Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 13 (3.7.1892)
- Date
- 1892-07-03
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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-eite H. Nr. 13. Freies des lifelä nicht erwehre» fa'mi, ift im Hinblicke auf Personen und Tinge, von denen eS abbangt, nur zu sehr begreiflich. Auch ist der Schmerzensschrei über die Kargheit der Nergler (Hört! Hört!) leicht verständlich. Die Juden, deren nur sthS wenige von der Existenz der „Ostdeutschen Rundschau* nähere .Reiiittiiiß baden biit'ittn, würde wohl das Hinscheiden diese« Crgan« kalt lauen: sicherlich wüide dagegen die Botschaft vom Lode eine«, wenn auch winzige» licuourrfmo» bei den feindlichen Brüdern im Antisemitismus, namentlich bei dein Eewerbeireibenden in der sinken Babngaffe, freudige. Erregung liervorrust». i Zn NI Hallt Ahlwardt.) lieber die in jüngster Zeit erfolgte Giederverhßftung Ahlwardl's berichten wir an anderer stelle. Interessant ist es, wie seine ontistinitiichc'n Freunde sich in der Zwischenzeit geberdeten und den seither ivicder sanierten Beichlnsi einer Behörde in einer anhängigen Lache zu einer ivüsten Paneibetze anSzubeuten suchten. linier'frommer Bolkssreund", der .in Beiiilheilniig ineiistblicher Fehler unter Umstände» ein ftreuger Kapuziner sein' kann, 'chricb: „Es ist ja möglich, daß Ahlwardt wiederum verurtheilt - wird, weil er vielleicht die und da, forlgerinen von seinem glühende» Eifer snr Recht und Wahrkett. in der Form;u wen gegangen ist: eS mag auch >'ei», daß es ibi» nicht gelingen wird, für alle Behauptungen den, gerichtlichen - Beweis der Wahrheit zu erbringen, denn inan wild schon dafür sorgen, so inanche Beweisstücke vrr'chwinde» zu mache»; haben doch die in den Broschüren .Fudeiifliiiieii' Be'chnldigkcn >o lange Zeit gebab.1, die Liiiiaiioii;n ihre» Gniine» auSiliiiüven. Gehe - nun der Proeeß auS wie immer, eines ist sicher: Abiivaidt ckviid nicht der Gerichtete sein AKlwardt hat für die Aufrültluiig des deni'che» Bolles ans 'einer z'clbargie in drr Judenfrage mehr geleistet als >'o ' niaitche Redner niil ihren noch >o 'ehr die Parrcivnnze an sich tragende» Bor tragen. Wir tonnen uns da!'er mit io manchem Führer der Antisemiten in Dent'chlaud und auch anderiväriS, welche Äklwartr doneoiten zu sollen glauben, ett er i!.»>» zn^vcvulär geworden ist und sie n:r chie eigene Stellung fürchten, inch: eiiiverstandeii e:l!ären. >cndeiii.schätzen den Äaiin hoch, der es ivagt, mit t:ästiger stand iniulug und Nn j„ das Bae'penuest jüdischer Eoirnplion hinein zngrti'en." Len AchiiingSge'üblen des ..Bolls'renndes" eine tüaüe! vielleicht l aue er sich — um: der Beiebruiigswurduzile »:chl bereits, wieder „iäße" — der Sammlung an'chl'tsicn lönncii. die Frit'ch i'iie Ähiwartt eililciieu wollte, und »ür . übe er brreiis einen Beitrag von hundert Mark in' der letzten Niiiiliner der „Leul'ch 'eeialeii Blänei" /iiiitkine. Tex Deutsch iociale R.-'orinverlin in '. vug,' denen Gebieter bekanntlich derselbe Herr Frzisch ist, baue übrigens lr-chwücn, den Er Reeior zu e:nem öüeiillicheu Borliage ei» zri.7-.de:: D r d:e er c-'-uvar zur Belehrung des Bolke« bcstiiiimie'Bortrag ol-ne >^er nur gegen Eiitrrchir.iig eines Elnrrinsgeldes zngäugig geive'en ivare, ist iureundelaun: , ' i „Gin jüdischer Naderer. > In Galizien erregt der Fall Hen dngor n großes .'l-len Brr 'erniorr Zen erwlgte die Berha'lnlig. eines rnisistlre» UnrerrbanS »anicns Fost-- st rrdrige::> in .stralan. Derselbe leistete iiämljch. nie sli'e:,zai:«ll: wurde, der rii'si'chen Regierung Lviouendienne und bezog -Iiie'ur trrra.hiü.hr Lunnnen. von denen er -ehr gut leine Er lrachtcie mit Journalinrii nnd!anvkst: 1 lich »nl 2tud.rrren rn'si'cher Llaaisangelröiigkei^, die iw xeinbcrg >ud .Nlalari studierten, B.kanni'chast zu machen, und es ist erwie'eli, daß er ei' e Wette auch in Wien als .urteu: ['rovo -uu-ur ihang mar und hier sowie ,n 'c. .it.ru L'kbagenteil zur Spionage warb. Da er nichts wirklich Berdächliges zu entdech.-n vermochte. vr er sich an> ra'nnirls Deiinnoiaiionen, und v e.sta::s:e er 'austriigs Zun: dev ru'st'chevi Regierung die Bkeldnng, daß eine . Bet'cka: rrung gegen das v'-ren. des Ez,rrs von in Bester re nck, Instndliche» ruststschen '.stn-r'.rstei! geplant ckverde Ein i.inger Beaiin in Bieliv wurde. III Folge dieser An;,"ge verl aster, aber Errgr'ehre Elhe'o.ingeii ergaben, daß Hendngeudie Be. ich n.. rnuzsge r rrlge nxir er'nuden aar. irin die «tisi/che Regierung zu iveireren «".-.da:l-en zn vrrar.laü'n Es stellie »ich we::e>s heraus, daß Hendliger« ar.- ' .n Bleuven -chcn .'ntter gen'is'en'os die Berbastungvieler Ltvdrv: u h.-.:. — 2a-' ,.D e>:r' ch ' Bc lisblan", - welches über den .lall H.ick: re;-., he'-ichtet, ibnr dies, olme auch .nur. den schatten eines > Grundes!".e-'.:v rn ' '.oc::. r:Itter der Ukl-erichri'!: „Ein südlicher 'Naderer.* Bist l d in ecko i! Rechte!;•:> n.l auch das Ehepaar s chneider als südliche Dienst! bctetsn'ovdev l> ng-'stell: :vck.'.r rennen. Bielleichi wird auch das „Bolksblail"' , zast.b eines Dago: die B .rlereiung Z.o s bestätigt» und es l.ans der Viutfii j B * noack- »nvi '.'rli i r '. >d st»-.!-.-, stuck-'::" sollte, - von „iüdi'chen Zeitung-: I 8 latt. (Um Cansequeaz wird gebeten.) Ein in Prag vegetirendes Blättchen, welches den Schönerer-Cullu» betreibt, schreibt: „ES ist unS nicht entgavge», daß bei der letzten!?urnlehrerversammlung der einzige jüdische Turnlehrer Böhmens, David Nagel in Prag, in den Ausschuß des TurnlehrervereineS für Böhmen gewählt wurde. Deutsch-Nationale haben daher i» diesem Vereine nicht« zu suchen." Es wäre »ns mir willkommeir, wenn diese Sorte „Teutsch- Nationaler" consequent wäre und auch, jeder Gemeinde, in deren Bertrelnng ein jüdischer Lteuerzahler gewählt würde, den Rücken kehren wollte. (Recidiv.) Die „Streuzzeituiig" hat wieder Anfälle von wnlhendkü, Antisemitismus. ES verdrießt sic sehr, daß sich Nöldeke's Aussatz: „Zur Charakteristik der Semiten", - der in den kürzlich erschieneiien „Orientalischen Skizzen" des rühmlich bekannten Verfassers emhallen ist, nicht zu Hetzzniccken verwerlhen läßt. Drumont's Perlcumdnngen gegen die „semitische Hochfinanz" gefallen dem Junkerblatte, nur bedauert eS, daß Freund Drumont, wenn er gegen de» aus Frankfurt stammende» Rothschild loszieht, sich auch durch aiitidsittschc Rücksichten beeinflussen laste. Am meisten aber ärgert sich die „Sireuzzeiiiing" darüber, daß die „jiölnische Volkszeilung", Organ dcS preußischen Centrnins, dieser Tage schrieb: „An jüdischen Richtern und RegierungSrätKc» nehmen wir keinen Anstand". Tie Versorgung unbeinittelter Iunkersöhiichen liegt ihr sehr am Herzen, mid sie will sic von lästigen jüdische» Milbemerbern befreien. «Wik man Antlskinit wird.) Ein noch vor kurzer Zeit der weitesten und größten -Bedeulmigslosigkeil sich erfreuen der Pariser Scribent namens T r u in o », hat sich durch eine antisemilische Sndelschrift, durch die Herausgabe eines aniisemitischen Dägblalles „I/iKre l'arolo" und durch eine große Reihe der schmutzigsten Lcandalgeschichien ra'ch zu ciiicr,europäischen Berühmtheit — allerdings trauriger Fae-pn — emporgei'chwlnigeii. Nach einem allen Wahrwort eikennl man da« Wesen eines Meiiichen leicht »ach den Personen, mit denen er Umgang pflegt. Nach den Verbiiikuiigen des Herrn Drumont zu schließen, miiffe» mm 'eine llkber.zeugi,„gen nicht allznlies in den ^rund gebaut sein. In Paris werden i'ämlich gegeiiwärlig Schriilstücke publicilk, W« denen hervorgehi, daß Gvri», eine der Hauviperionen des Drnmont'ichgn Blattes, niimittelbar vor Gründung dieses Zoiirirnls stine Zeitung „National", deren Tirccior er gewest» war, zur Bekämpiniig des A iitiieinilismns gegen eine angeineiieiie Liib' vention ' dem iiraelitiiche» Eonii'storinin' antrug und erst, als der Großrabbiner Zadok Eah» diestn Antrag resilsine, sich mit Djiliiuoitt zur tt'rülidniig der „I.jlwo?nrn!«" vercinigke. Das iiilcriiaiionale Aiiiistmitenlhni» be'olgt in Lachen und Pericneii ans dem ganzen Elkeiirund kiestlben Gesetze; mir 'chede, daß es nicht die <<>eievc' von Anstand niik :'Noral sind. Blicfkcisteii. ■i'trni U. in Badcn: Bo» der im Berlage des Bcrejiirs-^nr Abwehr des AnlistmilismuS erschienenen Broschüre: „Bericht der zckveilecne, alv er kam in lung d es Be reines zu r A bw ehr des Antikem ikism.ns, 1>!'2" ist der gi östte 2heil bereits vergristen Gesiiinuligsgeiiosteii erhallen diese Druckschrift, insoweit sie »ock vorrälhig in, durch das Bureau des Bereines (Wien, I.. Parisergan'e 1) iowic durch die Akininistralion unseres BlaiteS >Wieii, I, Leilernätle 10) graiis und frauco zugestiidek. Aii uitfcre geehrten Herren Ationnenten nnd Leser. Unsere?. I. Herren Nbonnciltcii, welche ihren Anseiithnll für die Lomliicrinonatt veräuder», werde» höslichst und drin gendst ersucht, fall* sic fiir Die Diachseiiduiist nnscrci? BlntkeS nicht anderwcitist Vorsorge ßctroffc» haben, ihre veränderte Adresse rechtzeitig bekannt zn geben, da die Administration im andereu Faile keine Acrantwortlichkcit für die richtige Zustellung dee „freien Blattes" nbcrnchmtn kann. Zcnc Herren Abonnciltcn, deren Abonncincnt mit Icljtciit Znni endete, welche dasselbe aber zn erneuern wünschen, ersilchc» wir »ns hievon reililreitig in fteimnufi zu sehen, da wir grnudsävlich ohne Bestellung feine weiteren CreniPlarc licsrrn. Pie Administration. Ecilritlserklärnngen znm „Verein zur Abwehr des Anllicinltismus" werden ciitgegeilgeiiommtil im 2ccrttnrintc des Pereincs: '-IiMcii, 1., ^ariicrgaiic 4. V ■ .. 1 1 -- ■ 1 —- ™ ---' " 1!!-- Abonnriurnteanmrl&unaicii cuf das „Frcic Blau" nimmt dir Administration, Wien, l.,^skllcrstnttc 10, jcdcrzcil kiUgrgcn. lsihendasklbst wcrdcn auch cinzclnc Nnmmern adgcgcbcn. 1-robritiiinntrrii znr wcilcrcn Bcrllrcitnng des „Frcicn Blaucs" werdc» Gcsiiinnngsgenosten ans Bcrlangt» bcrcilwilligst zur Bcrsiignng gestellt. t Hckäiisqc'brr uni veraulworllickier AVactour: Ern>'i Bikror Zenker. -- Druck von Eh. Reißer & M. Werihner, Wien.