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Freies Blatt · 1892-10-23 · 29 (23.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
29 (23.10.1892)
Date
1892-10-23
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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feite X Nr. 20. r Freie- Blatt. iflKf Jlnlii'cmiltn nickt ailtrfoiipf.i Tie Steyrer „Iudeusrage" will Ynfi'itv ulib Heiiiesgleicken uirfit al? Antisemiten aiinfcmifii. Während er '.'lisfcri’ii die Zügel örigkeil zum Tentchlhuin abfpiicht und allein Aii'cheine nach , nnr eivem Bizobobai», Iedli-'-ka, Dvstatek-:c das Reckt zuerkeunen will, sür eeiit'ckcS Bürgeiibuni eiuziistche», wild ihm und 'einen pe.rlamentaiifchcn niiuerade» vorgeivoifeu. daß sie gar keine Antisemiten icien mid nnr den Aali'einiiismiis didcreditire». '.si'ach einem Hinweise aut das Fiasco der Käst 't>'eie. welche i'ueger und Ee»'cit,ii in den Provinzen abfolviile», sowie ans die Scaudalfceveli. die fick im niederösterreickisiheu Yandlage abfpieltcn und kein geiniger Kampf. fvndcrn ..einfack I »den kl opfere i in der geineinste» Art ii » d W e i > e" waren, >'agi die ..Iiidcusrage" über die Wiener Ühristlich-Socialeu: „i'm H än > i d e r und seine Eollegen werden sich dinch gar keine» Mißerfolg, durck teine Blamage velanlaßr sinden, abzuirekeu und zu vcrsckiviiidcii, weil tl».i-:i an der Hache, die sie angeblick vertreten, sehr wenig oder gar »ichtS liegt; sie betracktelen -von allen, Ansangt Alles nur als Ge'chäsl, als Mittel zur Erreichung per'ou.licker Zivecke. Ihre Person, ihr Vonbeil stehr-chnen daher weil M ir a:s die Hache, mid sie opfern die Hacke der Person, Hie glauben aber, lueiin sie leckt gemein und erirem anstreten, so muß das iniponircn. Bei gcni"'eu geistecarnieu Per'one» ist das auch der Fall. darum suchte »ran die gnsi ge ,'ira>l, die vielleicht einmal vorhanden war, zu väruichle». Mit der geistige» Kran oder iveingsieiis dem gesunden Hansvernaiid wurden dis sittlichen Begriüe l'eiuii!eig,edrne!i Um sich;u erkalten, machte man den geistig Inferioren einen blauen Tunst vor: diesin Herren ivnrten Yorbeerkränze.äiberrcicht, nnd sie ivnrken als verdieustvclle Volks,nänner gefeiert Hclbst clericale Blätter fiuö gern i.ifgen, sick, gegen d,e>e Zierten' d,s Et risteuil ums zu verwahren, worüber d>r O-ster,eickisilie Boksfreniid' bö'e winde, welcher klagte, daß man diese Beiten dei Meusihert' >'o veileilindek, Wobin inii'scn Ivir mit unsereni örslNtiltchen Reck:sb ivnßt'ein, ti.ti un'erer Bioral, wohin innß das Ehristeiitb'um trn.imii. wei.ii die Henen Tr '. iiegcr. Hchncider, Liechtenstein re. die Besieit >:> d Edelsten ini'ercs Be.kes fein 'cllen! Eines-ist heule cinu:al dur.1i Tb.:: ache» festgestellt. laß die>e Herren mit 'ainnil ihrem Aubaug weder die Itldenberrlcha': oder den tüd-i>ckeii Einfluß brechezi, noch überhaupt zur Hebung des ei>,de!i»!'ei!eu Bolkes das t'ieriiigste leisten können; sie niilisen die Ha.be ii» G... nikeil »oll? 'ckieckter macken, man trägt ja die Per lvirr n-tig iin d T em. ral ifirnng in immer weitere Kpcisc. Man ' bietet den Juden Hie'' in d '.Inlalternnkie gegen die auiiseinili'che Beivegnng. die I.id.nbbrl'.er 'prachen bereits von einem Heucheneordo», den uia» gegen r'ente von kein H.b.age eines Hchneider zielen müsse... Tie Stellung, welche Herr Helaieider als We:!;eng der czecki'ck e'lerieal eit.ititumi, ei!!.:.: Uns auch 'ein Auftreten «u den Verlrelnugskörpern. Tiese P.tttii sir.i't bekanntlich niiiielallilitche .Zustande an, Ivo nur Adel und Geistlich k.-ti allem masig.b.nd im :>ieite naren Hie sind nicht nur Feinde des eon stitu'icn,!!,!! Histenis, ondern auch des Ab'olillisinns, weil"sie durch beide Hnsteiue l.chtegt werde». Man denke nur an Kaiser Joses II., nie hat dieser die Bi.ich! die'ei b.idett'Ele.ffen g>brocken, cinge'chränll und lalnngrlegt. Das Werkzeug Hchneider bat daher den Anslrag, das pariainennp e iti zu d i sere d it ir 'n. 11:11 es iarii el a n d e re: 'eil s a b er d i e \H n t o r 11a r. C e r 'li egier u n g zu n nie r gra be n. Tarni,i 'ein'An'lreien in den Berirelnngskor'pern, darnnr feine Rci-sen und ew>''»!! Elemeilten. tre an der Zersiorniig B e r b i n d n n a e n in i i d e s H l > a te s a r b e i te n. Ter moderne Parlamenlaririizus erfreut sich ohnehin keines;n gresien Berr.aiiene-: wenn nun absichtlich und planmäßig, >vie cs dnich Herrn Hcknerter gBchrebr,' der Parlameniarisinns dr-serediiirt wird, so. muß das die sich..chnswil folgen nach sich ziebend Ter Eesibiänssclireiber, der -ntmi.n rrn ere beiitigen Beibällnisse schildern will, findet an Heren Hchneider die »dl-rgeeignetste Per'önlichkcit zur Hchilderung dieser, Zeit und ihrer Ber- 1\ i v. Und die er Mann glaubt, wenn er die Juden recht zusaiilnienschilnpsi, e> >-.!.! er ul.u als '.1r.!,i<!iiii: wir könne» aber solche Ycnte durchaus nicht beauN eu. 'r ir :r r eu sie zurück und dorthin, wohin Sk gehören." Eilt ..dcui'ckllaliouitlcs Miilllrickkll"., Aus Tropvau wird »ns ge- ’.i-ii,!■. i::? -.S biefi.re Auti'einikeilb.ältchen druckte der» Trgane des Herrn B i i d ir!', i ■'■luv.': B' a..vtnug uack', Abgeordneter Tr. Mar Menger ’*'« Mitglied ' s ..Baud s" der T.ai'chen Mordmährcn»-, nm sich ein „deutsch ne.ir. n.rles M.i»t, lchen" ritnzril an.'e?t und sich ko feinen Wahlbezirk zu sichern. Tr. Bi,nnr b.da.' ,.bei> wie ieder mit den Bergängen im öffentliche» Leben 111:1,' ertra U ’i'j, keines wie initiier bef,t affenen „Mäntelchens erfreut sich allgemeiner Achtung int Parlamente und des vollen Vertrauens seiner Mandanten. Was speciell seine Stellung zni» Deutschthum anlarigt, so hat er sich nni die Wahrung desselben hohe Verdienste erworben, welche nnr dort geleugnet rverden können, wo man- Judcnfrefferei und Förderung reactionärer Gelüste als wesentliche Merkmale deS DeutschihnmS hinzustelleu sucht. flshriftlich-socialk Zukiluftsplälle.) Tie Gedanke» stehen ihnen nicht niedrig, unseren Ehristlich-Socialen. Sie wollen in Oesterreich-Ungar» das Unterste zu lTberst kehren, den Dualismus vernichten, um an den Magyaren, welche' „judcnliberal" sind, ihr Müthchen zu kühlen, eine „ständische Gliederung" ins Leben rufe» rc. Die „Krenzzeitung" gibt über die Zukunftspläne der Partei Liechkenstein-Lneger-Schncider Folgendes bekannt: Schon nach dem Enipsange der Rnmäncndepuiation in Wien wurde zwischen den Führern der Rumäne», der Croaten, der Slovaken und einigen Mitgliedern der dcittschen christlich-socialen Partei vereinbart, künftighin wieder Wien zum Mittelpunkte des staatlichen Lebens auch für die Völker der Ofihälste des Reiche« zu erheben und demnächst die Berlriuensmänner aller Nationalitäten der Monarchie nach Wien zu einer gcmeiiisamc» Aussprache einzuladen. Aus dieser Verabredung ist der Psau ciilstaiiden, eitle Nalionalitätenconferenz znm November d. Z. »ach Wien zu berufen Es geht uns nunmehr von betheiligter Seite eine längere Zuschrift zu, in welcher über den gegenwä«ige„ -Stand der Angelegenheit benchlct wird. Danach hätte» sich Angchöri/c von acht Völkern des Reiches, Deutsche, Ezechen, Llovaken, Rulhenen, Rumäne», Eroalen, Sloveuen und Serben zur Mitwirkung an der Conseren; bereit erklärt. Okach den bis jetzt aus der Mitte einzelner Völker gestellten Airlrügen solle sich die Eonserenz mit cincin recht umfangreichen Arbeitsmaierial beschäftige», welche« so ziemlich' eine - völlige innere Umgcstaltllng der Monarchie bezwecken würde. Voran steht in dem Programm die Frage der „Föderalivmonarchie" und der Benennung des zu biltendcn SraatciibundeS, wobei man unwillkürlich an die Grcgr'schcn „Bereinigten Staaten von Sesterrcich" erinnert wird. Tann soll beralhen werden über die Zahl nnd die Abgrenzung der Einzclstaaten, Über „Wien als Bundesgebiet", i'rber die Stellung und die Machtbefugnisse der stroue, über das gegeni'eitige Bcrhäliniß der Bundesregierung zu den Einzelregierlmgen, eines Bundes- Parlaments zu den Einzelparlamenten, über das Heer und die Landesvcr lheidigimg und über die Stellung der Kirche,igcnicinschastcn. Ferner sollen darüber Grundsätze ansgcsteUl werden, welchen Anthcil das Gesanuntrcich und die Einzelstaaten nehnien werden an der Rechtspflege; dem Zoll und Steucrwrs>», der Äusbeulung der Bergwerke, dem Münzwesen, den Eisenbahnen, der - Post und dem Dclegrapheuwcsen. Endlich wird auch die Socialgejetzgebuug de scndalen Partei! dacht und an deren Spitze die „ständische Gliederung" gestellt, ans Grund deren Schnvgcsetze für die producii.cn Stände zu ,'chast'en seien; hiebei werden da« Innnngswefen, das Bodcnbesitzrechl aind das Heiinstättenwescn gxiianiil Znm Scklnß wild sogar in dein Programm die „Iudensragc" als Gegenstand der'Erörleriing ansgesührl. Bei der Aufstellung und Tnrchberathung eines solchen Progranunes >'oll sich die Eonserenz vor Augen Hallen, daß dasselbe nöthigensalls als „Vc:faffungse»twurj" für den künftigen Föderaiivstaat zu vcrwerthen fei, weshalb das Plograinm durch eine Teplitation dem Kaiser mit dem Er- «»möglich zu machen', i suchen überreicht werden soll, eine „constitnirendc Bersammlung" ans Grund des' allgemeinen Sliniinrechtcs nnd der Wahl nach Nalioiialjtätcn cinznberufe». Tic Pariser Juden und ihre Vettern in Tahomcy.) Man schreibt uns ans Paris: Tie Anlifemilen haben sogar in der inilitärischc» Execiition, deren Schauplatz Tahoniey ist, eine jüdifche Speculation entdeckt. Sie habe» in Tahoineu die Nachkömmlinge einer Einwanderung nnd Niederlassung von Juden aiifgeiniiden. Fn der THat enthält der zwölfte Band der „(.ic-oxrapüis uuiverselle'“ von Elu'c-c RecluS nachfolgende Stelle: „Im Osten von Groß-Popo beginnt das- «scbiet von'Tahoineu, dessen Grenze von der nicht unbeträchlichrn Stadt Glchne, von den Europäern Wlydah, auch Uida beiiaunt, bewacht wird. Tie römiick'e» Äiikorcn nannten sie .Juda-und be'zaichneten ihre Einwohner als Juden." Tie.Anlisenirien schreiben-der „Indcnpresse" (sio!) die Absicht zu, die Vcrbiudilng und Solidarität der Pariser Jude» mit ihven Vetter» in Tahoniey inillclst eines an Geld und Menschenleben kostspieligen ProtcctorqtS über das rerstückelte Tahoineli wieder herzusteUen. Dieselben antisemitische» Forscher, welche die Vcrjudung deS (.'oll'-xa <le France, Ivo die jüdischen Gelehrten Frank, Oppert und Brc-al angeblich allmächtig sind, denunciren, haben entdeckt, daß bereits Iuvenal ein Antifcmil gewesen war. Sie beschuldigen die Philologen und Grammatiker des i.'olK-jre de France, diese classische Entdeckung zu — verer heimlichen! Btilrilli-crkllirililsicii;iiiil „Bercili;ur Abwehr des Aiitiscmitisliuis" werden entgegengenomiueil im Tecretariate des Vereines, 26iru, l., Parisergassc -t. .Xbou»rmeirtsaninrlr>in»grn aus da? „Freie Blatt" nimmt die Administralio», Wien, I., Scileeställc 10, jederzeit entgegen. Ebendaselbst werden auch einzelne Nummern abgegeben. Probennmmcr» zur weiteren Verbreitung des „Freien Blattes" werden Gesinuungsgenossen aus Verlangen bereitwilligst zur Bersügung gestellt. Herausgeber ilnd verantwortlicher Retackeur: Ernst Victor Zenker. — Druck von Eh. Reißer & Di. Werthncr, Wien.

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