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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1931-12-01 · 9 (12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
11 (1931-1932)
Issue
9 (12.1931)
Date
1931-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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/ derBERLINE OGENU.O.RB. BERLIN W62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 11. JAHRGANG DEZEMBER 1931 * » NUMMER 9 Festlöge aus Anlaß des Ordenstages am IS. 'November 1931. Der Verband der Berliner Logen Ü.O.B.B. hatte die in Berlin wohnenden Brüder unseres Ordens zum Mittwoch, den 18. November, zu einer Festloge aus Anlaß des Ordenstages eingeladen. Eine große Anzahl von Brüdern war diesem Rufe gefolgt. Br. Exprüs. Dr. Heinrich Elkeles (A.G.L.) eröffnete die Festloge mit den ritualmüßigen Worten nach einem Orgelprüludium, das von Br. Max Wachsmann (J.F.L.) vorgetragen wurde. Die Festrede hielt Br. Präs. Hugo Jlosenberg (D.R.L.), der Vorsitzende des Logen-Verbandes. Der Redner wies unter Angabe der einzelnen Daten auf die Begründung des Ordens und auf seine Verpflanzung nach Deutschland hin. Er streifte die Gründung der" ersten Deutschen Loge und der Großloge und warf die Frage auf: Was hat uns der Orden gegeben, was gibt er'uns, und was muß er uns geben? Der Redner führte in diesem Zusammenhänge u. a. weiterhin aus: ' „Der hochwürdige Großprfisident hat vor Jahren einmal in einer bedeutsamen Rede über. Bildung und Bindung gesprochen. Diese Gegenüberstellung hat, auf die heutigen—, Verhültnisse übertragen, an Aktualität noch wesentlich gewonnen. Wir dürfen feststellen, daß die Definition des Begriffes Bildung oft genug nach rein geistigen Gesichtspunk-' ten getroffen wird, ugddaß der wahren Bildung, nämlich derjenigen des Herzens, nicht immer die richtige Wertung zuteil geworden ist. Bei allem schuldigen Respekt vor den hohen geistigen Fähigkeiten eines ^enschen muß es uns immer mehr und igehr ins Bewußtsein eindringen, daß wir vor allem die Herzen unserer Brüder brauchen, und daß es zu einer Synthese zwischen Kopf und Herz, also zwischen Bildung und Bindung kommen müsse. Die uns durch uqpere Logen und durch den Orden geschaffenen Bindungen können gar nicht hoch genug gewertet werden; sie geben uns die Befähigung und den Willen, uns über 'die Not und das Erbärmliche der Zeit zu erheben und alles Hohe und Geistige in uns zu kultivieren. Sie,, meine lieben Brüder, stimmen mir gewiß zu, wenn ich sage:- Unser geliebter Orden wird jedem, der ihn richtig versteht und würdigt, zum unentbghrlichen Bestandteil des Lebens,;zum Former und Bildner des Charakters Werden können.' —! Was uns d6r Orden gegeben hat? — Ich nenne von vielen niir zwei Institutionen, von denen jede ein Programm bedfeuiet: Logenheim und Toynbec- Iialle. Wfenn wir weiter nichts geschaffen hätten als diese beiden Einrichtungen, fürwahr! es wäre genüg. Aber wir' haben darüber hinaus in unseretn Orden einen Tempel wahrer Humanität geschaffen, der uns idie Eignung gibt, Kämpfer im Ringen um das- Wertvolle im Leben zu -sein. Sehen wir uns einmal um, meine lieben Brüder! Ein sturer, ungezügelter Fanatismus beherrscht die Menschen unserer Zeit Die Wellen der Mißgunst, des Hasses lund der Brutalität drohen zur Sturmflut anzuwachsen und alles mitzureißen, was wir unter Kultur lund Zivilisation verstehen. Der Typ Massenmensch hat sich in Triebmensch, ja, in pTiermensch ausgeweitet Selbst Ordensbildungen, die der Humahität gewidmet sein: sollen, har ben sich an 'dem heiligen Geist einer wirklichen Humanität vergangen, indem sie den Antisemitismus teils dulden und teils sogar pflegen. Air eipem ’ntonumentalen Ordensbau prangt das stolze Wort: „Humanität!“! Was müssen sich die in ihm arbeitenden Menschen wo|il unter diesem stolzen Wort vorstellen?! Wahrlich, möchte! ich mit Nietzsche sagen, dieser Typus Mensch ist etwas, .das überwunden werden muß! Wir wissen,'daß es in der. Welt nicht nur Philosophen und Heilige gibt, aber die Frage von Inhumanität und Vorurte haupt noch etwas heilig ist. L weit- und menschenumfassende muß erlaubt sein, ob solchen, len erfüllten Menschen überns lehren unsere Ordensgesetze Liebe. Wir werden trotz aller Anfeindungen nach diesen ({besetzen leben und wirken und uns nicht irre machen lassen in unserer Treue zu unserem ewige Antagonismus zwischen n unserer Vaterlandsliebe und angestammten Glauben. Der Juden und Nichtjuden findet beschämenderweise seine Erweiterung in einem solchen zwischen Juden und Juden. Und dies ist, fast das traurigste Kapitel. in dieser an sich 'schon! recht traurigen Zeit.“ Der Redner geht im weiteren Verlauf seiner Ausführungen auf den Zwiespalt in der Berliner Jüdischen Gemeinde ein und kommt im Zusammen lang d|mit zu folgender Mali- Anielfl«nv«rwaltung: BRÜDER-VERLAGSGESELLSCHAFT M. B. H. BERLIN W62, KURFORSTENSTRASSE 115/1« FERNRUF: B5 BARBAROSSA 4760 U. 9181 rlft druokt: Unter« Zaltaohi ARTHUR SCHOLEM / BUCH- U. STEINDRUCK BERLIN SW68, ALEXANDRIrfiENSTRASSE 134 FERNRUF: F 1, MOpITZPLATZ 4286 4

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