Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 27 (9.10.1892)
- Date
- 1892-10-09
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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reite s. freies Blatt. Nr. 27 'i; f >■ i; u o i'iitn-ii darum zu lliuit, dir liiiiteiiU-t'pung drr Ehvleea fln-3 Rußland -,u mimten, fo. batte nirtil bloß dir „schnöd: Gewinnsnchr" galizi'cki,'.- Znd-vi, ioudrru an-b d>ro nnstillbare WaltsabrtSbednrfiiiß polnischer und :;;;!-eii:’dici- B.-.uein feine ’l’i'orguiffe erweckt. Allein die antisemitischen .yem iveUoit bloß dir coiMie für ihre unlauteren Zwecke venvertheu. Psenncr, denen ,011:3 511111 „djiiftli.lieii Tagblaii" wieder um ft. :!'*0 gestiegen ist und bereii-:- die Holivon st. 'Si 1i1'.' errcukit hat, will aus der Cholera ein Peofilcheu niS-chiazeii. .. ' 'Tr. v. Bergers 3uiiDciifaU.- „leec Scknld rächt sich aus Erden. Ter Tckii'ldin-r ir.ir zirar iiulu Tr. Bineen; t>. Berger, foiideru Bergauf, der -- l.-ni d.. -.Mifeii Baling-.tf'e: allein zart war re von Tr. v. Berger gewiß uiclii, dir Cr.ir per .u',. tic«r >ls Bcrlrrirr Schotteret'« mit dein Soleeei Eeriuaiieii tkir-'r ,'er 1 i.it'i..ndigen Ziuiru.ran l'I.'> ft. kühlte, zu veiöffen:! ckien. Nein,;.i 1 I.a. .{■ r. ft reu .einem Urgermanen dem anderen, reu einem Arier-dem . -d. ,1. aau einem vitiriüin ecui anderen gegenüber. Tie Luhne folgte aber .in S-lindi.;n au' dem Fuße. Tr. r. Berger hat sich satbn eniehrt und ge '.kandet, er bat - einen Hilden tut Ge-.ichksiaal rrrlheidigl! Tae- „Tentsche Beileblatt" ist außer sich rer Setiadeii'i-ende und äußert nun sein Be 'reinbeif darüber, daß Tr, r Ber.^r snt, nicht um die Bertheidigung eines oder -»nn-.i.n Z.;d,-N in rem ZeUdefrandaiieneproeeife beirerbeu Iwl'e. Ja, wir :v. l-.eu'3 .-laube». daß manch ein anti'emitifckiee'Advoeat nicht abgeneigt gewesen iräre. in dem .luabuien Len'aiieue-rrocefse al-d- Berlbeidiger zu signriren, um -enn-b-.- 11S st.k, unter den vilmeid eii chrifilichen Angeklagien (len Berurlheillen) i'.i .vem Bernebinen nach zaUieick-.- Aini'emiieii b,fanden. '.'liitiseiiiitcn nitrcr einander nirfl über riunuDcr. 1 Man ei innert sich u.ileinet Ende;«tili fiaügebabie» antifemilifchen Beifainuilung in nau.aüeiu-!, bei u.t'. . » es in Folge eines Z,ivifche»nifeS des deüi'ch nationalen -.ln!: e i nen Xr-fil;u heftigen Se.-nen lai», deren Tarnellnug im „Tenifchen -il" k r. rn-ch Fraßt einige Beiichiignuger'ichr. Tamil hielten wir Miro : . .; ,1;e f.n ab., u an. . Tem war aber uieti! l'e. Zeti! lebt sie in in d -T >>' 1 kü . .g-a:n gebeglen Anii-einiienblallchen, den ..Mit- -.111' / , t;d »It>>!'.Bez-rl svererues Wäbi-ing" wieder auf, me. 11! ei.ee >->e':.-.'t. - ire.che chir die Cb.rratterinik de-t- AiiliieiniliSmnS . 1 : '-in 1 Beiiieie. gerat,-;n r.-u iin'chäi'baiem Weiiyd ist. Tie Gemz-inde ul e -ii.cha, Lieiner und -St.bkik bauen i-ämtieki gegen die' seinerzeitige Be 1 ini.inin- Fi.-.s 's .'ine Zen-'.-i-'ck -.' ie üarnng ebg-geben. welche Fraßt in einem »11 Zed.'.-la a.-.-chtereu B-.i 'e - als „wif-enuich nnirabreS Zengniß" . and. ...kl Zugteich wir.: dem Ginieindeiatbe Slebtik rergewersen. daß er 11. 11 Tiaß' gegeben e Wotl edneireiler»'4ebr0cheu habe, daß er sagte, die Z--i gnißeichainng nur an-:- Gefälligkeit und ans die Änfserdernng 1. -.- i n niüerzeiebnet. Tie ..'Mitldeilnngen", ans deren Tenne dieser llnaiii wtid. eiiireu hieran' eine ill tiefer Angelegenheit an st-.aßt i ii.ii... E. . 'roudeiztaue des belannieu aulifemitifchru Agilalord Zedlid-Ia, e ,il-> Tociimem *i;r die geistrge „Befähigunggewiifer Berlraiiensmäiiiier .. .-,1,1.7 jm' Archiv der Lladl Wien hinlerle-gt werden sollte. TaS c. n c-r.:r::.-t!üt:; it. Zug lienr Zian; Zraß,. Wällting. T.-.i-kerf b.stäiigei.k> een Einv'.rng über die reeeinmandiiie Lendnng i i ni T.:''e:t-.,rier. Zn den a»g>n,!>m,n Erwaruing, daß Lie dem Bedarf an di,' u A,U! 1 in meinem .'ganolalie auch irerreechin milielst reeemman- -. te 2e.'mi.i, .i taten iberd,», zeichnet mit gebührender 'Achtung Ba i, 11, i> VII1 i Zebann Zedliäka. .,!>- un'.l-'i'ß l-ie-.an fä'--t irraßi in 'einem Veibbläuchen nun wieder einmal ...if d 1Z--.-dar»,len „and.reu Aiiti'eiuiteii" le:-. Ci fchreibt: ..Le siebt also d. - afi,-i .'ii'i'n-.- ch.istlich feeialer Bellsreriret.-r ans. die sich hinter Ge 11, wo r-!>. r.i’it'jiueü, u’-nu sie beim Werte genemmeu werden, die die Ehre Biiii-.eocr mit der größten Gewissenlesigkeih in den >ielh zerren, wenn 7 n - ---ZU- ,1 >!1 t'ilii, d.d ihr ^nilenr nur damit halten wellen, daß sie die .-3.,.-. .-r r.ustaudigleil nicht »;nni .'tampfe gelangen lassen, '.siech ist e-3 Zeit 1.1, i-ii in 1-.- - fdtchd» Boilsvertrrkern berbeizii'iihren. Wir Hessen, daß die B-. , il'!-Iiug.11. U. die Teni'chen in Bödmen und Mähren von den Tfchechen 1 ... -I un’e. eit Wiener Tent'chert endlich die Angen an'machen werden, ninn i -i r, wie jesti Herr Lkeiner n. A. thnn,;n Hel'drö- I' . - g.i-ch .-Z-rrealer Umtriebe und i'>emeinheiten hergeben, sondern dag sie naiienal werde». Schreitet aber die nationale Berblödnng der deutsche» Wiener dennoch fort, so wird sich die in diesem Animortschreibe» embryonal zeigende Roh heit de-3 Tschechen Zedliüka verallgemeinern und vergrößern, wen» Zeit und . Ltnude gekommen sei»!werdeir, und wir können hier in Wien noch recht an-" »»»hige Xuchelbader Schauspiele erlebe». Den Deulschcn aller Schatlirnnge», auch jenem WerschtlZVW eulschrn, mit dessen Hilft der Tscheche Zedlid-ka in de» Geineinderalh gewählt rmirde, möchleii wir bei diesem Anlässe zurnfen: .Packt aus mit eurer Zrenndschast für diese» elerical-tschechischen Antisemitismus, de»» derselbe schadet n»S schon längst mehr, als er je helfen könnte, er untergräbt Unser BolkSthuin mit R iesen schri l 1 en. Mit einem AntiieuiiliSnmS dieser Oualität erreicht ihr gar! nichts, er ist nichts als elerieal tschcchische - Heuchelei.WaS Fraßt da nicht l alle-S pieylich emdeckl bat, was er längst hätte sehen können. Allerdings scheint er diesmal die Wabrheit;n spreche», wie sich denn die Antisemiten überhaupt! gegenseitig kehr -richtig benriheilen; nur ichade, daß die Antisemiten im Ltyle i Fraßt'»- nicht um ein Haar besser sind und in nationaler Beziehung dem Dentschlhum ebenso ichade», wie eS .Endlich jüngsthin Iressend kennzeichnele. s („Amtliche 11 »tcrfllljnHfl-“) Unter Berufung auf „Forscher" wie Rohling l’ und Ecker zählt die „.sirenzzeirnng" die lange Reihe ro» Schändlichkeiten i nur, welche die „rein lalmudistische, höchst. anfechlbare Geheimlehre" der Inden j, enthalten soll. Lie fordert nnverziiglich.eine umsasiende „amtliche Untersnchnng", i macht aber bezüglich der Cerporationen und Perionen, wesche mit dieser llnter- : snckiimg betraut werde» sollen, keinen Borichtag. Ta-3 ist leicht begreiflich! Hat i doch die ganze Anregung einer deliördlicheii Prüsnng der jüdischen Glaubens j 'amingen leinen ankeren Zweck als den der gemcinsten Hetze. Ans diese Weise lau» da-d- Znukerblalt all die Bedächtigniigen irieder Vorbringen, welche notorische Lügner gegen Znden und Zndenihnm ausgesprochen haben. Seiner Taktik setzt es aber i die .'lrone auf, inhein eSzunächst „eine Parteinahme ablehnt". Alts deutschen ' Biederst»» kann solch -ein Gebähten keinen Anspruch erheben. Tit modkruc Gsthcr.) Ter neue rnssifche Finanzminister Witte ist linieren Aiitiieiuitnt ganz und gar nicht recht. Gr hat eine äußerst übte Eigeniefiafr, nämlich eine jüdi'che Frau. Befe z'eme wollen zwar wissen, daß mehrere irohltvlaniile Wiener Anliiemileusnhrer gleichfalls Zahre hindnrch tziebeSrerhällnisse . mit Ziidinne» nnterhalten hatten. Tieft ehrlichen Männer haben aber wenigstens jenen 'Mädchen das Beripreckzen der Ehe nicht gehatle». Allein ein leidhaftiger Minister des „Bäterchens" ilnd mit einer jüdische» Fra» behaftet, das geht ieibft einem Amiientiteu über den Berftand, trotzdem er nie einen solchen bci ien'en. Tas „Bölksbtatt" bat schon ein zweites „Buch Esther" über den ver --derblichen Einfluß der Madame Böitte in Bergangeuheit, Gegenwart und i Znknnsi gedichtet, und die „si renzzeitnng" hört das von ihrer Wiener Eollegin rorbeegesagte philosenritische Gras bereits wachsen. Für die Richtung, die Wille einznichlagen denkt, kann nach tzer „f's f Zeitung" nichts bezeichnender sein als die Ernennnng des bekannten Tdesiaer jüdischen Bankiers Rafalowitsch;nm russischen. Finauzagenten in Berlin. Tamft dentc der Minister in nicht niißznrerstchcnder Weise an, daß er sich nicht mir mit der Böri'e an sich, sondern inSbefondere mit dem die Börse beherrschenden jüdische» Etememe in „srenndichasltiche' Beziehungen setzen wolle. Wahrscheinlich znm Tank sei er denn auch schon von der 'Tdeffaer Stadwertrelnng, in welcher der iiidiickie Einstnß stark überlviegt, zum Ehrenbürger ernannt worden. Man hasse eben ans ihn, offenbar nicht nur rom geschäftlichen Standpunkte, sondern in einem allgemeineren Sinne, und vielleicht nicht mit Unrecht. „Tie Finanzfrage," fahrt das phantasievolle Blatt fort, „sieht in-Rnsiland schonjetzt in allererster Reibe; sic wird sich in einer vielleicht sehr nahen Zukunst zu noch größerer Bedeulung entwickeln, und da — nun da lehrt die Erfahrung der Geschichte, daß die wichtigsten polilifchen und socialen Zugeständnisse von jeher mit der k'ösnng finanzieller Schwierigkeiten verknüpft gewesen sind. Herrn Minister Witte, der soeben eine Züdin geheiratet hat, liegt allem Änscheine »ach viel daran, zn bewei'e», daß er weiiigstei s über den in Rußland noch bestehende» .Borurlheilen' stehe und das alte Work, wonach .eine Hand die andere iväscht', wohl zn be^ herzigen wisse " Wenn man derlei anlisemitische Deline» anhört, könnte inan zu dem Glauben koinmen, das ganze heilige Rußland sei nichts alS ei» großer Berein zur Abwehr de-3 AiitiiemiiiSmus- Einstweilen^ hat der Czar, wahrscheinlich hinler dem Rücke» der Familie Wille, Belgien gezwungen, von einem tibei'alcir Principe abzngeheu und i» de-n Pässen nach Rußland reisender Belgier an zugeben, ob dieselben Ehristen oder — Juden sein! Vielleicht bezweckt dies mir, die Zltden an der Grenze recht liebevoll empfangen z» kömten. L'tiiriliücrklärliiiistii;u»i „'-Herein zur Abwehr des Aiiiiseiiiitismiis" werden eiitgegeiigeiiomiiie» im Secretariatc des Bereines, AZieu, I., Pariserqasse „Xboiiiirinenksaiiineldiinnien auf das „Frcic Blatt" tumitit dir Admiiiistratioit, Wien, I., Lcilrrsliillc 10, jederzeit entgegen. Ebendaselbst werde» auch ciilzelite Rummern abgegeben. Prabettitmitteeit zur weilcreii Verbreitung des „Freien Blattes" werden GeftitituiigSgeitossen auf Bcrlaugcit bereilwilligst zur Berfiigung gestellt. Hi'raudgdbdr und vdrantwonticher Redackenr:'Ernst Bicror Zenker. — Druck von Eh- Reißer & M. Werkhner, Wien. /