Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 35 (4.12.1892)
- Date
- 1892-12-04
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. Freies Blatt. Nr. 35. leidit auf ein '.'iimit berabiinten, von der die fogenaitnten Nationalisten kaum eine Borskellnng sich machen werden. T ein gegenüber ist in der T enkichen (^eieUsdiasl für ethische Eulkur ein Bund geschossen, in welchem alte mir <in:it nnd Viebe nach, wahrer geistiger nnd bnrger licher Beridnnel'.nng mit der deutschen Cfultur strebenden Elemente des F'iidentlmiiis Ausnahme finde» können. Ten bilden aber sagen wir: ..Treibt leine öianieraderie. ihnt Euch nicht untereinander enger zu ■ ,'amme», sondern id,ließt Euch an'diejenigen, die das Beste auch für Euch berbestnführen sich beinnlien, die obealität erstreben, die den ein seiligen denrichen Bakionalisrnns ebenso bekämpfen wie den einseitigen jüdischen Baiionalisniils " Ileberall hört man in den gegenwärtigen Tagen die Energie am höchsten schätze», die Tchneidigkeit. Tun ethischen Veden ist aber die höchste Tugend die Geduld, Mißtrauen Tie der ('Vmalt, dem Vami'fe. wo das Beste verkümmerl! Vanen Tie die Feinheit überall wallen, die Geduld! Wo eirreme ,^iele anfgesrellr werden, vermnthen Tie stets die grösste sittliche Unreife, und lauen Tie »ns dar»in in Eintracht nnd Frieden '.»sainmeiiwirken mit allen '.h'atioüen, die »eben »ns wohnen. BFimiuug vor atitifciuiriitiicn Hrucru. ,’<n T a g a n wie i» anderen Tiädten Brenßiidi Tchleiiens haben die Tentich Toeialen ein Agilaiionslager aiifaeschlagen. Taganer Bürger ergreireli um in dein dortigen „W ochenbIaile" das Wort, nnt vor der Theilnahme an dieser den Frieden der Einwobnerschaft nnlergrabeiiden Bewegung zu warnen, nnd erklärten: ‘OM!!i?« Üi;r.ie ^UVi F .M HlÜiM -Mt b ine ihre w.n uent. : Tninine ,u f I lUMl ivi : : glei.1 leina aber de.vr. z-.l warnen, da». w!i' liier L”Ml :»t um? T i c w er der .11 eä:e fiäi Himer fine un.tuiü lliti' ■'hM t.iriMi üiLim viv v Ul Ml »OKU i'.M L.i.'e. der .Ni'.1'. U:er eine V e »' e g ii ii g .■ n: ' n a m;: t v. 1v t M:r r ->-.ive »en e -f.tiükiernder Wirkun.z sein L'in;;’U: an : •; i E‘ u' ■ die u .5 : .'.'ii;ätm Taean heute schon WC..'. Eni ^icg. verordnelen' von -> bi'.V.:;..!:. nnd II - >'. kl. wei:e» nel>r dei ,ve.teil ■<’.u taiiii 01:-o vl offener 'Trge.nl>aiion heran-? ein .naniv' bevor, der ron nn nisn nn-:- »»''ereil eonfe-üenellen Bei der iniigst stattger'nnkenen Vienwolil'der Tradl Magdeburg wurden sämmlliche von dem frei' iuinigen Bnigeirecein anrgestellie Eandidaien mit großer Biaioiiläl gewählt Bl an must dies Ergebnist mir um so grösserer Freude be griiste», als die Äniis.'initen, anerkannte Meister sernpelloier Wahl manöver. schon ''eil Monaten nichtig Himer.der r'lgiraiionsarbeii her waren nnd geivist nichts veriännit Hanen, n»i die s,eisinnigen Eandi daien bei der Bevölkerung in verleninden nnd zu verdächtigen. Ter „üieidisbei old" baue 'einei;ctt den antisemitischen Wählern rngemisen : „Torgk das»»', dast ihr die Tiegespalme nns eigen niacht nnd. nnS 'solche nicht durch Fndengeld entrissen wird lieber die Hälfte der Mandate müssen in nnieren Beniz übergeben, deshalb »inili nnd kraftvoll ans Werk!" Ter Erfolg der Wall! in Magdeburg jst nicht die eine und ir-iidl liossentlieli nicht die letzte Eiiiiän'ehnng' des kölnischen Herrn Böcke! '-.'in. OllDcit fll? VailDluirihC. Wie der ,TtadI nnd Vandbote" »iiiiheilk, gibt es in d.r hessischen Brovinz T lar k en b n rg eine Gemeinde, in welcher die senden i'o stark vertreten sind, dast sie eine eigene Tchnle mit zwei Vehrern besitzen. Fn dieser (Gemeinde treiben die bilden schon seit »ielir als Faliren tteistig Ackerbau. '.b'icht drei jüdische Bürger betreiben daselbst ansschliestlich Hanbelsgeschä'ie. Und sollte, bei dein eine» oder anderen Bich oder Gdreidebandel das Hanpigewerbe bilden. H' treibt derselbe doch immer noch nebenbei etwas Vaiibiuii'tb ieba'l T ie Antisemiten aber, die sich in Hessen besonders hervorlbnii. wage,! .s anaestchrs die'er geivist nicht vereinzelt dastehenden Thal s'tetie!-, d » .-»dlii Tinii nnd Elgnnng inr die V.indwiilb'cha>i abzn spreche». T er üeedaeienr der Torlninnder anlisernitischeii », wurde, wie seinerzeit genreldek, vom Van'd Brocrst Bcllinnmi. ,.:>l e' o r in". 'B . l ' » ., gerichie T ortninid .. ritiT am Main, .'ein . nchters V > e b e r ni a n u <''e f ä n fl it i Ü vernrib gei lchiliche Urtl.eil wurde, üigichsgerichte verworfen Einr Tmiirriliiviicht fiir grsullcur Kricgkr., F» Baris fand Gestorbenen. Ter Großrabbiner Zadok Kahn hielt eine bewegte Ansprache an die Bersaniinlung, in der er den Antisemitismus als eine Bardcrei nnd als ilnsranzösisch brandinarkke. iAntifklllitkll und PüNUllia.j Man schreibt UNS ans Paris: ach allgeineinein Tafürhalken werden gerade die Aiitisemiten ans der gerichtlichen nnd parlainenbarischen Viguidation deS PananiaschwindelS das meiste Eapiial heranSschlagen. Tie Erben des Barons Reinach nehmen in der Politik, in der Presse nnd der Wissenschaft, im Parlamente nnd im Heere hervarragende Ttellnngen ein und gehören fämnttlid) zu den geachtetsten Notabilitäten. lker Berstarbene soll bei Vesseps die Tpeoialität der parlamentarischen Eorrnplion, ivobei er sich des abgefeimten Tchwindlers A rton bediente, enltivirt haben. Tie Erben haben nnverzüglich die ganze Erbschaft, die ans ln Millionen. geschäht wird, dem Gerid>te znr Berfngnng gestellt nnd gewisferniaßen anSgeliefert, indein sie bfc uuperjüglidjc Ernennung eines gerichtlichen Viqüidators der '.\‘ad)laffei,fd)aft verlangten. Ter Vignidator ist ernannt, nnd die Erbe», haben, .;u ihrer Ehfe fei eö gesagt, den Trost der Eewistheit, es iverde kein Cenkiine des fraglid>en BerniögenS einem * epenlnelle» Tchadenerfahe entzogen werden. . Ter C-rzhifchof von Glasgow und Die dorligc» ^ndc».) Ter Erzhiidiof von i^losgow, .Herr Ehorles Ehre, feierte kürzlich fei» tüiifzigsährigeS Priesterinbilänin. Ten änS diesem Anlässe veranstalteten ^veierlichleilen wohnte andh eine anS dem Rabbiner nnd den vor nehniiiei^ (i'lasgower iknden bestehende jüdisdie Tevntation bei, . als - deren Lpredzer Magistratsralh Tiinans tnngirte. Terielbe beglück wünidiie den öiirdienfnrslen und nberreid>le ihm denen lebensgrastes Boinät nebst einer tnnstlerisdi ansgestattelen Adresse. Ter Wortlaut dei Avreife ist folgender: An ke» hochwürkigne» Herr,, cg'baileS Eine. Erzbischof von (Glasgow, von ' der E'iargower iükii'cheii Eenieinke. Erzbischöfliche lünoden! Wir, die Ilnler reigweic»,^ beehre» „ns im binnen „,,d Zlninage der Elewgowcr iiidiictieil che! meinke. B'-nien -zur fveier des goldenen PiiesierjiibiläuniS in Gemein'chaii mit! uniereu iitnige» Miihürgelii untere auilichligsteii (hlinkwünsche darzudringen. . Wir können inän ,i,„hi„, hei dieser (Gelegenheit nnier^ Hochochlnng vor dein | weben und l.iiholi'chcv (Seisie ans.zndrüele,,, iveleher alle Zeit ^ihre Perwollnng; in >o hervor,ogendeni (hratc teiir.zeichiieie. Tie ivare» iininer durchdrungen : von d » (''im.eäeen cctuer Menschenliebe und stel-S deren, jede gule '• -J.i eiie u fin-tc in ohne :>I Nets ich! auf rUatiou oder Eo»se siI0N. I Tie h.'be» neb iniiner beiheiligl bei jeiie» wielnigen ^ragS», welche die »lo'alisel'e , und 't'cieile Wohlkeihrk des Volkes beirene», -und wir ei inner» nns init ' TontheNteil deiondeiS Tihrer ernsten jriirivrache für unsere hedräugie n Brüter >» Rnüland, wie auch .ihrer edlen Veinüdimgeii, deren Elend j und verkeil;» liiiid'in. Wir üderreiechrn .ihnen daher dieses Zeichen nnserer I .S>e'.ti:.etni!»g iür ,'ehr vielieiliges öüeiuliäies Wirten nnd lenchiendes 'hriva! i lrhe» und u.tue» nnier ernfteS Erbet znin Vater Aller, dast er .ihnen »och .! lange sc ah re vei leihen nnd Ti-' mit Varmherzigkeil nnd Frieden iegnen und! tiöneil wolle liiezüchnet im Amliag der >üdiswe,i Geineinde zu (Aasgoiv. -Folge» aeln Uuteiietuiftcu.) i ^ur .xiidcuvcrfolgiiiig in Rußland. ' Ten Toiln Rews" wird j ans Bi oSka n vom I>>. Bovember bciid(tct: „Bor ungefähr zwei | Fahren et hielten die Fnden in Moskau die Eilanlmiß, eine Tnnagoge -.ii erbauen, als der Ban fiel) aber der Bollendnng näherte, kan, der! B:'ehl. die öinppel zu enlserne», da dieselbe zu sehr der Kuppel einet ntifi'dwii Kirche gleiche. Tie Fndc» baten vergeblich nn, Zurüdziehung i dieieS Bksebls und innßten fd,iief;lid) die Form der Kuppel ändern nnd dieselbe bemalen. Als nnn die Veiler der noch i» Moskau vor baiidciien kleinen jüdiidicii C'emeinde nadj -Bollendniig der Tnnagoge den Bolizciineister »in die Erlanbiiiß«'. zur Einweihniig des Gebäudes baten, erklärte letzterer, nadidem er die vorgelegten Papiere geprüft halte: .Fa, es ist Alles in Trdnung, Tie können Fhre Tnnagoge am Bionlag Morgen einweihen.' Ter Polizeinieister gab diele Erlaubniß fd)tiftlidi, als die Faden ab;r zur bestimmten. .ichzzi in feierlicher Pro amicm vor ihrer Tnnagoge ankame», landen st dieselbe von Polizei bcuracchl nnd das Tbor mit einem Kraiisiegel -vcitdiloffcit. Man wagte dasselbe nicht anznrühreil, die Fuden Hollen sich aber eine Veitcr, T i.in.i inda-eb: ' V'Neiere und c. deäi > i.a.s i!»d ballen nch dncdi niesenden beiUdtte m i e n iv c ,i und A l v a i :. melir: i B..:!d!gn»g des V berlandesgeridites Front l drückten eines der Fenster ein nnd stiegen durch dasselbe einer nach Ba.ieilidit.il in der Angelegenheit d:s Vand dein anderen, alle in festlicher Zcleidnng, Männer, Fronen und Kinder, . ». ^-ewor'eii batte,; u t e d> s Manalen d,c »Thnagoge hinein, vollzogen die Einweihung.und verließen ivieder . -i. -- Reinnon 'Bellinann s gegen, das iand . auf demselben Wege daS N'ebände. 'öloclj am 'Abende desselben -TageS!"-n aus Veivtig beridilet wird, vom crliielien die zwölf Ael testen der jüdiidien d'emeinbe einen A u S! w e i s » » g s l> e f c h 1, meid,er and, sofort ausgefnhrt wurde. Eiiier der \ Ansgewiefenen, ein in Mostan sehr geadileter Mann, ist T(» F a h v e ' alt. Tiefe Answeisnngeii haben bei allen reditlid) denkende» Venten in ' Bioskan Enkrnstnng -erregt, da man fid, sagt, daß die Erlaubniß zur ' Eibannng der Thnagoge »id)t hätte gegeben werden sollen, wenn sie * nicht auch eröffnet werden darf." — lieber daS Bei bot des Auf j rnthalies in der Tiadl iind dem dfonve»nenlent Moskau für die vor abidiic&eteii jüdiidien Unterinilikärs, weldie den Militärdieiist riadi dem üleerutirnngsstalnt abfolvirt habe», verötfenklid)k die russische > (üefetzfamnilnng nachstehenden llkaS des EzarS: in der Tniiag.-r-;i :>ui-’ de Ut 'Bicloire eine '»■ in Talwui - und Tonltng gefallenen indischen »all. Ter Prästdenl der R>-vul>lik, die Minister .. Bi'.-ne und der (^eneroigouveriiciir von Baris Cd 'i:iMn;oTt'tiii".. vepkieten ia'ieii Unter de» A>: man Familien bei gefallenen V fneiere E r - Balal-r--gn . d:e (Generale T--e und V' iur Aldne'e link skameraden der für Frantreich »