Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 3 (6.1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4885084-6352745-6352963--1476-4886471- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
derBERLINE ,0€ E N U.O.BB BERLIN W62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 12. JAHRGANG JUNI 1932 . . t ' / ' . NUMMER 3; / 50)ahre UOBB. in Deutschland Aus An hiß des öOjährigcn Bestehens des Deutschen Distrikts L". O. B. B., der mit der Installierung der w. Deutschen Reichs- Loge um 20. Mär/. 11102 Begründet wurde, verunstaltete die liochw. Großloge in den Arbeitsstätten unseres Distrikts .1 u l> i I ii u in s t e i e r n, in denen vor allen Logen am gleichen Tage über W eg und Ziel unserer Gemeinschart von berufenen Vertretern der hvv. Großloge gesprochen wurde. Die Jubiläums-Fcstloge in Berlin fand am' 17. April 1002 in Form einer geschlossenen Loge stall. Der Beamtenrat sct/le sich aus den Vorstandsmitgliedern des Berliner Logen-Verhandes zusammen. Die Leitung der Sitzung lag in den Händen ilcs Verbands-Vorsit/endcn, Br. Lxrrüs. Hugo Bosenberg (Dill..), der mit einer kurzen Ansprache die Festveranstaltung nach v orangegaugenem Orgel Vorspiel cinleitcte. Die Festansprache hielt Br. Großschulzmeister Lxpräs. G. Bach (DHL.). .Anknüpfeiul an ein Wort unseres Altmeisters M a r e t z.k i, das dieser aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Ordens in Deutschland geschrieben hat, weist Br. F.xpräs. Bach mit scharfer Betonung auf die L i n Ii e i t unseres Distrikts als ein unumstößliches Postulat hin. Diese Einheit ist das erste Wahrzeichen für die Zukunft des Ordens. Wciin wir heute auf das vergangene halbe duhrhunderl zurückblicken, so bietet sich ein buntes Mosuikbild von Aufgaben, Forderungen und Bestrebungen. Mit beredten Worten zeichnete Br. B a c h, der bereits v ier Jahre nach der Begründung des Ordens demselben als damals jüngster Bruder mit besonderem Dispens der hvv. Großloge beitrut, den Weg unserer Gemeinschaft in dieser Zeit. Fr schilderte die Jahre des Anfangs, den inneren und äußeren Aufbau der Logenurbcit, den Siegeszug des Ordensgedankens durch Deutschland, das Werden der luV. Großloge, die aus der Zeit entstandenen Gedankenkämpfe und ihre Uchcnv indung durch das gemeinsame Wollen. Von Fenchel, dem Gründer, führte er seine Zuhörer zu M a r e t z k i, dem Schöpfer unserer Ordensideologie, zu Ti-1 uiciidiirfcr, dem begeisterten Propagandisten und Organisator der Ordcnsidec, und schließlich zu Leo Biicek, den wir heute als Führer unseres Ordens lieben und verehren. Als Leistungen des ersten hnlhcn Jahrhunderts be/eichnclc Br. Buch die Tatsache, daß wir 50 Jahre hindurch einen Kreis von Menschen im Namen eines Ideals erfaßt und Z.usummcngchnllcn hüben, Menschen, die uls' 'Präger unserer Idee nicht nur in unserem Kreise, sondern innerhalb der deutschen Judenschafl die Ideale unseres Ordens verwirklichen. — Fine der bedeutendsten Leistuugcn nannte Br. F.xpräs. B a e h die Tatsache, daß der Orden ■ u.n I e r A n e r k C n u u n g d c •. I! e c h I s «1 e r v e r s c h i e d e n e ii 11 i c h I u n g e n einen gemeinsamen Boden geschaffen und bewahrt hat. der im deutschen Judentum diis Gefühl der -Verbundenheit und der Lin heil lebendig halten hilft, Md Befriedigung' durfte Br. l.xpräs. Bach fcSlstcllen, «laß die I.oge zu allen Zeilen die -neutrale Plattform für alle Anschauungen, alle L'chcrzcugungcn, auch .die jüdisch-politischen Leberzeugungen, geblieben ist. Sie ist tlie Insel im Meer -des jüdisch-politischen Parleilcbens, deren befriedende \\ irkung über unseren engen Kreis auf das gesamte jüdische Leben in immer stärkerem Mutte •ausslrnldcn soll. All jeden unserer Brüder ergeht heule .wie immer' der dringende Hilf, stets die Sache und davGun/.e über die PuUcidoklrin zu stellen und dahin zu wirken, (laß die Gesamtheit nicht Schaden leidet.' . . r Mit Befriedigung darf der Orden auf die von ihm' geleistete so/jale Arbeit zuriickblicketi.' Die Schul fang einer Organisalion zur Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen, die Bekämpfung des Mädchenhandels, Fürsorger für Kinder, für Säuglinge und Schüler,. Kinderhorte, Kinderheime und Kindergärten. Chanukkahlind Puriuibcsclievtmgcii, Ferienkolonien, IInndrcrligkeilsuntercicht, llatishallungsschulen, Mädchciiheinie, Fürsorge für Alle und Sieche, Waisenfürsorge und vor allem die Organisation des, jüdischen Arbeil-snachwciswescns sind Merksteine auf diesem Wege. UNSER LOGENHAUS Wir fordern das Interesse unserer Brüder für unser I.ogenhaus, das wirtschaftliche Kückgrut unserer Logen! Wir bitten unsere Brüder, alle ihre Veranstaltungen, Familienfeiern usw. im Logenhause auszuriehten. Alle Brüder, die in jüdischen Organisationen mitarbeiten, müssen sich dafür einsetzen, daß die ihnen nahestehenden Vereinigungen ihre Tagungen und ihre Fcs'te in unseren geschmackvoll renovierten Räumen abhalten. , Unser Haus, bietet den bc<f5n Rahmen für jede Veranstaltung, und es dürfte bei der gegenwärtigen - Zeitlage angemessen sein, gerade jüdische Veranstaltungen in einem jüdischen Hause, in jüdischer Umgebung abzuhalten. .Unsere Preise tragen den .Zeitverhültnisscn in weitestgehendem Maße Rechnung. ] ~ Der Ausschuß für die gemeinsamen Angelegenheiten der Berliner Logen U.O.B.B., Norden.