Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 8 (29.5.1892)
- Date
- 1892-05-29
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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tfr. 8. Freies B l a t t.?e>te nur erheucheln'? Und wenn-'von den niivorlhcilhasteil Ehäraktcreigcn schäfte», welche den Juden während ihrer UnterdriMnng auhastetc», noch einige in die neue Zeit mit hcrül'crgcgangen sind, so war und ist cd das aufrichtigste Bestreben der.gerManil'irten o^tbcu, gegen diese spceisisch jüdische» Fehler mit aller. Mvoft au;ufniuvu/n, »nr das; sic freilich in dieser anfopfcrnden und echt »aiioiialdn/Thäiigkeit gerade durch die am schwersten gchrlhidigt worden sind, welche bneinen, .das '.'iatioiialitätciigcftthl für sich gepachtet zu haben. Böen» l/utn?i»c Be völkcrnhgSrlasse, welche inan bisher in völlig^- poliiiichcr und iorialer 'iUiterdriicknng gehalten l,ar, zn sich cmporzichen tuill,: »>»/ das doch-Mne . Zweifel der ^iim der slndenemaneipation geivesen in, so »ins; man ihr hicfiir glich die crsordcrlicln Zeit lassen. Es in ein gransainer ,mtlmifi,;» meinen, das; ei» Bicnschenalisr wieder gntmachcn tönne, >va^ Fahrhiiiidcrtc verschuldet habe». Böenn man. die Thatjache» nimmt, wie sind sie, ohne etwas zn verschweigen, was zn ibrer Benrll>eitnng von wcseiitlichcr Bcdcutnng ist, io ivird man zügeln» miissc», das; die Eharaltcreigenschasten, die den »Fiidcn früher anhaftctcn, in dieser einen t^encration in avcit höl>erem Mage abgcnomuien haben, als Inan dies;n erwarten berechtigt war. Tariim höre mon auf, gegen „indischen Böncher" und „jüdische Erwcrhsgicr" z» tämpfc», nnd läinpfc gegen diese Vaster selbst: sic finden sich auch bei Ehristen oft genug Und wen» es den jüdischen >ianslente>i noch heute verhälr»is;niäs;ig häutig gelingt, z» üieichthnm .;» gelange», so liegt das henke bei weilen,' »ul,t mehr i» erster Viiiic an ihren nachkheiligen Eigenichaslen, -ihrem man gclnden Ehrgefühl und wie sie sonst genannt iverdcn mögen,. i'onderii in erster Viiiic an ih.nm F leige und ilirer geistigen ütegsanileik, die ihnen auch der erbittertste Antisemit tan in wird' bestreiten tönneir. Man gewöhne sich nur wieder, mit gleichem Bias;e;n messen nnd aü sein eigenes Her; zn schlage», nnd »lan ivird sich dieser Erlennlnis; nicht verschlagen. . . B-ir tölinen »ns mit .dielen wenigen tlüchiigen 'Andeiililn'geii Ih*- giittgen: den» nicht darauf tan», cs »ns aiitoinme». die F-ührer der Anliicniilen selbst z'n belehren — diese sind eben, wie sich/schon »nr;u deutlich gezeigt hat, nicht;u de lehren'— sondern daraus, der Bai io» über. Bö eien und 'Art dieser Bewegung hie '.'lngen zn össne» nnd die Be tliörtcn von ihrem ''Böabnc;nriicl^iirusen. 'Bor 'Allem miis; inan sich llar machen, das; der '.'lnmcniilisniuS viel weniger für dasFndcnibnin eine «Gefahr ist — denn praltii'clse Eriolge Hai er bislier io gut wie gar nicht anfzuweisen — als violinehr gerade stir die isröglen Errnngeii schäften, welche wir dem Eliriskenihnm nnd der,christlichen .Enlinr verdanken: man mng sich Bewngisein bringe», das; es im höchsten Mage nnchrisllich ist, Hag.zu säen statt der Viebe, zunächst aber, dag »uscrc gros;cn Männer, vor 'Altem Ves'ing, 'vergeblich gelebt haben würde», wenn wirtlich »och einmal de»' ('■'cift der Zwietracht nnd des Hasses der Eoiisessioncii dauernd die Herrschail erränge, stn, jedem Falle ist die antiscinitischc Bewegung in ihrer heutigen.('Vüirtt eine, ernste Biahnnng an unsere bildnngsstolzc Zeit, sich ans den Vorbeeren ilirer" erreichten Bildnng nicht all;» siegesgcivig ansziiruhen, sondern "sich des schönen t^oclhc'ichen Böortes zn erinnern: . BSas du crerbl von Teinen Bälern Han, Erwüb cs. n»i e-f zu bcsiven. Tarilin gilt cs, unbeirrt durch das snnaiiiche Böülbe» rgher Bianen, die ,rahne des geistigen und ethischen Fortschrittes hochznhalian. damit j das Bolk der T enter nicht dereinst in dem Theben nach den höchsten . Fdeaken von den übrigen Eultnrvöltern iiberhdlt nnd in de» schallen gestellt werde. Man mng sich klar darüberwerden, dag. es in dieser Bewegung sich nm nichts mehr nnd nichts iveiliger handelt als nm einen Zianipf »in die. höchsten O'iitci n»lerer öiatio», nm die Errungenschastcn einer Enlinr. an der unsere Bätet mit helirem Eiier gearbeitet haben, und die wir Epigonen nicht un)ergelien hrnen dürfen ‘ durch die snrchibarcn und gefährlichen Böaiien polilischrr nnd intellee - tncller, ethischer wie geistiger, rkicartion. Uebei zeugung gelangt sei, das; die Behandlung, die'der „Fndcnsragc" seitens der anlisemiliichen Barteicii nnd insbesondere der anliscinilischcn Presse zmheil wird, eine - n n'ch r i st l i ch c und deshalb , s i t l l i ch verwerfliche sei und er cs für feine E'ewisscnspflicht halte, chicse 'Anssassnng in' Znknnsl auch össentlich;n vertreten. — Ehristlich nnd sittlich zulässig hält der'indisch christliche 'Anliseinit, nach einer zweiten, in der „>irc»z;ei't»>ig" pnblieirle» Ertlärnng, den „anliscniilisch ge richteten Eoniervalisinns", avie ihn die - - .Bireäzzeitniig" riiliivirt, der er früher von.ihr hochgeschähte Beiträge geliefert liluie. „Börsen ' jndcn" nnd „Bresgndcn " halte er nach wie vor für daS „gcmci» schädliihtte Gesindel", Tie „dcnlsch soeialen"-'Antisemiten, denen die Vossagnilg voa'i jndiielien k-^lanbe» nicht gelingt, werden de» i i. Ehristoph BivrriS de .ionge selbü diesem t^esindel beizählen, denn er ist, wenn er. auch in der „.Zrenzzciinng" über Fnden in christlicher nnd Ältlich ziilässigcr Beeile-schimvst. in ihren 'Angen doch nichts 'Anderes'als, ein Bregjnde. Theodor F r n i ch und <')ciionci, werden auch. rPn/einer schändlichen Berjndnug d'cr ünrisvrndenz sprechen, wenn sich die Biel dnng des Berliner?,»nlcrblailes bestätigt, dgs;Biorris de Fänge iiaci> t^öliingcn' nbernedelie, „nm dorr,, einem Benniche des BrosenorS >>l> c r i n g , eniiprechend, .diesem bei seinen-wisseiischasklichen 'Arbeitenzur Teiia. zu neben". f Es ivärc aber, wen» >lheri»q wirtlicli Fange als Hilisarbeiier verMndci, iveil geiehlt, daraus den Tel>I»g zn ziehen, der berühmte üiecht'sgclelirtBwäre 'Antisemit. Brosenor F,Hering in, so viel nur nns erinnern, Biitg^ied des Berliner Berein^s zur 'Abwehr des 'Anlisemiiismiis. lleberdics bgl er seinerzeit einen Brief an >>. Tinger geliclitel, den derselbe mit se-iner '.'Inioiisai-.oii in den ...Bn.-'en berühmter christliches' .Zeitgenossen über die Fndenira.z-e", B-ien, - verossenilichle „Fch würde vor mir selber crisötlien: wenn icli. Mieli aus der geringsten anti seiniiiitlien iliegnng, ertappte," sagt Fliering I. -. T!>'<>>, ,,„d weiter:/ „Fch.srene mid), die «Gelegenheit zn erballen, önentlich sür eine lieber - zengung ciiiznliclen, die ich lnsber nicht blog durch-BForle ansezesprochcn,. sondern mein ganzes Vr'ben hindurch dnrch die Thal bewährt hgbc. >leh habe bei meinen persönliche» Beziehnngen nnd bei den amtlichen Borichlägen zur Beiednng von Bio'essnren 'nie .gefragt, ob jeiiiazid 'Ehriü oder Fnde ist, ich habe mir den Bia»» angi'chen, niPhabe id; der Berichiedenheit der Eonsession den iniiidesien 'E'inklns; Pri meine . llribeile und Enischlies;nisgcn eingeräninl " ^m weiteren Berlänse stellt Fhrring eine nähere. Erörterung der Frage in de.m erü zn erscheinenden drillen Bande ''eines „^wertes im üieäu" in 'Ansnchl, und zwar i.ini siislematischen .F»saminenha»ge nnt^ dzr dork zn entwntelndeu Fdee der' Bienschliellteit" > 2. l<n> — ein Bersprechen, ivelchev. lns' Heine leider nicht eingetöü ivnrd'e, iveil Fhering durch die 'Arbeit an seinem vor drei "fahren erschienenen bedeutenden Bäerte.- „Lee Benpwille" verhindert war, den „>fwert" torlzniepe» es 'schlieglich l . I •', * . em Bäerte.- „ i er Be Fn dem' eitirie.n Briese heisst solle, das un'erer inoderiie» BrAt den-t^edanlen der Bienschtichleil ni^d P.cr anleinen Unterschied des 't^'lanbens gelnüpsie.n Vwbe gebracht l>at, lolnii dcr.'AniiieiniiismilS ' dadurch, das; er beide ihm gegenüber verleitgnei —- gottlob, 'dag die selben in der lientigen Böeli bereits zn sene'B.-ürzeln geschlagen habe», Untersangen einen Erfolg -in 'Aussicht';it stellen." Fa-, der. ein sein-persönlicher- Freund Foies Unger-im vormze».Fahre und ^lxn'inu. - . Tr. Eliristoph Morris de F ol)ge, der bclanni^ jüdiseli christliche Antiseniit, ist ans der üiedaetio» der „Hannoverschen Bost" ansgcscliicdcn >;nd hat in der „Böeicr Zeitung." cinc Eillärnng vcr' ösfeiZlichtin welcher es he-is;l: Tie Ündigiilig seiner Tl^ellniig als Üiedaeienr der „Hannoverschen Bost" stehe in teincr Bodiie in ursächlichem Zilsaninicnhangc mit dein UnheildcS üieichsgerichles vom -<>. April, welches seine üievision gegen das wider ihn wegen Be leidignng des t^eheiincn Tanitätsrathcs Tr. Abraham B aer ergainzcne llrthcil des Berliner VandgerichtS mit üiecht alS nubegründet-verwarf.. Biclmehr habe er sich zn dieser bereits-am -I. April erfolgten >iii» diznug lediglich und ansschlichlich deshalb cnljchlosscn, iveil er zu der iini di^'eiii Manul den die Biorie zngernfen bat: _S.-mj-.*r Inm---. ännnii^no niiinij-l:tud>-s.|ii.'* iu:iin-1 >iiutv'— ter"Bia>in' wiro irie ein.B/gi.lusliget der aftliseiiiinichen -V>epe ,ein. Tkv ^IntiKmitisinur in wachsen. Tnu „Berliner- L"*qb-ral!'' wild ans Tresdengeschrieben. Fni Vaizde de:' iprichivörillchen ..E'emnll>l:ch!>.ni" scheint'für die Em w'iitlniig geiviner äiranlbeitett des. 'Zriigeifles ein besonders .günstiger Boden -zu Kur Ter stark ansgebUdeie- Erwerb-sslnii--des sächsischen- Tnrchichniiisbnrgers, 'eine qeschaslliche Beweglichkeit lau-in ihm vieliach 'den krilisclien Tinn sür--die groüe» t''esichtsvn»kle' des TiaaiSk'ebens geiödiel nnd alle T ngekiden fesi.s potuikchen Biedermeiers in ihm eniwnteli, der dje Bort heile .des groüe': t „Hanfens zn schäven weisl und neti lavser zn iliin hält, Tieies politische Bbilisierilnim g'elwri Lei», ter.'die giöspte .Värnisrommel befipt-. Es n/liei hinter ibni, ber, kvenn ihm die B.-irbel nur recht gellend ins Thr dringe».- 'Boer bei nns dem volilischen Trnes; biirgertlmnt nur 'mit recht lanlem Bin »de von seiner eigeiien B-ichligteil zn reden wein, im es nämentlicli versieht, naäre materielle Fineresfen nicht na>1l und eilig z» izeigeiv, iozidern i» das prunkende t''ewand idealer 'Böella>iick>a»nng zn kleiden, wer vor .'Allein 'seinen - i'vift luuf ieneni >'ns;en 'Böalm erfüllt zeigt, .den der wechselnde - Zeilgekchmaet älS „Bakriotisinns" hier gellen läi'zti der hat' grohii Znlam' Ans dieser, polilijchen „Geinüthlichleit" ei»cs^ös;eii Theiles der sächsischen bnrger- -