Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 12 (26.6.1892)
- Date
- 1892-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seit* 8. I Freies eine Leibgarde blicken, die vermöge ihrer Mittel und hervorragenden Intelligenz, bald das Augenmerk der ganzen Welt auf sich ziehen würde, ohne im Kriegsfälle einer Ge'abr preiZgegeben, sondern;u Ehren. Israel« unter der Fürsorge ibrer Rabbiner weit vom Schune zu kein!" Bor Allem stabilisirt man Reservebakailleue nichl iu ihre Ergänzungsbezirke, sondern in ihren Ergänzungsdezirkett Tann brauche die Handvoll Juden in 'Reu Oesterreich keine Leibgarde, zumal es dort keine antisemitischen Mistetbäier gibt. Wie Kosten durch „eventuelle Rachkheile" ausgewogen werden, ist schwer verständlich, und höchst albern exi'dvm: die Annabme, daß die Besatzung von 'Reu Oesterreich im Kriegsfall „ „wen ro>n Schüsse" wäre. Tas Teutkch, in welchem diese Annahme auS- ' -'gesprochen werden soll; die Wendung: „ohne einer Gefahr preisgegeben, sonder» weil vom Echi^ie zu fein" — lönnte in Boiks'chulen als abichzeckendes Bkiwiel zu Olntz ch,d frommen deutscher Kinder verwendet werden. Dieses -schlechte Tent'ch ist sicherlich ein trauriges Zeichen, aber die ganze Zache scheint noch eine viel ernstere Zeit* zu haben. Wer den Jargon der Antisemiten kennt, weiß wobt, daß das „Bolksblatt", indem e« für Bosnien und die Herzegowina ,-ine ausschließlich lüdi'che Besatzung vorschlägt, damit einfach da« Aufgeben der . . . avirren Länder be'iinwrtet. Warum,- wozu : In iüngüer Zeit machen iin e-. ' Herren Antisemiten devote Kratzsüße vor dem heiligen Rußland: per muiblich wollen sie üch auch durch den Vorschlag, haß Cenereeich-Ungarn aus :ie Früchte langiäbriger Lulr'urarbeik verzichte, in Petersburg einkchmeickeln. Taß aber ein in Wien erscheinendes Blatt sich durch eine derartige Siebe« Vene,';: ilir eine ftemfe Mach: eine arge Blöße gibt, liegt aus der Hand, und ' fe ist'nicht 'iniitäl ein mildernder Uinstaud. wenn dies >'o nnver'roren bloß in de: Äl sicht aeschiebt, um' zu' demoustriren, daß die Abwesenheit des Ebe's au» c :' i d in :’üv das Blakt und eine Gönner schädlichen Weile küblba mache., Tic Henk gegen Ltejnwcilücr., Ter P>'enner'i.he ..Bolks'rennd" siitii si ' aeaeu den ..ältesten Iudenbetämvser" immer starker zu beizen. Er ne,in' .'k'.'ei:-? -Herrn Zreinwender „-,»on-Iau> Ministerstnrzer", „Ta»senk- :a sigar „Jineie" i einen;o nationalen Mann: „'Diujje"! > und wirst " ibiii naer ''-'i eui ..Macker unk Eommis" der letzigeu Regierung, wolle durch Zchattipastturen uiid Feckierkunstsiückcken" täuschen u. w Und das Alles, weil Zreinirender iu. der Wzrbrungs'rage »ick! den P'ak des. „christlich >'c>.mlen" L.wände.' 'sscbt käs >': weiter, daun werden wir nächstens Sieinwender iu'.''r 'ie Juden eimvreibr sehen. >nun> oul>,ue!> Ter Brie-'kasteu der „Unverfälschten Teutschen W ' r: t" serau: in sin Boeder- und ein Hiiilerballs. Iu ersterem macht sich ':r E'-aentbümer. der Er Ritter silbst breit: in letzterem lommi der „Echri'r-" lttter" zu Wune Bau beiden aber erbält Bergani halbmonattich das „seine", d-orde: .au-e werden nun ilir die zweite Iuni-Hälste 'olgende An' l'auckeiten erwie'en: l. Herrn H. Es wäre uns allerdings 'ehr erwünscht, 'Rarer-'S über die neueste „Wurzen" Bergan*'» zu er'ahren. u. k. G ~r -■ B: Cb die er ..Ehrenmann" wirklich van L. H. einen >'o bedeutenden Geldbetrag heraus 1 „•••.;:x:re:i" hat, ist uns nicht bekannt. Umeres Wi'üenS wurden die Ehren schuld'!' in H. -nicht beglichen. U. S. G. — Und nachher läßt sich der Ruser im ' -H':zre.d.z.:''.' aü'a vernehmen: H. K: Das „Tenisitie Bolksblatt" muß verdammt wenig Acktiiiig vor seinen Lesern und keine gar hohe Meinung von deren selbststand'- am T-mken bähen. Im. Boriahre wurde der Grazer „Teutschc BolkS re .'u'." a.S das Um und Aus der nationalen Bewegung m Cesterreich binz-'si.'ü:: raaelang ."."'ckienen Leitartikel, Berichte u w. aus Graz, welche mit e.u . Wickeigkelt und Ueher-chivenglickkeit sondergleichen die hohe Bedeutung di,--' n-:ua.'»r::nd(ten BereineS binstellien und die Funct^onäre de» Bereinig -. a 's.- "l:-zs--e-.t ro!::i'chen Genies rer Cstinark aussihrieen. Tie Gründung reS'' .T-u'-ck".: Ba.ksvereineS" in 'Eva; wurde von dem Blatte EhrenBergani's zum Ar.a.ss' aeii.'N'Nicu, Eckcuerer und 'eine Anhänger zu be'chimv'en. Und ' U! ..;.'nie.v.ieu;e“ Boikshl-ttk heute V— Henke zieht es gegen dkl! G „Teu''t>e:r Bc'.kSr-eretn" zu Felde!! Und die Abnehmer des Blaues l-"si':'. 'uralt d"s Blattes mit der «-'-ddaitkenlcsigkeit eines leiernde» Werkeimaitt' ' - ‘ -i. * . ' Gnic rcizenüc Scctiirc. > .in Oie. S> der von einem ehemaligen Mit a:tz.Bdroan! e 'eioieken „C stkent'chen Rundschau" le>en wir: „Ter B-wickt des .. Teu'scheu Bclksblattes" über den Sv Polmer Seandalvroeeß -aa H.cksie an Eckamlosigkeii- und stemvelk tie-'es Blatt geradezu zum B dlati. Euu reizende Lektüre nir die christliche Familie, diese'uaillrälistiiche c :a;.' inet Oiotbzuckr'eelte! Buii Teu'el! — Ebren-Bergani erprobt dir t -'einer Erscheinung gegenwärtig in Bosnien: es ist ergötzlich, keine j .st'. ""':-'ch-:u tz:a.:^ere:en übe: -Land und Leute z:l lesen! Ter grabtlotzige > Blatt. Nr. 12. Slql de« edlen Polonski und der plumptäppische Humor, ' mit ivelchem der große HerauSnehmer de« VolkSblatteS von feinem vegetabilischen (sie!) Zimmergenosien und mit Borliebe von feiner eigenen Hauptthätigkeit, vom Essen, erzählt, werden gewiß Schule machen und vielleicht manchen Hausknecht veranlassen, auch unter die Schriftsteller zu gehen, roftm er sieht, wie wenig dazu! gehört, Feuilleton« zu schreiben." sTer „Jude" Oiigra.) Tie „Reue Deutsche Zeitung" macht a»S dem italienischen Botschafter in Wien, Gn»'eu Oiigra, eine» Juden und verübelt! es der Wiener- Akademie der Wiffenschaften, daß sie ihn zum Ehrenmitglied er-! nannk hak. Tie Wiener Akademie, meint sie, hätte mit dieser Auszeichnung | Oiigra'S dem „Judenkönig" Rothschild eine Freude bereiten wollen. ES ist! dies dasselbe Anrisemitenblatt, welches zu melde» wußte, die Kieler Entr evu . hätte ein delitsch-ruisischeS Einvernehmen zur Bekämpfung der Juden angebahnt, i (Tas „koscher^ Colleg von Melnn.) TaS „Deutsche Volksblatt" j nimmt in einer Pariser Corresponde»; vom 12. Juni an einer Interpellation : Tr. Teprsis', des bekannten BertheidigerS der Krankenschwestern, Anlaß, über! die Bevorzugung der Juden in Frankreich zu klagen, indem eS schreibt: „Während der christliche Geist auS Ztaats- und Gemeindeschulen in Frankreich ausgerottet wird, besteht in Melun bei Paris ei» staatliches UniversttätScolleg, in welcher jüdischer elassischec Unterricht, jüdische Erziehckng, jüdischer Religionsunterricht ertheilt und den Zöglingen koschere Speisen verabreicht 'werdepz die Anstalt steht unter dem Schutze der Cberrabbiner und Frank- .reichS. Mir Recht fragt man, wa» unter wichen Umstände» a»S der sogenannten gesetzlichen Oieutralilät wird?" Wir erhalten hiezu von Paris folgende Information : „ES besteht in Melun allerdings eine aus dem Elsaß übertragene, ausschließlich jüdische Privatanstalt für Unterricht und Erziehung. Weil sie gewisiermaßen auch ein jüti'ches Priesierseminar ist und deshalb unter dem Patronate des israelitischen Oiationaleonsistoriums steht und als solche bereit« im El'aß rom Staate subventionirt wurde, bewilligt ihr auch das heutige Eullusniinisterium eilte bescheidene Subvention." Der vorliegende Fall ist wieder einmal nwi'ch 'nr die anmeniiiUche Wahrheitsliebe. Oiicht immer erfinde» sie ganz. Zumeist isi es blaß eine Kleinigkeit, um die sie sich absichtlich irren, aber diese Kleinigkeit ist unglücklicherweise immer da» Wesentliche, dar, worauf e-s ankommt.^a. 'Briefkasten. Fräulcin M. Z. in Wicn. Taß e» keine „Anomalie" ist, wenn ei» hervorragender 'Mann der Wisienscha't einer Einladung von hochachtbarer Seite Folge leinet, wineii selbst die-'e lernet sie glauben aber nichts zu riskiren, wenn sie ihzem Publicum einen solchen Unsinn bieken. Bielleichk trägt ihnen da« sogar bei denen, die an der Berdnmmiing de» BvlkeS ein Inreresie habeil, wieder ■J-> fl. ein. Herr» L. G. in Krems: Unter den hnnderlen von Bergarbeiter», die der Karastrovbe von Przibram zum Cpfer gekallen sind, befand sich kein einziger Zeckknmvan des gewesenen Ritters; die Himerbliebenen dieser Cpfer werden bungern miine», während die Kämpen des Radau-AliiisemiiisinuS nach wie vor bei „ungezählten Konstanzen bayrischen 0!eines" pranen werden. — Wer unter der Ebinre L. Sj>. schreibt, ist in 'Wiener' literarischen Kreisen wohlbekannt; daß es ein gelernter Zuckerbäcker nicht weiß, ist verzeihlich. Oliikijcinit in Trcbitsch. Selbstverständlich wU es in der Oioliz „Ter verjndele Bisinarck" in 0>r.,ll ulisereS Blattes nicht Cliomar Bala, sondern „Beta" beißen. unsere geehrten Herren Abonnenten und Leser. Unsere?. T. Herren Abonnenten, welche ihren Aufenthalt für die Lonlniermonatc verändern, werden höflichst und dringendst ersucht, falls ne für die Aachscndiing unseres Blattes nicht ander- « weilig Borsorgc getroffen haben, ihre veränderte Adresse rechtzeitig bekannt zu geben, da die Administration im anderen Falle keine Berantwortlichkeit siir die richtige-Zustellung des „Freien Blattes" übernehmen kann. Wir ersuchen, sowohl bei Abonnements-Anmeldungen als Reclamationcn Namen und Adresse leserlich zu schreiben, da wir sonst bei bestem 'Willen den Wünschen unserer?. T. Herren Abonnenten nicht gerecht werden können. Die Administration. Bcilrinscpklärungcn zum „Bcrcin zur Abwehr des Antisemitismus" werden entgcgcngcnomme» im Tccrctariatc des BereineS:. Wien, l., Bariscrgane 4. Fbonnementsanmeldungrn auf das „Frcic Blatt" nimmr dic Otdminislralion, Wicn, 1., «cilcrstälte 1<>, jederzeit eine,egen. (Ebendaselbst werden auch einzelne Oinmniern abgegeben. Probcnummern zur weircreu Bcrbrciluilg des „Frcicn'Blattcs" werden GcsinnungSgcnossra auf Bcrlangcn bereitwilligst zur Bcrsiiguug gestellt. H-:-.a..-g--•verantlroniicher Redacreur: Ernst Viktor Zenker. — Trust von Eh. Reißer <fc M. Werthner, Wien. '■