»iueiige haben ihm das letzle - l^eleite gegeben." Ter Bortragende kam bei Erörterung der Thätigkeit Wahrmanii's-andt ans den Antisemitisnlns zu spredten und sagte diesbezüglidt: „Wie ein verderblidter l^ifthandt kam die sdtändliche Bewegung über Ungarn und sudtte tid) dalelbst fest;»jenen. Un der Tisza-Eszlarer Affaire fudjtc t'id) diele Pestbeule Vitft zn mad)eii. Aber nur für ganz kurze Ueit gelang es i^r, die l^etnülher zn verwirren und Haß und ^wie tiad)t unter die Bewohner des Landes zu säen. Ter gesunde Tinn der Bevölkerung, der Edelmnth und der ritlerlidte Eharalter der Ungarn überwanden diese .strankheit wie einenleid>ten' Uieberanfall, Tamals hat Wahrinaun nidtt nur im Parlamente mit'flammenden Worten gegen diesen Aberwiv atigekämpfl, sondern er wußte andt leine Worte an anderer Tteile zu vertreten,, und kühn hat er dem Tode ins Antlitz gesdtaut " Ter Bortragende tdjlüf;: „ Was seinerzeit die Emanripation für die Unden angestrebt, das itidit heute das tleereplions geieiz zu steltern, Tlirdt Ungarn 'geht':,heute ein sreiheitlidter ^ng, wie er damals geherrldtt hat. Allen Eonfesstoiien ist es gegönnt, fidt in sreiheitlidter üiichtung zn entivideln, - der Elassen- und üiaeenhaß hat dalelbst keinen Plah mehr," Tlürmildter, langanhaltelider Beifall lohnte den forttivolleiideten Bortrag des Redners, ^um Ansdrnde der Trauer über das Hinsdteiden Wahrmann's erhoben sid> die Anwesenden von ihren 3ipen, worauf die Bersanfmlnng gesdtlossen wurde, - MißbllligiliigsutrD Ciitriistniisiskiliidgrbiliig.) Tn, ,v»nfha,:s land vor sknrzem eine sehr zahlreidt beindtte Berfammlnng fortfdjritt lieh er BTältler statt, iveldter andt hervorragende Abgeordnete beiwohnten Tas Berhalten Tehneider's im Landtage und äeetdjsratlte wurde von 'mehrcreti Wählern einer sdtärfen,'intit unterzogen. An der Tisensston nahmen and) die atttvesenden Abgeordneten theil, ll'raf Ttürgkh gab dem Wnnselte Ausdrud, daß Wien von der Schwächung befreit werde, in weleche eine unselige Bewegung sei»' öfsentlidses '.'eben gestürzt habe Tr v, Plener jpradz seine Trende darüber ans, daß in diesem Wahlkreise, der eine Bertrelnng genieße, die er.nidtt verdiene, fid) eine Ttröniung mit. >Claft äußere gegen diele Bertretnng, ztnd diese Un znfriedenheit mit den gegenwärtige» Berhältiinsen sei der erste 2d)iitt zur Erlangung einer be>7eren Bertretnng bei den nädtsten 'Wahlen,^ Tdtließlidtwurde folgende von.Professor Bittner beantragte-Re solution einhellig ailgenomme»: „Tie heute vkrsammelten fortschrittlid, gennntel! Wähler des- Tedtshatuer WahU>ezirkes sprechen über das ver Derblidte, alle <''esezze der'Btensdtlidtkeit und l'leredttigkeit verlebende Treiben des Abgeordneten dieses Bezirkes, Mechanikers Ernst Tdtneider. >veld)er durdt fein (Rbahrcu sowohl im niedervsterreidtisdten '.'andtage als and, im -üreidtsrathe bewiesen hat, daß er weder in geistiger nodt in fittlidter Beziehung der Anfgabe eines Abgeordneten gewachsen ist, ihre Mißbilligung und Entinstniig ans und bedauern im oiiteicne aller Bewohner dieses Theiles von Wien, kein Mittel zu besitzen, den Abgeordneten Tdj>te>der zur 'ofortigen Riederlegnng seines Mandates zwingen, zn könncu," - Lchttcjvcr'>7> Rcüc itl LtchslstkUS. > Wie das hiesige Antisemiten Matt meldet, wurde wegen der Üiede Ernst Tchneider's in Lechshans, deren .vreiherr v, 2 o m in a r n ga in seiner im Abgeoldnetenhause eingebradtten AnterpellatioN gedadtte. das ftiaffjciid)t(id)e Berfahren.ein geleitet Tie Borerhebnugen werden hienadt von dem Vandesgeridtts rathe t'sa o h ni a n a gepflogen, weldter bereits den Regiernngsverireter sowie den 'Tbmavn des .vünshanser Bolksvereines, Herrn T d>reine r, vernahtu, . is.'nüfrl. Tie ansgezeidtnet redigirte lind im t>'eista und Tone des editen Wienertltnms gehaltene Leitung „ T'Trau Wabert" bringt an der Tpipe ihrer letzten Rlimiuer 'ü.I ein prädttiges Tonet! von <''nnther Walling, „Ten Brüder» in Ehristo" betitelt, >veld>es der antisemitiidten Bewegung gegenüber die vollste sB e r a d) tnng ans ivrieht. Wir lönneu das von mHtictflidjcm ('leiste gleitete Blatt allen Areunden der Abwehridee nur bestens empfehlen. „ D'Fran Waberl"

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