Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 11 (1931-1932)
- Issue
- 7 (10.1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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derBEBUNE O6ENU0.BB BERLIN W62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 11. JAHRGANG OKTOBER 1931 NUMMER 7 rEhrengroßpräsideiüBerthoid^imendorifer Von Br. Maximilian Stein. „Wehe dem Zeitalter, das seine Führer verloren hat!“ » Am Ausgang der verklungenen Feiertage hat unser langjähriger verdienstvoller Führer, der ehrwürdige Mentor unseres Ordens, uns für ewig verlassen, erlöst von schwerem Leid, das ihm die letzte Zeit seines harmonischen Lebens kummervoll gestaltete. In tiefbewegter Trauer stehet^ wir an seiner Bahre. Der talenfrohe, sieggewohnte Optimist, der strahlende Wellweise und Lebensphilosoph konnte den schmerzlichen -Verlust seiner ihm vor wenigen Monaten im Tode vorangegangenen geliebten Gattin nicht verwinden. Krankheit, die Rückwirkung der allgemeinen Depression, haben seine Kräfte aufgezehrt. Unendlich wehmutsvoll war der resignierte- Blick, mit dem er sich von mir verabschiedete, als ich ihn noch kurz vor seinem Heimgang besuchen durfte. Das Wenige, was er da noch zu mir sprach, betraf den Orden. Der Orden war ihm bis zum letzten Atemzuge Lebensinhalt. Kein anderes Interesse überwog. Dem Orden widmete er Jahrzehnte hindurch seine Liebe, seine Tatkraft. D ganzes Silanen und Trachten. Unter seinem Präsidium erfuhr der Orden in Deutschland den 'großen Aufschwung, den umfassenden blühende, erfolggekrönte Entwicklung, ih Deutschland das Gepräge verliehen, seiner mehr als 25jiihrigcn Amtszeit eben; owolil vom „Timcndorfcr Orden“ sprechen können. Das ist das Bezeichnende an ausgeprägten Individualitäten, daß ihre Umwelt mit ihnen eins wird. Es war schwer abzugrenzen, wo Berti old Timendorfer aufhörte, der allgegenwärtige Ordensmann zu sein, und ko der Orden aul'hörte, die \\ csens: üge seines Führers zu zeigen. Die Identität verschmolz. Auch als Berti old Timendorfer sich vom Großpräsidium zurückzog, blieb er Führer < hne das Amt des I ührers. Keiner war so glücklich lind befriedigt wie er selbst und keiner empfand eine so starke Genugtuung darüber daß ein Berufener an seine Stell: trat. Berthold . Timendorfer hatte sich noch auf der Höhe seiner Tatkraft zurückgezogen, um Man* nern mit frischen Impulsen und neuen Gedanken Platz zu machen, weil er die Wichtigkeit einer fortschreitenden Erneuerung erkannte, weil er fühlte, daß auch Ideen und Ideale ewig neu geboren werden. , Mannte man die besten Namen, wurde auch der seine genannt. In weitesten Kreisen des Iner Orden erfüllte sein und Auslandes, in der Gemein de, in allen großen jüdischen Institutionen und Weltorganisationen wurde Berthold Timendorfer hoch verehrt. Wir liebt :n ihn. Uns war er mehr als Ausbau, die Er hat unserem Bunde er fügte den Orden zu dem stolzen Bau, den er heute darsUlll. Das Berliner Logenleben, aus dem dessen Phasen er aufs engste verknüpft am Herzen. Eine unserer Berliner L Jubiläums-Loge, ‘ führt seinen Namen. er hervorgegangen, mit war, lag ihm besonders ogen, die Timendorfer Man hätte während 'und' Wegweiser, uns war er ng der Seele, er war unser bcwir fanden die erstrebenswerleunseres Idealismus in ihm verlaulcren Charakters, von un- Führer und Meister, Lehrer Freude des Herzens, Erquickt stes Ich, unser aller Vorbild; sten Tugenden, die Hochziele körpert. Aufrechten, kristallklaren crschöpflicher Herzensgüte, v jn nie versagendem'Seelenadel, war uns Berthold Timendorfer der vollendete Logenbruder.