Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 36 (11.12.1892)
- Date
- 1892-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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t tf Freies ui: i'K i::'cratpe l'eiteifMi, J>cii pviligeu Kampf gegen Entmenscht- ( ln;• und 'in Hnmaniiä: auf allen Viuieii auf^incfjmen. Wie nieder"- I ' 1 intlernd die Wirkung der u.utn Kamp'erw.ife auf die Anti •.■iif.itm und iltve '.H,’t'i!iLvh!t im rechieu vientnim ift, beweist der 1 e.st'sfentliche vfimYtiui;. den i i p a u 1 i in der Sitzung des Ab j diietelil'an'eo rem Deeeinber gegen diest jüngste Aelion ei [jofi. eiiu'ii'.i'.l'.l;!;!! der Aniiümilen und ihrer Verbündeten, ift a- •>; ■ v::a:;.t-'v .v’ii.-.a ^. i. dgst wir aus Sem reckten Wege find. •Pie vEir>tlehe.*> ,'»:i lh:..?ui IN die geni/Uäie Aenregclnng des Ehe rechter auf , r-7gdüng dir Lffeutlicke» Dircufsion gefetzt. Die drin! einer für .Ul: . Staatsbürger gleichen jtzornf der Ehr >'e .füi!', ■ iDet r: .!! der.Prograiiinivnnkik-der neuen Regierung, i.-id nii H-ubneke auf die Thatkraft, die der gegenwärtige Ebef -f .;fv-:ficn m seinem bisherige» Wirtnngrkreife belhäligie, darf >:ck wt-I'l der Erwartung bingcben, daß dar Programm i» | i:\i-.t gar ienier Seit zur Tbal'.tcke' werden wird. Reicht wird der 1 ■>i. .. ei ung ihre Au'iga'.e nicht gemacht werden. Die flreilbare >! ■ runel »ich bi'.,ur ernstlich znm .’eamvfe und bietet alle d i!•■ :> auf. umdar Ttrrain, dar ihr der staut bisher; ar.i geg>n dief.n zu behaupten. Der endliche Ausgang der K inirteS ■ td.t.n indessen nicht zweifelhaft fein. UeberaU in den .1,'raiichen viitiunlanDfiii bat fiel) dar x>nftitnt der Ehe' nach . er i.r sie schule ran dem tomiiiirenden kirchlichen Einflüsse .eiriri, und der Ei'.kkrg.bim: der Entwicklung ■ läßt fick nn - SiMMf neck ist. u die Ehe nichts ch»derer als eine ck. o zw-.fel'-. n (l'iarn Niid Aia», eine i^'e ... - - .'Sw.'.?.' die 7viiiiii.it und reritzitielft der ieainilien '..".wi,.:;- e r 0 e,:"h>!iii ruht. mithin ein Iiistitni, dar voll .!! e,:i B.r::.T 7 v ne.! ulicken ("Kfetzgebuiig fällt. Die Olv.'uO. i:v■' ve •-. eiben ed r zu b.fliiiiinen, unter \i‘,. v.^ Ber!»■ g'.ti'.g zwischen Äaiin und 'Iran Ehe.? i.?!•? ee.e d er ,taii!!!ienv-.rhällnisfe und der T : \ i' a?;:?!::! in dotier zweifellos sache der . .Ciö ii:.iir?.n rr ni d Hnteir dir geieUschaft di'.nng. Be n ' iltun eher war denn auch die Ehe;!.:..fui Im r.„ :! £ ".kern nick'.s ..als ein bürgerlicher Vertrag, »r. nur reu ftanr'.re.'.n: eine.gtN'iiie solenne ,earm gefordert n^u'.di. uni die :vi»a* d-.r Aeler;u sickern. Eint» 'aeranien .i ' : -: a ol’ >rak:-r!">. die Ode in der ckitsiiiche» Well erst in ,eolge - r l ■ i der T rid.-Nt-N r ogtieTr?!■genoinincn. und mit der : d.: Kirck. h Mich der«» onnuü rt;:f die gesetzliche Re i.u. a 't'.-d : i-'.r O ünuir zugenouimen. Die geisl I i ,!>.n Eh a. f.!, ii.V: d ni Höhepunkt dar kirchlichen Herr-ckaft - du■''.:»» n-ch:!?.::, '»üM; ..r - ara.r.i.üe» ’.'ebenr. L-.Odiin UI d w immer e-r S.e.f indessen zur» Bewußisfin! An'.".kc a<:a:\.[ ow--!-it er 'eine Herrschaft auf diesen, l*f! t'-'.e nu d.r erlangt, nicht iir.raik zwar rillständig und auch nicht! fo 1. ■'ot.de rn da und dort nur znm Theile' und nur all j :: a v. . A... d 'I meisten E-Nltiirstaaleii gilt bereur die Ehe ■ ...a ein prnftr.chtkicher n, b>schadet der relig'osen Elc-; dar v v '.'ü'.-.w.'hnt, und dar ihr der Staat durchaus, nicht :■ i t!..it uehmen dar’, scheu im x> II. Jahrhundert .?1. die. o,v- ...d in Helland ' und »dingland ciugtführt. Die . ' ■ . ■■trü.'.re Ne. die den (vranofai; der (Gleichheit aller r!'!e.er! . r d.:n E'.'etze an' ihre »rahne schrieb^ sordeile, d ,f . in : r o!'■-ieliiiefuini nir alle Staatsbürger die gleiche , » ich!.' f '''oü.ifeit der vipcfdilu^fm., von der o; : c I: il: re-g'ieiri eeae» oarm allein abhängig, . i r'n d?!'!!?>. d,r eöinZili'eii ■ überlanend, »tine ■ k " -re, een zu la!>-.n. - Damit >rar das Institut * ,! .b, aeviiair.!!. dar feit l >(>>'> auch in ... ■ ■ - - -- ti:. D e ut'cklt! ckX:.1.e ringefuhrl »ft, während o . alt.ltire (Öivilihe gilt, indem er der -■ ü: ' ■::ü, die eöhe durch die lirchliche o " e. 1 ir.Uii! .'.nö Äntaft der in Üngarn 7 .. ,?"■:..! i» ■.!;'i: il.i•:»'.Sv'dn-.nUumicii , ' ■ .* „Sui'.rfi'iu;i n" itditen, wir- . - ' ' ö ".=■ a . r.;.vri",! Me nur eoit einem lieeror j ■: ’•a ufoiruvn >!!>!. Tie Rek. Blatt. Nr. tlit. oder die staatliche Trannng zu schließen. Bei uns in kDesterreich haben wir bekanntlich die Aothelvilehe; die Trauung vor der weltlichen Behörde ist nur zulässig, sofern der kirchliche Fnnctionär die Trannng ans Ärüiidc», die das staatliche Eherecht nicht anerkennt, verweigert. dir ist cznlenchlend, daß dieser letztere System nicht nur eine Halbheit in, sondern auch ivcit eher als jener der obligatorische» vi»cileljc den (dharaktcr einer Dppofilion gegen die Kirche an sich «trägt. Während das letztere dem Staate wahrt, waS dcS Staates ist, und der Kirche läßt, was her Kirch^ ist, hat die Nothcivilehe den anrgcsprochcnen Sweek, die verweigerte kirchliche Weihe von siaairwegen durch einen behördlichen Act zu ersetzen. D^c Notheivilehe erscheint dihcr ivie eine Trotzinaßreecl gegen die Kirche, welche die letztere uniiöihigeriveise verletzt, ohne das Recht der Staates zur Geiiüge zu wahren. Praktisch angemessen und rationell berechtigt ist allein die obligatorische Civilehe. Indem der Staat für den Bereich der Perwaltnng und der Rechtspflege nur jener dihe Wirksamkeit znerkennt, die in der von ihm vorgeschriebene» Aon» geschlossen worden ist, ohne den religiösen Gefühlen der (Öiiizclnen irgend einen Zwang anzuthnn, erscheinen die Interessensphäien der beiden (Newalten bei diesem sowohl für den Staat wie für die Kirche ivichtigen Institnte auf das Angciiicssenstc abgegrcnzt: für das staatliche bürgerliche ('eben die civilc (5heschlieirnngrfori», für dar religiöse ('eben die kirchliche Weihe, die der dfheschließnng voranrgehe» oder Nachfolgen kann. in Vrür. . Ö eigiiiat aiHiibciluiig des ..Feeicii Btanc-)"., Brüx, 1. Teeernber. ■ Tie 'Jliifiifiniten haben fiep offenbar in der Uhr geirrt, ivenn sie glaubten, das; ihre stnnde bereits geschlagen habe und sie nur nach Briir toimneu durften^ »in ine sich dar durci> den ürfiiitt (''limei liunn’a erledigte ’.'andtagriiiandat unter Dach und ,vach zu bringen Herr K ie glich, der Prager ivilialleita der »vinna schönerer .V (5a, wird er fiel) ielbn und seiner echt ankiscinitiiche» Ueberhcbnng znzuichreiben haben, wenn er mit seinem Pratcg^-, dem n»s als (Kandidaten unierichabenc» Winhichafirbesitzer -Kittel, eine »»sterbliche Blamage erlebt. Die beiden '.','achbarnädte Dberlenleurdorf und Bilin habe» bereits ihr Unheil gelallt, sie haben sich nicpl blas; cinmiilhig für den liberal.» (5a'ndidaten Dr. Hans Ceitncr cnn'chiedcn, sondern auch f dem .«!li>en:>liichcn Poi'enr in zwei jüngsthin abgehaltcncn 'Wähler veriammlnngen einen schmählichen Abzug bereitet. Mil seinen eigenen Wählervcrsammlniigeir Hai Herr Kittel jedoch dar aurgesprochenür Unglück, (rine für de» j?7. Rovembcr in D b c r lentenrdorf einbernrenc Wantcrvcrsannnlung 'der deulschnatio n a 1 e n B e r einer mit de in sitze in P r a g, wobei -K ittcl sein auti semitischer Brobeschinivse» halten sollte, fand durch den tleegierungr Vertreter ein all;» vorzeitiger Ende. Eine zweite Wählervcrsaminlnng der Herrn Kittel, die Tagr daran' in Bilin staitsand, verlief . wo möglich noch nngtücktick>cr für den Eandidaten Znni Borsitzendcn wurde der liberale Bürgermeister Herr Dobrowolrki gcivahlt. -Kittet entwickelte sein Programm: er besprach, nachdem er sich alr „schlichter Bauer" vorgenellt Halle, seine steUnng zur „Indenfragc" und erging s 'ich fodann in heiligen Ängrisfen gegen die dentschforlschritllichc Partei. Tie denriche Barieilcitung in Prag habe dar deutsche Bolt in Böhmen vetkaust und darselbc uin alle tzlchtung bei der lieecherniig und dem »•'egucr gebracht ». i w., wie er i» dem von Herrn Kicßlich in Prag redigiricn „Deutschen Bolkrbotcn" oder in schömrer'r „Unverfälschten deutschen Worten" steht. Er besprach sodann feine wirthichaftlichen '.'lnschannngen, welche auf dem Ciuzcr Programm vom. Jahre k^.K>> fußen. Herr Bnrgeruicifier Dobrowolrki erklärte .hierauf, in Bilin seien Placatc angeschlagen worden, welche sich an die „Herren antiliberalen Wälücr von Bilin" wenden. Bilin habe aber keine antiliberale» Wähler nnd^ tönne deshalb auch keinen .antilibe^alen Eandidateu brauchen, ’.'anganhaltcnder sliirinischcr Beifall chm sonntag habe nch ein Eandidat, Herr Dr. Hans Ceitner, den Bilincr Wählern vorgenellt, und fein Programm habe, allgcmcinc Billigung gefunden. Die heutige Bcrfaminlnng habe die Wahl zwischen zwei Eandidalen, sic mö^e nch nun für einen derselben entscheiden. Bei der »nn folgenden chbiliniinnng, . wer für den Eandidateu Herrn Kittel sei, erhält derselbe auch nicht eine stimme, ’.'ebhaftcr Beifall. Rnfc: „"'egenprobc!" i Auf die »vrage der Borsitzcnden: „Wer ist also für die Eandidakur der Herrn Dr. Ceilncr?" erklärt sich die Bersaininlung stimm cn ein heilig für denselben.