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Freies Blatt · 1892-05-08 · 5 (8.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
5 (8.5.1892)
Date
1892-05-08
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5. Freies iS I a I t. rette semitischen daß die Oliben „arbeitsscheues t^csindcl" fctcu, rvelcheS nur vom Wucher und Schacher Icl'c. Toit, wo ihnen die Berhältnifsc die Antheilimhme au de» rzescllichastliäreu 'Jh teilen ge sialtelcu, haben sic von jeher'aus de» von ihucu rullivirtcu '<"cl>i(tcn Beben icudeS^ geleistet ... vlus antist'nutlschcn I?err'inen und i\v fammltuuson. Tie Obdachlosen.) Wenn mau Berichte über a»ir>cuiit»che Betiamurluiigen liest oder auch nur Anküiidigrnigeri;u solche», so k'öuuie man aus de» ltekairlcn louimcu, cd handle sich da immer um Maneiimecnirgs. das Boll brcnue sikron vor Sehnsucht, die antiseiniiüchc» Apostel zu Horen, und diese halten nicht gisste genug, zu Beriaminluiigen;u lausen, ri^te,Zunge» genug, vor dem Bolle;u sprechen. Höchste. tlterlaimnacherci gehört che» zum amiscmilischen Handwerl. Wie sich gegenüber 'dieser Marklschrcierei die Wirklichkeit verhält, zeigt eine Berhandlung des Reichsgericht es vom 27. Vtprtl über eine Beschwerde des deutsche »• BollSvereinS wegen des Verbotes einer für de» Mat l^'.tl i,r Mater Icituer's (UasthauS in Frideirburg augezeiglen öiienttichcn Beriaiiimlung ,i sehen von der rechtlichen Seite des Falles ganz ab, da utiS nur die Borgeschichie iuterestirt. Tie. Bezrrlsharipluta»»schast Graz nmeriagte nämlich, die Abhaltung dteicr Berjammlruig, irachdem die-beiden in Sudenburg eristiVendc» t'vn’tn.ii ttlie Foha»n und Heinrich Matcrlcitncr hei der Bezirlshanpimannschast gegen die Abhaltung von derlei Bcrsanimlnugen in ihren Gasthausloealilälc» kmiitneden proteftirt hatten. Ter BolkSverein ging natürlich den Beschwerdeweg >n allen Stilen durch, uird erhielt ». A eine Zuschrift des Ministeriuins des .inner» worin cs hieß, daß die BczirkShanptniannschast ihr Befrernden aiisge'vrochen, daß schon;»>» dr i tteuina tc Anzeige» von Brr sarnrn I »ngcn erstairel ivcrdeu, welche inh'ocalen statdiiifdeu rolle», deren .inhabrr entschieden gegen derartige Bcnübrrugen au'lrrrc» »rid dein Wunsche Ausdruck gegeben haben, daß die Behörde nicht, mit derartigen inüßigen Anzeigen behelligt werde- Alm obdachlos-- Wie nicrkrvürdig daS.;» der antiseinitischcn Großrrdnerri paßt, zn den „Triiittivhen n»d z» der Prahlerei von dom dringenden Brdürsniß. ivelches das Boll >clbst »ach de» Spendern der antiseinirische» HilsSlchre einpsinde. lProskssor Schlesinger als Zuglrast. - Tie Warnidorscr „Abwehrschreibt: „An de» am l.'> Mai l F i» Terschc» stalisindeNdeii Berbandsiag der nordböhinischcn Ge iverbcgenossenschasie» ivird^ sich eine Wander versanrnilriiig arn'chließe», alsderen Beranrtalter Herr Lallt er. ans Rninburg sigurirt, welcher, da er in hiesiger (legend als Agiiälor vollständig erkannt' ist, een Schanplah seiner Thäligken »»» nach rnllernlerrn «-legenden verlegt. Herr. Sanier hat tür diese Wanderveriainnilung den autiseniilisch eteriealen Reichs rathSabgeordneteu Prosessor S ch l e i i» g e r anS Wien .gewonnen-, welcher einen Bortrag über den .Ruhe» der- SlaaiSichuldaniorlisilling >iir das stleingewerbc ' halte» wird. 'Wir haben n»S also gelegentlich der lehre» Reichsrathsivalst nicht getäuscht, alS wir der An'charurng Ansdruck verliehe», Sattler handle alS Sendling der iogeiianntcn Wiener .Wiirstlesie,parle,-. zu deren Zierden Prosesior Schlennger gebörl. Tiese heute, rvelche total unsähig sind, mir positiven Bor'chläge»;nr Besserung der Hage des Gewcrb-standeS hervvrzntrcteri. versuchen den lemeren mit allerlei hochtrabenden Finanzplänen gleichsanr zu verblüne». Abgevldiieter Schlesinger, der' i» vo!lswirih'chasi)ichen fragen bloßer Haie ist ,'ei» Fall, alS Professor ist darstellende Geometrie. , ist'sin .Retter deS Gewerbe stankes »ach Art hrieger's n»d Schneiders, seinerFreunde und Gesinnungsgenosse» Solchen heute» wird der einsichtige dentschböhiniiche Gewerbestand stcherltzk, .»ich, aussihen. Hezr Satst'er hat demnach- >'a»»nt Prosessor Schlesinger rvenig Lhanren bei iciirei» Borhaben, dem »ordböhnrische» rsierverbestand in das rcaetionäre hager hiitüberzuleite»." iSchltkibcr als Slalistilcr.i Tie „Teniich ioeiatcn Bläner" bringen nach rräglich noch inlcressante Tctails anS de» 'O'aftiplelvorleägx», ^-re Mechanrler -Schmeider.jüngsthin in Berti» gehalle,u-Kat. A»S de» statistischen Trollerie», mit welcheir Schneider die Berliner; ergöhte, sei nur eine einzige heransgegrissen, daß sich nämlich i» Galizien, rvie Redner behauptete, bereits *0 PerTe»t de^ Grund.bcsives in den Händen der Fnde» be'inken, während ihncu in Wien 70 Bereenr der Hän>er gehören: in den andere» Thcilen der Monarchie sollen sich di.e 'Verhältnisse ganz ähnlich gestaltet haben. Bor .stürzen, stellte dieser Lrnst"Schne,deri,» niederösterreichi'chen handlag de» Auirag, eS solle der Talmud von StaatSivcgen übersibl weiden, um eine ösieiit Uäie .stritik der darin enthaltenen Moralsähe zu erinöztichcu. Wollte nicht vorher dcr Antragsteller leine statistische» Angaben, die er bald hier, bald dort vorbringt, sarnnreln und in Truct lege» damit sie gleichialls einer önentlichcn allgeineine» .stritit zugänglich seien -. »-l, Rlniisemitische Hcldcustrcichc.> ,>n Berlin snhrrcn in den lel.>ien Tagen des'verflosiene» Monats die Anti'emiten Ahtwardt'scher Richtring eines >e»er .stunststütke auf, welches ihre Wiener (tsenossen Tanl der r^eichictlichkeil und Serupellostgkeit ihrer Agilatore» cbensalls schon so o't.mit tLriolg angewendei j -. halte»: sie dränge» in eine von t^egnern einberiiscue Bersainnrlnug'und zerrori iirte» diejes.be' Tse Bersamintiing war. von der „Berein igst ivg z n v" Be tänipsn»g der Paeenhe he"'cinberusrii ivorde». Tie Antiieinilen tvaren u, belli»' Hansen elj>j,icne,i, uni) der ..Rgda» - begann sogleich, aiS der brlannle Schrislsteller .star^ S ch »e idt die Berlaunnlung crvisiiele und auch leiten wallte. Tie Anrijeniiie» uerlai^zien stülini'ch die Wahl rii e-) Burcari, und obivolg ein solches a»s dein Bcrein k>hon gebildet ivar, lai» man ihnen koch ioweit eiilgegeu, daß man zivei^Antisemit,-» atS Belsiver znließ Tie Redner von beiden ^Seiten ronrden sortwährend larnreud. unterbrochen. Plöplich lain es i» der 4iähc der Rednerbichnc zn einer Sästägerei. irr deren-Berlaus eS verschiede»-ttich dluiige stvp'e i'clste. ,-s>ve, heute ohiseigie» eiiiander, dann grin der. Line von ihnen znni Stock, der Andere zu einem Sinlst, und in wenigen A»ge»bliikeu entivickelte sich eine regelrechte .steilerci inii Sio.kc», Sliihle» und Bierseideln,- bis die Schläger von inebreren - SchublenicnanSeinandergeriiseu und znin Saale hinansgcträiigt ivärei,. An einer Seile des Saales lagen Tische und Stühle, von dcnc» 'sieben in Siücke gehauen waren, ivnst drircheinandcr.-^Rach cincr Weile ivar reköch die Rulte leidlich wieder hergestsllt, urid die Bersamnrlnng tagte weiter. Lin beträchtlicher The» der Beiuchcr Hatbe-Rich allerdings ent „ serr» Line -seit laug ging eZ rrun zirrnlich ruhig her. TaS Thema de-Z Boitrages des -Schriststellers-t^lanle»bnrg Hane „Fndeiistinici? und Anti ieniiienstinien" gelautet, und I,ov wiederholler Slörnngcn^gelang cs ihm, den Borirag. rvenii auch in abgelürzicr 4r,-ei>'e, zu Lude zu snnrcn. L»> .statisnta»» nginens B oto.l.dhielt liicrans eine regelrechte Hevrede gegen die Fndc». ssw iviitere'n Berlänke der B.erianvnlung kam eS aber zu einem .stampse der Anti stst»ite» unter einander. LS'trat nämlich der Schionermeii'tcr Htraie, welcher, bisher 'ür eine» der verbissensten Amiiemiteii gehalten ivurdez als Redner ,zrge» Ahlwaidf aut. Lr bezichtigte deni'rlbc.'e, durch .seine Broschüre^ „,',»den .ilinteil" sich des Handesverraths schuldig gemacht zn haben. LS bcdürse >n siranl | reich -icl>r nur eines zweiten Bonlanger, .um in Folge dieser Broschüre eine; ,strirgScrllär»ng an. Teutschlaild z» veranlast'en, das mit, untauglichen Flimcii.! -.nkgerüstet sei . LS 'entstand nun ein surchtbarer härin, r„,d kjie Autiseniiten ' rvendete» sich drohend gogerr ihren'bisherige» (^enonen. Ter Graveur st In ge.? zweiter' Borstbeuder des aüliseinitikchen „Teuticheii Bnudes sur'-Hebung dcs , Mittelstandes--, be-chirldigte .H.aaic des geleanlieii LhrgeizcS: er habe Stadt . verordneier ir>>rden rvolteir, und. da ihm kies nicht gelnngen, wende er irch lebt - gegen 'eine eliemaligeii. isienos'en Wieder erhoben stch-Siorlc und Fäuste.. Tas Rcdnerpodtnrn. ivurdr gestürini Ter Schrisikuhrrr des „Tcutichen Bundes tiir Hebung des Mittelstandes-, Weiß, 'chlng gni ei» lüdiiches Biilglied des-Ber lamiuiungsbiircaii ein und ivar' dasielbe vom Sinhl, du- Bersaininlung selbst j organisirte sich ivieder zn Schlachtab.hrilniigen Ta-^'aird sich schließlich der »der ' wachende Bolizeilirütenairl veranlaßt, dte Anstoiling der Bersaiiimlnng »ns 1 zniprechc», woräut ein zahlreiches An'gc.bot von Schnisteriien.sjrr -s.-nueunng -.der ansgeregien Menge iorgte.' } ' ' ■ /! > : i Aböls Wälsliir gkstkit die Slvlkcrci.i ,'en einer Ber-anrnNnlig der ..Lluisi I l-ih Sorialen" zu Berlin vonr hl' v. M. sagte Bro'esi'or- Adol> 'Wagner n. A.: \ „Wenn die ,' n d e» häii'jg iveiter löniine», >'o iniist'e» ivjr dabei anerteniien. das; sre '. idu viel u! eN i g e u z, ' e h r viel Fleiß, sehr viel Raäidenten iliid iekr viel Lm'igleit e i> nv i ä et u. LS ist ein'ach nicht, wahr, daß, n-eitu die Fuöen liüiti ti-imiifti, es ire'eiiitlch -chleä ie Bril'lei stird dpihnen dazu vu hcl'e». Tie Fnden'rage ist Nicht,der Säiiverpu'irtt der 'oeialjen Frage, und ivaie ste'eS, iviirde» wir rvabriäieiuuch in», unier'eru ivirrbnlrr'tnche« heben bald in ei» ganz saliches Fabr-waner loiziiirc». Man avir d »eil den Fr, den rechne» m »'',-» >r l s in in ei nein Faeior nn'eres Boll d leben s, bei, - in an nicht ein'ach ans'-bei de» kann, undwenn sich -.'.'ichstande zeuseii. Wird mau ne mit aiIge me i nen L'eiebcn betäinv'eu »irineir. lind »nit , ,N'ag »lan-inich rnbig angr-ei.'e„, verkränge>r laste ist' inich iiretu;" Wir U'ii'i'it - lrichi, ob Wagners >->ei,e>ii»g vonr langrvirrige» AnliieinitiSmuS errre vollb stärrkige fei und die rste'alir einer Reeidrve bereils ans'chlin;e: a>iä> ist es »nS nichl belanni, ob die ieit-dem 'liürliriue Bisinarrt'S in den Oberen Regionen . Preußens stch gellend »lachende Slröiniing.seine» Heiinngsbroeeß beivulr habe , — iedeinälls aber iind-'eine Worie berirerleris und beherzigenswerrb. Fii den Sirenen der Slestteriaiier haben ste lebba'ie Berstr-.ninnng!>ervoegern'e:: ■" :;r - :iuf wimifciiiitifdvu ^Iättoru: , I'ni nobile Iratr»in.i Tem diestvocheiiitichen Brlettasten de: .,Un ver'äl'chren Teirriche» Bö-orleenlnelmien mir 'oigende iiiterest'anie An: - rvorten: „Merk. Mont der Svr-.ngnng nur .'>" -ioruuruzen! U. d r^r. Sä,.- — erche,,berg .Prosit-den H7 .sto,,stanze» vorn 17. Avril II. d nbl. >», -- — „st ahte n berg. Fair die «'lrüße .-fprir I". Avril von der B ie r rcilr rage rät dc» vier nienossen besten Taut II d rör Sä''." — ..Rci-be»ber g. Brostr den I'> .stonstanzen 1'oin I I. April. II. d nie. Sch " — Tanelie» 'irrsten sich noch nn t ersäl'chte Grüße an „dinliäaranoi ir.e F ech i b r ,i d er" tz, .stremS und an i'echddino „.stasfecichweslerir", bei denen leider »ichl crsichuich gemacht ist, mir j wie viel .stoiistäuze» sian'ee sie rlrven Ritterrisi-org in die hini" ge-r>re>,gi haben.

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