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Freies Blatt · 1892-07-24 · 16 (24.7.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
16 (24.7.1892)
Date
1892-07-24
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite x Freies Blatt. Nr. 16. (irlrtntfii Leiern u'Ollfii nur i>to berühmt geivordeucn griechische» Worte etwas frei übersetzen mit: „lim Mrer von mfibici! (Sin Meer von Freibier!" Ein solches t'iufic mehl wirklich der Vofjn für die sauberen Wnn'chartikel der lrenen Vasallen >e,n, daß aller Voraussicht nach noch der Briefkasten der nächüe» ^Unverfälschten" davon lrie'en ivird, — Eine tiiv’iitfnimlidje Gratulation wird dem.Schloßherr» von Roienau iciiens seines Schuldners Bergani zntheil Tas „Deutsche VolkSbf.ilt" 'chreibl in fernem Brie'kasten: „Es lväre traurig mn das deutsche V^lk in Ceiierreiä, bestellt, wenn .es nur. in diesein eitlen «Geldprotzen, der ans cdgoismus leine denen Freunde znrückslößt. und keinen selbstständigen Charakter neben sich duldet, «eine» einzigen Vertreter, suchen würde, TaS nationale, christlich «oriale Brograini» muß volii Bolke selbst in erster Linie hochgehalleu und zur Geliung gebracht iverd-en, und eine große Anzahl Männer werden stets für das'eibe um Won .und Thal eiiilreien. Tie sich unfehlbar dünkeude» Slanker »ini'ien von jedem «^esuiiinngsgeiiossen, der es ehrlich mit feinem Volke und mif innerer Barlei meint, bekämt"! oder;um Mindesten unberücksichtigt geiaiie» werken," ' > Friickincirung Der (5bokcra. i Aiisaugs leugneten die aiuisemilischeu Fonrnale das Aunreten der'Cholera in dein gelobten Lande aller Raeeilhetzer, ' lin beiligen Ru-ßlkind, inid steUlen alle diesiäUigen Meldungen ein'ach als „Er;eugl»"'e juDi’eticv istebäistgleil" bin. „leut, nach der Publiealion officieQer vilioleia Bulletins und nach den Auslchreituiigen. welche der geistig und sittlich -.-erwabrloste ru>si',t>e Babel gegen- Aerzt? in Änrachan, Taraloiv re. verübt hat, laßt sich das Vorliantew'eiu der Evideuiie in Rußland nicht mehr in Abrede . sielleil, und to üicheu uu>e Raeeuhetzer ne im autiseinitischeu Sinne zu frncti neuen und die Nolbweiidigkeil eines Verbotes der Einwanderung «richtiger: des Turchzngesi ru'ü'cher Hilden zu' betonen. Für Veiite mit gefunden Tinnen ergibi nch aus der von Seiie Rußlands drohenden Choleragefahr die Nolhivendigke.it, - itl».-11 ii i’T Schutzvorkebru Ilgen gegen Alles, Ivas ans Rußland komiiir, z» t:Jen Anii'emilen zuliebe iverden nufe-ic Sanilätsbebörddu auch keine Aasiihliir.er-r'iigungeu gegen ru'ü'che „luden erlanen. sondern sie ebenso bc kungeln une ,>ia>alen und Tataren, welche aus verieuchten «segeuden Rußlands i>a,b -J e>:erreick> reist-ii, «Tic gefährliche Solidarirät der Jndcu > Aus Anlaß des Brocesses 'Bu^best machten aiiii'eiiiili'che Tchandblatter wieder auf die „gefährliche Soli dariläl" de-. Juden anünerk'am, Tie beste Antivort wird ilmen in einem eleritalen Biaile errh.-ilt. „ln einer von der „kölnischen Bolkszeirnng", die „och ver Xiiizein leibst in Aiiliremitisinns machte, oeröüenilichten Zuschrift bristi es: „Bu'chbo>- baue.jahrelang einen guten Ruf genossen, keine «Gewalt >!>alig!eil ecn ikin war bekannt: er balle in Friede» mit seine» Mitbürgern gelebt Ancki «etile «"laubeiiSgenoöen in .lauten hatten kenne Thal begangen, ivelehe ei» Verbrechen von, Teile,, Buichb.ois's konnte glaubhaft encheiiien lasse», « J eninoch ivurde er mit größter Bestiiniiilheil als Beörderche:eichnet, bei'chimpsl! ilile augegtiüen: 'eine Wolmiing wurde widerrechtliech zerstört, ieine Familie! ver'olgi. 'eine Glluü-ensgeno"en in die Acht erklärt, „lebe "seiner Bewegungen , innede b obachiei, „ußdentet. Und warui» das-? Weil er ein Jude war, ,Tie Meuiuna -'.'in,- erzeugt, als liege hier nur einer von vielen Fällen vor, wo ck brister tiuder von „luden ge-ä,lachtet feien Tamil wurde das bittere Unrecht, welches mau Bn'liknut anlbat, in einer allgemeinen, ungerechten Beschuldigung der Judeü .1 l u--st nicht, er lemais ein jitkenfreüukliches Blatt behauptet bat, eilt .lu>> lanii eine . erallige Tbac. nickil begangen baben, oder Aberglaube und j Fana'.lsutns "i i :t ibnei, unmöglich Aber ick, tarn, mich als .staiholik, der j lange unter .'Hier .uidersg.aubigen Mebrbeit gelebt bat, reck» ivobl in die vage! der Inden bineiu: enteil: ,i»e araßlrche MorKbat, die ne verab'chenlen, wurde ein i» de-, J,br:gen ebne genngeude Auballspuiikle zur vast gelegt: er ivurde g-straft, -bman ilni grrorl b-st:e, lind ihrer Religion legte inan dielt Thal! --'»es Einre:::.-» ,l„u:-, ,-iiers zur vast. Was denke» wir wohl, weui) u-> - i - ». . Eb in-ds.-» bt-'d|u'l: ite ii un>cre Mifiionirre, xinder zu - « : ' ", um ii v, Eingeweide;u„ religiclen Cv'ei» zu bran.i - ,1 . , :, -cken i-: nicht,' wenn die „Vustiz die Unschuld -ii', > » n e„o-«en - a i'--r teil» l>" ' ' ' «-Mubaninlkd - Ailliiemik, - Tie „Teuli'ch «oei-alen Blätter" unlelne: n:>,: ,s Ernstes, den -storaü aufiieiueu auliiemitiichen Gehalt zu piu'en ugd einige dir Fud-u gerichtete Turrn zu autiiemiliicheii Hcv - >n-ecki-:: zu b-.nutzen. T du -sind >Wirklich von einer unausstehlichen Ge 'chei:l --il, Feder in ' i i,1 ,,-t'kr nur Sziiigermaßen bewandehte'Meirich iveiff, easi d-.e?-->!'i: Mul- .!«'!>' ' -auch 'ein, Zert baue, wo er gar'eindringlich um die Gunst der Zudeu buhlte und ihnen beliächtliche Coneessioneu machte. Erst als er sah, daß eine vollständige Verschmelzung des FudenthumS mit seiner neue» vehre an dem Widerstande des erkiere» scheiterte, bekämpsle erdie Inden aus Leben und Tod, Ader haben denn Muhammed nud seine Rachsolger nicht auch die Christen in noch erbitterterer 'Weise bekämpft und ihnen alle nur er denklichen -Schlechtigkeiten nachgesagt'?--WaS sollen denn überhanpl — ei» sin allemal sei'S gesagt! — solch alberne Citate beweisen'? Offenbar nichts AndeieS, als daß der Glaubens-, Raeeu- und Nationalitätenhaß z» allen Zeile» nnd bi allen Völker» zu gegenseitige» Ungerechtigkeiten sührle. Hat nicht der große Voltaire von den Teulschen wie von wilden Ansträlnegern gesprochen'? Hat nicht Victor Hugo ihnen alle Laster aufgedichtet, nnd hat nicht Turgenjew, so oft er in einem seiner Romane eine» elenden Lchurken brauchte, ihn zu einem Deut scheu gemacht'? Zn Italien ist „porco tcdesco“ ein sehr mundgerechtes Sprichwort, und auch dort haben sich die bedeutendsten Männer von Petrarca bis gnf Alsieri und Goldom von den gehässigsten Beschimpfungen der Deutschen nicht reinhalten könne». Glaubt man aber wirklich, daß eine Sammlung derartiger Aussprüche die Tchlechkigleit des deutschen Slannnes beweisen würde'? Es ist zu läppiich! (Herrn Böckkl'S Logik.) Mau kann die Xatze werfen, wie man will, sie fallt immer auf — den Juden. Die Antiseiniie» sind in dieser Xnnst wahr hastig unüberlroft'ene Meister,, „Ist der Jude sparsam, >'o heißt es, er läßt lei» Geld unters Volk, lebt -er auf großem Fuße, so ist das die bekannte orie» j taliiche Ueppigkeit. Lst' der „lüde wohlthätig, so lhnl er eS auS Heuchelei und - Egoismus, im andere» Falle wird der hartherzige, g.sühllose „lüde <-<> ipso ver | dämmt. „In der Jude producliv lhätig, so drängt er sich überall ein unb nimmt den Christen die Arbeit weg, widmet er sich aber dem Handel, sp will er bloß j von der saure» Arbeit Anderer leben, Beschäsiigi der .reiche Jude in seinen l Bureanz- und Werkstätten nur Juden, nun, so iiift dies, natürlich die gerechle Enlrüstnng der Antisemiten hervor; aber diese Enkrüstung ist ebenso groß,- i wenn der Jude sich erfrecht, Christen aiizustelleii. So z. B. schreibt Herr Böckel , neulich, oder läßt -^sich au« Frankfurt a, M, schreiben: „Im Rothschildh'cheu - «beschält wirb kein einziger „InlTe beschäftigt, weil sich christliche Leute in Masse herzudrängen,nur um der .Ehre' theilhastig zu werde», bei Rothschild zu sei,, Taruiiler sind tüchtige und gutsituirte Leute, die, dann für ein Spollgeld arbeiten. Ei» Jude lhnl das freilich nicht, der hat viel zu viel Selbstbetvußl fein und dünkt sich nach ieiuer Art miudesieus selbst vier Fünftel Rothschild zu i sein. Deiu Juveu Rothschild kann aber das Herandräugeu christlicher ArbeitS krä'te nur lieb sei», eiueslheils weil dies billiger ist, anderulheil« iveil er kadurch Leute bekommt, die ihm SamSlags und Souulags arbeiten, was sich einem Juden nicht zumuthen läßt, AuKi-rkem ivird er seine Landsleute im -Jlimfte der Ehrlichkeit auch zu genau leime» und wird sich siigeu, dasi et hierin stiil Christen iminerhin »och bester daran ist." — Wie würde das Raisouiieiueut des Herr» Böckel ausfallen, wen» im Hanse Rothschild nur Jude» beschäftigt wären'? Natürlich wieder z» Ungniiften der Jude», die wie Miellen zusammen halten. Cb übrigens die Weltftrina wirklich so exclusiv bei der Besetzung ihrer Beamlenslelleii vorgeht, glauben ivir aus die einfache Autorität Böckel'S hi» »och nicht io iclieiifeft Jedenfallsaber hat es auch dieser aus rei» christlich arischec Grundlage aufgebame Beauiteiiapparal mcht verhindern löitueu, daß daS Haus durch bedeulende Beinigssälle geschädigl wurde, wie jüngst erst der Fall Jäger bewies. Tiefem Verbrecher wurde das Eiilkommen gerade dadurch wesentlich erleichtert, daß er zur Ftnchl eine Zeit wählte, tpr wegen der dicht hintereinander folgenden jüdi'chen und christlichen Feiertage das- Rolhfchild'iche Geschäft mehterr Tage lang geichlosten blieb. Es kann alio auch das nicht richtig sein, daß Rothschild deshalb Christen anstelle, weil er dadurch Leute bekommt, die ihm auch Samstags und Sonntags arbeiten. Nützt Alles nichts, der Jud' wird vetbrauut. iTcr „Jitdc" Richard Waglicr.> In dem »euesteu Hefte der autileuiiliicheu Zeil'chrift_„Tas - zwauzigsic Jahihunderl" mach^. Tr. Heinrich Budol aui den Gesichisschuilt Richard Waguer'S aufmerkiam -und sagt: „Mau tlage Virchow,. ob irgeud e^n Zug, ob irgend ei» Winkel im Waguer'schcu lilesichl, -im Wagiter'schell Xopl deutsch oder gerinauisch ist'?' Am Ende war auch io ein Xobil aus Bobrlitz der Ahnherr Wagners, und unser Bruckner ist dcr eiuzige große «Tomvonisl rein deulicher Abslainmung. ^ricfkast«.'n. Hcrru L. W.» Tirfcr Grabcu: Wir treibe» nach keiner Seile hi» Berioiieiicullus, l , '-ikitrinvcrUnruiiflcii zum „herein-yir Abwehr drs Aittisrmikismns" werden clilsttstcngtlioimlicil im LHicii, I., i'flri>crt]nnc 4. jccrctnrintc des Percines: .Xbonnrmentsanmekdunamn auf das „Freie Blatt" »immtldic VH&mintftratiou, Wir», Scilrrstätte 10, jrderzctt cittgcgcii. Gdrudasrlbst wrrdcil auch cliizklac-Rumiiieril abgegcbrii. ' Prodriluiiiuikr» zur wcttcrcii Vrrbrciluiig des „Frkiru Blaues" Jwerbcit Gcsi»uuilgsgrllostru auf Vkrlau.qcu bercilwilligst zur Bcrsiiguug gestrUt. Herauegsbei ::m verautworllicher Rel acte» r: Ernst Victor Zenker, — Truck von CH. Reißer sc M. Werthner, Wien.

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