Mannheim
Compact Memory

Freies Blatt · 1892-08-21 · 20 (21.8.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
20 (21.8.1892)
Date
1892-08-21
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
68% known words query
IRI
…/4886575-5439132-5439219--0206-4886758
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

t 5fite 8 Freies B ladt. Nr. 20 schweig, einem kleine» Xinde Blut abgezapst zu haben, ohne baß übrigens, wie di»z»ge'ügt ivirt, bei» linkte ein lodllickier, oder auch inir dauernder Schade daran? envach'en war. Tas Gedenkbuch berichtet, daß ,gvei der Thal verdächtige .'»den ge'äuglich eingezoge» uild ciuei» peinlichen verhöre iin Allstadlkeller »»teezoge» ivorden wäre», kc>r,: ci»er da? Bcleiiiiliiiß abgelegt habe, das! er das Blut in einer Blechbüchse au»ge'angen, es kann in ekn Glas gegossen, mit Bernsiei» vernicilgt und gelriinken habe. 2d:c>n am 21. Septeliibers iveuige läge nach der Thal, ivurden die Heide» der Tbal Beldächliglen össentlid, ver brannt. Zur Rechlicltignng Mitiit das Gedcnlbuch ein üiechlegnlachlen an, in weichet» c? beißt: „Ai"'nrd :si, da» rin Hohn pöltcr Ebiisii Gewalt oder Mach! über lünislenmeil'chen habe Taninr sollen sich die ,>»den vor ««ewalt und Frevel aii EhristlN wob! biile», oder mall' ioll sie verbrennen nach irellllcheni Redtte: nach geisniä em Redte >rll ».an sie zwing,», denilenige». der llurecht von ihnen ellille» bat, znr Genüge E»i'diädign»g zu leisten." Ta die „.«irr»; zeilnng". ansiert lrenend das- Berliner Slbwehrorga»,'diese Eiinneiuiig ans hi'ct't, ebne ibiel'eil? eine weilere Bemetlung!,in;n;»>ng>n, io in.nullt ec sichtlich, ob sie daniii de» Radnveis bezuneki, das: Keule noch in gewissen.Irene» die'eiben albernen Boinrlbeile besiehe», die vor l.'a) Fahre» zur Berbrennniig der Fuden Anlaß gegeben haben, oder ob in dieser Biiilbeilnng die Selnsudn nach (ift Rilchkehr kille? ähnlichen Ber'aKrens. wie e? 'damals von, Ralhe zu Braunsilnveig kurzer Hand angewendet worden.ist. ihren Ansdrnd sinder. Rach der anli'emill'dv.N Tendenz der „Xieuz.zeili.ng" loiliile eo Veure geb>», die ver silcht waren, da? levlerc anznnehme». / Ta? Mcdrwllitii Dtr 2(iiiiitmiini. Tn^x-zpziger „rVntMi 'n.iau-» B lauer". deren Heransgebe, Theodor Feil'di in den Bioeesi Paa>,li vernzdel' lsi. U'idmen die'en, B eeene fin,»: Aclikel.-.'in u >lche,n sie da? .»,'isi gr-did der Anll'emilen im G,".ichi?'aale ans deren -nsehrwinrii .znrild'ülne». L!d 'chrdibcn n öctti.v:-.„T ie Anii'emileil sind i,i einer ichli„„»eu Z'age: 2:t hal ■» da? UmUurt, in einer Hinsicht mehr zn wissen, mehr zn biobadnen und mehr;» den len al? die .il'iY.»,’ ihrer Zeiigenvnen .,ede „ene Weisheü aber sivsil all' die Beikeniiung, den Troll und'Hob» der Billige - >,„d »ich, nnr ans dl,"e ällcui: vor Allem an' den Widernand, ja an' die Feiiit'chasl "er Beriieier der heri'chend.!' An channngen, rer „Anlorilaien", ihrer Feil. Ted-Halb winde eni «Galilei mu den, Sd ettcrbausen, ri» Robert Melier mit dem .l: ieiihai:'e bedlobl'. lind auch d,e Ami'eniileu iverd'eai ',? sich gcsalll iv lassen .iiiK'vn. dasi 'sie mit ,h.,-e vereiittamlen Win-ll'diatt tiod) einige Qahlzehnle bindilräl da? Bp'er Ber berridlenden Bornrilieil.- iverden . E? ist auch von den, einsichiigsien nnd rbeen'.aslelien Gerichiehose nicht zn elwane», dasi er in dlnigeli Berl>andllliigs:a>.en oder Wochen seine Xeninnin,' liber eine ilnn >o ndne lind si> viell'cilige 'Materie derart veevollsiaudige, dasi er zu einer er - 'chov'i'iidcn Beurilieilnlig der Sadie gelangen läniile.<^*Bnn ul». dein anli ienilllichen Tiandviliikle gerecht zu werden, gelingt nid» die xenninisi eiiliger die Flldcn delreiseuder Tbaisiichen. vielmehe ist eine völlige Unibilduiig de? inne'eii Men'chen zn einer lie'ere» Well nnd vebenSaui'aninig.nolhwciidig, . vor Allem der Blinll mr^ viele» alten Bornnbeilen. z. B. dem Aberglauben an ein gleicharligc? allgeinettse? Bieilichenihnm il»d eine cinheiilichc nieii'chliche LUllichleli mit Berleugnniig aller -haildgrelsi.iche.il Rare» und Tiamn»'? 'linterlchiede " Uiü den We,lh dlt'er Anslaisniigen genau zu desiilnmen, den Bergtenb eille? Alilwardt oder Feittdi mit Galilei, eine? vteberman» oder Baa'dl iiiit. Rob.eii Mcuer euliprediend zn würdigen und >esiznsldllen, ob ver bred'eriidle lliiver'chäintlieik, gewisieiilv'c Tpeenlalion .ani llinvineiibeil lind veichtgialibigleiz, ob Tii,ne?vcrn>ir>il»g oder ein liienil'dt von verderblich,ili -Ha„>, zur Frre'nbinng Anderer nilt verminderler Fiirechunng?iäl>igleil ^die-e? Alleniai an' den ae'uuden Meiisibenversland verübt haben — dazu bedaii c? ■ f,’r reineii 'aiiieii Arbeit eine? ersahrcnen Tirafrichler? und eille? gewandlen Bmdilalrit? Gra> Tainezan und Freiherr v. ,'tra'tt Ebing zählen' leider lllchl :'.! »»'ereil Milaibeilern, nnd wir crllären uns ansier Tiaudo, die Iiing'leil de? Ai'ii’d, icitoit Blaue? er'chövfend zu' beu'rlheile» , Für '.'lbwcbr., Boni Ho> und Gerichlsatvocaren Herrn Tr. vco l'>el l e r ^erbalieu wii 'rlgendei *il<“Vir. I!> zu 'rät eingelaiigles, Tchrclbenr Hodigeehrler .'gerr Redadieilr! Tie Ab'criigung. weldie dein „T eu>iche» Bollsblait" an' delsdll lllilNiaiisirlillire Anarlne gegen midi in Rr. 17 de? „sZ-reieri Blatte?" znlbell aenorten ist, Kat daesilbe ernenten Augrine» gegoli ineine Bir'on ilitt an'cheinend 'chüererein l'u-sichnne vercknlasit. Halle sich da? rdle - rgau '»> Ehrab'dniel'elei 'l nber mit der Erdichlnng und Eillsiellirng von Thanachen beguligr, welche, 2iibiuat eine? wider drille Ber/öiien idru'e benden Llrg'vrod-'>s>? blldcnd, vor der Enlidleidung des lebtxre» uidu znin »>,gen siante einer oneiltlicheu'Tisdnssioii gcmachl-werden löiinen, so 'chiillele e? jeljt »her mich riiien Zinbcl voll giftiger Beschnldigungeu aus, welche, anscheiiieiid geschöpft aus aiiitlichcu Quelle», danach angelhau sind und darauf abzielen, mein hinter das Fahr 1874 ziirückreichendeS Borlebcu als ein »ielsach bemakeltes erscheine» zu lassen. Für Abwehr dieser ebenso feige» als niederlrächlige» Angriffe sei zunächst nnr Folgendes bemerkt: Wie ich schon in incincr in Nr. 17 veröfseutlichlen Fusdirist angcdentet, ist mein Tebcuslauf ein ganz außergewöhnlicher. Fil Ariiiiilh geboren und ansgiivachsen, war ich der Wohllhat eines Schul iiiilerrichles nie theilhafiig; arichtsdesloweuiger >var ich in einem Lebensalter, wo man sonst noch ans der Schulbank zu sitzen pflegt, bereits Mi'.arbciter an angciehenc» jnrisli'chrii Zeitschriften und piclgcsnchtee Rcchtsconsulent. Durch ' schiveie Arbeit und nnerinndliche» Fleiß habe ich mir mcinc Bildung a». : gzreiguct n»d die Slrllung errungen, die ich heule einnehine. Leicht war mir ' das nicht gen,ad,I. «'lesiUen, wie die Schreiber des „Deutschen Bolksblatl", die jeden Tag al? verloren belrachte», a» dein sie nicht jenLaiiden perlenindet, verunglilnpsi, mit xutli beworfen haben, gibt es allenthalben nnd gab es seinerzeit auch in xalli?;. Während das GroS der Bevölkerung dieses Ortes mich mit allen Ehren belheille, ivcldie die t^eincinde zn vergebe» hat, mich wiederholt in di/ Genieilidevcrtretnilg ivähllc und zum Mitglicde des Gtinei'.idcvorstandcS inadue, schniiedcten int Berborgenei, böswillige Feinde gegen mich allerlei Räiite, verfolgten midi mit anonhincn Anzeigen und suchten ans jede »lögliche nnd nnnlögliche Weise mich ins Berderben zn stürze». Einen stallen Rückhalt sanden Bie>e Elenienle später an einein Bczirksrichler, mit dein ich in einen ieinerzeit seii'aiioilellei, Brooesi gcraihe» war. Fd, hatte dcinselben in einem dem Fnslizminister Dr. Glaser p>-r'önlich überrcichleu Brvincnioria eine ganze Reilie von Annsinisibrändien voigeworsen. wilrde aber beider hieraus eingel,irrten lliileeiudmiig von allen Zeugen und Gewährsmännern im Slich gc- 'lassen: i>1, lani deshalb nnicr Anklage ivegen Berleiimdung vor die Geschworenen, wiiide jetodi i.ad, ett'lägiger Berbandlung glänzend freigcsprochcn. Was aber vor, ivährend und midi diesem Brooesie Alles gegen mich ins Werl gesellt willde, lvelchcn »ncihörlen Berfolginigen id> ansgejevl ivar, nnd mit avclchen Biittel» man mich zn vcrdelben siichle - um dies nur annähernd ju schildern, müsile id, ein ganze? Buch schreiben. Fn anoniinien und pseudomnne,» A»- zeigeii wnrtc ich der verlchicdrnarligsien Berbrechen beschuldigt, eine llnlcrsiidnlng jagie die andere, fernen Augentzlicl war ich meiner Evislenz sicher. Und iva? ivar die Folge von all dem? Auch nid» der leiseste Malet blieb an mit hatten Fcde lliittniidmiuj wnede zinncist, ohne daß ich and, nnr vernominen worden lväve, wegen Mangel? irgend eines Thaibcstandes eingestelll: nur eine siilsche 'Anzeige, jene, welche mir Mitt'd,iild an einer angeblidi vzusuchlen schweren Xvi v.'rverlellung des Bezirksrid)lers zur Last legte, führte zur Anklage, aber and} z» cimi» Frei'prlldi voller Geniiglhunng für mich. Alles das verschweigt pcrfiderwciie da? „Tenl'che Bolksblatl" z es zählt nur die verschicdeiien Bcrl>rcd,en ani, avege-n welcher ich angeblich i» Unierindiling gezogen war,. erivähnt aber mit teineni Worte, daß alle diese Berbrechen sich al? völlig erdiäsiel erwiesen haben. Film Tdilnsss cilirl c? noch ein Lenlnii»k?;tngnisi, welches in mcinein er iväbnlcn Berlenlndungsproccsse vom dainaligeu Xalnszcr Bürgermeister über niich.ttttlsgeserligl ivorden war zu einer zjcil, da ich »idn mehr in Xalnsz, sondern in Li»; Id»?, verschweigt aber, dasi -jenes Zengnisi in der Bcrhandtung nid» mir durch ein Feugnisi de? Linzer Büegernieisters, sondern auch durch ei» erst kurze Feil zuvor vom,Xaln?;er Bürgermeister selbst an mich gerichleieS ain llidie? Ldneiben de?avouirl wurdf. worin dirielbc im Rainen der Geineindeveilretllng nicht nnr den, lebhaften Bedanern über mein Scheiden von XalnS; Ansdruct gibt, sondern mich and, der niivergüngliche» Stzinpalhien und der Tanlbarkeit der Gemeinde für meine in deren Dienst beivährle Selbstlosigfeit und Treue sowie der bleibenden Hochad>lu»g aller Bürger versichert. Zni» 2diiiifif will idi noch beifüge», dasi mein Borleben sowohl de» Gerichle» wie, meine» Benissgenosse» wohl bekannt ist, dasi darüber sowohl hei meinem Eintritt i» dje l'ierichlspraviS ivie bei der Znlassung zur Berlheidigerprapis pftidttg-'mäsi Erluildigung eingezoge» wurde, und dasi nid,ls darin enldcclt ivlirte, was dessen Uiibcschollenheil in Frage;» stellen geeignet wäre. Ge nelnnigen Sie, Herr Redacte,ir, die Bersid,eru»g ineiner vor;üglid,c» Hochachtung. Allisce, I'MAngilN >8l'2. Tr. Leo Geller. ' 3rioffaftcn. Bcrliiicr Fremid in Zailüuoork. Beste» Dank sür die Ralhsckläge. Rcgisier. ist in Angrin genvinnie» z sorttansende Paginirnng ist in diesem Fahrgang leider »idn mehr dnrchttihrbar. Hkrr» A. P. in Nizza r Ter an das „Freie Blatt"'gerichltle Brief Max ' Müller s Hai die von Flmen giwüiiichle große Berbreilling' gesunde» und ist von hervorragenden Fonrnalc» in Wien, Prag, Bndapest, Berlin, London, Bnlaresi :c. reprodncirl wordin Btilrikkscrkllinlilisru zum „herein;ur Vlüiucljr öc*5 A»listi»ili>7lii»>^ lucrbcn tiiklsrisrilistiloliillic» im «ccrctariatc des Pcrciucs: StMcii, I., ^arficrfliific 4._. _ . _' _ AbonneineiitsaitMeldungen auf düs „Frcic Blatt" mutiiif Sic 'Jlbmiiiiflrniioii, StMt«, l., Scilcrslälkc lh, jcdcrzcik cnlqcgc». (fbcnbofclbft wcrScu auch cinzcluc Nnmiiicrn abgegeben. 1-rodciiuiiimcrii zur wchrcrcn Bcrbrciluug dc? „Freien Blattes" werde» Gksiuiiuilgsgeiiossc» auf Bcrlaugeu bcreikwilligsl )»r Bcrfüguiig gestellt. Herausg-Ber iin? veranlioortlidier Redacieur: Ermst Billor^Zenker. — Druck von Eh. Reißer <fc M. Werthner, Wien. - i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.