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Freies Blatt · 1892-11-27 · 34 (27.11.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
34 (27.11.1892)
Date
1892-11-27
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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feite 8. Freies Blatt. Nr. 34. i;iead<>mii‘;u> äfenn irgendwo ein teilt wohlihätige» Zwecke» be siintmtcs Institut errichtet wird, iitiüiimen die Antiiemiten: ganz-natürlich, da die ■vmutiiiiiuu itne ärgste Feindin in. 2o haben Diese Ehrenmänner Die Freitritt, ge Retttiiigsgcscll'cha't, Den VolksbilDungsvcre», den Frauenerwerbverein. D e Sammlungen für Die Biotloic» :r in der schainloiesten Weise angegriffen, e» ist »uv em Wunder, Daß sie sich zur tkstruilglimpfung Der ne» inaugnrirten Mt-n--:, II. aci.nntcn Drei regle Lage feit ihrer Erönnuiig Zeit ließen Mit Reden, >agt Dar „Teut'che i;ülfc-btu11", kann man Den TtnDiieiiDeu nicht ab'peiien. Daran wird er nicht »alt. Alle^DingS Hielten die>e Reden Die Professoren L »D >v i g und Einer, Deren Gegner'chatt gegen den Antisemitismus bekannt ist; aber enuii Die brottosi'n Kleingeiverbetreiben werden durch Reden Lueger» und Geß nuttu -:- nicht satt. Ja» muß sich Dne nbetriechende Blatt an» Der Linleu Bahn stzaste tiiit'lch merke». Tie Speistu, findet cS. iraren mittelmäßig znbereitet. Da? Vevai ju klein, lnrz. Die Mensa »'•».li uii.-.i in Den Herrfchaften nicht recht. Und irarnm nicht, mit.Berlaub? Weil Dadurch „eine Menge Gastwirthe der >>a'etnadt unD Der AI > e rgr u »de», deren Lage ohnehin keine sehr glänzende in. arg geschah ig t" ivird. unD iveil der akademische Ti'ch nicht— ,.luDer.i ein" gehalten wurde. Taß aus dieser angeblichen Jchädigniig einiger Wirtbe liiinDerten und idu'enDeu armer, redlich ringender JtuDenten ein tinei'Dijdier ‘.'inben erira.iHi. bat snr dae „Volksblatt" keinen Werth. Herr» Bergani in es nur nm Die Exine»; einiger. Ge'chättssteuiiDe zu ihn» und um einige arrogante.-Aul nennten lüngliiige, welche durch Beleidigung ihrer jüdischen Tafel genossen es etwa Dahin dringen konnten. Daß sie von Der Mensa aeaJeuiica weg an Die stuckie Luft gesetzt werden i Einst und jetu. i Jui der einen Zeit seines Bestandes katzenbuckelte da» | B e r g a n i'siche Liigendlätt vor T chönerer und feierte die Tage, an denen er ' Da» ••.'.'iaunrinm Des nüchternen Gaumens" begannen, rewertiae nbersianden hatte, 1 n Hier üe Denklage. Heute aber 'priMt 'dasstlbe Blatt don'dem „Ehr .." 11:. •: ’ reu Rcstua»", wir'! ihm einen „Reoolverbrieikafien", llnrerschämti l en :r rer und tagt er stelle Das Urtheil, welche» er sich durch „eigene Tuiiiiii.. i eiten" zu, .'.zege,,. alle rierzehn Tage als Majestäisverbreclien hin UND Dem,»eine | in siiner dliu.'g - Wutli Die Michler in Der geineinsien Weife. Tagegen iverden , fehlte :D ,u und L u e g, e r. Deren sich Bergani ehemal» mit .Hilfe der t^ünnee; (f’iift des re sich':: S.lauerer zu erwehren >»chfe, als Ehrenmänner gepriesen.! .'.euer Anti'einitcn'uhier hatte nah. licki siiecht. welcher, al» er ran sreisinniger '•e tc einer Gc»:.:»heit über'ilhrt wurde,"mit euni'cher T'ienheit sagte :„u»seren!- i tuen kennen wir vor'eyeu. wa» wir uallen." '2onbert'nrc staatsrechtliche Bcgtissc.- Ta» „Teütitie Volksblatt", f welche» sim gerne den Aii'chein gibt, als rersiunDe e» ran, Balilik auch etwas,! stell: in 'einer leptiui Toiiiilagsnuliimer 'vlgenDe lapidare Rechtsan'chauungen . att't I. Tie restrrnuulig eine» ThetleS uwerc» Staat,s ist auf rein ver- 'a'snltgsiiiäßigenl Wee.e maglich: 2. da» staatsrechtliche Berhaltniß zu Ungarn - innß Durch das esier.eichisiche Parlament geregelt und geändert werden: Die , BesihiueiD.» der esteuklickien Meinung über geiriffe nnverichäinle Ausfälle gegen Ilng.iiit im . terieichisichen Parlament sind »naitalisicirbare Einmifchunge» in Die imieten* Angelegenheiten Dev -DeeSsisitigen Reichshälite, dagegen hält e» . I da? „Balksbiatt" t'ür kein, unbesugte Einnnichung, wenn sein Patron sich hcnauSi.tinini. Du: nngarisichen Staatsmänner». welcheihr Pragramiu nicht au» : Dev Linst» Bahueane besiehe», „aut Die Finger klarten" zu wollen. 5teilt eine f ',..ch.e-Anth,iraie t -chr da» Rechtswifieii wie Da» RechtSgefnHl enteS politischen ' Tig'.ns ui ein inte, "'aittc» Licht y | »och für die Parleicafie irgend einen Betrag erhalten, sondern daß ich für die Unkosten der dortigen Wahl au» meiner Tasche eine» Beitrag gegeben habe." l„Tic christlich-antisemitische Bewegung in Wikll.") Unter diesem Titel bringt das Leipziger Blättchen de« sattsam bekannten Theodor Fritsch eine» Aussatz, in welchem »'örtlich zu lese» ist: „In Galizien besitzt die Zudenschaft . achtzig bis neunzig Percent vom gelammten Grund und Boden.... Ganz ähnlich sieht es in Ungarn aus. Mehr als die Hälfte de» Bodens gehört schon de» Juden." To was wagt man deutschen Leser» zu bieten! Zur Berbreitung D.S Antisemitismus in Wien wird Folgendes bemerkt: „Jeder Kenner der allgemeinen Lage, wie der Wiener insbesondere, mußte voranssehen, daß ein tiefgreifender Erfolg nur von einer Bewegung auSgehe» könne, die die religiöse Teile ausdrücklich hervorkehrt." Ein bemerkenswerthe» Geständniß! Unsere Antisemitenführer habe» sich zn wiederholteumalen dagegen verwahrt, daß sie religiöse UnDnldsamkeit wiedererwecke» wollen. Mit Anerkennung werden in dem Aussätze Lueger, Liechtenstein, Tebaftia» Brunner, Wiesinger, Psenner, Scheich er, Eichhorn, Latschka, Schnabl, der Mann der „Nächstenliebe", Scherz er. Pauk, Rohling und der verstorbene Voglsang genannt. Taß Schneider, Ea»par Schwarz, Geßman», Gregorig und Bergani Übergange» wurden, dürste auf persönliche Gehässigkeit zärückzusühren sei» In diese Gesellschaft gehören sie unbedingt. Auch der Kreuz Assaire wird gedacht und daran eine Reihe von Bemerkungen geknüpft. Es wird gesagt: Tymbole am und für sich seien nicht», sie werden aber belebt durch de» Geist. Ta» Ehristenthuin habe heute zwei vorchristliche Tämonen zu bekämpfen: da« altrömi'che Recht lttib das Judenthum. Tie TüikengefaHr sei: gering gewesen gegen die Gefahr, dis heute da» christliche Abendland bedrohe, i Wien aber trete .mit dem .siämpfe. Den es für daS Kreuz zu führen entschlossen sei, wieder in die alte KampseSstellung gegen den „AsiatiSmuS". Tieie Phrasen, so albern sie auch sind, bestätigen nur da« Urtheil aller Ein sichtsvollen über die lärmenden Kundgebungen gegen das „Attentat ans das Kreuzeszeichen". Ten Veranstaltern der betreffendep^ProtestineetingS war e» nicht um da» „Symbol" zu thun, sondern um eine Juvenhetze. (Tic Pragkr Ausstclluitgs-Marklhallc.l Tie deutsch geschriebene Prager „P o l i t i k" und deren als Lectüre für die ungebildeten Volksschichten bestiinmten tschechische» Einkrenzer und Zweikeeuzer-Tprößlinge haben miteinander da» * gemein. Daß sie auf Die Juden nicht gut zn iprechen sind, nur sind die Tpröß f linge in'Dein guten Glauben, daß sie weniger von den Juden gelesen werden, in antisemiti'cher Beziehung ungezogener als ihre Mutter, tvelche leider auch von einem Theile der Juden unterstützt wird. E» vergeht kaum ein Tag, ohne Daß die zwei Töchter der „Politik" den Inden etwas am Zeuge flicken, wobei sie jedoch vorsichtig genug sind, iininer nur von „jüdisch deutschen" zn sprechen, obgleich sie auch die „jüdisch-tschechischen" Juden, kurzum dje Juden überhaupt gemeint wissen wollen. To brachte neulich da» Kreuzerblättchen die Nachricht, Daß sich da» Publicum bereits daran gewöhne,- seinen Bedarf an diversen Artikeln in.der ständige» Ausstellungs-Markthalle iStahl v\stav» a trink-.' W'ini'slmYli virobk» v I’razet in der Zeltnergaff'e zu besorgen, wo eS sugeb lich viel heiser bedient werde als) in „jüdisch Dentschen" Geschästen. Tie Prager „Gerneindezeitung" macht darauf aufmerksam, daß jene Markthalle ei» Amt riir Artilel sei, die anderswo nicht io leicht angebracht iverden können, und von Der Prager Gemeinde subventionirt werde. In den Gemeiudetäckel fließe aber auch das Geld der „jüdisch deutschen" Steuerträger. Wie kommen nun dieie dazu, Daß aus ihre Kosten in Der „Politik" und deren Kreuzerablegern R eclame für eine Ausstellungs-Markthalle gemacht werde, bei der es doch schon iLiigen nnd Verdächtigen!, Tie Loffing aller antiiemitiicheii Blätter ist: : unD 'BerTa.tu Tie „Staatsbürger-Zeitung" brachte einen Berich: : her eine V>-r>aniiiilu»>z in AreSwalde, in welcher Abgeordneter R icker t :. p! c-chen hätte. 'Neben andercii «al'chen Angabe» euthielt der Bericht auch Die Mtttbeil,:::g. Rickert haue r'bn Den Juden, Die ihn ,,'asi in ,- »rparcans. Dem Ba!,n! a-e .'::iv'.»ngen" hatte», K« >> Mark erhalten Mit Bezug'auf letztere Be- ' ,i:/p:.!i'g, welche Die „Staatsbürger Zeitung" selbst, bei Der sich vielleicht ein Uererrest rau Scham „geregt hatte, „iinter-Vorbehalt" wiedergab, bemerkt Äb - .Dreier Rickert IN einem vott Der „LibeI-a-len Lorreipondenz" veröffentl.chten* Schr'then: „IM wniDc es nicht nie »athig gehalten haben, diese voll -tu» ' -Lust : -st'ne Beliaupkuiig iür unwahr zu erklären, wenn, mir ■:-.t t :' 'Di ha,! i znaegangen u Daß man von anti'emiti'cher Teile Dieie r? : iitsr.rhD a gen meine Parteigenossen in Dem Dortigen Wahlkreise :»! T;< Wahrheit ist. Daß ich von DDn Doiligeu Juden weder für mich an u»D für sich daraus abgesehen sei, sie schädige» zu wollen? Briefkasten. Haincriillst und dik Antiscmilcn. Tankend abgelehnt. H. L, Wik», Laudslraße. Ter CtmismuS jenes Blattes, welches Herrn , Thyam „verreißt", weil ihm zur Wohlthätigkeitsvorstellung im Earliheater keine Freikarte zugeschickt worden fei, ist echt antisemitisch: ebenso die Freude über Das Bubenstück, durch die Eoncentrirung wandernder Scandalmacher aus allen Bezirken Den Aufichub einer Versammlung freisinniger Wähler bewirkt zu haben. h>tti<I. »ie<l.!K. T., Wik», Joskssladk. Ihrem Wunsche gemäß sei biemit constatirt. Daß Schönerer auf dem iu seiner Anweienheit abgebaltenen Eommers der „Teutonia" „Viele sah, die nicht anwesend waren" und daß auch „in seiner Ttudeutenlegion die Tesertcure täglich au Zahl zunehmen". Zanlk. Besten Tank! Bitten uns bald ivieder einen Beitrag zu senden. ^tittillverklärunflcn;nm „Pcrcin zur Abwchr dcs Aliriskiuitismus" werden entgegeilgenomilien im Lerretariate des BereineS, I., Pariserqasie A. - Attoniikmknloanmrl-ungkn auf das „Freie Blatt" nimmt die Administration, Wien, I., scilrrstätte 10, jederzeit entgegen. Ebendaselbst werde» auch einzelne Nummern abgegeben. ' Probenummern zur weiteren Berbreitung des „Freien Blattes" werden Gesinnungsgenossen auf Verlangen bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Herausgeber und veranlwonlicher Redacteur: Ernst Victor Zenker. — Druck von Eh. Reißer & M. Werthtier, Wien. J

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