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Freies Blatt · 1892-09-01 · 22 (1.9.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
22 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. freies Blatt. wühl in Oi'im&cii ausnehiiien. Weilte auch H.cvr Pvadc in Licbwcrda, Tv. Lchückcr handellc in feinem Reifte. zZur Abstimmung dec ^.ude'n. Alis dem denii'äien Anllnovologeiieviigteß -,» Ul», hieltder durch seine ,ror schlingen in deleuiasieii nndEiuieii liihiulich bekäunic Tvriov ,veli> v. Vulchan, gegeinvärlig riiatPiialafuftfut am königlichen ' '.ViuK'iim für i'L’lfcrfuiifcc •»» 4'alm, einen Borlräg, der die anlhropo logische 3tc}li,»ji ,der »4ndci!;um (Gegenstände halte unieder wohl geeignet ist, die allgemeine Ausmcrtsainkeil ans sich zü lenken. Ebeniowohl über den Begvist der Älter' »'ndoger maiien wie übjr denjenigcn der Semiten, führte der vertragende auf, herrscht yiv Zeit noch nmit nur in Vaienkrci'en sondern auch znm 3"heil unter Männern der rlvinenscha't Verwirrung - und Unklarheit. Eben'o wie nicht alle Volker, irelche eine arische. Sprache sprechen, der Absiammniig »ach 'Arier sink, verhalt es sich auch mit den Tciintcn. Unter der Be '»eichnnng ..Ecinilen" sagen wir eine A»'»al>l von orientalischen Molkern zusammen, die;war einer gemeinsamen -Lprachcnsaniisie angehvrcn, im Uedrigen aber hiiisichrlich ihrer tlraecneigenihniiilichkeiten und körper kichcn Äertniale weil auseinandergchcit. Bon den acht Völkern, ivrlchc die soeben erwähnte Lprachcntainilie tnsainniciisepen: den Babnlonicrn, Amuevii, Hehr nein, . Phöuieicni, Äbcssinicrn. Äraniäern, Labäern I Tüdarabcii!, und den '.Aotdatabern sind cs nur die beiden kehl erwähnte» Bokker, welche eine geschlossene liinlicit darnellen uud dank der durch dae> Wnstenlcbcn bcdinglcn Abgeschloistenheir den Ursprung iiche» iemili'chen Tnvns von sreniden tliaeciiclcmcntcn' frei erhalten haben. Gerate die'e '*fipriifeinaiire« des unrerfalichten TemilciiiliniiiS sind a',;. charalreri'irt durch die langkov'ige Tchädcltorm- sowie durch -ine 'Aale, deren norm mit dersenigen, die man im gewöhnlichen Veden als ,.?,udcntiase" de;cichnei, dizräiaus nielns gemein hak. -Ten langkvstgcn und ge radcn an gen 'Arabern standen, nach den uns erhaltene» L arstelliingen;tt schließen, die alten Pliönirier insofern nahe, als ne edensallö ausgesprochene Vangichädel waren. T agegcn teigen die Hebräer und Aramäer aut' die übrigen der semtlischen Lvrachcnsaniilie znzurechnenden Völker geben wir nicht naher ei») insofern ivescnllich per' ichiedenc Berl|älini>'se, als bei ihnen die -«iur'.töp'igkeit vorherriclü Tie an den heutigen -Onbeit vorgcnomincncn, -,nr Zeil allerdings noch wenig rählreichcn Tctiädclmest'ungkii haben ^0 Prlreni .«tutzkövst' und nur Pevrenl Vangköpfe ergeben: auch ist durch die unter Zirchow's Veitnng angeiielllc -Lchulkinderslalistik, berreiteud die PerkKeilitng des blonden mit brünetten Typus im Tonischen tlteichc, fesche»d»lll^worden, dag nicht weniger als 'II Perrcnt aller deutschem /ende» blond und. Woher stammt aber nuir die unter den »ntdeii in relativ großer Häutig " keil anstreiende BlöndKcit? T ie von dem hervorragenden englischen Ethnologen ,rlinders 'heute unlängst angcstcllicn llntcrsuchnngcn haben nber diesen bisher-dunklen Pnnkr Vidjt verbreitet. Ter besagte englische Morscher stellte nämlich feit, daß aut den Wandgemälden der. alt cgnpkischen Gräber und Tenipelbanten die Änianr' oder Aniav, welche rweit'elsohiie identisch sind mit den Amoriter» der Bibel, - »nt blauen Äugen, röllilichein Haupthaar, Bart und Ängcnbraue>s7 mit inbaaui lincn '.Aasen und anderen Eigentlininlichkeiteii darget'tcllt. sind, welche teilten Zweitel darüber bestehen lassen, daß wir in den Ämoijilern ein Boik;n erblictcir haben, welches dem gcrinanisklie» Zweige der'großen arischeii 'chelkerta>nil>c angehört hat Es hat also bereits im XI.U. CKiln hundert der vorchristlichen Äcra in 'Palästina ein Boll von arischer, indogerinani'cher Abitammiiksg cristirl — ein Bott, wclcües nur einen Zweig bildete jener blonden Bevölkerung, welche damals außer in Pa lafttna nnd Enrten in einem großen Theile der itordät'rikanischen Kiisteiiläiidcr ihre Wolmsiye hatte und, soweit ne die lei-kerwähnten (Gebiete bewohnte, von den Äitegnptern ..Tainchn", d. i. „Polt der '.Aordlander' genaiilii wurde. Ändererseiis lauen die in der Bibel ent halienen Ängaben keinen Zweifel darchbcr bestehen, daß. die Tei'racliteu wahrend ib e Äusenthaltes rn Palästina mit diesen ebenso wie mit anderen fi -moerr Pottselcmcnl n eheliche Pcrbindnngc» eingegangen sind. Was feim* d.e;mv-. erwähnte .itut',lopstgtril der »eudeii aubelangt^, so Nt rs in Mi m wahrscheinlich, daß sie dieselbe durch Per »tischring uni iit der iogeiiannl,n alarodischen Pölkcrgriippe ',»;ii rrchncnde» Ätmcniern sich ange-ignel haben Bei den Ärnicniern finden wir auch - » gebogenen '.'uiicii, die, wie bereits erwähnt,, keineswegs von r.'.iilirKiii m '>taee,n,ge„tluiiiilichkeit der Eeniiten gcbildri haben rrnd bei >°.rr r.'it > a i-niiiitdiuiiqmit aride!en Pollern „nd Ttäinineu frei gtbliibeN'.ii^Ä>aI rn noch li-nilrnliig. f.hl-.n. P. ir iver >e» somit fti dei«- Tchlnue g -..,ß!„ch .! gebogeNkN öl äsen .-i ,ss>»eliicn das Pi'ediiet eine! Periniichnng NN.. welchd'-'s>lh.'ii »nt I.» Ärmeniern eingegaiigeit seien 'Alle-, in Ällem gciiominln. kan» nach des öledners Nr. 22. Ausführungen kein Zweifel darüber bestehen, daß wir in den heutigen Zndcn ein Product vor uns habe», welches aus der innigen Bcrinischung von Lciniken, Indogcrnianen (Amoritern) und einem alarodischcn Bolle hcrvorgcgangc» ist, daß also die in den weitesten Kreise» und auch unter den Anthropologen bisher verbreitete Vchrc von der angebliche» 'lrarcnrciiihcii des "indischen BolkcS nicht länger aufrecht erhallen werde» kann — ein Schluß,;n dem auch M. Alsberg i» ieincu »»längst vcrösscntlichtcn llntcrsuchnngcn („Tic Raccnmischung im ^ndeinhiimc", Hamburg ISO 1) gelangt ist. Z» den Bölkcrn von alarodischer Abstainniung, mit denen die Öiibcii ähnliche Bcrbindungxu eingegangen haben, sind, wie der Bortragcirdc dann weiter darlegte, auch die Hethiter -auch als Hinikcr oder Ehata bezeichnet/ zu rechnen, die oft den E'rcn;c» Palästinas »nd in Syrien Jahrhunderte hindrrrch eine finslußreiche Tlelliing behauptet, mit den altegypiischcir Pharaonen Kriege geführt tiitd in Syrien tind Klcinastcn bciiicrlcnSwcrthc, bis jeyl noch nicht ennit'terte hieroglnpliischc Onschrislc»! hintcrlaffen .habe». />st aber, schloß Tr. v. Viuchan seinen Bortrag,' in den heutigen »luden, wie nicht bezweifelt werden tau», indogermanisches Blut in beträchtlichen Mengen enthalten, so fallen damit alle Bestrebungen in sich znsaiiimcn, welche ans der hetitigcn /iidenfrage eine Raccnfragc zu machen geneigt sind und die »luden als ein dem deutschen Bolke srcmdcS Element hinstellen möchten. Tic innige Blntmischung, die schon seit;>«><»> bis 4<H.»U »lahren zwischen Ariern, Ecmiicii nnd Älarodicrn ftattfinbet, ivird, wenn sie auch durch kurzsichtige nnd undankbare ("c Nttnung nnd brutalen /insiiiict zeitwciiz' gestört nnd unterbrochen werden taiin, doch schließlich zn einem allgemeinen Berschmelzen nnd »ntcinan^eransgehen dieser tsiacen führe», »lnzwischen aber erkennt der gebildete, voriiribeilssreie Envopäcr der (Gegenwart in .seinen jüdischen Mitbürgern nicht nur die lebenden Zeugen und Erben einer uralten und ehrwürdigen Euliur, sondeui er achtel, er schüpt und liebt die selben als seine besten und treuesten Mitarbeiter im äiampsc »m die höchsten (''utci dieser Erde, im E'ampse tun den svortschritt und die geinige ,Freiheit. Au den Bottrag Tr. v Vuschan's schloß stell eine Tisenssion, in ivclcher 'leudols Birchoiv die von Vnschan beziiglich der äiurzköpstgleit der »luden gennMiien Tchllißsolgernngen hcstäligic »nd zugleich be meikie,, daß es numöglicti ' sei, ans einer, Anzahl von gcrmaiiischcn Lchädetn den eines »luden herauszustnden. ' zuin. bleuer TcrXd'lever Prvceß lag einer Anklage zugrundc, welche vor Knrzcm vor der drillen Ttraslamnicr des Berliner l'andgcrichtes l zur Ber Handlung kam. Ter Angeklagte, Buchhändler Heinrich berwinder, »lnliaber dcrUrnia „Palerlchidische Perlagsanstalt", war der Herausgeber einer Broschiire, betitelt; ..Ter,lall Buschhots Bon einem Eingeweihten." »ln dieser Broschüre, welche das gerichtliche Berfahren in der .laiilencr äinabcumordaiiaire behandelt, sind der Anklage zufolge eine Anzahl Bcleidignngen gegen den Ersten Tlaaisanwall Banmgard nnd den Vandtzerichtsrath Bririus zn Eleve sowie gegen die '.stiitglicdcr der dortigen Elrask.immer enthalte» Tie Perhandlnng nahm im P/escut lichen folgenden Perlans: Ter '-lii.ieähuieigie cillärie, e.iy er niän der Pcri'asser der beanständeten illre'änire >ei, aber für den jlnhalt die volle Peraniwortung ilbernehine. Tae- Äalerial sti ans Aiannieriplen, die von einer aintliäie» PcrioiNiäileii, die in alle Phasen des PniN>heis Procen'es eülgeweiht «et, herriihren, »nd a»S ,-zeil»n.|S ans'.iaiiiten;iv>riiiinen>|cst,äli. »Ast dein hccr'äiendcn Terrorisnins, ivelcher gegen die Berianer derarliger Pro'ämren;ur Aiuveiidiing gebracht werde, könne Nian ihm iiiiM verdenten, tast er denielben niän nenne, (jt habe es für «eine Pflicht gebalien. ta;n deizniragen. das Tunket, iveläies über dein.üamener.'inabeninorde sänvebe. lichten. Er bade nie an einen Aitnalinord, wohl aber an einen Moid ans Äberglanben geglaubt, d.'r von »b'raeliten begangen fei. Ter An gellagie Mellte einen ninfangreiche» Beweisanirag. um die LSalirheii der von ist,n an'gcficllien '^ehaiiptiingei, deivei'en zu' können. Ter Ttaais.niivait hielt mir die Perncbinuiig des Vandgenchisraihs Bririns nnd des Ersten TiaaiSanivalis Paningard für noihweiidig. ivährend er den übrigen P.!ahiheiisb,'weis 'nr jiber-lnifig e>klarte Ter Angellagie nnd sein Pertheidiger siihrten. dagegcii ans, tag bei der Päichiigte» der Angelegeaiheii der geiamniie ö'äahrheiisbeiveiS eiiioben werden müffe Ter Angeliagte beantragte ferner, daß seniein Per iheidiger die gesaniinten Arien yi genanem Tindium auf vier Päochen übeeia'se» weiden, der Porstvende aber eikiärie, daß ein derartiges Perlangen ivohl kanni ansfübibar »ein wülde, eine Aricneinstchl vielinchr mit der größten Beschleunigung nalifindeii tnüßie, da die Aeien ieyi aus allen Wellgegenden verlangk würden. Toeann ivmde der Eiiininaleoininch'aiinsPSoIss vernotninea, welcher Ansknnsi datnb.r geben sollic, ob der Eiste Tiaaisanivali und der llnlcrsnchnngSrichier lau voigeganeien sind, und ob er, aI4 er nach ststnien kam nnd, m» die Ermilk r

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