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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1931-09-01 · 6 (9.1931) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
11 (1931-1932)
Issue
6 (9.1931)
Date
1931-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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I derBERLINE 0€! EN UO.RB 1 BERLIN W62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 11. JAHRGANG SEPTEMBER 1931 NUMMER 6 t Ordensgedanken zu Rosch Haschana Von Br. Präs. Georg Herlitz (Montefiore-Loge). ■; i) Wenn diese Zeilen in die Hände unserer Berliner Brüder gelangeln, liegt das Rosch Haschanai-Fest bereits hinter uns, rüsten wir uns und mit uns Millic nen von Juden auf der ganzen'Welt dazu, den höchsten rel giösen Festtag des jüdischen Jahres, den Gipfelpunkt der Jamim Noraim, die am Rosch Haschana ihren Anfang nehmen, den Jom Hakippurim, zu begehen. Immer wieder, wenn ich mich i m Beginn des jüdischen Jahres dieser ergreifenden Tatsache gegenübersehe, daß Tausende von Menschen, die ein ganzis Jahr lang in völliger Entfremdung und Ferne nicht nur von der 'jüdischen Tradition, sondern schlechthin von jeglicher religiösen Lebensrichtung leben, den Weg zur religiösen Betätigung zurücksuchen, steigt in mir die Frage auf: Was bedeutet dieses seltsame Phänomen, wo ruhen seine psychologischen Wurzeln? Oder ist es etwa nicht seltsam und merkwürdig, daß ungezählte Tausende von Menschen, für die in Jahres das Religiöse, der Gedanke schlechtinnigen Verbundenheit und Weltganzen und dem in ihm wirkejr und Aufgabe allerletzten Ranges isl sagen, daß sie für sie gar nicht vorhanden ist — plötzlich doch wieder dem Einfluß dieser Macht des Religiösen erliegen? Man nennt uns Juden doch es wohlwollend und liebenswürdig gedruckt, ein „Volk von Rationalisten“, und wenn man der Feindschaft gegen uns keine Zügel anzulegen geneigt ist, „ein Volk von Händlern und Schacherern“, das, jeder idealistischen Gedankenrichtung bar, nur dem egoistischen, materiellen Lebenstriebe huldigt. Hier stimmt doch etwas nicht. Wie kann eine Gemeinschaft von Menschen, die angeblich so ganz dem Materiellen verfallen ist, in Millionen ihrer Glieder an drei Tagen des Jahres so ganz ihrer ihr eigenen Geisteslichtung enlraten und in dem Suchen nach den letzten geistigen Dingen und der Verknüpfung mit den höchsten sittlicher Ideen ihrer Seele Sehnsucht bekennen? 1 Hier stimmt doch :twas nicht! Und stimmt doch, wenn auch n einem anderen Sinne. Denn eben jener Dualismus, das Bewußtsein der natürlichen Abhängigkeit von den menschlichen allzumenschlichen Trieben des Egoismus und die sich dagegen wehrende, aus dem Ethos und Pathos der jüdischen Geistigkeit mit immer neuer Kraft slröipende Sehnsucht nach Uel erwindung dieses Niedrigen, sind das Charakteristische der jüdischen Kollektivseele. Um es mit einem der tiefsten Gedanken Martin Bubers zu sa-' dem langen Ablauf eines und die Empfindung der Abhängigkeit von dem nden Geiste, eine Frage um nicht brutal zu den Weg zur Einheit, deren, letztes Symbol das Göttliche ist, zu finden. So löst sich der Widerspruch, auf den wir liinwiesen, beantwortet sich die Frage, von der wir ausgegangen sind. Wenn wir ehrlich gegen uns selber sind — und auch zu solcher Ehrlichkeit gegen utas selber, ja zu ihr besonders ruft uns die sittliche Macht der Jamim Noririm auf — dürfen wir vor dieser Erkenntnis die Augen nicht verschließen: es sind, je nach der PräfSonderanz des Hohen und des Niedrigen in der Seele des Einzelnen, die1 egoistischen oder die altruistischen Triebe, die den jüdischen Mensehen von Jahr zu Jahr der gewaltigen Macht der „ehrfurchtgebietenden Tage“ erliegen lassen. Oder wollen wir etwa leugnen, daß so mancher am Rosch Haschana und Jom Kippur die Anknüpfung und Anlehnung an die göttliche Macht nur sucht, \yeil ihm die niedrige Furcht vor der strafenden Macht eines Frevel und Sünde rächenden Gottes die Seele beunruhigt, und daß nur die Besten und Lautersten von tiefem religiösem Empfinden, von der Sehnsucht nach einer besseren Welt und Menschheit und dem Wunsche, an ihrem Aufbau mitzuwirken, in die Andacht 1, iimiiiiiiiiiiiwiiiiiiiimiiimiimiiminmiuiimiimH«MiHH<iiiniiiiiiiiiiiiiwiiiiiijimiiiiiuiiiiMiniiiiimiiiiiiMiHiiiiiHii!tmimii gen: die jüdische Seele ist in einem Zerrissenheit, dem Zwiespalt, dem ewigen Kampfe, aus der Dualismus der Triebe, ■Wir bitten die Brüder, die I' nejbenslehende Anzeige , ' „Des jüdische Haus Berlins" freuncjlichsf f zu beachten. Wir fordern das Interesse, unserer prüder für unser Logenhaus, das wirtschaftliche Rückgrat uiserer Logen! Wir bitten unsere Brüder, alle ihre Veranstaltungen, Familienfeiern usw. im Logenhause auszurichten. Alle Brüder, die in jüdischen Organisationen mitarbeiteriL müssen sich dafür einsetzen, daß die ihnen nah ‘stehenden Vereinigungen ihre Tagungen und ihre Feste in unseren geschmackvoll renovierten Räumen abhalten. S Unser Haus bietet den beste i Rahmen fjür jede Veranstaltung, und es dürfte bei der gegenwärtigen [Zeitläge angemessen sein, gerade jüdische Veram taltungen in einem jüdischen Hause, in jüdischer Umgebung abzuhalten. Unsere Preise tragen den Zeitverhältnis9en irt weitestgehendem Maße Rechnung. Der Ausschuß für die gemeinsamen Angelegenheiten der Berliner Logen U.O.B.B., Siehe Anzeige! Norden. iiiniuuiiiiiuimiiiiiuimiiuuiuiiiuiniiiiiiiniuimuniiiiimiiiiiiimiiiiiimiiminiimimiiiuimiuiiiimmnimmmiiiHuiiiuiim

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