Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 11 (1931-1932)
- Issue
- 8 (11.1931)
- Date
- 1931-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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derBEßLINE BERLIN W 62, KLEISTStR. 10, LOGEN HAUS 11. JAHRGANG NOVEMBER 1931 NUMMER 8 Die Trauerfeier für Berthold TimendoHer Die Großloge für Deutschland VIII tT.Ö.B.B. und der Verband, der Berliner Logen U.O.JJ-.B. veranstalteten am Sonntag, dem 1. November 1931, im Logentempel eine Truuerfeier für den heimgegangenen Ehren - Großprüsidenten unseres Distrikts, Br. Berthold Timendorfer. Zu. dieser Feier hatten sich neben den Mitgliedern der hw. Großloge und des Verbandes der Berliner Logen U.Ö.B.B. eine große Anzahl von Brüdern der Berliner Logen sowie die Vorstandsmitglieder der Schwesternvereinigungen' des Berliner Distrikts versammelt. Auch die Angehörigen des teuren. Entschlafenen nahmen an dieser Feier teil. Ein Harmonium-Vorspiel (Br. Magnus Davidsohn) leitete die ernste Feier ein. Namens .der hw. Großloge für Deutschland sprach Br. Großprüsident Leo Baeck. Er zeichnete das Lebensbild des Entschlafenen, der, wie keiner vor ihm, der Großprüsident und Führet] einer ganzen Generation, der Repräsentant einer Epoche war. Der Heimgegangene war ein Sohn seiner Zeit, des alten, frohen und heiteren Deutschlands; ihm war es Bedürfnis des Herzens, Gutes zu 'tun und Freude zu schenkeii aus Liebe zu den Brüdern, zu den Menschen. Die Ausgeglichenheit und Heiterkeit seines Wesens flössen aus dem selbstlosen Wunsche, viele an seinem Empfinden teilnehmen zu lassen. - Mehr noch uls durch das Wort hat er durch seine/ Persönlichkeit, durch seine liebenswürdige und liebenswerte Art für den Oj-den geworben und im Orden gewirkt, der ihm zum Glück und! zum Inhalt seines Lebens wurde. Wo immer er auch war, ward er zum Mittelpunkt unter den Menschen, nicht zwingend, aber bezwingend durch die Liebenswürdigkeil seines Wesens. Das tiefste Innere seiner Natur offenbarte sich in seinem Verhältnis zu seinem Nachfolger im Amte des Großpräsidenten, den er neidlos neben sich sichen sah. Das ist ein starker Beweis des menschlichen Adels in Berthold Timendorfer: daß er in immer gleicher Güte sich die Freude und die Würdigung für das Wirken des Anderen zu bewahren wußte. Wer ihn kan ite. wird ihn immer besitzen. Was er uns war, bleibt uns t rhaltcn. Der Trauer der w. Berthold Auerbach-Loge, aus der Br. Ehren-Großpräsident Timender fer hervorgegangen war, gab deren Präsident; Br. Max Simon-, Ausdruck: Wenige Tage sind vergangen, seitdem Berthold Timfcntlorfer seinem Wunsche entsprechend von einem kleinL-n Kreise ztir Rtihc getragen wurde. An dieser Stätte, an de' er jahrzehntelang gewirkt hat, soll noch einmal in Ehrfurcht u ld Liebe seiner gedacht werden. Als er 1883, im Alter von 30 Jahren, in die Berthold Auerbach-Loge eintrat, wurde für sein Leben und für unserii dieser Schritt richtunggebend n Orden. — Nach kurzer Zeit wurde er durch das Vertrauen seiner Brüder zu dem Amt des Präsidenten berufen. Vor 1898 bis 1924 war er Großpräsident des deutschen Distrikts. Als ihm im Jahre 1923 l ei der Feier der 25.. Wiederkehr seiner Wahl zum Groß Präsidenten 'Worte der Dankbarkeit und Liebe gewidmet wurden, erwiderte er in seiner Schlußanspi'ache, daß~ er -den Orden drei Dinge als sein Testament ans Herz lejüe:- Au rechlerhaltung der' Neutralität, Heranziehung der Frauen und der Jugend zur Ordensarbeit. Jedem politischen und persönlichen Kampfe abhold, wur ihm die Bewahrung strengster Neutralität selbstverständlich. Sein ausgleichendes und versöhpen les Wirken, seine gütige und warmherzige Art machten ihn Mittler bei allen Streitigkeiten Die erste Ansprache, die er hielt, behandelte das Thema zum geborenen Schlichter und und Meinungsverschiedenheiten n der Bertfiold Auerbach-Loge „Nathan der Weise“; es darf gesagt werden, daß diese Thci nenvvnhl für ihn richtunggebend wurde. Seine Milde und Abgeklärtheit verlieh ihm.den Bing/ der die Kraft gibt, vor Got Timendorfer. Niemals gefiel Tätigkeit als Führer des Ord und Menschen ungesehen zu sein. Das Hohelied der Toleranz,* .das Lessing in seinem Drama anschlägt, paßt, auf niemanden besser als auf Berthold er sich in seiner langjährigen :ps in der Rolle des absoluten DIE OEKONOMIE DES LOGE NHAUSES wird vom 1. November 1931 ab von Herrn Bernhard Rosenbaum betrieben. Herr Anzahl von Brüdern als früherer Besitzer des Restaurants „Augsburger Hof“, Berlin bekannt sein dürfte, wird sich bemühen, allen Ansprüchen, die mit Recht an eine Oek Hauses gestellt werden, zu entsprechen und durch zeitgemäße Preise den Verhältnisse glauben, ihn unseren Brüdern auch für die Veranstaltnng ihrer Privatfestlichkeiten angel$g< DER GEMEINSAME AUSSCHUSS DER BERLINER Rosenbaum, der einer großen W 50, Augsburger Straße 23, onomie vom Range unseres n Rechnung tragen. — Wir Entliehst empfehlen zu können. LOGEN U. O. B. B;