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Freies Blatt · 1892-05-15 · 6 (15.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
6 (15.5.1892)
Date
1892-05-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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t Aboiiiiemriitspreis: (Dr^dU JllV ^Unüctyl* b05 2lnti)0mitif'HUt5. 'JicDoction imb flbmimitratioii: .»jitliatlrnimit Pofnufcndu»., . . fl. -'S« lt>jf \ Jiicruljalir.fi.—.SU.fliitUofiiuii.iib. fl — >°i»,ci.,c ji.iii.men. i tr. . (?rf(l)ruit an jcücm Sviiitlagt. I. gioUcrliättc lO. 'liummcr »i. ivitii, JNiti 181)2., •/ 'I. Jahrgang. Nationales und internationales 2l)ttisenritentlnnn, a,'jchls ift so heilig, daß es »ichl;u nnheitigc» Zwecken miß hranchl werden sionnie. Dein »alionalen (s'fbanfen in foincv veineu unb humanen Auffassung wohin gewiß eine liefe en.lturelle Bedeutung innrF und doch sollte gerade er der Slamin werde», auf dem der gefährlichste Schädling der Zivilisation aufgcpfropfl wurde der AntiscmitisiituS. Uns Allen ist noch erinnerlich, wie Schönerer gleich dem Rattenfänger von Haincl» ans der nationalen Flöte pfeifend, eine Schaar von Rachlänfern hinter sich Herzog, die von ihm das Heil der dclilschen Ration erwartete». Ja, das war ein ganzer Mann, der sich nicht mit Kleinem zufrieden gab. WaS er forderte, daS war ein vollständig cheinifch reines Deutschthum, und in Folge dessen mußte er auch die Ans schcidung der Juden anS dem dcnlfchcn Botkskörpcr verlange». Das intcrnalionake Judcnlhuni^. das war sein höchster Trumpf, den er auszuspiclcn hatte. . . Schönerer lst sich wenigstens — das Beste, was man ihm »achsagc» kan» — conscancnt geblieben ijv untersucht noch immer das Dentschthum aller Menschen mit Mikroskop' und Scheidcwasscr auf seine Reinheit und scheidet noch iniiner fleißig die Bcrfülschtcn von den klnverfälschten, bei welcher Analyse natürlich immer weniger in seinen Händen znrückbleibt. Es wäre zu grausam, hier die Rainen aller jener zu wieder hole», welche von dem Unnachsichilichen als „nicht national genug" hinwcggemäht wurden. In der »enesten Rninmer des Rosciianer StaatSanzeigerS hielt Schönerer »encrlich furchtbare Musterung, und S t e i n w c n d e r, V udwi g, P r a d e, M o r r >- und der damals noch nngewählte Abgeordnete von Jndenburg Forchcr v. AiiGiach blieben als nicht gcnng national lobt aus dem Plahe. Schönerer ist längst vereinsamt und der nationale Anlisemi liömuS ein übcrwuiidencr Standpunkt. Der Moniteur der Wiener Anliscmilcn tragt zwar »och an der Stirne den Titel „Deut sch cs Bolksblatt", und einer oder der andere Standredner läßt sich, wenn cS gerade opportun ist, atlcnfalls noch wlo modernen Armin feiern, aber es ist doch Alles »nr wie eine "‘bittere Jkonie ans die eigene Bergangenhcit. In Oesterreich symjnithisiren die Anliscmiten mit den streitbarsten und erklärtesten Gegnern des Dcutschihnms, wofür die wenigen E zechen in Wie» wieder den Antisemiten Heerfolgc leiste» und den Dr. Karhi Vuegra wähle». In DculschlaNd schließen sich die einzig waschechte» Patrioten den dänischen Protestler» in Schleswig sein brüderlich an. und die Fritsch und AhlwardtS, welche, Frankreich gegenüber vielleicht am meiste» in Ehauvinisnins gemacht, bejubeln mit einemmale die »nimle natian, weil sie einen Drunimond in ihren Reihen zählt. Daß Rußland, bloß weil es die „Jndemrage" gar so praktisch zu iösen versteht, der thencrste Freund, Der bewunderte Hätschelhano »nserer Patent Deutschen und Patent Tester reicher ist. daß cs uns als der moderne Mnsterstaat vorgciitlc» wird, niüssen wir ja täglich mit Scham und Entrüstung mit ansehcn. Die Baltanfrage, Rußlands Ranbgclüste, Frankreichs Revanchcdrang, all die vielen eullurcllen, politischen, nationalen, wirthschaftlichen Fragen, werden aus der Welt verschwinden, wcnti die KohnS und zwwys heiniätsvertricben sei» werden. So bilden cs sich die Antiscmilen ei» oder wollen cs wenigstens Anderen glauben machen. Die er bitlcrtstcn^chrgsten nationalen Gegner treffen sich, was man so lange vcrgcbsich" angestrcbl, nrplöhlich an einem Punkte als dickste Freunde, in dem' gemeinsamen Hasse gegen die Jude». Wer zweifelt noch an einem internationalen Aiilisemitenlhnm? In derselbe» Bersammliing, wo sich Schneider >.r» l»ro extern» als „Kämpfer für des denlschen BolkcS Recht und Freiheit", feiern ließ, hat er znglrich offen dem Gedanken der internaltönalen Propaganda Ausdruck gegeben und die Rothwendigkeit eines Bündnisses aller Ealturoölker wider Die Inden slatnrrt. Wie mag nur dem alten Hexenmeister dabei uniS Her; sein'? Mit dem ^amps gegen daö '„internationale Jndenlhui»" hat der S^etakcl begönne», »ist dem internationalen Anliscmitenlhnm scheint er den Kreislauf seines DziseinS vollendet zu haben. - -^Waö uns betrifft, so ist und obiibt uns der Antisemitismus verächtlich und verwerflich,; ob national oder international. Wir wnßtcn's lange schon, wie cs komnicn müsse. Der Wandel ist kein Zufall. Der größte unter den Geistern hat,ja wahrlich nicht das Sprüchlein vom „inlernationale» Jndenthuin" erfnirdr». Es lfältc ihm bei mäßigem Denken auffnllen' könne», daß auch noch einige andcre Kleiuigke'itcn, wie Kaust und Wissenschaft und die Begeisterung für alles Schöne, Gate, Wahre, inlernalional sind. Auch von einer .goldcue», rolhcn >n>d sch varzen Iateriia'.ioiiole spricht inan, und cs .gibt Internationale Hnmanilatsverbände so gut wie eine internationale Ganncrbande. Des Räthjels Vöjiing ist sehr cinsacha die Tugend, vor Allem die aus Bebe, und Begcisterniig eulspringende, ist international mit das Rister, die Bor »irlhei.1, der Haß, der Brotneid, daS Streberthnkn n. s. w. -R'ach dem aber teptere Faelorcn die einzig natürlichen Boranchepungen des Aiiliseiiiilismns sind, so war es Ratnriiothweiidigkeit, daß Herr- Schönerer -zulepl jcm' bittere Entlänschnng erleberi mußte, durch Das- ..inlernationale Anliscniitearhnm"! Für uns ändert der Easns - wie gesagt — nichts an der Sache; aber-er hu doch ei» Interesse, nämlich als unumstößliches Beweismiilel für di'- Erteiinlniß. daß der Anliseinilisnizis in seinen Tiefe» nicht national,-nicht s-oei.i! sei, »ei», daß er nichts ist als nacktester, rohester — Haß, n»d daß' er alle jene U» tilgende», die er sink?» Gegnern zur Rist legt, ielbsl beiiiu. sogar die bloß eingebjldele». » - - Per Autiseittltisnnis als cultiubmo rifebe v£rid?ciuuna.*) . ■inui '.tvifjiivi' -Tiv A.-1 n t o i' i» »iartnirg '>?"'eii.v BRnu >>» »ennzchnlen Jahrl'nin-cri, ivm Zeilatier d.-r Ait'llarung »»7 liiini.rae» i^eiittnug. eine Bewegung.wiedie »»»iieinitiicliei »och 'einmal in solchem Maße Bode» II» Bolle gewiiineii tonuzo, Wieh es leider der Fall in. io istdie Uriache rwraebinlich darin zn '»che»^ daß dieielbe i.l de» erste» Ansängeii ihrer Eiiiivietliiug von de» geistig liöchststclieiide» Mäiiiiern »uierer Zeil iiiikerichavi »ad deelia.lb mchr l>eia»lvn wnr.de. Tie Fudeiihevt schien diele» Männer», .die i» de» geistige»'Errungen Es gereictii ">»»>- zur deionderer Aeiriedigniig. einen Aeirrag au» dee ,Feder de» riiljiiili.lm bciaiinien 'Milonfa» Tr. idleoig Asinier zn veriine.illiaien, deäc» AnSiülirnngeii i» rnelcr Eiiiiian nichi dsio fite die denfich?», >»ntern ansi für die onerreichi.'cheir BerKirluniie -.»leeäend .'ind. F» einem Pniitle »nlerscheidel sich aiierding-; der Eiiiir.i.1,li»ig»ga»g de» -.liiläeiniiisina» iu C.'iftwrcidt voll ienei» in ä'eui.chland Hierzulande lialic der Aittiseiiiiiisums t>ei (einem -.Insiinielie eiaeiz vonviegend diailonaleii ckiaratier, walieend .zegeiinmrii.z die fo>zeirannieii „chrisnich soeiaiea" 'Eleiiienl--, »>iiu<°iilii(1i in Asien, . die ^derhaizd Iiaben Tie rite,- <-

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