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Freies Blatt · 1892-06-12 · 10 (12.6.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
10 (12.6.1892)
Date
1892-06-12
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10. .freies N l e> t t. Seite 7. derselbe besucht, und versuchen der Entwicklung des gesunden Menschen Verstandes Fesseln anzulegcn. AlS Tr. 'Waltemath kürzlich in Tiidclshcim sprach, trat ein aus Marburg Herbeitelegraphirter Tienstinann Böckels, ein Schriftsetzer Werner, gegen den Redner ans und brachte tut» eine erstaunliche Saininlnng thörichter Ansichten gegen den Allgemeine» deutschen Bauernverein znm Borscktz-in; die antiseiniiische Trlsgruppe stand ans seiner Peile, aber die Mehrzahl der sehr gut besuchten Ber sainnilung zeigte sich der Sache des Allgenieinen Teutsche» Banernvereines entschieden günstig. In einer nninittelbar darauf stattgehabten Ber sannnlung zu Bleichenbach wagte schon kein Antisemit mehr gegen den tchneralsecrctär dieses Vereines aufzutrete», und die dortige Bersammlnng war ein großer Erfolg der guten Sache des Allgemeinen Tentsche» Banernvereines. Run jammert die antisemitische Presse gleich einem anfgeschvtckten Hnhnervolke in schnatternder und lärmender Weise über diese Vorgänge. Augenscheinlich ist die antisemitische Gesellschaft, welche im Interesse einer gesunde» Fortentwicklung der bäuerlichen Verhältnisse in den Staub getreten werde» muß, fürchterlich erschreckt über das Vorgehen deö Allgemein Tenischc» Banernvereines und lügt und krakehlt iinii in der bekanmeii verlogenen Weise ihrer Heerde allerlei Räuber aeschichten vor, die mit der Wirtlichkeit, nichts gemein haben Gewiß war der Allgemeine Teutsche Bauernverein verpflichtet, ans den Rni 'einer in, unseren Bezirken ansäjsige» Mitglieder, die seit Fahren einen, Vorstoß'zur Sammlung und >irästignng der (''eiioneii sehnlich erwarteten,, liier endlich vorzugehen Tieser Verein mußte vorgehen, um seine Pflicht zu.erfüllen, und die Thätigkeik des Tr. Wallcüia'th wird hier, von alten denkenden nndt besonnenen Mitgliedern der Banerntchast inil Freude» begrüßt. Wie wir hören, »etzt Tr. Waltemath seine Thäligkru 'ori, und wir prophezeien demselben sicheren Erfolg, wenn der Verein eie begonnene Agitation in geeigneter Weise fort seiet. .Tr." Waltemath; unbedingt eine Xrast, welcher der Böckel'sche Anhang nicht gewachsen iit, und welche, gestützt ans die klaren '-fiele des Allgemeinen Teutsche» Vaueruvereines, bald dem Treiben.der verlogenen und heizenden A»ii 'eniiien hoisentlich ein Ende bereiten wird." ,Arnold Wlmc iiücr dir ruffifdicu ^uDcu.) F» der „E o» i e m vo r a,r» R ev i e w ' v.erössentlicht Herr A r »old W h i t c eine» Aitilel über die russischen »Vnden, der werthvolles praktisches Material enibalt. Rach amtliche» Angaben/die theils bis cheils bis ls*S „ck> ein recken, war im jüdischen Riederlaisiing/gebiet die Slerbtichteil geringer als im übrige» Rußland, die l^ebnrtenzabt größer.- Tie Ruck staube an t^rundstenerg betrugen l I Percent gegen -7 Percenk im übrige» Rußland, der Viehbestand sowie seine'Vermehrung war größer als im übrigen Rußland, besonders bei Pferden, deren 'Vermehrung 11*» Perceni betrug, gegen -~i Percent für ganz' strnßla» >. Tas Vcr mögen der Torfgemeinde» ist im.'.>c ederlassnngsgöbiet größer, Todes iille ain Sänserdelirium sind seltener. Es sind ans 100.000 siovie siadiisclier Bevölkerung .'>7 Bordelle vorhanden gegen 1O0 in de» an grenzenden l- Provinzen und 77 in ganz Rußland.-Ans 1000 Brande >a»den 7 ^Brandstiftungen stau, gegen II in ganz Rußland. Es sind st» >oc>'jüdische Bauern vorhanden, von denen Mr WInie eine hohe Msinnng hat: etwa Millionen Teßjatinen oder l 14 Perceni des '.'andes lifid in jüdischen Händen. Es gibt 20."> 0»>o Handwerker. Tie .laden machen 4f> Perceni der Handeltreibende» ans, haben aber im 7 »rchichnitt nur einen llniia» von OOO Rubel», wahrend der ariechiich orthodore äkausinan» durchschnittlich einen solche» von-FF.' »> > Rubeln erzielt. Fn ganz Rußland waren ans 100.UW Faden wegen Verbrechen bestraft 2.V.I, an* looinio Richlinden!-»> Tagegen 'allen i:> Percent der politische» Vergehen ans die Fnden, die nur."> Percent der Veve'llernng ausmachen, onenbar eine Folge ihrer llnterdrücknng. Alle diese Angaben sind amtlichen T-nelte» entnommen und Mr. White meint: „Es rvird ivohl mit streck» vermnthet, daß die weitere Per onenUichnng dieser statistischen Taten nuterblieben ist, weil ne so deutlich zu i''rinnen der Fnden sprechen." Rniiiiiiiic» lind vcr Bcrlititr Brrirüg.» Ter Rumänische "lond coiislakirt, daß das Bnkarener Parlameiil, entgegen dem im Finne religiöser Freiheit modisicirten Aitilcl 7 der Slaalsversassnng auch entgegen dem Artikel 44 des Berliner Vertrages,'den Fsrae. a n überhaupt, auch den in Rumänien geborenen und dauernd an "igen, die nachgesnchte formelle Aufnahme^ in den rnmä.nische» Unter lvrnkiiverband grnndsützlich. verweigere. Tieie in den letzten Fahren ' zu Täge getretenen Erscheinnng sei schon von ersahrenön Politiker» ■>!) nach dem Fnslebentreten der Bestiinuinng betreiis der individuellen Aainraliiaiio» vorausgesehen worden. Ter Rechtsgelehrtej <'h-orge ök -l a : d a n habe 1870 wörtlich Folgendes geschrieben: „Es wirst uch ■>' Frage auf, ob das dem Parlamente anheimgesleUte strccht, die >'»dcü. ebenso wie die Ehristeii, einzeln zu natnralisiren, hinreichend nm den Wünschen des- Berliner Eongrenes und den Forderungen deS Artikels 4 t des Vertrages vrzm I."> Fnli 1-S78. j» entj rrechsn vw « * i 11 u * v t x v» v x > t v v«^m » ' » . \ > n n int äiann es denn etwa nicht vorkomineu, daß das Parlament sich die darum nachsnchenden Fnden zu natnralisiren, nnd so i rechtswegen verpönte Ansschließung thatsächtich ausrecht erhält'? sollte zum mindesten festsetzen,, daß die rumänische Staatsange den i» Rumänien geborenen und wohnhaften Fsraelite», di sremden Ratioüalität angehören, voll znertqnnt werde. str'ur o Weise würde sich Rumänien dem »leiste der Berliner Verein!» ci, anpanen veigert, >re von. Man >örigkeit keiner c ns diese Vereinbarungen 2lus antisc'mitischcn Vereinen und Uov , fammlungcn. 1 - iEhrisillchsacialc Waiidkrvcriaiiliiiliingc».) Tie wiener Ehristiich Sociale» gehen in die Provinz, um doet Anhänger zn gewinne». Am 2 Fun fand in B rü n n nach der Generalveifaininlnng des dortigen „polirksche» Pec eines der .'tatholiken deutscher Zunge' in Mähren" eine össemliche Periamuitnng st>M, '.zu welcher Prinz Alois piechleustein und Prösenor c^ratl ans Wien cinlrafen. - Ter tSeiteralversaininlung. des Vereines wohnte» eirea > '>»», zuineis 'deutsche. Bauern unter der'-Führung von etwa :«'> der Mebrzabl nach czechücten che ist - tichen, etwa 8i> Frauen und mehrere coniervalive Adelige bei. T res Iben verblieben auch bei der sich anichließelide» ö'jentliäg'n Versamulknug i n Saale. Zur levleren sauten, nch noch etwa hundert Personen, darunter ei >e Anzahl E;echeu. tau» einige gewerbetreibende.nnd. neugierige, noloriich liberal, Vrnnner Brunner Bürger ein: teil Vorsitz sührle-cscas Spiegel. P,i»z Li> chleusleiii, . dessen lärmtude Begrüßung die Panern unter der Peilung ihrer geistlichen. Einen zn besorgen Hallen, eul>vickel,e dann in der bekannten Weise das christlich-' 'oeial'e Piogrannn. stsach -ihm hielt Professor i'nail eine sehr uuklari Red«, in ivelcher er u. A verlündete, daß die Musik und Thealerausslelluuc in Wien lein Gegengewicht gegen di.e Predigte» des Pater Abel bilden tonne. — Am 1^’., I:!. Hilf 11. Fnni hliden ivieder <u Seetir,chrn bei Salzburg daun in Salzburg.selbst und in FnnS.br»,t Versammlungen statt, in dcneu Prinz '.'iechienstein, pneger und P>enuer auslrelen. Ter „Vollsjreunl ", welcher diese Agitalionsreisen ankilndigl, bezeichnet' auch Pienner als gieichsralk»- - abgrordnelen. Ta^ ist ossrnbar ein Tincksehler, aber der .'iobold des Setzkastens -scheint liier Psennrr'ü srhns»chtsvollei» Verlange» Ausdruck gegebe, zu haben, zu dessen baldiger Ernilsung Angriüe-des „Volkst'renud" gegen Tr. lalhreiu nnd andere anständige conservalive Abgeo,dneie beitragen sollen, bin >, Pienner ist eines Reichsraihsinandais ebenso iviirdig wie parger und piechtei stein. ' lchjtt VeschwichlignitgShosratli.I? je Rede, welche» Tr. Sie »Wender neulich im Tenlichen Vereine hielt, vrr.inäißte den „T rutschen Bezirks verein" in Währing, ihm „wegen der den anlneinili'cheu Part-ien beknn ' beten seinkkelige» Ealtuikg das Be'remten auszadriicke»". Ans fcifiel versebänne Mißtranensvomm folgte die Fnteevention eines lckrazer Beichwichiignugs Kokralhes in einem dortigen Blaire. Ein bleibendes Mißveinändni i iväre sehr zn bedänern. Rur um ein ''olchs bandle es sich Tr. Sleniivender iabe,.als er »n' „T'ent'chen Vereine"' eine Rede über .die Valniaiegnlienng ' >» lt, lediglich von der demagogischen Peovagända der Wiener Eliristlich So,iaie i, leibstver ständlich ohne de» aniiiemiiische» Tein>'ch R'aiicnäien irgendivie nahe,»treten, ge- 'veochen. Ein Angriis aus '.'iechtennei», pneger, Schneider lcniir doch.Herr» Fraßt und seinen Verein n»i»ö.zl>ch verstiimnen. i Meint Schranken der Wolillhätigkeit. > Ter ämi'enilll'che Abgeordnete Pickenbach >vrach kürzlich i» eiiierl Versainmlnug des ,..Senin irn tliesori» Vereines" zn Eharlotl.e»bnrg. Es wurde ein Eiiiiriltsgeld von erheben, ,7vn»e wird wohl dies der 'Wohllhäligkeii Scheanten zu letzen". Fi über preußische Aiikisemitensitle auch bei uns Eingang dann kiirflen ans Eeiverbsrncksichlen die Worte: „Rnr EKrisken h.zben Znirill" ans den Amchlagzetlei» nicht inebr vortominen. Isiitzliche Fragen.» Ter „conservalive" Reichstagsabgeoedneij Tr -Paul Breliiiert, der den zehntel! sächsische» Wahllreis i T vbelui verlil I. hat dieser Tage -in mehreren Cite» 'eines Wahitrci'es anlisemili'che Heize den gehauen, nnd da» chiiniich >'ociale Beieihschasisveogiamiu wie folgt daegetegi schatllichei» Ebbiete geile es insbeioudeee, den 'Mittelstand in Sia in seiner' bedrängten Page zn nnzleestiitzen: ans dem rVebicie J)ht o.idniiiio, der. Abzabinngs- und sttaiuschgeichäsie, ivie gewisser. Ai l5o»sm»r>creiuigui|geil müsse Wandel geichanrn iverdeu An den 'S daö nberirnichernbe Spiet und Speeiilalio»s,zejchä!l Mt die iwlhwsiidig;»rnckgeirne!en nnd der Börsenverkehr ltnintichst unter staatliche A werden. Tie „SFichsii'che Arbeiter Zeitung" macht dazu iiierlmig: „Eerr 'Melmert sollte doch lieber solche Tinge nicht iagei er vielleicht, daß es lehr zu? Eebnug des .Eandwerks beigeirage geschätzter Eei'r Papa de» Eandiverkern, die für ihn, den Ban'pe.'iilaiile», gearbeitet haue» und ihr Eeld verlangten, erwiderte, er zalste nicht, s e sollten i!m nur ver klagen > lind lann '»emand,. 'nnd iei es a»ch der geriet ernte Fade- '» Pieirnig.'»' oder ivaier linden, und Ans imily n und pan^ Eoncnis» swiich'e . be» ör'eii iiii'ißi,' ii Sckpaiileii:. ssickn gestelll, folgende Be :. oder meiiu wei'ii st'i»

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