Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 11 (1931-1932)
- Issue
- 2 (5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4885084-6352739-6352944--1307-4886316- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
derBEBli 0€i EN UQBE BERLIN W62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 11. JAHRGANG MAI 1931 NUMMER 2 Jahresbericht der Gabirol-Loge Im ersten Arbeitsjahr der such unternommen, an Stelle Gabirol-Loge wurde der Vervon Einzelvojrtriigcn bestimmte Stoffgebiete in vorgeschrieben« n Vortragsreihen zu bearbeiten und hierbei nach dem Vorbild die VortrSge nur als Referate der seminaristischen Uebungcn kurz zu gestalten, dagegen das Hauptgewicht auf die anschließende Aussprache zu legen. Dieser Versuch wurde auch durchgefQhrt und kann als gelungen bezeichnet werden. Als erstes Thema wurden die Zehn Gebote behandelt. Eingeleitet wurde der Zyklus dur«h einen Vortrag von Br. Arnold Zweig, der die Zehn Gebote einer psychologischen Analyse unterwarf und ihre pädagogische Wirkung Nachwelt, auf Juden und später Nichtjuden untersuchte und vierstündige Zyklus wurde von Br. Emil der modernen Psyich in einem Aufhierbei zu interessanten Schlüssen im Sinne chologie und Pädagogik gelangte, die er a satz in der literarischen Well veröffentlicht;. In einem zweiten Vortra;; wurden diu Beziehungen der Zehn Gebote zum älteren Gesotz von Ham« Auerbach dargelegl, in einem dritten von llr. Jakob Klatzkin die Bewertung der Zehn Geix te im nachbiiilischen Judentum, insbesondere im Talmud behandelt. Als zweiter Zyklus folgte pin kursorisch das Neue Testament mit Lektüre ausgewi ihlter Stellen. Der auf Umwelt und er Ueberblick über Cohn geleitet und Maietzki-Abend in der Wer sich mit dem Wesen in unserem Ordensdistrikt, beschäftigt, leist« t Ordensarbeit vornehmster Art an anderen und Orden nicht übliche Titel „M unwillkürlich beigelegl worden, weil die Bezeichnung „Führer“ hier zu wenig bedeutete, weil Ausläufern und Verästelung Maretzki die Ordensidee in allep en beherrsch te, weil es einen Widerspruch zwischen seinem, das ganze fassenden edlen Wollen und wir das alles, so oft wir Mitbrüder mit ilu innerlichst empfanden. Der C lebnis neben anderen, sondern Brüdern erkennbaren Weise einen dem Orden gewidmeten Er war nicht nur Lögcnprü Aus dem Referat von Br. Exprüs. Maretzkis, dos großen Erziehers an sich. Der sonst in unserem ister“ ist de n Dahingegangenen Ordensgebiet umgroßen Können nicht gab, weil m zusammenkamen, rden war ihn nicht nur ein Erer erlebte in einer den anderen sich selbst «lauernd bewußt als wahrhaften Bruder und Führer. >ident und Großpräsident, Vorsitzender wichtigster Aussch Isse, er redigierte Propagandaschriften für den Orden, ver ’aßte die Ge« chichte des Ordens in Deutschland während der ersten 25 Jahre, leitete fast allein bedeutete für viele, namentlich für die Mehrzahl der teilnehmenden Damen, eine erste Bekanntschaft mit dem Neu«m Testament. Der dritte größte Zyklus behandelte in sechs Arbeitssitzungen die ncuhebräischc Literatur und Philosophie. Da das Stoffgebiet für eine erstihöpfende Behandlung in' der Loge zu umfangreich ist, wurden einige Repräsentanten der ncuh'ebräischen Literatur und Philosophie als Typen herausgegriffen, und zwar (nach einem einleitenden Uebersichtsvortrag) Luzatto (Das Verhältnis von Glauben und Wissen) (Br. Max Wiener), Krochmal (Der Sinn der jüdischen Geschichte) (Dr. Rawldowitsch), Achad Haatn (Zionismus als Kulturaufgabe) (Br. Max Strauß), Bialik (Der Uebergang vom alten Judentum zum neuen Volkstum) (Br. Siegfried Hirsch), Berditschcwski (Das Eindringen europäischer Weltanschauungen in cjps hebräische Leben) (Berditschcwskis Sohn). . ', i Trotzdem das Leben der Loge naturgemäß unter der Ungunst der Zeit in verschiedener Hinsicht zu leiden hatte, ist das Interesse der Brüder an den Arbeiten fast durchweg ein lebhaftes gewesen, und man geht mit efnem freudigen Optimismus der nächsten Arbeitsperiode entgegen, in der Hoffnung, daß bessere wirtschaftliche Vorbedingungen alsdann auch den zurzeit allzu kleinen Kreis «1er Loge erweitern lassen werden. Deutschen Reichs-Lope Arthur Schindler (D/R./L.). das Organ der Großloge, vfcrträl den Orden oft nacl^iußen, z. B. in der Frage der Bekämpfung ^de.^ Mädchenhandels und der, Hilfs-Aktion für Galizien und war, auch bemüht, sehr vielen in die Ewigkeit cingednngcnen Brütlern iri^ Trauerreden ein gerechter Richter und Bruder zu ^ein. So erlebte er in sich den Orden, aber auch im großen Umfange dessen einzelnen Menschenschicksalc. In seiner Nähe empfand man die Tatsache |des Ordens, überwältigend; aber nicht als eine uns einen Gewissen Abstand ' fühlenlasscnde Größe, sondern bei Maretzki, wie kgum bei einem anderen, wurde sein Nahcscin ein Born, aus welchem Anregung, Or«lnung — sachliche und sittliche Ordnung — V’t^rbiindensein und Wärme floß. In der Unterhaltung mit Maretzki erfüllte den Mitbruder das sichere Gefühl brüderlicher/ Zusammengehörigkeit, und wenn er einen jüngeren Bruder herzlich mit „mein guter Bruder“ anre«lete und die dargereichte Hand mit beiden Ilünden warm umschloß, empfand dies der jüngere Bruder als Ansporn, dem großen Führer an Herzlichkeit wie «>n Pflicht-