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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1931-05-01 · 2 (5.1931) · p. Seite 21

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
11 (1931-1932)
Issue
2 (5.1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 21 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O. B. B. Seite 21 Zum Thema: Die außerordentlich grof e Bedeutung, die den Ergebnissen der [.ehre vom Weser der menschlichen Gesellschaft und der menschlichen Beziehungen allgemein heigemessen wird, gab Veranlassung zu diesem einfahrenden I Referat. Es sollte im wesentlichen dazu dienen, Iden Hörern in einer knappen Darstellung Begriff und Inhalt der Soziologie nälierzubringen. Darum wurde von einfachsten Fragen, wie etwa von den Beziehungen der Hausfrauen zu ihren Hausangestellten, ausgegangen. Um den W andel der Anschauungen kurz zu kennzeichnen, wurden die im Laufe der Zjeit zunächst einmal tatsächlich zutage getretenen Veränderungen in bezug nuf die menschlichen Beziehungen a lfgezeigt. An kleinen Beispielen aus dem täglichen Leben'Wu-de erklärt, wie wir zum Begriff der Masse, zum Begriff der bürgerlichen Gesellschaft gekommen sind, wodurch sich d e „Gesellschaft“ von der „Gemeinschaft“ unterscheidet, wie sich das Verhältnis jeder Gruppe zu jeder anderen C truppe durch I besondere Gesetze bestimmen läßt, und wie namentlich die heutige Judcnheit vom soziologischen Standpunkt aus betrachtet, eine ganz eigenartige, von bestimmten Gesalzen abhängige, mit bestimmten Erscheinungsformen ausgesta .tete Gemeinschaft darstellt. Der grundlegende Unterschied zwischen „Gesellschaft“ und „Gemeinschaft“, der durch Vergleiche zwisjehen kultivierterer, künstlicherer, großstädtische und oft noch primitiver aber festgefügterer kleinstädtisch ländlicher Lebensform verdeutlicht wurde, führt gerade dann zu wichtiger! Folgerungen, wenn inun ihn auf die Gemeinschul t der deutschen Juden anwcndcl. Es wurde auch darauf verwiesen, wie die Spannungen im innerjüdischen Dasein, die leider oft zu leidenschaftlichen Kämpfen führen, vom Standpunkt der Wissenschaft aus angesehen, sehr häufig in ein Nichts zusammenschrumpfen und wie infolgedessen unnützer Kraftaufwand upd unnütz ins Werk gesetzte Polemik ohne jeden Leben vergiften. Die Begriffe „Gemeinschaft“ und „Gesellschaft“ führten zur Erläuterung der sog. „so: ialen Differenzierung“, wobei insbesondere die Gruppierungicrscheinungen innerhalb der heutigen jüdischen Gesellschaft n Deutschland Umrissen wurden. Beispiel diente der Gegensatz .der Juden vom Alcxanderplatz und wurde hervorgehoben das trotz Als hervorstechendstes Gemeinschaftsbildungcn der vom Kurfürstendamm; dabei Deutsche inneren Erfolg das öffentliche Dem Orden gehören nicht!mehr an: Reichs-Loge. Siegmund Rochelsohn, N 54, Schönhauser Allee 9a. Moritz Salomonski, WilmsdL, Rüdesheimer Platz 1. Berthold \uerbach-Log<J: Walter J a f f e, W 15, Fastnenstr. 61. Dr. Eduard Fränkel, Charl. |2, Bismarc|cstr. 114. Sallv Gronem, C 2, Kaiser-W’ilhelm-Slr. 1. Paul Jacobson, W; 50, Eudipester St'ij. IT. Herbert Levy, NW 07, Eycke-von-Repkow-Platz 5. Isidor Strelitz, NW 07, W'ullenweberstr. 45. Timendorfei Dr. Leopold Schutz, O Felix Philippsborn, CI j|ibiläums-Loge. Ifoppenstr. ,93. arli 9, Kirschenallee 1 c. schritt, der Kontrast dernier cri auf der einen des äußeren Lehens auf der „Einleitung in eine Soziologie der deutschen Juden' Ein Vortrag in der w. Berthold Auerbach-Loge, Autorreferat von Br. Dr. Ludwig Hollunder (Sp.-I..). beiderseitig vorhandenen Kulturw illens zeitliche Auseinander? fallen von wirtschaftlichem und kulturell-zivilisatorischem l’ortzwischen unausgesetzter Befolgung des und der viel stärkeren Solidität underen Seite. Die-Voraussetzung gen des wirtschaftlichen Aufstiegs bis zum Kricgabcginn und die durch die tiefgehenden ökonomischen und sozialen Umwälzungen der Nachkriegszeit hervorgerufenen Veränderungen innerhalb dieser Gesellschaft aber die wirtschaftliche Not wurde’ näher charakterisiert. Daß unter den deutschen Juden keine Katastrophe fär ewige Zeilen bedeute und uns nicht pessimistisch stimmen dürfe, sollte uns die an Wellenbewegungen reiche jüdische Wirtschaftsgeschichte lehren. Im Zusammenhang dam|il stand die Erörterung der Namcnsableitung und des Begriffs „Proletariat“ sowie der wichtigen Frage, ob es richtig sei, von einer Verprolelnrisierung nichtprolelarischcr Berufsgruppen zu sprechen. Es wurde nachdrücklich betont, duß der ijn jüdischen Kreisen vielfach laut gewordene Wunsch, ein Proletariat auch innerhalb unserer Gemeinschaft zu schuffen, vjeder vom allgemein menschlichen, noch vom jüdischen, noch viom deutschen Standpunkt aus begrüßenswert sei. I Die soziologischen Gcscjtze der sozialen Auslese und der Anpassung, das Machtprinzip, das Streben, vveiterzukommen, das Gesetz der Verinnerlichung würden die jüdische Gemeinschuft wie bisher erhalten. Auf Grund dieser Bei ruchlting wurde schließlich versucht, eine Psychologie der jüdischen Jugend zu geben, die in ihren seelischen Vorauss ilzungen im einzelnen den Willen;gnd wiederspiegelt. In . einer Zeit, fallen und eine neue Wirklichkeit nalurnotwendig revolutionär wer- und zur Bildung andersartiger soziologischer Beziehungen luhdrüngen. Die Weckung des Verständnisses für diese Bestrebungen erscheint auch vom Standpunkt der Aelteren durchaus begreiflich uncT bfltigensw ert. der gesamten heutigen Ju in der ulte Voraussetzungen entsteht, müsse die Jugend den, anders und neu denken Neuaufnahmen Dr. Deutsche Reichs-Loge: W ilhelm Karo, M lfj, Sächsische &tr. 72 (früher Jeliuda Hulevi-l.oge). : Mont^fiore-Loge: Direktor Sam. Milwlds^cy, W 30, Speycrer Str. Spinoza-Loge. Richard M e i d n e r, Nikolassee, Alcmannenstr. 14 a (früher J. H.-L.). Wilhelm Strauß, 18. S 14, Dresdner Str. Abraham Geiger-Loge, 94. / Bleiblreustr. Hjl. Martin-Luther Str. 17 (frä- Sully D u w i d o w i l z, Cltorl. 2, Direktor Eugen R u b i n o. Iw 30, her M.-L.). Alfred Stern, WilmsdL, Nlansfeldcr Str. 32 (früher A. E.-L,). Gabirol-I.ogc. Adolf B a e h r, Zehlendorf lefiore-Loge). Dr. Siegfried E p p e n s l e Dr. Michael Trau b, W West, Alsenstr. 123 (früher Moni n, SO 16, Engelufer 3. HO, Ht)berlondstr. 5. '

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