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Freies Blatt · 1892-10-09 · 27 (9.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
27 (9.10.1892)
Date
1892-10-09
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 27. reite .freies Ajolii'djcr Josef 1 1.426 Joch 11 ö7 C.itabratHafter <781 Joch^ I I2l> 'T.nadratklafter Wald, 8l>42 Joch 28 T.nadratklafter andere (''ntnbirilrfc). vergleicht man diese Ergebnisse mit der Bevölterungszahl der?>»den, so kommt man zum Schlüsse, dag der PereeutsatZ des in Indischen Händen befindlichen b'andtaselbesilzes al« auch der indischen Eigcnthüiiier allerdings ein größerer ist als der Perecntsalz der j»di ichen Bevölkerung, wenn auch die von ..>'e»vo.j>- Wivmjn" angeführten Zahlen eine arge Uebertreibiing sind. Behauptet aber jemand, die Inden treiben keine» Ackerbau, so sprechen gegen ihn porstelicnde Wahlen; wirft jemand den Inden vor, sie verlegen sich mir ans Handel und streben nicht nach Seßhaftigkeit, so kann man ihip entgegne»: 5er Besitz unbeweglichen Echtes lniugt mit sich, daß man an die Scholle gebunden wild und ei» enges Band mit der Bepölkcrnng, unter der man lebt, aiiknüpfc» will. Und i» der Thal zeigt eS sich, daß die (Gruppe der z'andtafelgütcrbesipcr am meiste» de» AssimilaiionS gcdankc» i» <^ali;ien nährte. V ein borg, im Teptember iS!'!’ I >r AI A >1. v£in Oorkümpfer für IPalnheit und 21Icnfd?Iid?fcit. 'Jlfljalnlidi, besonders um die Cftcr;cit wird die Beschuldigung er ■ licit, daß die Inden zu lituelleu Zwciken Ehrisleublut gebrauchen. Tici'e Aullagc wird »och osl erlwbc» werden, wen» die Entgegiinngen sich ans die Widerlegung der vorgebrachtcn Esßünde und ans einige .licht erschöpfende Erörterungen über tic Entstehung des Blniniärchens l eichränte» werde». Wir müssen es daher als cid Ereignis; von weiti uchendcr Bedcutniig begrüße», daß Hermanu Tklract, der rilhmlich >-tanute Professor der Theologie an der Nniversital zu Beitin, diese richterliche Anklage i» seiner Tchriit: „Ter B iti,Ia bcrg la n bc -'s Ehristcu n»d Anden" iBi'ünchen, E H. Bed'schc Berlags rchhandliiiig, IS'.H i im Zilsammcnhange mit der B e»< » t n n g des Blutes für den t^la ii bc» iiud besonders de» Mberg la » ben r >, a » z c» M e n t ch he i t betrachtet/ Einen elassischeu Ausdrud fand dieser Aberglaube, denen Acnßcriingc» : Berniiiist und - dem Austandogesühle oft ' g> i'luiri) ins «Besicht 'chlagcn, i» „Enricnsc, '.h'cnc, seltene, leilchte, wohlfeile. gewisse, be white, uülzliche, »öthige, ergötzliche und' Berwnudcriingswürdige Hanß .'loolhee . . . Bo» ei nein Viebhabcr der Medieiu. Trautfnrlh am Man» 1 <", zu deren öharakterisirung die in ihr besindliclien Beii'e: Ter '»lenfdi, das Ebenbild, in (Molt i>löst augeiiehni, Hat vieruiidzwaupg Tlud zur Arzenei veaueui, i*i'in. Mart, die Hirusdial tarnt .beneiden Moos in gut. Tas Fleisch und Aett, die Haut, Haar, Har», H»», Her; >»id Blal. . TiS Gag, sie Milch, der Ziolh, der schweig und auch der Tlei», Tas gelbe Tchmalz, so i» de» r7breu, pslegi;h fein, Tio ‘Jiiiflcl, Speichel, auch die Aachgedurl .ni gut. Ter Heim, der ^ame» und ineuslruosiicheS Blut ' ‘ »geführt sein mögen. Tic dlsceeplc, welche die Hanß Apothee verschreibt, eichen sohin einerseits bis in die Zeile» des graneslen Alterlhnms iii»k, andererseits find sic;»m großen Tlicil »och heule in den neisle» (legende» Tentschlands (Gegenstand des 'Boltsglaubens. Tie /-»»derbare Tilgend des Menschenblntcs schildert die Hanß Apothee Bio: „Wenil man eines jungen, gesunde», ctlich und dreißigjährigen Neiii'che» Blut i» Alembie distillicrel, so bringt es eine jede schwache onipleriou wieder;nrecht, ist g»l zu allen E'ebreche» deS Hirns, der ^'chächliiis lind (Geister, treibt alles <^ifk vom Hcr;en, heiler allerlei 'tiaiilheitcu der Vnngc», reiniget das l^cbliit über alle andere Arzencien und in gut zu allen Baiichflnssc» und Vendcnweh u. s. w. . . Ans ieseni t^eblüte ein' IClixir vit;jV gemacht, ist gleichfalls ' zu. allen ob emeldeten Tchwachhciteu gut, n»d ob einer gleidp schon sterben wollte und nichts reden könnte, so gib ihm dieses mit gnlem Wein eingemacht in wenig ein, so wird er wieder;n sich selbst komme» und so viel de», daß er' noch TiSpositio» kann ansselzcn lassen, wie solches öfters probieret. Nimmt ein alter Man» alle Tage von diesem ein wenig ein, so niacht'S ihn wieder jung, erfreuet ihm das Her; und gibt T teilte. TistiUieret man dieses Blut - :» 8 mal, so wird eS in seiner Wirknng kräftiger und kann der Mensch |im Elcbralich dessen ileis olme >ira»Ihcit bis zum Tode.lebe». Tdcr mische dieses frisches Bint unter gcbranntc'i Wei», distillierc eS in Alembie, so wird'S;n obgemeldelen Tachen viel vollkommener.-" Mit Bicnstrnakbliit getränkte Veinwand Ücitc werdcii gegen Ö'id)t, Mnitermalc, Tenermale, Veberfleeke, 'Warzen a»d >irätzc verwendet. Tür noch wirksamer als das Menslinalblnt gilt das Blut derjenige», welche eines gewaltsame» Todes gestorben sind, besonders Hingerichteter. To gestand in den Techzigerjahrcn in Blatt. / » der Tchweiz ein Mörder, er habe deil '.Nord vollbracht, nm das Blut, seines TpferS gegen Tallsucht zu triute». ,8»r Uiilerdrültung von . .tiinderlrämpfe» sticht sich der Baker in den Tinger und -gibt dem >ii»de drei Blnlstroptc» ans der BTnude in den M'nnd. W. Bl an ii Hardt erpihll. in seiner 3 diviftT ic praktische» Tylgcn des Aberglaubens, mit besonderer 'B rnilnchiigniig der Biovin; Preuße»" s'Bcrlin I.^ditti Tolgendcs: „t^ewölmlich wird die Here» probe nicht erst abgcwartet, jouderu ans dringende- Bermiithnug' der Hererei hi» die verdächtige Person ergriffe» nnd so - lange gei>i>lage,i, bis ihr Blut fließt, »nt dasselbe dem >lra»Ie» ein'.ngcben odei' >:m ihn damit;u 'wasche», lchxr bis Üe verspricht, den Zauber;nni,t;i! nehme» . . . Tas geschieht in iinscre» lassnbinischen, Törsern so;iisagen alltäglich, und. nur wenkge'Tälle gelangen;»r >te»nii>iß der t^erielue und i» die Teisentlichlcit. Trotzdem m die Vese derselbe» nicht gering . . . ,n» Jahre 1*74 sehen wir wieder eimnal einen Vand . schiillchrcr im A4 reife Tlraßbnrg bei einer solchen Thal bethciligt. Ans . de» 8iatl> einer Toinnainbiile schlugen el»n»d seine Tran'ihre eigene Tante mit der Te»er;a»ge, biS.'T'lnt Üsß7 mit welchem sie ihr i>cr mcintlich von der Biißhandeltc» bchcries tlind bcnelzlen . . .Ein Bauer in Aaschliüiie erlitt bei cine-r Hol;aiisnlir de» 'Bruch eines Unter schentcls. Er suchte leine iacliverständige. Hilfe und ertranlle »och am Thphns. Ahn besuchende '.h'achbarn redeten ihm cm, er >ei von "einer Tran im Torfe bcheri,. die ihm ihren siiiifll»d;wan;igsien Teufel!iai»e»s Peter ans den HalS gcschidl hätte. Tie Here, eine jnitgc, ihm gegen über wohnende Berwandic von 2>> ,>ahren wird veranlaßt, in die 'Wohiiniig deS Besessenen;'» gehe», »»d von den dort Anwesendeu aui gesvrdert, ' dem Belierten von ihrem 'Blnie;n irinten;n geben, weil, diiiiii »ui der Teufel Peter den Bes>sienc» verlassen würde. Tie wi>^ von zweie» der Anwesenden gezwungen, durch Taustichläge >iel> das rettende Blut ans der '.Haie cntlmten zu lasse». Ter Beiinch scl'lugi fehl. Ter eine der Thäler begibt sich -ans den Hosraui», besudelt seine Hände mit -ti-oth, während er gleichzeitig drei -tircuze' in dieselben damit macht. Neue Tanüschläge an die 'Base mit de» gesegnete» Händen hatte» den geivünichte» Erfolg. .'An» wurde die Here. ge;w»»ge», iiri, über das Belt des Besessene»;» lege» »nd -das Blut i» denen auf gesperrten Mund fließen zu labeni Ter Teufel schien denn auch zu weiche», den» der Besessene tonnte bald daraus -die Worteäußer»: .Nu wart mi beeter! T as noch ' fließende 'Blni wurde dann für etwaige Nüdsälle in einer Tane aufge'.inge» " Aiißerordentlicli per» breitet war, besonders im Biittelalier, dje Ansiclit, der Aussatz lönne ' nur durch Meiischenbliit gclieilt weiden. Man »alnu a», die i» ihrem Biitlelpilutie zernölie und verdorbene t^einndheit lönne nur durch eine gänzliche Beruichiilug des 'Bösen und ein neues verjüngtes z'ebeii-ivieder liergestelll werde». Als der iebe»sguei>, welclier neues Vebe» den Nnine» abgcwiiiut, ward vor Allem das reine Blut einer Aiiugnau oder eines Nindes bclrachl^t. Ter -tirgute iiinüle darin baden oder damit besprengt werden: hicdmch ward er rein und sriich 'wie-eine,-.nliigsra» oder ei» >ti»d. titleicht'alls lehr häufig n"t die Beuveulinng des eigene» 'Blutes zu Hcilzivedeu To reichte man in 'Bauern bei liesiigeu lllelinblninngen, die man als „das Aubrecheu des Herzgeblüles" bezeichnet, der <>'e' bäreiideu eine» oder .einige Eßtönel des eigene» 'Blutes, in Wanei gemischt, zu Hinten lind j» Tchivaben rängt man im Mai oder zwischen den zwei Trauenlagen große grüne Tgosehe, dorrt und noßi 'sie und versetzt - >ie i» rvthem Wei» mit etwas <^ra>laiäprelikl>elsen und eigeuei» Blut, da in Tolge dieieS Trautes jede 'Blninn>l anshön. Taraus, daß der .Teichnam in Berwesnng ubcigeht, s eln dei^llb,! glaube die Tolgerung, daß es tanm ei» dm.chgreirendeies '.'.h'itiel zn> , Beseiiigniig einer 'iianlliiit gibt, als die 'Bniilirnng ^der 'eliadba'!/.! 2leite' mit einem Veichnam. tth-ichwüre. Ans'chlage. A.iouvuIm., W.i: zn:, H'jchi ,. w. werden veltricben, wen» man den traut.» Tluii mn der'Hand einer Veielie bestreicht Tesgl.icliei, schwindet die .tirantheu. lven» man irgend einen Therl eines lchadliasien ^'lied.s, eiw i den Tchorf voil einer 'Wunde, fiter ' oder blntgeträirtte i'appe», schweiß bedeette leider oder eju Tli.itehen Holz, das mit dem leidenden Tlieile in Berührung geiveieu ist-, in einen Targ legt Maiinliardt erzählt in dem obgeuanntc» Buche : ,,'BAeil veibreitet in die- Borstellnng, daß, wenn mg» Theile einer Vcidic. in Bcrbindnng mit einer lebenden Benon setze, die letztere i» bei leihen;AA( und in demselben c'i iibe abzebre und dahi»sied>e, wie der Todte verwese.., Toppel: reißt nid», kachm-die <thjr»icrswilwe Albeuine Biajeiv-Ba in.BnlZi , als >ie i:» Mai l^7.i> de» E»tsd>liiß faßte, sieh au ihrem tullt.'.c» '.'iebhaber, dem Baie: ihres vor drei Monate» begrabene» »tiehelidieii Stindes, z» lache». Bald darauf erhielt der (äh'ndarm die Mitilieiliing, die '.'eid,e des .tiiudcs der Majewsta fei beidiädigt: auf Beranlaifnug der Tiaats auwaltschaft ausgegrabe», wurde der kleine .tiörve.r ivirllidi in ver slüluiucllciii Ziislaiidc gesnndcii: sänimllid>e Ting.r der linte» Hand waren abgerissen 'uud der Handslnnips und daS t^esidit mit TehHß

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