Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 7 (22.5.1892)
- Date
- 1892-05-22
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 7. Freies B l a t.t. J. Seit« 7,. daß malr i» diese» .Streifen doch keine» Anstand nimmt, von dem 'iöhlerglauben ,nnd dem Ammenmärchen als Waffe zn laklischen Zwecken (Gebrauch;» »tachen, nnd sich an dem ins fand flcioytc» ^Brande die Hände wärmt dieser Wahnsinn der Tkrnpellosigteit in der Wahl der Mittel, der nie »ach den« Ende 'fragt, der,an jedem Pfeiler rsittelt nnd teilte» Tragbalken unangetastet läßt, vielleicht nur um einen Haß zn . sättigen -iitib einen :>rad)ednrst;» kühlen oder »m esnen großen Hansen hinter sich zu sammcl», ans den gestützt inan der Krone sei n r». W i l l e» di eii ren tann --- das iß die Tollheit:, die immer weitere- -V reife ergreift, und nt i t d e r iv i r in» n i c r P e r'b'c r b c n 1) i n e i n t r ei b e n . . v '.’lllj Dein Holzwege. ,\n einer ' von »ns schon aiidi'iwälls besprochenen Broschüre Nnden wir iolgcndc interessante;-,unfd)cnt>cincr] Inng: In manchen Anlisemilenzeitungen, nicht in allen, aber iis,' j wird mit . i wolle» K'ldK'.i, für die Anliseniitismns mir Indentlopserei bedeutet v.orlanler Zuversicht die 'A»sicht vorgetrage», die >«nde >irieg Ans inis macht dies nngefähr de» Eliidrnd. wir wen» rin unwissendes Kind »bei die Berhälinifse des Weltraumes lebet. Wir empsehlen daher diese» uud anderen Antisemitenblättern znmlNachdenken solgcude» Ta» : T i e a b iv ä r i c n F r i e dr n s v o l i t i I ji e i t 1^71, d-ie bereits die 'höchste ("esahrVzesd>assen Hai und schließ t i ch z u i» II n t e r g a » g e T enlfd) la » d s s n h r e n >» » ß,. i ß i c m i tische» Ursprungs." T er Untergang Tentfchtands, wen» er ivirtlirh in nächster Heil bevorßünde, waie nuti glurblirh »ich i» jedem Falle echt antisemitisch erklärt, Hb der >ilieg oder der Fliehe Teutsdi la»d zugrunde richtet, wer' hai-'s gelhan-f Lei Ind!> b.-ie der 'Jlntoi selb»- von feiner obeitierien Bemertnng sagt,, soll daraus hervor, gehe», „wie sehr Antisemiten auf dem Holzwege sei» lonneis". Als ob' man daran jemals gezweifelt hätte Aber nun iß »ns noch obendrein bewiese», daß Antisemiten nnier alten Umstände» an» de»i — Holz wege fei», tonne». ' i Zwanzig Mi »ule» bei (iDiuirD Teuinoiil. ■? ic.. v i.- ,-,»-i-i>'.,.. uu'ldic übrigens selbst gerne ein wenig in Anliseiiiitismus mgd)t, biaiigi nntez der Uebersdirifl .. inii-li'-z l>l>aiard T)rmin>iif" eine »aturlid) erfundene Unterredung eines.ihrer Mitarbeiter! mit Hin monl, dem Nedaekenr der „l.iliiv I'af,,l>e , dem Per sauer der Tchrift .. Tas verjndeie Ärmitreidi" » i. w T er a»gcblid>e Besndier ver straße, eine Nähmaschine ansgeschwatzt worden sei und die chra»^, weil sie die nnbranchbare Maschine der Firma zur Bersiignng stellte, vsMagt, zur Zahlung, vernrtheilt wurde und, da ihr das Geld fehlte, fid) Hu der größten Noth befinde. Ahlwardt veranstaltete sofort etjic 2m»ml» 113, »in der Frau ju .Hilfe zu komme». Tie von einem Gewährsmann der Berliner „Mittheilungen ansdem Bereine zur Abwehr dcS Antisemitismus" angestellteii Recherchen habe» ergebe», daß der Inhaber der Firma Krieg, Herrs 'Wen dt, weld,er übrigens die von Ahlwardt aiigesührten Thatsad>en als » » w a h r bezeid,net. E l, r i ß iß. Auch seine Gattin, geb. .Ntlieg, iß lilnilü». Unwahr iß weiter«? die Behäuptnng der anti)'emitisd,e» ,,'W e st p h ä l i f d| e n >)i e s 0 r ni", daß der HberlandeSgerichtSpräsident Tr. HagenS in Frantsurt ei» Jude sei. Tic „Frankfurter Zeitung" bemertt: „‘.'iid)t bloß iß Herr Präsident HagenS alS Ehrist geboren, sondern seiii Pater, der Appel lationSgerichtSralh i» Paderborn war, hat sich, wie i» Westphalen genugsam bekannt sein sollte, gerade um die evangelisd>e .Stirchenversassnng daselbst wesentliche Berdienste erworben " Fleißige Zeitungsleser werden fid) wohl auch nod) an den Na'cheaet erinnern, welchen Berliner Antisemiten nach-der Entlassung ihreS Gönner's v. Pntttammer ans dem preussisdien Kronralhe verübt hatten Ans Ansd)lags;etteln, welche eines Tages in Potsdam prangten, wurde -Si aifer F ri edr i d> als Kohn I. verhöhnt. — Unsere Antisemiten verfahren in derselbe» Weise wie ihre reichsdenlsche» ("enossen. Erst dieser Tage wurden von, ihnen .christliche Arbeiter, welche ihre fiebeswerbnng znriidgewiese» hatten, Inden genannt. Wenn nufere „Bereinigten" wieder einmal 11 if einig sind nnd raufen, dann bezeichnen die Brüder im Antisemitismus und) einander als Jüdin. Tprach hoch nenlid),Herr ("regor'ig vom „Teutschcn BoltSblatt" »nd andere» „Indenblättern" und reihte den Mnsitrescrenten eines clerieale» Blattes, Toh» eines hervorragenden Tlaatsbeamten, unter die Inden ei». (Antisemitisches aus Post».) Unsere ßraeenhetzer verkünden so eben mit lantem Taintam jedem, der im 'Wissen nod) tiidjt so weit vor geschritten sein sollte, daß es nnn auch in der preußischen Provinz Posen ein „stra,m»i antisemitisches", polnisd, gesdiriebenes Blatt gebe, das den sehr »lerkwiirdigen Name» „Postenp", d. i. Fortschritt, i'iihrt. Tarob' großer Ißbel unter den Antisemiten, daß man midi in Pole» bereits das „jüdische Jod> abznsdfütteln" beginne, lieben wir hiezn gleidf ein Erempel: In dem Ltädtdien .Stl.ep t o in Pose», war es seit nndenklidic» Seiten iiblid), daß jüdisdfe Bürger ihren d,rißlid>en Mitbürgern;» dem Passahseste einige Psnnd Mazze zum Präsent niad>ten. In diesem Jahre ist die Gäbe znrüdgewiesen. worden, weil in den Mazze» „Ehrislenbliit" enthalten.sei. Bielleid>t iß dies bereits ein Theil von dem Frnchlsegen deS „Poßenp" (Ei»c coilscrvativc Ltiiiimt über Die „ZilDeilsliiitcii".! Tas unter Oberleitung des Herr» v. H e l l d 0 r f f stehende „<i 011 f erva 1 i v e W 0 ck> e» blat I" fd)ve^l>t über die Tnmpathie, welcher die Bestrebungen Ahlwardt'S bei der „.Kren;;eit»ngö"-Partei begegne», Folgendes: Unter feilten, die fid) die Fähigkeit und den Willen für ein ruhiges Urthcil and) in den gegenwärtigen Zeiten.beivahn haben, wird wohl die A»sid)t allgemein dahin gehen, daß verninllilid) einige Unregel' Mäßigkeiten und Pflichtwidrigkeiten niitergeordneier H rgane als substantieller'-Kern des ganzen färms zum Borsd>ein tomme» werden, und daß die Historie von der Indetiidfast, die fid) in Koblenz zur Herbeisührnng des Unterganges des preußisd)en Ttaaies veridiworen >>at und jept' zur lirreidinng des Zieles bei- Isidor foewe invalide! Flinten bauen läßt, eine a n s g e t r a g e» e B e n ü d 11, ei 1 1 ß Man i)l unter denselben verständigen feilte», 10 viel ivir i'ehen, einstimmig der Ansid)i, daß das Borgehen AI, livardi's objeetiv alle ' M e r t n, a l c des f a n d es v e r r a l h s an f i d) t r ä g.i t^efepi, Herr Al,lwardt ivird l,e»te nad> Tpanda» gesdijdl Tann tritt .morgen . eine von Tausenden bes»d)te BoUsversainnilnng znsainmen, in der, wen» sie anSeinandergcht, ein Theilnehmer dem anderen zu rannt, .das^- daS die Juden dnrd> großartige Bestedinngen zuwege gebracht hätten: Herr v Tchelling I>ülle so nnd so viel, <>Uas. Eapriviso und so viel nnd — nnn, nod) höher stehende Personen den und den Betrag er halten. Alles ganz znverlässig, ans bester. H.nette geidiöpti! To die „cd)tcn" Aniisciiiile», die „l^anzen" Tie sogenannte» „gemäßigten" begnügen sich, wenn sie ans ihren Provinzreisen gefragt werden, ob wir denn wirtlich in so. snrditbaren Zuständen lebten,, vieldeutig mit den Ad)seln;n znde». *Ter Kundige weiß, daß wir hier kein Pli an tasiebild-zeidine», sonder» getreu »ad> der Wirklid>teii porträtiren. Man , entsd)ließe fid) doch endlich, daö Hebel, in dem wir Weden, in ieinet wahren (''eftalt zn sehen. ES ist bekannt, daß in den niederen Bolts sd,id)ie»' and) die nbcntciicrtid)ften fegenden Eingang finden nnd als dann nnans'rotlbar sestsiven. N'n», die Tignatnr der >''egenwa>l ist d> a t ‘‘ Ei» vrenßiidter Jude, der e,g?»llid, Köniqßein beißt. Wer lind die, daß die Neeepiionssähigteit für groteSten llnsinn fid) and) zum -t.heil auf die gcbilbetcren politisirendcn.Streife ausgedehnt hat — oder spottet ironisch die bis zur Unvernnnsi ansgearleie Tndit nad> der Manier aller Antiseniite» hinter Allein nnd Iiedem, nieht paßt, den Juden als Tdinldlragenden zu fndien zählt er, er habe den „Meister" beim Frühstüdstasiee a»ge den er sjd> ein Ttüd jiidisdten Hsteftnd>ens einbrodle. Te madit ein etwas, erstauntes d)t. T rnmonl abet ertlärl, fid, ad>l Tage »1 ledern .fahre von diefem nnschmadhanc» . t) r 11 meikt s, was ilme» lnädist er lrosien^ in Beindier er »ähre nd td)fed)t ^das es, wenn verdaulidien .^eng, um einen Grund mehr zum Ab>chcn gegen die zn haben, nad> deren Beispiel er sich den Bcagen damit votlst beste Mittel, de» Haß. gegen die Feinde ivgdi zu erhallen. >c Einer sid, ihren Tillen n«id >''ebränd>en.' die ihm ividers reben, zn eigener H-nal nnienverse Tann tlingeli er feiner Winhscliaiskeriti, f»»d herein tritt eine alte .«iidin. ..Nänmen Tie ab, rltebetla!" monl mrt sanfter Ttiinme. Abermals crßanntes (N-fidn d abermals Erklärung des Meisters: wie Molime feine fuß dann für gelungen liielt nnd zni 'Ansfiihrnng bradile,- ii Tieiißmag^, der er sie vorlas, mit ihrem eiiifaelien. gefunden verstände herztid) darüber ladne, fo balle er fid), »in dic feiner Tdirifleii zn erp.obe», eine M^gd ans den, fager d> fange 'lrel'etta, ^NUl? agi Pr»' s ("anes. viele ii 1:r eil» feine Meiifche» Wirtin ig r. Feinde voilefe. zn wenn er .du -riiu**' rmd vollendete Arbeit weinen an. dann fei ei nt>erz.ngl, fpine. Tad>- g»t geinadil!zn haben Nun tomml das ("e'pradi ai,' d-n eiaenUrclien (".egeiißaitd,! der d^u- Befndier Inngefiihrl bat. ..Tie ivsllen." fagt T.:imo»ls ..,ne,»e Meinung über die Aiiaichißen. »nd iiisbefondsie übei die uTniianm eiplonon bei B>.-r» wn'fe» > Tie iß i'ehr einftidi: das '>"anre iß ein Wert der jiidifdien Bantivell. :>r 0 I h i di 11 b bat iid). wie lalle Welt rtit stait tlel, das te fidierer .Aber die : Dilles' anßfdilag, weiß, ans Baissefpeenlaiioiten in französi'rhen Tiaalspapic eingelassen .Tas Tpiel mit faifdien Nadiriditen iß ein M nidit mehr zieht: -darum erfdnen es den feilte» der Nne faiß iiiid zngleidi pitanier, ein bjsd)e» Nevolntio» zn fvielen." feine, die die Polizei vephafiel hgt 'rägt der Befndier Inde», Berelntester!" rnf'l Truinonl' init. trinnivhirtmdein n auf seine»' Tdirtibiisd, „Inden fiird die Anardußen, Jade» die Polizisten, Inden die Hpfer' Iä| fpiingt Ihnen das nihl in die rß sclnan ie dennt nidit,. daß das ("anze anßc war, um den Parifern;» beweisen, daß die Anarcliie' Angen f Telieir ansgehedter -Plan sie bedroht »nd daß die Tlaatsrenie zn liodpfiel»? B.'-er e>r a v a )eine Lpleizgesellenf fauler der fid) nur schlecht .'«iiocn: T 1 in 011. B - - a l a, Nathan, hinter deni ^tngenommeneil framen Malhieu