Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 36 (11.12.1892)
- Date
- 1892-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. M, vcir? 1! I >1 l!. riMto ■ Eaiididalnr erfand, i» iinsere^ii Wahlbezirke ebensoviel Aiibänger zählt, als auf ihren Eandidalcn Stimmen Abgegeben winken, denn fest ebenioviele Siimmc» hat bei der 'letzten Reichkrathswahl auch der unschuldige stainmliiacher Raab, der keiner Partei angehört, atif sich meint. Tiefe j^ifior beiveisi höchstens, dag in zwei Slädten Westichlesieti« unser Slgaiiiialioiisapvaial nicht hinlänglich finictiouivt hat, bah daselbst eine Hälsigkeil uii'ercr Pallei zu Tage nah und dag es j„ diesen Städlei! noch ^ine Anzahl von irregeliihrien Gewelbelreihenden gibt, die dringend der .'lulklärnng l"din°eii. Tieie Mängel werden durch eil», iprcchrnde Zestignng unserer Parteiorganisation leicht zu behebe» sein. Tie imposanle Zahl von 127.' Sliwmcn, welcl e ans de» Teicheiu'7' Candibale» de-) GcwerbcvercincS -und dco drulschsorlschrilltichen 'Wahleomil.-s enlsiele», ne bilden nicht nur ei» eisreulichrd Zeichen der Stärke unserer Paltei, sondern auch'den Ausdruck dc^AbscheueS gegen die Perbetziing einzelner Volts elafsen und Verufszweige der Konfessionen »,nd 'Ralionali l ä t e» g c g c»e i» ander. Taö-crsreulichc Wahlergebnis; beiveist, daß T ftich lei i c n von der anlisemitische» Seuche, io gut wie gar »ichl äuge kränkelt ist, und das; chie vor »ichrerc» Zphren gelrosiene Parleiorg>rui, iaiioii sich bestens bcivährl. Sie braucht nur »och erweitert und gepflegt zu iverdcn, »ud si» iviid slclS eiis fest er"S ch i rm seingegc n unberuiciie Heber uiid Rn he st vier, sie wird Schub biete» für die Wahrung der Wf uimmtiiiicnfKii der Vevolkeruhg diese-; Haiideslbeiles. iiir die ruhige, sriedliche und-forlschiitikiche Emwicklung desselben t ch-clix Tahiti 7'lntisymikisilIIIS.> tim rheuialiger Schiller Zelir Tl a h »'S läßt sich von si e ftiiiizehu Zahle alb Uuiv ii i gab erg aus, wo Professor Dahu durch o:rsitätslchrcr thülig war und auch seine» Roman „Der siampf um Öiom" schrieb, über seinen Hehrer in dcr ,A l lg eine inen Zeitung dcS Z n d c n k hu ms" wie. folgt hören: Hier .in .nönigobcrg töuftte die Acustenmg des Herrn v. Tieft Taber , in der „streu;'Zeitung" über Tahn's Slellnug;ni» Ziidemlmm nur Heiurlei <eliege», und durfte es Sie iunreisircn zu cnahren, das,, als Herr Pro'eüor Tahu bald nach seiner Ucbeiftedlung »ach Breslau dort schwer c,7rankte. der ->lbe lelegraphiich de» ihm naht besrcuitdelcn Proiessor Tr. Za'iö von,hieran sein R> anteillager bcnes. lind wenn Z-elir Tahii, ans Beichcidenheil in 'einer Anlwort a» den Heransjcber dieser Zeitung nur au die Hehensgemciii schasl erinnert, ivelchc ihn mrl vielen jüdische» Zreurd^i verbindet, io mag auch aus dem össcnilichcn Hebest Tahn's milgelheilt werden, das; derselbe bald der Emhüllmig des ». Heising - Zeier. drill n g der i ü d i ich«n nach dein Ausbruch der anliieihitiicheu Leuche anläftlich Heising TenknialS in Wolfenbiillcl bei einer akadeniilch Albertina feiner Entrüstung über die Beschimpf Douimilitoncn '.'tustruck gab und viel dazu brigelrageu bat,' dag die Albertina von den,Perl,cerunge» befreit bliest, welche tieie Zep.kranklieit au enderen Univeisiläten in dem-geselligen Heben der Slndirenden angerichiel hat, Ebeui'o benntzle Proiessor Tahn die Ainvesenhei: des belannti» Schanipielers Heivinsty ans Wien, der am flönigsberger 'Theater gaftirle und daselbst in, Hanke des EommercienralheS Weinberg durch ein seis>»,all gefeiert ivurde, tim sicses Zest durch eine Tichlniig >;» verschönern, in der die h.-kaninen toleranteu k-nd »lannhafl palrioli'chcii Gesiunnnge» des Dichters;mn, Ausdruck lauie» Rech, jetzt stellt Professor Tahn mit mehreren jüdischen Professoren nn'erer Universität in sreund'chasllicher Verbindung, wie er selbst Zlmen schrieb. sC'lll Wort tiioktsrird licllcr'o.I Zn den soeben im Buchbaishel elichiencncn nachgelassenen Schriften l^olksried >i c I l c r's sindck sich ein „niigedriichtcr Culwurs des Mcindalcs für den ans Sonntag den -I. Hcrbslnionat l!7»>2 scstgcscbtcn Tank, Bus; nnd Beitag", dein wir solgcudc 3teile cntiicljmc«: „Was unsere rantonalc lskesetzgebiing betrifft, so dürste cs hier der DDt sein, eines kurzen, aber vielleicht folgen nahen (Gesetzes;n erwähnen, welches seit dein letzten Vertage gcschassc» wurde. Der von Euch erwählte große Rcilh, liebe Mitbürger, hat mit einigen wenigen Paragraphen das seit Zahrtausenden geächtete Polt der Zudcii für iliiscren tianton seiner alte» Schranke» entbnnde,», nild wir haben feine ‘Stimmen vernoninien, die sich ans tiurcr Milte da gegen erhoben halten. Zhr habt tlrnch dadurch selbst geehrt, und Zhr dürft 'mit diesem (besetze, -das ebenso sehr von )cr Menschenliebe wie ans (iirniidcn der äußeren Politik endlich geboten war, am tommenden Pcttago getrost vor, den (^ott der Hiebe und der Per-söhnung ircten All.iEnch wird cs' lsodaun sei», das geschriebene (besetz zu einer srncht bringenden, tcbenbi^eii Wahrheit zu machen, indem Zhr den eint sreindcten nnd Perfolgtcn auch im gesellschaftlichen Verkehre srenndlich entgegengcht und ihrem guten Willen, wo sic solchen bezeigen, behilflich seid,, ein neues bürgerliches Heben zu beginnen. Was her verjährlr» Pcrfolg-ung und Pcrachtnng niiljk gelang, wird der Hiebe gelingen; die Starrheit dieses Volkes in Sitten und Anschanungcii wird sich lösen, seine Schwäche» werden sich in nützliche Zähigkeiten, seine inannig faltigen Begabungen in Tilgende» verwandeln, und Zhr werdet eines Tages das Hand bereichert haben, anstatt es zn schädigen, ivic blinder Verfolgiingsgcist cS wähnt.", lyilic srülizösischc Stinuiic. Zn Km iüugnen Ausfällen U'H-s; man »'S im Parlamente — er halle Zraulreich die „'si'epnblil der l^anncr und Diebe genannt" — bemcrti das ...I <• n r u a 1 «1 «■ s il i- H;i r >-- - „Hsach dem Tadel des Raisers, - nach der Zurüikweisnng durch den rlicichsralhs'.Prälidenle'n könne man diek.-ii 'Redner ignorire», Tic - Auliseinilen DesterreichS, b.'ruchtigl durch ihre Seandale, verwandeln den Uceichsralh und den <>iemeiuderakh in Anarchisten Meetings : sie bedienen sich einer Sprache, welche die von (''.titiimi i>'-<-a>->>u> > sein tönntc." Das „ louriuil will nur die erfreulichen Siittipatlliekttndgebii.igen verzeichnen, die durch den Hlntlscmilcn hervorgerilfen wurden. «Tic Zlldcllvtrfolgllllg in-stillstllllld. ' Racl, einer Petersburger Meldung besaßt sich die oberste Perwallungsbehörde in Moslau mit dem Plane, den .luden in dieiei Stadt vom nächsten Zahrc an ans nahinslos jeden .Handelsbenieb zn verbieten. Wie es heißt, soll den sluden die Zorlsetzung des HandelsbelriebeS in Moskau-im Sinirb der zn crlasscndoil Verfügung nur unter der Vediiigiing ihres Ucbertrilies zur orthodoren Rrrchc gcstaiiel werdcn, Ter rlicligionswcchsel allein werde jedoch noch nicht genüge», sondern die läoiivertiten werden riii die D an er von drei Zainen nach dem acht .ftilometer von Moskau gelegene» D örse-'Tschcrlizova verwiesen, daselbst von orlhodoren Priestern überwacht und zur neuerlichen stsicdcrlassnng und Zorisevung des Handclsbckntbes iu Moskau nur dann zugelandü werden, wen», sie sich mit Zeugnissen seileuö jener Priester, über die strenge'Ersüllnng, aller religiösen Pslichlen während jener Z-rist auswei'en. ^!u^ ’cii11if<?i>Htifd)oii oilton un^Der fammlunisom Hans Tampf in allen Waffen.: Ruin Guhwanbnee, »ichi Sclnvenb.r, ni.kn Tötös ist gegeiuvanig bei dem Publieum der'geundgesessene» Auii'einilen w >-» als Alois Hiewienstein oder der „Zürkchi", wie er im,:>R'uiide ,einer plebciiühen Pewuuderer hejs». Sonst, iveun die Wiiitersaiion ta»>, drängie siäi Alles zu den b.d.inwen Pergnügungsloealen in Hernals und Rudolssheim. ltz» sich dorl eine „lsiande' zu inaclien; heule sorgen die Volksverlreler von Hernals und Rndol>-:l-eiin^ in ihren Veruimiuliingeu >ür die>e i.Gande" in rei.hliäieni Maste, D er ganze -llnlerfchied i.t-eilll darin zu liegen,, das; beim >kNa„rantner das >"els gleich beim Eiuiiill abgenonimen wirb, wälirenb es - in den Per'awmluuge» Hieäuensteiu's erst am Sälluüe abgeiamniell ivird. Zu seu letzien Woclien rral Alois Hieckilenstein uichl iveniger als dreimal ai>>. Zu einer Perianimlung der Hausherren Wiens sprach er als armer gedrüctrer Wiener Haiisleer am Rovcniber über die Vesteuerungsveihailnisse. nachdem er Tags vorher sein Zeriihleiben von einem Zünshanier Auli'eiuiienliieeliiig dawii eulichuldigt Hane, das; er sich für die Peeiamiu luiig d.r Hausherren vorbereiren inli-ne, .weil er noch niäu lsinlanglich in soruiirl tdl. Am Sonntag den l Teee-mbLi- -sprach er in einer Per'animlung - der „Ehiistsichsn Z-aiiiilie" in der Poltsballe des Ralhban'es, Tie iamiin-- li-chen Weiblein, :>R'agdli-iii, Tochler der Wieiier Anli'eniiien, ''owie iammlliche. Belkchwestern Wiens Killen sich liier ver'ainincli. nin sich einmal von einem „Züi'chl" als „T.unen" aiiivre.che» pnd nie^Boiieollienng der jütsicheii >‘>e i.chastele.ille anlästlich der naben W>lb'.la.chlslage,an'h.-tzen zn lauen Ter „Z-ür'ch'l" ioll auch, diekr ieille Rolle als Eaoäiier -der ebriaine» «u.cistlelil-anen. vom - i"en»d mit «ueschiit Und vielem Avplans ge'viel! baben Ä»' dn- »»hcilvolleil- Z-olgen dieirS -Spiels ivlllde von bern'ener Seile in der Reichsnnd l^emeindeverireliiilg aniiilerstain gemach! > Zn einzr Tags Däraiif im Rlrßkorker Vranlian'e adgeballeneil B e r> a in i» l n » g von E l> r i n t i S oe ialrn cndlich trat der venvandlnngs'ahige Aeienl'- wieder a,s poliri'cher Tragöde an', indeni er seinen Hlechenstchansberichr er>laltele''»»b die allen nanrigeu Zke'cliichlen! von der Pörirnener, der Snbv.-»liemrling von Hionk nnd Tonan T.rinvi'äu'i ' iabnsgesell'ä an u. >. >v, vorbraebig Eine wahrbasi lragliebe Rolle 'piklle er auch, , ind.m, er die HliN,rirepve»vol>lik der Anli'emilen bei der Absliinmnng über den T isposilionssouds;u lechl'elligen inchlc. Ter >ä>e-elk'ch.iflcr des Prinzen war diesmal Tr. Pallai., der sich von st-iiiein l'u.-u r.-tii-o tu der Polvit wieder losreisten und nenertings den .'iaini's gegen „Zildcn", „Zndentiiechle", „Zudcii lll-e'.ale" nnd „Znden Magraoen" ai-.'stinel'nlen gewilli zü sein '-cheim. iPom coiifcruatiycii Paricilag in Perlin. Ter Enlwn'.j >>ir die meive ' spro.chcne Revision des Parleiprogranillis der Eonsturaiive» in Tenl'chland. ivel.cher dem am d, abgcliaiienen .eoiv'ervaliveu Parleiiag m Berlin als >''egel,nand bei Berailuing zugrunde lag, euibiell kolgenee beachiensivilidige Slelten:''W>r ivech.u - die E'-.hallung nnd .Nlä'lignng der äaistli.beii Hebensanschaiinn.'^ .s Volk und Siaai und erachien ilive prallische Pelhäiignug in der >R-''etzgebillig inr die niierlastliche «Srnndlage jeder gesunden Eiilivicliniig. Sla.n und nirche sind von Gon verordnelo Einrichtungen; ein Zlihnnmenivilte» beider ist die nollnvendige Vorbedingung zisr Gestliidnng.unseres Volkslebens Wir ertenndn riner>cns kein Slaale das Rechl > zn, kraft seiner Souveraiieliii sein Verhiillnist pir siirche zn ordnen; anderdi-'eils